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Mit dem Rücken zum Gutachter

monroe

Nutzer
Registriert seit
2 Juli 2007
Beiträge
35
Hallo,
ich soll bald zum Gutacher für die PUV (Zustand nach Berstungsfraktur LWK1, jetzt versteift von LWK2 auf BWK12).

Vor Jahren war ich schon mal bei einem Gutachter nach einer Verletzung am Knie. Das war relativ easy und ich konnte im Grunde schon im Vorfeld abschätzen, wie das abläuft und was da in etwa raus kommen wird.

Für den Rücken kann ich da nicht viel finden. Wenn mich Fremde sehen, sieht man mir die Verletzung gar nicht so an. Ich kann auch wieder Sport treiben. Aber so einige Dinge im Haushalt gehen nicht. Lange eine Position (sitzen/stehen/liegen) einhalten geht nicht, ist somit blöde bei der Arbeit. Dann mach ich regelmässig Sport. Ist natürlich toll, dass das geht und tut mir auch gut. Aber meinen eigentlichen Sport, an dem mein Herzblut hängt, musste ich aufgeben. Diesen Sport betreibe ich nur, weil es mir bei regelmässiger Bewegung besser geht. Wirklich Spass bringt das nicht. Dieser Finger-Boden Abstand ist noch lange nicht so, wie er vor dem Unfall war. Lt. Internet ist er aber schon im (schlechteren) Normalbereich. Dies nur mal so als Beispiele...

Ich habe so ein bisschen die Befürchtung, dass bei dem Gutachten nachher drin steht "Ist doch alles gar nicht so schlecht" und letztendlich die für mich deutlichen Einschränkungen gar nicht so hervor kommen.

Geht es denn in einem Gutachten nur um die wirklich harten Fakten oder werden auch die Lebensumstände und die erforderliche Wandlung in meinem Leben mit berücksichtigt?

Im Internet habe ich auch recherchiert und finde fast nichts über den Ablauf dieser Gutachten. Scheint einfach nach "Ermessen" des Arztes zu laufen?

Danke und viele Grüße
Monroe
 

Kai-Uwe

Gesperrtes Mitglied
Registriert seit
11 März 2007
Beiträge
3,038
Hallo Monroe,

seih doch froh das es Dir trotz der Versteifung noch so verhältnismäßig gut geht.
Du kannst sogar Sport machen.
Erzähl dem GA welche Einschränkungen Du hast, aber er wird Dir nicht mehr Invalidität geben als er findet, eher weniger.

Bei mir ist auch noch "alles drann" und ich sehe (von aussen betrachtet) ganz heil aus. Aber den GA interessieren nur Fakten, wenn eine OP für ihn erfolgreich verheilt aussieht hast Du wenig Chancen auf einen hohen Invaliditätsgrad.
Es wird ja nicht die Schwere der Verletzungen gemessen sondern was für Dich dadurch geblieben ist ...Deine Invalidität.

Ich wünsche Dir Glück
Gruß Kai-Uwe
 

monroe

Nutzer
Registriert seit
2 Juli 2007
Beiträge
35
Hallo,

danke für die Antwort. Ist nicht ganz das, worauf ich hinaus wollte. Klar bin ich froh und dankbar, dass es jetzt so aussieht wie es ist. Ich weiss, dass es auch ganz anders aussehen könnte.

Meine Frage zielt darauf ab, welcher Maßstab gesetzt wird. Mein Leben vorher? Der Durchschnitt aller Gleichaltrigen?

Es ist ja wirklich schon mal gut, dass ich Sport treiben KANN. Aber das was mir jetzt im grunde gut tut, macht mir KEINEN Spass. Ich mache das nur, damit ich mit dem Rücken klar komme. Im Grunde ist das Krankengymnastik, die einfach günstiger ist als vom Arzt verschrieben. Vor dem Unfall wäre ich im Lebtag nicht auf die Idee gekommen, an Geräten oder in irgendwelchen Hallen zu trainieren. Es ödet mich an, es ist einfach eine Pflicht. Vorher hatte ich meinen Reitsport. Das habe ich aus Freude gemacht, das war ein Lebensinhalt. Ist nun komplett weg. Und das ist eben Fakt. Wenn ich mir Texte zu Unfallversicherungen durchlese, steht da sehr wohl, dass die Entschädigungen u. a. zum Ausgleich von Einbußen an Lebensqualität gelten. Demzufolge müsste der Verlust an Lebensqualität auch in der Bemessung der Invalidität einfliessen. Da aber jeder wieder für sich selbst den Begriff "Lebensqualität" definieren.

Ich werde irgendwann sehr wahrscheinlich wieder ein Hobby und/oder Sport finden, welches mich halbwegs befriedigt. Den vorher ausgeübten Sport bzw. den dazugehörigen Umgang mit dem Pferd wird mir aber niemand ersetzen können.

VG
Monroe
 

Kai-Uwe

Gesperrtes Mitglied
Registriert seit
11 März 2007
Beiträge
3,038
Hallo Monroe,

wenn das so wäre, dann würde jemand der einen teuren Sport ausgeübt hatte, vor seinem Unfall...ja eine höhere Zahlung bekommen...als jemand der auch vor seinem Unfall keinen Sport gemacht hat und auch nur die Kissen platt :rolleyes: gesessen hat.
So ist es aber nicht.

Was sollte dann bei mir gezahlt werden....ich war vor meinem Unfall als Manager in der ganzen Welt unterwegs....bin 1000de km mit dem Auto unterwegs gewesen....ich habe gut Geld verdient und hatte ein sehr interessantes Leben.
Jetzt bin ich gefangen in meiner Wohnung, kann wegen der Opiate nicht mehr selber ein Auto fahren(aus Verantwortungsbewußtsein) und bin auch sonst nicht sehr mobil.
Das interessiert die PUV überhaupt nicht....sie gaben mir 14%.
Und bei mir wird es ganz sicher nie wieder besser werden.....wohl eher noch schlechter.

Also freu Dich, Du bist jung und Du sagst selber es geht Dir immer etwas besser. Laß erst einmal die Begutachtung auf Dich zukommen und sieh dann selber ob Du fair beurteilt wurdes.
Geh nicht alleine zum GA und melde Deine Begleitung an.

Lieben Gruß Kai-Uwe
 

Cindy

Erfahrenes Mitglied
Registriert seit
6 Sep. 2006
Beiträge
467
Hallo Monroe,

hier hattest du ja schon Anhaltspunkte bekommen.
Ansonsten hat Kai-Uwe Recht - lass die Begutachtung auf dich zukommen und schau dann, was evtl. am Gutachten zu bemängeln ist. Es geht dabei wohl eher um Fakten, als um Lebensumstände. Wenn ich mich recht erinnere, hattest du das einem User bzgl. Begutachtung einer Knieverletzung auch schon geschrieben - also weißt du ja schon ungefähr, wie so etwas abläuft. Vorher kann dir leider niemand sagen, wie der Gutachter beurteilen wird.

Alles Gute
Cindy
 
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