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mein sohn ist tot

indra

Nutzer
Registriert seit
4 Juni 2009
Beiträge
4
hallo zusammen,
am 1.5.09 ist mein 20 jähriger sohn bei einem verkehrsunfall, als beifahrer, tödlich verunglückt. er starb noch direkt am unfallort. der fahrer ist ohne bis jetzt bekannten grund von der straße abgekommen und gegen einen baum geknallt. der 21 jährige fahrer blieb unverletzt und war der beste freund von meinem sohn.
ich weiß irgendwie gar nicht wie es weitergeht :-(
was muss ich beachten...
die informationen von seiten der polizei bzw. staatsanwalt sind sehr spärlich.
bis jetzt weiß ich noch nicht einmal die genaue todesursache.
ich habe so wenig energie mich kundig zu machen. (bin selber 100% schwerbehindert, pflegestufe 3 usw.)
vielleicht kann ich hier grob ein paar tips bekommen.
ist es üblich, dass man die persönlichen dinge vom verstorbenen nicht bekommt?
wie lange dauert es ca. bis es eine verhandlung gibt?
einen anwalt habe ich bereits. er hat auch die akte schon angefordert aber diese noch nicht bekommen.
für etwas unterstützung wäre ich sehr dankbar.

falls ich im falschen forum geladet bin, bitte ich diesen beitrag zu verschieben. normalerweise lese ich erst, bevor ich poste, aber dazu bin ich im moment nicht in der lage. entschuldigung.
freundliche grüße
indra
 

seenixe

Super-Moderator
Mitarbeiter
Registriert seit
31 Aug. 2006
Beiträge
8,342
Ort
Berlin
Hallo Indra,
Herzlich willkommen hier im Forum, auch wenn der Grund Deines Besuches hier für Dich sehr schmerzhaft ist.
Es muß schrecklich sein, sein Kind durch einen Unfall zu verlieren und ich mag mir selber nicht vorstellen, wie es mir selbst gehen würde. Mein Mitgefühl begleitet Dich aus der Erfahrung eines eigenen schweren Unfalls.

Du hast natürlich Rechte, aber ich hoffe, der Anwalt wird eine Vielzahl der Sachen für Dich erledigen.

Neben der Verhandlung stehen natürlich auch die Schadensersatzansprüche gegen die Haftpflichtversicherung im Vordergrund. Dabei nichts überstürzen. Wenn noch nicht klar ist, worin die Unfallursache besteht, ist auch eine Verhandlung noch in weiter Ferne.

Gruß von der Seenixe
 

Danu

Nutzer
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12 Juli 2007
Beiträge
69
Hallo Indra,
mein ganzes Mitgefühl, ich denke du brauchst jetzt ganz viel Unterstützung! Frage mal bei deiner Stadt nach ich glaube es gibt Sozial Arbeiter die in solchen Fällen helfen können. Behördengänge etc. Hast du schon mal mit einem Seelsorger gesprochen? Alle Kraft für dich Gruß danu
 

Pharao50

Sponsor
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3 Sep. 2006
Beiträge
403
Hallo Indra,

du hast auch von mir mein ganzes Mitgefühl.
Ich verlor meinen Vater durch einen Wegunfall und meine Schwester durch Krankheit.

Mein Vater starb im Krankenhaus und wir bekamen die persönlichen Sachen am nächsten Tag ausgehändigt.
Meine Mutter hatte selbstverständlich auch einen Anwalt. Der erledigte für uns sehr viel. Was meine Mutter nicht wußte erfragte sie in unserem Rathaus.
Die gaben ihr bereitwillig Auskunft.
Gut das ist jetzt schon 33 Jahre her und da hat sich viel geändert.

Die Verhandlung war ein dreiviertel Jahr nach dem Unfall.
Geld bekam meine Mutter erst nach dem Urteil.

Meine Mutter sagte als ihre Tochter starb, dass ist viel schlimmer als wenn einem der Mann weg stirbt.

Ich wünsche dir viel Kraft, dass alles durch zustehen.

