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Mein Kind wurde überfahren

Mamihochdrei

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Hallo zusammen ,

Ich finde deine Antworten sehr gut ,lieber Isländer. Das ist schön geschrieben,so dass es verständlich ist.

Nur um es nochmal etwas klarer auszudrücken. Der Unfall...
Meine Tochter war mit ihrem Zwillingsbruder und ihrer besten Freundin mit dem Fahrrad unterwegs. Sie wollten zu einem Pferdehof,welcher auf der anderen Seite einer Bundestrasse liegt. Auf dieser Strasse ist 70 km erlaubt.

Der Unfall geschah an einer Behelfsinsel. Also diese Inseln mitten auf der Strasse um sie nicht auf einmal überqueren zu müssen.
Sie hatten erst einige Wochen vorher die Fahrrad Prüfung abgelegt und wussten dementsprechend genau wie sie sich zu verhalten haben. Zuerst schob ihre Freundin das Fahrrad über die eine Strassenhälfte und hielt auf der Insel. Dann schob meine Tochter ihr Fahhrad rechts von sich über die Strasse. Sie war schon so gut wie auf der Insel als es krachte. Ihr Bruder hatte noch nicht die Strasse überquert ,weil man immer einzeln geht.

Das Auto traf meine Tochter in die linke Körperseite...

Mein Sohn und die Freundin kümmerten sich sofort um die kleine. Anwohner hörten den Knall und kamen auch zur Hilfe.


Also...es befanden sich drei Kinder an dieser Strasse..die Strasse ist gerade und überall einsehbar. Sie muss die Kinder also schon von weitem gesehen haben. Eigentlich...
Es war kein Regen,,keine tiefstehende Sonne..

Die Dame geht auf das achtzigste Lebensjahr zu..

Als mein Mann zum Unfallort kam ,fragte er die Polizisten welches Auto sie denn überfahren hätte,weil er keines sehen konnte.
Der Polizist zeigte nur und meinte...das da ganz hinten..

Wir können uns alle nicht erklären ,warum sie so weit gefahren ist und nicht gebremst hat. Ihr Bruder war geschockt deswegen..
Mami ,die hat sie einfach überfahren ohne zu bremsen und ist weiter gefahren..

Ich glaube ,die Dame war sich lange nicht bewusst,was überhaupt passiert ist. Als mein Kind noch im Koma lag rief sie mich mal an. Ihr Auto wäre kaputt..ich konnte es kaum glauben..

Mein Anwalt will sie auf Fahrtüchtigkeit prüfen lassen, die war schon sehr komisch.



Gestern waren wir übrigens in der Reha..wir haben einen Termin bei der Chefärztin bekommen in den Nächsten Tagen. Ich denke ,das sie mir helfen wird bezüglich der Bescheinigung für die PUV.
 

Rekobär

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Hallo Mamihochdrei,

ich bin etwas verwirt. Wie konnte die Pkw-Fahrerin Deine Tochter in der linken Körperhälfte treffen, wenn sie doch schon auf der Mittelinsel war und offensichtlich im Begriff war weiter zu gehen. Ich hätte eher vermutet, dass Deine Tochter auf der rechten Körperseite getroffen worden wäre.

Herzliche Grüße vom RekoBär :)
 

Mamihochdrei

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Hallo Rekobär,

Nein Nein, das Auto kam von links. Das Vorderrad war schon auf der Insel.

Das ist immer das Problem beim Schreiben. Kommt manchmal etwas verworren rüber. Darum bitte ruhig immer nachfragen wenn ewas nicht ganz verstanden wird.
 

Rekobär

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Hallo Mamihochdrei,

nun ist es schon etwas klarer. Da so eine Fahrbahn ca. 3,20 m breit ist, dürfte Deine Tochter (Das Vorderrad des Fahrrades war bereits auf der Mittelinsel) einen Weg von 2,20 bis 2,50 m zurück gelegt haben. Daraus kann man Rückschlüsse darauf ziehen, wie weit die alte Dame mit ihrem Pkw noch entfernt war, als Deine Tochter die Fahrbahn vom rechten Straßenrand aus (in Fahrtrichtung der Pkw-Fahrerin gesehen) betreten hat.

