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Komplextherapie im Immanuel KK Bln

mzart

Mitglied
Registriert seit
1 Apr. 2021
Beiträge
32
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bärlin
Guten Morgen,

durch Zufall bin ich auf das Immanuel Kranken in Berlin Zehlendorf gestoßen.
Durch einen Motorradunfall hatte ich rechts einen Mittelhandbruch, Finger 2, 3, 4, als auch einen Schulterdach- & Handgelenksbruch linksseitig.
OP eins nach dem Unfall, Plattensetzung im Vivantes Berlin Friedrichshain, Aufenthalt 10 Tage, etwas Physiotherapie. Mai 2019. Ergo ca. 1 Monat später.
OP zwei Vivantes Klinikum Berlin September 2019, Plattentausch wegen Plattenbruch an Finger zwei & Säuberung der Sehnen wegen Verklebung. Aufenthalt eine Nacht.
OP drei, Plattenentfernung, wurde wegen corona vom Vivantes Klinikum & meiner Handchirurgischen Praxis Meviva abgelehnt. (Gott seis gedankt.)

Mein CRPS
In einer sogenannten "Reha" im März 21 kam der Verdacht auf, durch eine Mitpatientin die selbst CRPS hat, es könne in meiner Hand Sudeck vorliegen. Eine CRPS Diagnostik in dieser Reha Klinik wurde mir verweigert. O-Ton eines Arztes, "Sie haben kein CRPS!", ohne jemals meine Hand an zu fassen.
Wieder in Berlin, wollte sich niemand festlegen ob in meiner rechten Hand ein Sudeck vorliegt. Da an meiner Hand die sichtbaren Symptome des Sudeck, Rötung der Haut, verstärktes Nagel & Haarwachstum, fehlen, möchte bzw. kann niemand mir ein Sudeck diagnostizieren. In der Reha sah ein erfahrener Ergotherapeut drei von fünf CRPS Punkte in meiner Hand geben.

Komplextherapie im Immanuel Krankenhaus
Beim Chefarzt der Orthopädie Dr. Garanin wurde ich vorstellig. Das Aufnahmegespräch dauerte fast eine Stunde, zuzüglich Röntgen der Hand. Da ein CRPS Verdacht vorliegt, soll meine rechte Hand wie ein CRPS behandelt & therapiert werden.
Mein vorliegendes cfs wird von den behandelnden Ärzten berücksichtigt.

OP drei mit anschließender Komplextherapie.
Zum Nerv der rechten Hand wurde ein Port gelegt, so daß die Hand während & nach der OP betäubt wurde bzw. wird.
Es wurde an Finger zwei die Platte entfernt, an Finger drei die Sehnen gereinigt, als auch etwas an den Nerven gemacht.
Nach der OP bleibt die Hand weiterhin betäubt.
Im Aufwachraum kein Streß & keine Hektik. Gleich nach dem Aufwachen wurde mir die Corona-Maske vom Gesicht genommen.
Bei der schriftlichen OP Einwilligung, wurde auch auf die Gefahr eines CRPS als OP Begleiterscheinung hin gewiesen, was im VIVANTES nicht erfolgte.

Komplextherapie
OP, danach drei Wochen KK stationär mit postoperativer Ergotherapie, Physiotherapie, Massage, Kältekammer, eventuell auch anderes.
Durch die Betäubung der Hand soll das Schmerzgedächnis gelöscht, die Hand beruhigt & schmerzfrei therapiert werden. Zusätzlich bekomme ich dreimal täglich Ibuprofen. Wegen meinem cfs bin ich mit Schmerzmittel sehr, sehr vorsichtig.
Bei jeder Ergo laße ich meine Hand mit 50% DSMO einmassieren. Gegen die DSMO Behandlung haben die Ärzte keine Einwände. Die Fachärztin der Naturheilkundlichen Abteilung findet die DSMO Behandlung sehr gut.

Tag eins nach der Hand OP begann mit Ergotherapie.
Die ersten fünf Tage wurde all sechs Stunden ein starkes Schmerzmittel über den Port eingeleitet. Der Unterarm hing & schlapperte schwer darnieder.
Seit dem vierten Tag wird nur noch nach Bedarf bzw. einmal täglich ein schwächeres Schmerzmittel eingeleitet, damit die Hand schmerzfrei therapiert werden kann.

Therapie: Ergo zweimal täglich, Samstag einmal - Physio & Kältekammer einmal täglich, auch Samstag, Massage all zwei Tage
Eine Blutegaltherapie, die im Immanuel möglich ist, kann wegen des CRPS Verdachts, leider nicht bei mir angewandt werden. Die Ärzte möchten jede weitere Reizung in der Hand vermeiden.
Zusätzlich bin ich durch eine Ergotherapeutin in die Kunsttherapie gekommen, die sonst nur Patienten von der Naturheilkunde Abteilung bekommen.
Die Anwendungen finden alle Stunde statt, die Wege sind sehr kurz.

Die Hand wird von den Therapeuten & den Ärzten wie ein rohes Ei behandelt & berührt. Mit extra sterilen Handschuhen & Unterlagen. Ich selbst darf nicht mal die Narbe meiner Hand berühren. Die Fäden sollen Ende nächster Woche gezogen werden.

