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Konkrete Verweisung PUV, selbständiger Handwerksmeister = Hausmeister

Marima

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1 Okt. 2017
Beiträge
645
Hallo Tillis,

deine Klage wird beim Landgericht eingereicht, dann wechseln die Rechtsanwälte ein paar Schreiben übers Gericht. In etwa einem Jahr kommt es zu einem Gütetermin, hier wird der Richter einen Vergleichsvorschlag unterbreiten. Kommt kein Vergleich zustande, geht das LG in die Beweisaufnahme über.

Dein Einkommen wird geprüft und es wird festgestellt das du aufgrund deines Einkommens verweisbar wärest. Aber nur wenn der soziale Status vergleichbar ist.

Ein angelernter Hausmeister hat ein ansehen von 2-3, ein Geselle mit Ausbildung von 5 und ein Firmeninhaber Handwerksmeister einen sehr hohes Ansehen von 8, das sagt einem doch schon der gesunde Menschenverstand und das wichtigste, der Bundesgerichtshof.

Mir ist klar, dass es für dich um viel Geld geht, aber warum schenkst du der Versicherung zu so einem frühen Zeitpunkt 30.000 Euro.

Sollte die Versicherung jetzt deinen zuletzt ausgeübten Beruf bestreiten, wird einer deiner Angestellten als Zeuge vorgeladen, wenn jemand vorgeladen wird muss er bei Gericht erscheinen.

Nach Ende der Beweisaufnahme wird das LG noch mal einen möglichen Vergleich ansprechen, Da du anstatt der 130.000 nur 100.000 Euro möchtest wird die Versicherung höchstwahrscheinlich 70.000 Euro anbieten. (70.000 Euro da wirst du schon ins Grübeln kommen) Kommt kein Vergleich zustande wird ein Urteil in deinem Sinne gesprochen, freu dich nicht zu früh. Die Versicherung geht in Berufung vor das Oberlandgericht OLG, allerdings wird es keine Verhandlung geben, sondern die Versicherung wird dir ein verbessertes Angebot machen. Die Versicherung wird kein weiteres Urteil gegen sich riskieren, auf dass sich dann wieder andere berufen können und dir schlussendlich die vollen 130.000 Euro bezahlen.

Ich hätte nicht einmal einen Meisterbrief und konnte nicht verwiesen werden. Dein Ansehen ist logischerweise noch höher als meins.

MFG Marima
 

Kasandra

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Hallo Tillis,

natürlich ist das "Ansehen" eines Meisters höher - seine Meisterurkunde hängt im Büro oder Ausstellungsraum wesentlich höher!

Aber dies liegt auch an der "Qualifikation" - sprich Ausbildung mit Abnahme einer Meisterprüfung!

Am Anfang steht der Gesellenbrief. Dieser attestiert die fachgerechte Ausbildung und Abnahme der Prüfung gemäß den Vorschriften der HWK.

On top kommt dann der Meister - hier sind erweiterte Anforderungen die Grundlage. BWL, Ausbildereignungsschein und natürlich weitere Fachkompetzenen, welche in den häufigsten Handwerksberufen die Meister*innen zur Selbstständigkeit und Ausbildung von Lehrlingen etc. befähigen.

Die "Hausmeister" und sehr gerne Neudeutsch von FM Firmen eingesetzen "Objektbetreuer" haben "DEINE" Qualifikation nicht. Sprich einen Meisterbrief.

Lass Dir doch mal zur Argumentation von Deiner HWK bestätigen, dass "Hausmeister" noch nicht mal ein anerkannter Ausbildungsberuf ist und keine Fähigkeiten vorweisen muss.

Ganz ehrlich mal. Jeder Mieter oder auch Hauseigentümer ist "Feststeller" - Licht im Treppenhaus funktioniert nicht, Aufzug steht, Unkraut wuchert, Schädlingsbefall, Treppenhaus ist schmutzig....

So, bin ich Eigentümer meiner privaten Immobilie, dann handel ich: Putze mein Treppenhaus, lege Köder aus und kümmere mich um mein Unkraut. Oder ich beauftrage Firmen, weil ich selbst nicht in der Lage bin oder das nötige "Kleingeld" habe - grins.

Alles andere können u. U. Feststellungen der Mieter sein, welche an den Hausmeister angetragen werden oder welche Du auf Deinen Kontrollgängen (sicherlich via Checkliste von Deinem AG - Wohnungsbaugesellschaft) mit vorgegebenen Intervallen durchzuführen hast und auch schrifltich dokumentieren musst.

Gibt es eine Meldung von Mietern oder stellst Du etwas fest, dann ist definiert, welche Firma Du beauftragen musst zur Abhilfe.

UND NEIN, die Firmen sind vorgegeben (Aufzug, Heizung mal mit Wartungsvertrag bzw. Aufzug als prüfpflichte Anlage ausgenommen), bist Du - sorry "einfacher Melder"!!!

Du holst auch keine Angebote ein, vergleichst Angebote - vergibst entsprechend Angebote.

Als Hausmeister - Objektbetreuer ist man Dienstleister vor Ort - und ist der "Kümmerer" - aber kein Entscheidungsträger

Als Meister ist man ein Entscheidungsträger - kein Kümmerer!

Tipp für Dich zur weiteren Vorbereitung: gehe auf Homepages mit Stellenausschreibungen und kopiere mal Stellenausschreibungen für Hausmeister / Objektbetreuer.

Da siehst Du auch wie "hoch" die Anforderungen liegen!

Sichere Dir sehr viele der Anzeigen. Primär steht da sicherlich - ohne das ich es nachgeprüft habe - handwerkliches Geschick!
Und auch wichtig - stelle heraus, welche weiteren Anforderungen, Ausbildungen und Qualifikationen der Bewerber haben soll!


Viele Grüße

Kasandra
 

Tillis

Mitglied
Registriert seit
17 Aug. 2019
Beiträge
68
Hallo,

eure letzten beiden Posts haben mir Aufklärung gebracht. Normale Menschen sehen den Meister höher, meine Vers. nicht.
Sie sieht alles zu Ihren Gunsten und stellt sich über Urteile und behauptet gleichzeitig nach höchstrichterlicher Rechtsprechung zu befinden.

Wie es gerichtlich weitergeht weiß ich jetzt auch, dauert halt. Stell ich mich mal neu auf 3 Jahre ein, wenn kürzer umso besser.

Einen Vergleich unter 100tsd. wird es nicht geben. Wenn dann müste der Vergleich auch innerhalb eines Jahres erfolgen, sonst rechent sich der Verzicht für mich nicht mehr. Mit 100tsd. jetzt, kann ich aktuell mehr anfangen als kleckerweise jeden Monat die BU Rente.

Ich weiß nicht in welchem körperlichen Zustand ich in 10 Jahren bin. Jetzt bin ich zwar auch schon halb kaputt, aber ich kann noch viel machen und und das Leben genießen. Wird aber mit jedem Jahr schlechter, alles fällt schwerer.

So, jetzt muss ich mich mal weiter "kümmern" hab nämlich Notdienst, auch hier darf ich nicht selber entscheiden, nur "kümmern" .

Gruß und Danke, Tillis
 
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