Das ist deshalb wichtig, um heraus zu finden, ob der Unfall durch die Pkw-Fahrerin tatsächlich vermeidbar gewesen wäre. Dabei unterscheidet man zwischen der sogenannten räumlichen und zeitlichen Vermeidbarkeit.

Herzliche Grüße vom RekoBär :)
 

happycamper

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Hallo Mamihochdrei,

Isländer hat bei alle seinen Punkten absolut Recht. Nur bei einem Punkt muss ich etwas zur Vorsicht mahnen.

Er schreibt, es gibt Opferschutzverbände- bzw. Vereine. Bzw. e.V. ´s die sich auf die Fahne schreiben, dass sie spezialisiert auf Hilfe für Unfallopfer sind.

Das ist richtig, aber nur zum Teil. Es gibt auch einen Verein, der bei der Google - Suche meist ganz vorne dabei ist, der letztendlich nur Mandantenphishing macht. Das heisst mit einer großen Hilfsbereitschaft wirbt und ein großes Netzwerk an Personen-Schäden Spezialanwälten bereitstellt.

Leider bin ich neben vielen anderen auch auf diesen Verein hereingefallen, habe hohe Mitgliesbeiträge für rein gar nichts bezahlt und der Anwalt scheint nicht für den Mandanten, sondern eher für die gegn. Versicherungsseite zu arbeiten. Dieser blockiert komplett die Bearbeitung meines Unfalles und lässt mich sogar noch vorsätzlich ins Messer der gegn. Versicherung laufen, macht also eher alles, um mir zu schaden.

Da man hier im Forum keine Namen direkt nennen darf, somit nur der Hinweis, dass Du nicht alles sofort glauben darfst, was unter den Suchmaschinen zu finden ist. Auch Bewertungen entsprechen ja nicht immer der Wahrheit. Diese spezielle e.V., die ich meine, hatte keine einzige Bewertung, somit auch keine negative, wird aber im Fernsehen recht oft erwähnt, da die Chefin sehr medienaffin ist und sich darstellen kann.

Von irgend einer erbrachten Hilfe kann aber bei bestem Willen nicht die Rede sein. Ich bereue den Schritt, über diesen Verein den Anwalt mandatiert zu haben, zutiefst und kann somit jeden nur davor warnen, irgendwelchen aufgeblasenen Webseiten und Hilfsseiten blindlings Vertrauen zu schenken.

Ich habe hier im Forum im Nachhinein bei der Recherche tolle und wertvolle tips bekommen und leide auch die Wahrheit über diesen speziellen Unfallopfer-Hilfsverein erfahren.

Kann Dir leider noch keine PN schreiben. Wenn Du genügend Beiträge geschrieben hast, dann kann man dies gerne nachholen.


L.G. vom happycamper
 

Rekobär

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Hallo Happycamper,

was den speziellen Verein angeht, so kann ich das im wesentlichen bestätigen. Deshalb hatte ich auch meine Unterstützung für diesen Verein vor ein paar Jahren aufgegeben.

Das ist aber nicht, was Isländer zum Ausdruck bringen wollte, sondern lediglich, dass es viele Hilfsmöglichkeiten gibt. Abgesehen davon hat wohl Mamihochdrei bereits einen Anwalt. Insofern bezieht sich die mögliche Unterstützung auf Checklisten, die helfen sollen, um zu wissen. wie man zum Beispiel ein Schmerztagebuch führen sollte usw.

Den Verein, den Isländer öfter zitiert, stellt ja eine ganze Reihe von nützlichen Checklisten zur Verfügung und die sollte auch Mamihochdrei durchaus nutzen.

Ansonsten gebe ich Dir natürlich recht, dass man nicht auf alles vertrauen sollte, was so im Internet geschrieben wird, wenn man nicht weiss, wer dahinter steht.

Herzliche Grüße vom RekoBär :)
 

happycamper

Mitglied
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Hallo RekoBär

vielen Dank für Deine gleiche Einschätzung.

Ich wundere mich leider nur, dass es hier im Forum oder allgemein im Netz nicht eine gewisse Warnung vor diesem abzockenden Verein gibt, der mehr als fragwürdig arbeitet.

Somit fallen denen immer mehr Opfer in die gierigen Hände und sind dann den untätigen Anwälten auf Gedeih und Verderb ausgeliefert.

Das kann Ezistenzen ruinieren.

