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LWS 1 Fraktur...wie geht's weiter?

Jiwi

Neues Mitglied
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8 Sep. 2018
Beiträge
12
#13
Hallo Sab, danke fürs melden...
Du kannst mir bestimmt sagen,das ich ( bald) wieder aufm Pferd sitzen darf...
Ist schon verrückt,das eigentlich DAS die größte Sorge ist... Gruß
 

sab

Erfahrenes Mitglied
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27 Dez. 2009
Beiträge
149
#14
Hallo Jiwi,

das hat geklappt , hier bin. ich. Erst mal wünsche ich Dir natürlich gute Besserung ! Und lass den Kopf nicht hängen, Wirbelbrüche sind zwar nicht toll aber das muss nicht das Ende von allem sein (auch nicht vom Reiten!). Du musst Dich allerdings mit Geduld wappnen und dem unbedingten Willen, wieder in den Sattel zu kommen (meinetwegen metaphorisch gesprochen;-) ). Mit dem Willen meine ich, an Deiner körperlichen und mentalen Fitness zu arbeiten. Zu ersterem würde ich mir einen guten Physiotherapeuten und auch einen Sportcoach suchen. Du darfst natürlich nur Übungen machen, die Deinem jeweiligen Gesundheitsstadium angemessen sind, klar.

Ich war in der Reha und habe mir dort Übungen zeigen lassen. In der Reha haben sie mir gesagt, dass es nur besser werden wird, wenn ich viel trainiere. Und die Übungen habe ich später im Fitnessstudio gemacht und mache sie - in abgewandelter Form - immer noch 4mal die Woche. Ich hatte sehr lange Probleme mit dem Sitzen auf Bürostühlen oder auch im Kino, das hat sich aber mit der Zeit enorm verbessert. Ich bin nicht operiert worden, trotz 5 gebrochener Wirbel, die z. Teil auch instabile Brüche waren. Mich hat damals mein (reitender und Pferdezüchtender) Orthopäde im Krankenhaus angerufen, mich gefragt, ob ich Taubheitsgefühle in den Beinen hätte und als ich das verneint habe, hat er mir gesagt, ich solle mich auf gar keinen Fall operieren lassen. Diesem Rat bin ich gefolgt.

Ich habe das Training wirklich 7mal die Woche durchgezogen und bin zusätzlich täglich spazieren gegangen bis ich jede Graswurzel im Park kannte. Zum Muskeltraining kam (mache ich immer noch) Yoga hinzu, das hat mir sehr geholfen.Nach 9 Monaten bin ich wieder zur Arbeit zurück (Schreibtisch), damals immer noch mit zwischendurch liegen auf einer Matte. Aber da ich ein eigener Bürozimmer habe und ich auch im Liegen Akten lesen kann,war das kein Problem. Das Liegen müssen ist nach ein paar Jahren ganz verschwunden.

Das Reiten wollte ich auf gar keinen Fall aufgeben. Nach 9 Monaten habe ich mich zum ersten Mal auf den super lieben und braven Norweger einer Bekannten gesetzt, voller Zweifel, wie der das werden würde (mein damals eigens Pferd war ein spinnige Lipizzanerstute, da wollte ich nicht den ersten Reitversuch mit machen, obwohl sie NICHT das Unfallpferd war). Meine Freundin wollte mich führen , das war mir nach einer Runde zu blöd und dann habe ich das Pferd eine halbe Stunde geritten , in allen 3 Gangarten und der böse Bann war gebrochen. Ich habe mir danach eine gute Sicherheitsweste gekauft , die ich den ersten Jahren dauernd getragen habe. Auf meine alten Tage habe ich diesem Sommer mit meinem super verlässlichen deutschen Reitpony das Springen angefangen - eigentlich bin ein Dressurreiter. Gestern morgen bin ich mit ihm über ein paar Sprünge und es macht wirklich Spass !Klappt prima ! Und ich habe in den letzten Jahren angefangen, Südamerika für mich zu entdecken, jedes mal mit einem Reiturlaub. Ich gucke mir die fremden Pferde vorher allerdings genau an, da bin ich vorsichtig geworden. Im März war ich in Kolumbien und bin auf einer Hacienda stundenlang mit einem Vaquero ausgeritten und habe Kaimane und Leguane und jede Menge Vögel bestaunt. War super toll !

Ich weiss, dass ich jede Menge Glück gehabt habe (lieber Gott, kein Querschnitt, danke!). Und ich bin fest davon überzeugt, dass der Schlüssel hierzu auch das viele Training ist. Ich habe mittlerweile im Alltagsleben überhaupt keine Probleme, wuchte auch 20 Kilo schwere Späneballen notfalls in die Box. Das geht aber alles nur, weil ich wirklich hart an meiner Fitness arbeite. Meine Yogamatte ist schon weitgereist, die nehme ich überall mit.

