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Mein Partner leidet unter PTBS und wir leiden mit!

Registriert seit
19 Feb. 2014
Beiträge
1
Ort
Berlin
#1
Hallo!
Ich habe mich in diesem Forum angemeldet,weil ich nach Angehörigen von PTBS-Betroffenen suche.
Mein Partner hatte vor 16 Jahren einen Verkehrsunfall (unverschuldet).
Der Unfall selbst war nicht das schlimmste,sondern die Krankenhausaufenthalte, die folgten.
All die Dinge,die dort passierten,haben bei ihm das Trauma ausgelöst.
Er hat es 12 Jahre verdrängt.
Erst vor ca. 4 Jahren brach es langsam auf. Wir stellten eine Wesensveränderung fest.Zum Anfang dachten wir, es würde sich um eine Depression handeln,er geriet dann auch noch an eine schlechte Therapeutin.Erst mitte des letzten Jahres stellte sich heraus,daß es sich um PTBS handelt.Seit kurzem ist er in therapeutischer Behandlung, wegen PTBS,Depression und Angstzuständen.
Da jetzt das damals erlebte so richtig an die Oberfläche bricht, werden auch seine (eh schon täglichen) Schmerzen unerträglich stark.
Ich glaube ihm,daß es ihm wirklich schlecht geht. Ich unterstütze ihn,wo ich kann.Doch die letzten 4 Jahre haben mir meine Kraft geraubt.
Als Angehörige eines Betroffenen brauche auch ich mal trostspendende,aufmunternde Worte und einen Erfahrungsaustausch mit anderen Angehörige (alle anderen sind natürlich auch herzlich willkommen).
Es ist so unglaublich schwer geworden, seine schlechte Laune und seine fehlinterpretierten Vorhaltungen zu ertragen!
Nicht nur ich, sondern auch unser 5-jähriger Sohn leidet seit Jahren immer wieder darunter.
Ich denke seit einiger Zeit sogar ernsthaft über eine Trennung nach, weil ich einfach keine Kraft mehr habe.
Manchmal fühle ich mich wie eine alleinerziehende Mutter mit 2schwierigen Kindern!
Schöne Grüße, die B.!
 

Sheep

Erfahrenes Mitglied
Registriert seit
2 Mai 2013
Beiträge
270
#2
Hallo die-B.,

ich bin zwar nicht Angehörige sondern Betroffene, aber ich hoffe, ich kann dir trotzdem weiter helfen. Zuerst möchte ich dir ein Heft empfehlen, welches für Betroffene und auch für Angehörige Traumatisierter gedacht ist: http://www.hogrefe.de/programm/ratgeber-trauma-und-posttraumatische-belastungsstoerung.html
Oder hier auch noch ein informativer Link von der DeGPT: http://www.degpt.de/DeGPT-Dateien/Unterst%C3%BCtzung%20von%20Angeh%C3%B6rigen.pdf

Ich kann gut verstehen, dass so eine PTBS auch für Angehörige eine schwere Belastung darstellen kann. Aber bitte wirf nicht voreilig das Handtuch. Dein Mann braucht dich jetzt mehr denn je. Halte dir immer vor Augen, dass sich sein Zustand wieder bessern kann. Wenn er sich jetzt in guten therapeutischen Händen befindet und er bei der Therapie gut mitarbeitet, kann sich sein Zustand durchaus in wenigen Monaten wieder bessern. Aber das ist auch von Mensch zu Mensch verschieden. Letztendlich kann dir keiner genau sagen, wann es deinem Partner wieder besser geht und ob überhaupt. Ich kann dir nur sagen, dass eine PTBS, im Gegensatz zu vielen anderen psychischen Erkrankungen, noch mit am besten therapierbar ist. Vorrausgesetzt, man erwischt einen guten Therapeuten und der Patient arbeitet aktiv mit und ist auch gut empfänglich für Therapien.

Bei mir trat die PTBS auch erst nach Jahren verzögert auf. Bin dann auch schnellstmöglich in Therapie (Verhaltenstherapie) gegangen und nach ca. 12 Monaten ging es mir wieder gut! Wenn du magst, kannst du dir meinen kurzen Erfahrungsbericht durchlesen, den ich erst vor ein paar Tagen geschrieben habe: http://www.unfallopfer.de/forum/showthread.php?t=27713&page=3 (ganz oben auf Seite 3)

Mein Mann war mir in dieser schweren Zeit eine sehr gute Stütze. Er hat ohne murren und knurren meine Launen ertragen. Er hat mir auch in den Ar*** getreten, wenn ich mal so keine Lust hatte, unter Leute zu gehen oder etwas zu unternehmen. Ebenso hat er mich getröstet, wenn es nötig war und und und... Mit so einem Partner an der Seite fällt es auch einem Betroffenen leichter mit traumatischen Erlebnissen umzugehen und trägt, meiner Meinung nach, auch erheblich zur Genesung bei.

Liebe Grüße
Sheep
 

Micha

Administrator
Mitarbeiter
Registriert seit
6 Juni 2006
Beiträge
1,793
#4
Hallo die Themeneröffnerin war nur noch einen Tag nach dem Beitrag online. Sheep Ende Mai. Das siehst du wenn du auf den jeweiligen Namen klickst im Profil.
Vielleicht schreibst du einfach unabhängig ob jemand noch da ist oder nicht.
Ich glaube das es bei der Problematik schon nützlich ist einmal aufzuschreiben was nervt und welche Möglichkeiten es gibt.
Es hilft auch, wenn du mit deinem Partner zusammen mal einige Sitzungen beim behandelten Therapeuten machst.
LG

Micha
 

Sheep

Erfahrenes Mitglied
Registriert seit
2 Mai 2013
Beiträge
270
#5
Hallo ossitorte,

wie Micha schon schrieb, schreibe einfach auf, was dich bedrückt. Der ein oder andere wird dir schon antworten und helfen können. Du musst nur manchmal etwas Geduld haben, bis du eine Antwort erhälst. Manche schauen hier eher unregelmäßig vorbei.

Gruß
Sheep
 
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