Das Immanuel Krankenhaus
... liegt im Berlin Zehlendorf, kurz vor Potsdam. Mit einem sehr schönem Park der direkt am Wannsee liegt.
Das medizinische Personal ist sehr freundlich, einfühlsam & äußerst kompetent. OT Ton einer Ärztin, "Es ist ihr Körper ..."
Täglich eine kleine Visite, Montag & Donnerstag Chefvisite, u.a. mit anwesender Ergotherapeutin. Die Ärzte hören hin & nicht zu.
Hektik, Druck oder Streß habe ich im Immanuel KK noch nicht verspürt.

Das Essen im Immanuel
... kann gerade wegen corona nur im Zimmer erfolgen. Sonst ist dies auch im Restaurant möglich.
Es gibt eine umfangreiche Speisekarte, wo jeden Tag das Essen aus Bausteinen selbst zusammen gestellt werden kann.
Es ist ein Paradies für Vegis & Veganer. Sehr wenig Fleischgerichte.

Fazit
Hier im Immanuel fühle ich mich sehr geborgen & aufgehoben. Es ist derweil wie im Hotel.
Zweieinhalb Wochen liegen noch vor mir. Ich bin gespannt, wie sich meine Hand nach dem Immanuel bzw. ohne Betäubung anfühlen wird.
Nach ca. anderthalb Wochen Klinikpause zu Hause, gehe ich vom 1. Juli bis zum 19. Juli ins DRK Klinikum Berlin Westend zur stationären Schmerztherapie. Davon werde ich hier berichten.

Sonnige Grüße Nadja
 
Zuletzt bearbeitet:

Der Uli

Erfahrenes Mitglied
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Hallo, schließe mich da an, alles Liebe und Gute Genesung und viel Erfolg !
LG
 

elster999

Erfahrenes Mitglied
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Vielen Dank für deinen ausführlichen Bericht! Ich hab auch so eine Hand, wo alle Ärzte das CRPS ablehnen, weil es nach 7 Jahren nicht mehr so ganz typische optische Zeichen gibt, aber bis auf das fehlende Nagel- und Haarwachstum alle Kriterien erfüllt sind - so man sie sehen will.
Ich hatte nach den letzten beiden Hand-OPs auch für 3 Tage einen Plexuskatheter, weil mein Arm immer zu einem säbelrasselnden Feuerball mutierte und sich gar nicht einbekam mit "normalen" Schmerzmitteln.
Dass das Immanuel so softe damit umgeht, finde ich prima. Gut, wenn man eine geeignete Anlaufstelle gefunden hat!
Alles Gute weiterhin, LG Ellen
 

mzart

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bärlin
Danke Euch für die Wünsche!

Heute war die große weiße Wolke, Visite, zu gegen.
Wir haben uns geeinigt, das wir ab morgen, Freitag, ohne Betäubung ausprobieren wollen. Auch wollen die Ärzte schauen, welche Schmerzmittel hilfreich seien könnten.
Momentan ists schwierig den Schmerz in die entsprechende Schublade zu packen. Die liebe Hand muß erst mal wieder ohne "Rausch" unterwegs sein.
Die dritte OP fand ich von allen drei OPs am heftigsten.

Heute waren zwei Anästhesistinen zu gegen. Die beiden waren richtige Fetischisten. Mit welcher Hingabe & Feurigkeit die beiden sich den Port anschauten. Reinigten & neu abdeckten. Es war köstlich die zwei zu erleben, richtig großes Kino.
Eventuell soll Montag der Port raus. Dann soll es mit oralen Schmerzmitteln eventuell weiter gehen.

Heute wurde über dem Verband mit leichten Vibrationen die Hand massiert.
Auch soll ich einen Komprssionshandschuh bekommen. Da ich merkte, das ein leichter Druck meine lieben Hand gut tut.

Södele ..., ich muß zur Ergo. Nadja
 

Flossie

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Hallo Nadja,
vielen Dank für Deinen Bericht, sind ja eigentlich gute Nachrichten und Du wirst wenigstens ernst genommen. Weiterhin alles Gute und liebe Grüße
Flossie
 

mzart

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Tag eins ohne Betäubung, der Port wurde gezogen.
Leichte Übungen mit Chi Gong Kugeln, geht ganz gut. Jedoch merke ich eine Belastungsgrenze.

Heute, endlich, wieder Gedichte mit der Hand & Stift schreiben können. Keine Verkrampfungen & Schmerzen mehr beim Schreiben.
Es wurden Sehen & Nerven befreit. Der "Stinkefinger" funzt wieder.

Den Verband habe ich gestern Abend bereits von der Hand gerollt. Die Hitze ließ die Hand aufquellen, das war wie ein Schraubstock. Die Mullauflage auf der Narbe ist mega unerträglich. Es brennt, wenn ich entlang der Narbe langstreiche. Derweil fühlt sich die Hand sehr heiß an.
Ein Arzt verpasste meiner Hand ein Pflaster. Das habe ich so schnell es ging wieder entfernt. Das geht überhaupt nicht. Sowas von unangenehm. Grrr ...

Morgen habe ich Ergo, Kältekammer, Physio & Kunsttherapie. Letzteres ist sehr gut für die Haptik, die Feinmotorik.

Die Ärzte sind von dem Heilungsprozeß meiner lieben Hand total begeistert. Bereits bei der ersten Hand OP kam 50% DMSO zum Einsatz. Das Zeug funktioniert bei mir richtig gut. Der Chefin der Ergo ist bekannt, das DMSO auch bei CRPS eingesetzt wird. Hilft leider nicht jedem.

Euch ein sonniges Wochenende & vor allem Gesundheit, wünscht Nadja.

Montag werde ich von der Weißen-Wolke berichten.
 
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