Also, lass den Kopf nicht hängen, alles Gute

Sabine
 

Gsxr1983

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#15
Hallo Sab,

vielen Dank.


Hallo Jiwi,

ganz cool bleiben, ich behandelt? lol Ich wurde nach 19 tage aus dem Provinz KH, das wenige Wochen später geschlossen und abgerissen wurde, entlassen und ein Jahr nach dem Unfall wurde mir gesagt das ich eine hochgradig instabile Wirbelfraktur über 4 BWK Wirbel hatte und man diese hätte bei genauem hinschauen erkennen und operieren müssen.

Da geht es dir schon mal besser!

Wichtig ist am Anfang immer die Schmerzmittel zu nehmen!

MfG

GSXR
 
Zuletzt bearbeitet:

Jiwi

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#16
Hallo Sabine,
eine tolle,wunderbare u sehr motivierende Nachricht,danke dafür!
Natürlich werde auch ich wieder im Sattel sitzen. Oberstes Ziel...
Mein Pferd ( Unfallpferd) wird jetzt aber verkauft... Zu jung,zu groß,zuviel Schwung,zu hohes Risiko u die Zeit zu lange,ihn weg zu stellen. Und ob der Kopf bei ihm dabei sein wird, weiß ich auch nicht.
Ich muss jetzt erstmal an mich denken. Bin guter Dinge u auch gut drauf,ziehe das positive aus der Geschichte u blicke nach vorne.
Und wenn ich deinen Verlauf so lese,erfreut mich das u lässt die Zeit sicher schneller vergehen.
Derzeit soll ich garnichts machen,nur Massage u Schmerztherapie. Ich habe top Leute um mich... Physio, Osteopath u Rehasport habe ich eh schon gemacht,da ich Arthrose in Füßen u Hüfte habe. Bin wirklich gut aufgestellt u werde die Zeit,die ich sonst beim Pferd verbracht habe gut u sinnvoll nutzen.
Ich danke dir schon Mal von ganzem Herzen.
You Made My Day
Beste Grüße
 

Jiwi

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#17
Heute war ich im BWK Ulm...
Absolut empfehlenswert für Patienten aus dem Ländle!
Sehr netter, kompetenter Oberarzt
mit Zeit, Geduld u ruhiger Ausstrahlung. Bevor ich ins Zimmer kam haben der Arzt u seine Kollegen sich alle mitgebrachten Aufnahmen angeschaut u beraten. Er hat mir meine Verletzung,die bisherige OP, den jetzigen Stand erklärt,beschrieben u anhand von Modellen dargestellt. Danach seine Empfehlung mit Begründung, Darstellung, Material erläutert,die OP dafür ausführlich erklärt. Und was sein wird ohne OP , Risiken, Spätfolgen etc u ebenfalls am Modell. Kein Drängen zur OP, kein infrage stellen... Er hat alle Fragen von mir ausführlich u verständlich beantwortet.
Stand jetzt: die Bandscheibe zwischen BWS 12 u LWS 1 ist komplett zerstört, Hinterkante LWS 1 gebrochen. Fixateur ist ja bereits drin, so dass nur die Bandscheibe mittels Cage ersetzt werden soll,weil mir sonst die Wirbelsäule absackt ( krummer Rücken) und die Wirbel direkt aufeinander liefen = Schmerzen u Bewegung eingeschränkt. Nach 6-8 Wochen Wiedereingliederung im Job möglich usw.und Reitsport später kein Problem !!
Zum Vergleich: Diagnose u Planung Stuttgart: lws1 Wirbel ersetzen mittels Cage,sprich auch 2 x Bandscheibe oben u unten ersetzen ( die untere Bandscheibe ist absolut unbeschädigt u intakt), ein riesen Titan-Bollen im Rücken, nach 6-8 Monaten Wiedereingliederung möglich. Wenn ich die OP nicht mache, unbeschränktes Risiko einer Querschnittslähmung.
Hört sich bissle anders an...
Nach einem Telefonat mit einem mir bekannten Neurochirurgen hat dieser mir gleiches Verfahren wie Ulm geraten,ohne von Ulm gewusst zu haben.
Das beruhigt mich u ich werde mich weiterhin ans BWK Ulm wenden. Mit Zustimmung meines Bauchgefühls...
 

Gsxr1983

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#18
Hey Jiwi,

was sollen wir da noch sagen? Alles Top!

Halt uns auf dem Laufenden und scheue nicht deine Fragen zu stellen.

MfG


Gsxr
 

Pfong

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#19
Hey

Da hast du ja schonmal kompetente Ärzte gefunden.