LG vom Pharao50
 

michisma

Erfahrenes Mitglied
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7 Sep. 2006
Beiträge
228
Hallo Indra

Ich kann Dir nicht sagen wie leid es mit tut dass Du Dein Kind verloren hast.
Keine Mutter sollte am Grab Ihres Kindes stehen,das ist einfach nicht fair.
Dein Rechtsanwalt wird sich um viele Dinge kümmern.
Schau dass Du Hilfe bekommst,aufgrund Deiner Pflegestufe kannst Du bestimmt mit Hilfe der Stadt oder Kommune rechnen.
Setz Dich mit der zuständigen Stelle im Rathaus in Verbindung die sollen Dir Hilfe schicken.
Die persönlichen Dinge Deines Sohnes bekommst Du von der Polizei zurück wenn sie untersucht worden sind.
Das schlimme ist ja auch,dass es der beste Freund war und Du den Jungen bestimmt auch gut gekannt und gemocht hast.
Frag Ihn was passiert ist sonst bekommst Du keine Ruhe

Ich drück Dich ganz fest und fühle mit Dir
michisma
 

indra

Nutzer
Registriert seit
4 Juni 2009
Beiträge
4
hallo,
danke für die anteilnahme und ratschläge.

seenixe: über die unfallursache wird z.zt. noch spekuliert. es scheint wohl alkohol im spiel gewesen zu sein und erhöhte geschwindigkeit.
der fahrer schätzt, dass er die 0,5 promille nicht überschritten hat. ob bei jungen leute die selbsteinschätzung so richtig ist
das blutuntersuchungsergebnis ist immernoch nicht da, obwohl das doch jetzt schon 4 wochen her ist.

danu: mit einem seelsorger hatte ich nur am 1.5. kontakt. das war am unfalltag, also er war der überbringer der schlechten nachricht. er war dann noch 2 stunden bei mir und ist dann gegangen.

pharao50: ich habe auch schon meinen vater beerdigt (da war ich 15). das ist/war natürlich schon schlimm aber es ist nicht annähend so schlimm, als wenn man sein einziges kind beerdigen muss... das tut so verdammt weh...

michisma: das mit dem rathaus werd ich in angriff nehmen. danke
die polizei hat mir nur die hausschlüssel und das ausgeschaltete handy gegeben.
geldbörse, uhr, kleidung, fahrzeugschein von seinem auto usw. sind offensichtlich spurlos verschwunden:-(
die polizei hat angeblich nichts mehr, die kleidung hat der bestatter wortlos entsorgt :-(
(weil sie wohl aufgeschnitten werden mußten und blutig waren)
bleiben aber immerhin uhr, portemonnaie und fahrzeugschein.
ja, den 'jungen' (fahrer) kenne ich seeeehr gut. ich sehe die 'jungs' noch mit ihren schultüten dastehen und er ist hier täglich seit 15 jahren ein und ausgegangen.
an den eigentlichen unfall hat er keinerlei erinnerung. er weiß nur, dass er den kopf meines sohnes festgehalten hat und immer wieder sagte: 'wach doch bitte wieder auf'.
fg indra
 

Katja

Nutzer
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9 März 2009
Beiträge
45
Ort
Bayern
Hallo indra,

dein Fall tut auch mir weh. Meine Tochter hatte auch einen schweren Verkehrsunfall, allerdings lebt sie noch oder wieder, sie war "nur" 14 Tage im Koma und täglich versagten neue Organe, sodass ständig akute Lebensgefahr bestand.
Da unser Problem glücklich ausgegangen ist, habe ich leider keine Erfahrungen in deinem Fall.
Allerdings würde ich dir auf jedem Fall empfehlen, dass du dir psy. Unterstützung holst ( Psychologe, Selbsthilfegruppe..).
Du musst auch an dich denken. Ich kann mir vorstellen, dass du momentan "wie eine Maschine funktionierst", aber irgendwann haben die Gefühle Übermacht.
Ich wünsche dir ganz viel Kraft

LG Katja
 

michisma

Erfahrenes Mitglied
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7 Sep. 2006
Beiträge
228
Hallo indra

Ich kann mir vorstellen,dass Dir alles mögliche durch den Kopf geht.
Mein Sohn hat überlebt,aber jedesmal wenn ich den Unfallverursacher sehe bekomme ich Herzrasen und solch eine Wut dass ich auf Ihn losgehen könnte.
Wie muß es Dir erst ergehen.
Das Ergebnis der Blutuntersuchung bekamen wir erst sehr spät,ich glaube nach einem halben Jahr und auch nur durch Beziehungen.
Frag mal im Krankenhaus nach,vielleicht haben die Sanis die Sachen mitgenommen und es liegt bei denen,so wars bei uns.
Wir bekamen die blutigen Sachen in einer Mülltüte wortlos in die Hand gedrückt,war auch nicht so toll.


Wie Du das alles bewältigst finde ich bewundernswert,besonders da es Dir ja gesundheitlich sehr schlecht geht.
Nimm alle Hilfe die Du bekommen kannst von Freunden oder der Familie ruhig an.
Die meisten Leute meinen Ihr Angebot zu helfen wirklich ernst.

Alles Liebe
michisma
 
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