Selbst öffentlich rechtliches Fernsehen ist auf diesen Verein reingefallen und berichtet positiv über die Hilfe, die vorgegeben wird.

Jedoch wurde wie oft üblich nur sehr halb engagiert recherchiert und wohl niemals Geschädigte dieses Vereines befragt. Kann aber auch daran liegen, dass man wegen Datenschutz einfach nicht an die Daten der Geschädigten kommt.

Trotzdem wundert es mich, dass bislang noch keine neg. Bewertungen über diese e.V. zu finden ist.

Es stimmt, dass Mamihochdrei Gott sei Dank ihren Anwalt nicht über diesen gierigen Verein erhalten hat und darüber kann sie sehr froh sein.

Ich halte das Forum auf dem Laufenden, was meinen Fall betrifft. Es schaut leider alles aber zur Zeit extrem schlecht aus, da der Anwalt komplett gegen mich arbeitet. Deswegen nehme ich auch an, dass bestimmt gewisse Anwälte des Vereines immer noch für die Gegenseite arbeiten und über den Verein lediglich an Mandanten kommen, die denen dann auf Gedeih und Verderb ausgeliefert sind.


Herzliche Grüße


happycamper
 

Mamihochdrei

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Guten Morgen alle zusammen ☺

Ich bin überwältigt , was ihr so alles wisst. Zwar konnte ich mir "leider" auch schon einiges aneignen, aber es ist wirklich viel ,was man beachten sollte.

Ich bin schon sehr froh, einen Anwalt zu haben. Trotzdem kann es ja nicht schaden sich selber auch weiter zu informieren.
Manchmal hat man eine Frage und will dem Anwalt nicht ständig auf den Wecker fallen. Hier bekommt man es schnell und verständlich erklärt. Mein Lob an euch.

Ich hatte noch nicht so viel Zeit ,hier in den einzelnen Rubriken mal "rumzuschauen". Werde am Wochenende aber mal damit beginnen, um eure Tipps etwas zu verfolgen.

Es grüßt euch, mamihochdrei
 

Kasandra

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Hallo Rekobär,

Du bist der Fachmann und ich will nun auch nicht "Klugscheißen". Aber ich kenne hier bei mir im Umkreis sehr viele Straßen, Landstraßen mit ca. 5 m Straßenbreite.

Da ist es schon sehr knackig wenn Lkw / Pkw passieren müssen oder sogar Lkw / Lkw.

Zwar nicht in Anbetracht einer "Überquerung" der Straße - sondern als einfacher Radfahrer die Straße nutzend ist es schon sehr gefährlich und diese mir bekannten Strecken / Straßen nutzen keine Radfahrer mehr bzw. verbieten ihren Kindern die Nutzung der Straße in das nächste Dorf.

Daher mein Tipp an "Mamihochdrei" und da denke ich gibst Du mir Rekobär Zustimmung, Mamihochdrei soll mal zur Unfallstelle fahren und selber mal ausmessen wie breit die Fahrbahn ist vom Fahrbahnrand zur "Mittelinsel".

Ich denke und hoffe, dass die Straßenbreite recht groß ist, dann hat "Mamihochdrei" exakte Werte und kann mit ihrem RA darauf bauen.

Solche Sachen übernimmt kein RA.

Viele Grüße

Kasandra
 

Isländer

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Grüß Dich, Mamihochdrei, Grüß Dich, Kasandra!

01
Schön, wieder von Dir zu hören, Kasandra! Wie geht's Dir Denn-?

Nachdem Du noch nicht so lang dabei bist, Mamihochdrei: Die Erfahrung lehrt: Wenn Kasandra etwas mitteilt, sollte man dem hohes Gewicht beimessen: Kasandra hat einen tollen Durchblick. So stimme ich auch diesmal ihrer Ansicht zu.

02
Wir brauchen also die Abmessung ("rechts" und "links": aus der Sicht der Autofahrerin):

(a)
Wie weit ist es von der Bordsteinkante ganz rechts bis zur rechten Kante der Verkehrsinsel?
(das ist also die Breite der Fahrbahn, und zwar des Teiles, das für das Auto der alten Dame vorgesehen war).

(b)
Wie breit ist die Verkehrsinsel-?

(c)
Wie breit ist die andere Fahrbahn (für die AUtos, die in Gegenrichtng unterwegs sind?)

