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Kausalität peripherer Nervenschädigungen

w124

Mitglied
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3 Okt. 2011
Beiträge
96
#1
Hallo,

eine Collage zur Frage der Kausalität der Schädigung peripherer Nerven in der neurologischen Begutachtung:

http://s7.directupload.net/file/d/2858/zygdzyxt_jpg.htm

Zitiert nach Gaidzik und Widder, die in der Neurologie in Deutschland recht `hohe Tiere` sind. Schaut mal, welche Funktionen sie im DGNB innehaben. Die haben auch an den Leitlinienen der DGNB zur neurologischen Begutachtung mitgearbeitet. Der DGNB ist die Arbeitsgruppe zur neurologischen Begutachtung der "Deutschen Gesellschaft für Neurologie".... dem Zentralorgan der Neurologen Deutschlands.

Zentrale Aussage:

"Eine periphere Nervenläsion ist unabhängig von einer Vorschädigung dann als UNFALLABHÄNGIG zu bewerten, wenn das auslösende Trauma oder Ereignis den Rahmen einer allgemein üblichen Belastung überschreitet".

Ich finde DAS ist doch mal eine einwandfreie Aussage. :)

Leitlinien der neurologischen Begutachtung findet Ihr unter:

http://www.anb-ev.de/ (Downloads).

So manch ein biomechanisches Gutachten würde wohl nicht erstellt werden müssen... wenn das gelten täte. :mad:

Aber vielleicht hilft es ja dem Ein oder Anderen beim Argumentieren. Auch mal dort vergleichen, ob so manch ein unliebsamer Gutachter überhaupt bei denen `zertifiziert` ist... :D Und wenn ja, so sollte er sich zumindest an die Aussagen seiner `obersten Hirten` halten!
Soll aber jetzt nicht heißen, dass die zertifizierten unbedingt gerecht sind....

gruß,

w124
 
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Beiträge
88
#2
Hallo w124,

bin gerade auf deinen Eintrag gestoßen, denn dies ist genau mein Thema. Meine Nervenverletzung ist angeblich auch nicht unfallbedingt. Mit deinen Links, kann man nicht viel anfangen, Sollte es dich hier noch geben, wäre ich dankbar für einen Link, der die Aussage in "Rot" untermauert.

Pizza24
 

Rekobär

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#3
Hallo w124,

ganz große Vorsicht ist angesagt!!!! Die Formulierung "
wenn das auslösende Trauma oder Ereignis den Rahmen einer allgemein üblichen Belastung überschreitet
ist eine andere Formulierung für die Harmlosigkeitsgrenze. Gerade der technische Teil des biomechanischen Gutachtens wird von den Kollegen dazu genutzt, möglichst unterhalb der Belastungsgrenze zu bleiben, um dann dem Mediziner die Vorlage zu bieten, medizinisch den kausalen Zusammenhang zum Unfall zu negieren.

Andererseits lässt sich ohne Vorlage dieses Biomechanische Gutachtens nicht dagegen vorgehen.

Herzliche Grüße vom RekoBär :)
 

Sekundant

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#4
hallo Pizza,

die kausalität wird sich - wenn richtig befundet wurde - aus der feststellung, dass entsprechende schädigungen vorhanden sind und der zeitlichen nähe zum unfallereignis ergeben. ist das nicht der fall (wenn also keine befundung stattfand), wird es darauf ankommen, ob die umstände es als unabdingbar ansehen lassen, dass dies nötig gewesen und somit die unterlassung ein fehler gewesen wäre.
das ist jetzt ganz allgemein beschrieben, hängt also immer vom einzelfall und den bekannten oder beweisbaren umständen ab.


gruss

Sekundant
 

Pizza24

Mitglied
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#5
Hallo ihr Beiden,

danke für die Antworten.

"Sekundant" du kennst ja einiges aus meiner Geschichte.