Bei mir waren der wirbel sowie beide Bandscheiben zerlegt.
Das mit dem nach vorne absacken wurde mir auch vor der op auch so erklärt.

Jetzt musst du die Entscheidung treffen.

Alles gute

Mfg
 

Jiwi

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#20
Ich melde mich ...
Ich sage schon mal vielen Dank. Mir haben schon die paar Mails "geholfen"... sich mit anderen u deren Erfahrungen auszutauschen u den positiven Aussagen. Top!
 

sab

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#21
Liebe Jiwi,

freut mich, dass Du anscheinend einen guten Arzt gefunden hast. Ich hatte damals das grosse Glück, in einem kleinen Dorf in Franken (da war ich, weil ich mir ein Pferd anschauen wollte, ich wohne in Bremen) zu verunglücken. Das bedeutete, dass ich in einem blitzmodernen aber kleinen Krankenhaus in Schwabach landete (statt in einer Uni-Klinik) und die dortige Unfallärztin sich nicht traute, mich zu operieren. Die hat meine wohl ziemlich schrecklichen Bilder an Kollegen geschickt und dann man sich geeinigt, mich erst mal liegen zu lassen und auf eine OP zu verzichten. Mein heissgeliebter Orthopäde hier hat mir später erklärt, dass man ansonsten - bei 5 gebrochenen Wirbeln - 7 Wirbel versteift hätte und das sei das Ende von vielen Aktivitäten...So habe ich 4 Wochen liegend im Krankenhaus verbracht und danach 4 Wochen in einer Reha in Herzogenaurach. Aus einem Wochenende in Franken wurden 8 Wochen, auch eine Art, ein anderes Bundesland kennenzulernen ;-). Was ich sagen will, schau genau bei den Ops, die man Dir vorschlägt und geh notfalls zu weiteren Ärzten. Falls Du privatversichert bist, musst Du auch einkalkulieren, dass man an einer Rücken OP gut verdient.

Zu weiteren Tipps; bei einem derartigen Unfall werden ja nicht nur Wirbel gebrochen sondern auch Muskel gestaucht, geprellt und Faszien gequetscht. Letzteres hat bei mir echt weh getan, ich habe 1 Jahr nach dem Unfall mit Faszien-Behandlungen angefangen, die wirklich viel gebracht haben, wenn ich auch der Therapeutin die Bude voll geschrien habe (AUA !). Damals (2010) waren Faszienmassagen noch ziemlich unbekannt, ich musste tatsächlich von Bremen nach Hannover dafür fahren, aber das hat sich sehr gelohnt. Dafür ist es jetzt bei Dir wahrscheinlich noch zu früh aber das könnte später mal einen Versuch wert sein.

Dann, wenn es jetzt irgendwann kälter wird, halt die Stelle am Rücken gut warm. Wollene Leibchen und warme Rückengurte sind zwar nicht hip aber unbedingt empfehlenswert. Also nicht nur Wärmflasche sondern eben auch im alltäglich Leben GUT warmhalten.

Und nun zum reiten; ich habe mir nach dem Unfall ein deutsches Reitpony gekauft. Ich wollte kein grosses Pferd und ich wollte ein absolut verlässliches Pferd. Mein Bijou ("Benny") ist genau das; scheufrei, fröhlich, verlässlich und ein natürlich ein bisschen stur (die Ponyfreaks sagen dazu >Charakterpferd>, haha). Ponymässig sind an ihm eigentlich nur die Ohren, er sieht ansonsten aus wie ein kleines Pferd. Ein weiteres Plus ist, dass er sehr gesund ist, keine Lahmheiten. Ich habe aber beim Reiten nach dem Unfall sehr darauf geachtet, dass ich nur Dinge mache, bei denen ich absolut wohlfühle. Also langsam anfangen und auf die innere Stimme hören.

Alles Gute , Du schaffst das !

LG

Sabine
 

Gsxr1983

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#22
Hallo Sab,

Du mach ja selbst mir noch Hoffnung auf eine Reiterkarriere!

Jiwi fang aber langsam an! Gerade am Anfang ist es wichtig Grundsteine zu legen. und Muskulären Problemen entgegen zu wirken mit Stoßfreien Bewegungen und Wärme. Ich trage viel Shape Wear sie hält warm und hat eine Stützende Wirkung.

Meine Yoga Matte kommt auch gut herum. Viel Entspannen im Warmen Wasser ist das beste.

MfG


Gsxr
 

Jiwi

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#23
Die Wärmflasche ist bereits mein bester Freund...
Das wird schon alles gut werden... Zur Not geht's dann zu den Parareitern
Yoga kann ich nur eingeschränkt machen, da ich versteifte Zehen habe wegen Arthrose... Aber im Sitzen u Liegen geht alles :)
Ich werde berichten... Bis bald u LG
 
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