03
Welche Verkehrrschilder hatte die Autofahrerin zu beachten-? Das "70-km/h-Schild" kennen wir schon. Sonst noch was da?

04
Wie weit hat die Autofahrerin Sicht auf die Verkehrsinsel gehabt?

Dazu eine Hilfe: Das lässt sich ja mit dem Metermaß oft nur mühsam ermitteln. Dann benutze die Leitpfosten als Hilfe, sie sind (außer an Einmündungen) jeweils 50 m voneinander entfernt.

05
Wie war das Wetter-? Naß, trocken, Nebel-?
Welche Uhrzeit war es-?

06
Zum Thema "Vereine": Natürlich: Wo es Menschen gibt, gibt's auch schwarze Schafe. Ich selbst kann meine Hand ins Feuerlegen für den Unfallopfer-Bayern e.V., der mit seinem Wirken nicht streng an der Landesgrenze halt macht.

07
Es könnte sein, dass Deine Tochter eine private Unfallversicherung hat, an die Du vielleicht noch gar nicht gedacht hast: Nämlich die des Landessportverbandes, wenn sie Mitgleid eines Reitvereines ist. Ob da bereits die Anfahrt zum Reitsport mitversichert ist, weiß ich nicht, sehr wahrscheinlich ist es nicht, aber: Probieren! War Deine Tochter unterwegs zu einer Reitstunde, die ein Reitverein abhält?

Es gibt nicht selten die Fälle, da sind sogar die Kinder in privaten Unfallversicherungen mitversichert, von denen man noch gar nicht weiß, dass man sie hat. Gelegentlich steckt in der Kreditkarte so etwas. Oder als Anhängsel zu einer Lebensversicherung.

Tipp: Es eilt noch nicht sehr, aber: Da gibt es Fristen, die lästigste ist eine Frist, die beim Unfall beginnt und 15 Monate dauert.


08
Sag mal:

Wie gut bist Du darin, in den Papierenkrieg Überblick zu behalten? Da gibt es nämlich ein System, wie man das macht: Es hat die beruhigende Eigenschaft, dass es schon in Dutzenden von Unfällen zuverlässig Ordnung und Durchblick geschaffen hat. Dazu gibt es auch eine Gebrauchsanleitung für Neulinge des Bürokratie-Wesens.

Du glaubst gar nicht, wie erfrischt man ist, wenn man aus einem überquellenden Ordner "gesammelter Mist" (sog. "echter Datenfreidhof"!) ein kompaktes Ding geschaffen hat, das zuverlässig in Sekundenschnelle den Zettel herzaubert, nach dem andere im Durchschnitt 2 Stunden suchen müssen....


ISLÄNDER
 

happycamper

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Hallo Isländer,

das Ordnungssystem von dem Du gerade gesprochen hast, würde mich auch sehr interessieren.

Bin seit dem Unfall ziemlich durcheinander und so schaut auch mein Papierkram aus.

Habe Dir vor 10 Min. eine PN geschrieben.


L.G. happycamper
 

Rekobär

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Hallo Kassandra,

ich habe mich vielleicht etwas undeutlich ausgedrückt. Also hier nun präziser.

Die Straßenbreiten (Bundestraße) sind genormt. Wenn auf einer Straße eine Mittelinsel angebracht wird, beträgt der Abstand zwischen der rechten Straßenrand und dem Außenrand der Mittelinsel (sozusagen für die Hinspur) 3,50 m. Dann hat die Mittelinsel eine gewisse Breite und danach beginnt die Gegenspur, die auch 3,50 m breit ist.

Hier Link zu den Straßenbreiten:
Richtlinien für die Anlage von Straßen – Querschnitt – Wikipedia

Natürlich messe ich selbst die Spurbreiten am Unfallort aus, um mich davon zu überzeugen, welche Abmessungen tatsächlich vorliegen. Wenn man das selbst macht, sollte man allerdings einiges beachten, da dies auf einer stark befahrenen Straße nicht ganz ungefährlich ist. Ich stelle dazu sowohl Pilonen (diese Kegelartigen Dinger, die rot-weiss bemalt sind), als auch Warndreiecke auf. Außerdem trage ich eine grell Orange leuchtende Warnweste. Und ich habe beim Vermessen immer einen Blick auf den Verkehr.

Herzliche Grüße vom RekoBär :)
 
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