Ganz kurz: nach meinem Beckenbruch, habe ich bereits am nächsten Tag mitgeteilt, dass ich im linken Bein wenig spüre, ich hatte das Gefühl, dass es nicht mehr zu mir gehört. Zudem wurde mein Bein (besonders mein Knie immer dicker) und war schmerzhaft. Man untersuchte zwar das Knie, konnte aber nichts feststellen.
Im Krankenhaus wurde drei Tage nach meinen Angaben, eine Neurologische Ärztin bestellt, die nichts weiter machte, als mein Bein mit Nadeln zu piksen, weitere Untersuchungen fanden nicht statt, obwohl sie eine weitere Abklärung empfahl. (habe ich auch in meinen Akten)
Nach meiner Entlassung, änderte sich der Zustand meines Beines nicht (habe es in Fotos für meinen Anwalt festgehalten).
Ab März (5 Monate nach dem Unfall, fing mein Marathon an.
Zunächst stellte man eine Quadrizepssehnenruptur fest, danach folgten im Knie zahlreiche Punktionen, auch 6 mal Bestrahlung, Feststellung von CRPS. Meine Schmerzen bezogen sich immer auf die Aussenseite vom Knie, brennen, Muskelschmerzen sowie allgemein unerträgliche Schmerzen vom Becken, Leiste und immer wieder das Knie.
Mein Bein, kann ich bis heute nicht strecken, die Hüfte hat sich 2 cm verschoben.
Mit den gestellten Diagnosen kam ich nicht weiter, die Schmerzen entwickelten sich im Laufe der Zeit immer mehr.
Ich war bei Orthopäden, Chirurgen (sehr zahlreich) und irgendwann bei einem Neurochirurgen, dieser diagnostizierte zum ersten Mal periphere Nerven. Er überwies mich in eine Praxis für Periphere Nerven, sie stellten dann die gesicherte Diagnose, die unfallbedingt auf Grund des Gurtes ist.

Der letzte Gutachter (bereits 76 Jahre, muss ich unbedingt erwähnen) hatte sowieso ein katastrophales Gutachten geschrieben und auch durchgeführt. Sein Hauptaugenmerk, lag auf der psychatrischen Begutachtung, ich gab alles wahrheitsgemäß an, letztendlich bin ich ein Simulant, bin kerngesund obwohl ich 70 % Schwerbehindert bin sowie Pflegestufe 2 bekomme.

Ich habe sehr viel über diese Erkrankung gelesen, der Verlauf ist sehr unterschiedlich. Mir gehen langsam die Worte aus.

Meine Hoffnung liegt darauf, dass es hier Irgendjemand gibt, der entweder Erfahrung mit der Erkrankung hat, oder brauchbare Tipps hat.

Ich selbst lasse nichts unversucht, durch ein Gespräch gestern mit einem Chirurgen, bekam ich eine Adresse für einen Neurologen. Er ist jetzt mein letzter Hoffnungsschimmer. Er ist mit dem Krankenhaus verknüpft, in dem ich, nach meinem Unfall lag, er hat die Möglichkeit, auf meine Akte zurück zu greifen.

OHHHH, bald sind es 7 Jahre, und ich kämpfe immer noch. Was man alles erlebt an negativem, wenn man unverschuldet einen Unfall hatte, ist fast nicht mehr zu ertragen. Wie oft habe ich daran gedacht auf zu geben, die bösen und beleidigenden Briefe der gegnerischen Anwälte, können einem fast den Lebensmut nehmen, wobei man täglich Schmerzen hat und kein soziales Leben mehr, 7 Jahre lebe ich seit dem nur noch zu Hause, keine Abwechslung mehr, Freunde :) nichts ist mehr geblieben und man ist noch der geprügelte.

Genug gejammert, ich wäre wirklich happy, wenn mir Jemand weiter helfen kann.

DANKE im voraus.
Schönen Abend.

Pizza 24
 

HWS-Schaden

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2 Nov. 2012
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3,502
Ort
Bei den Stadtmusikanten
#6
Hallo Pizza

Ich verstehe gut, wie verzweifelt du bist.

Dein Thema steht hier in dem Unterforum „Links für Unfallopfer“.
Es gibt das Unterforum CRPS. Was hältst du davon, wenn du dort noch einmal fragst?
Wahrscheinlich lesen dort mehr von CRPS Betroffene als hier.

Hast du schon im www gesucht, ob es in deiner Region eine Crps-Selbsthilfegruppe gibt?
Auch wenn es keine in der Nähe gibt, schreibe sie an und versuche mal über den Weg, ob du Empfehlungen bekommen kannst, welche Ärzte, Schmerzärzte oder Kliniken bzgl. Bein / Knie plus Crps einen guten Ruf unter den Crps-lern haben!

Alles alles Gute!

LG
 
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