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Katzenbiss

zora100862

Neues Mitglied
Registriert seit
12 Apr. 2013
Beiträge
16
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Geldern
#1
Hallo,

ich habe hier schon berichte, also nur kurz zum Unfall:

ich wurde am 03.03.13 von meiner Katze gebissen.

Der erstbehandelnde Arzt im Krankenhaus Geldern, hat weder die Wunde gereinigt noch Antibiotika gegeben, trotz mehrmaliger Bitten nach Reinigung der Wunde, Antibiotika und Thetanusspritze und Schilderung des Unfalls (sehr tiefer Katzenbiss in den rechten Daumen, kaum geblutet).

Ich bekam Betaisadonna auf die Wunde und einen Verband.

Am 04.03.13 1. OP, 06.03 2. OP, 08.03 3.OP, 11.03. 4.OP, dann endlich auf mein Drängen verlegung nach Essen-Steel ins Alfried-Krupp-Krankenhaus am 12.03., dort eine sogenannte Not-OP, da die "Blutvergiftung" inzwischen bis in die Achselhöhle des rechten Arms fortgeschritten war.

HIer haben die Ärzte in nur einer gründlichen OP die Entzündung (Handphlegmone) endlich in den Griff bekommen, die Wunde ( inzwischen rechter Daumen, rechte Handinnenfläche und halber rechter Unterarm) wurde offengelassen, täglich gespült und regelmäßig Antibiose verabreicht.

Leider stellte sich recht schnell heraus, daß ich ein crps (Morbus Sudeck) entwickelt habe.

Bis zum heutigen Tag ist die Hand nicht vollfunktionsfähig (Daumen gefühlos, kann nicht gebeugt und abgespreizt werden und die Hand kann nicht voll geschlossen werden), ich bekomme 2x die Woche Physio- und Ergotherapie. Ich habe rückwirkend die Pflegestufe 1 vorübergehend anerkannt bekommen und ich bin krankgeschrieben.

Durch Lyrica wurde ich zwar relativ Schmerzfrei, aber ich hatte massive Probleme mit meiner "Gehirntätigkeit" (antriebslos, gleichgültig, vergesslich...). Im Mai/Juni entschloss ich mich gegen die Behandlung durch das Krankenhaus in Geldern vor zugehen, da für mich ein Behandlungsfehler vorlag.

Ich meldete den Vorfall meiner Krankenkasse und ging zu einem Anwalt.

Am 24.01.14 erhielt mein Anwalt von meiner Krankenkasse ein Schreiben, es wurde mitgeteilt, daß durch den den Mediziner des Zentralen Beraterdienstes festgestellt wurde,
-"daß die ausgewerteten Unterlagen einen ärztlichen Behandlungsfehler erkennen lassen oder hinreichend wahrscheinlich machen"-

Das Schreiben des Mediziners des zentralen Beraterdienstes (Sozialmedizin) war vom 16.12.13, es wurde daraufhin gewiesen, daß man am 15.10.13 das Krankenhaus aufgefordert hatte, entsprechende Unterlagen einzureichen, die aber bis zum 16.12.13 immer noch nicht vorlagen.

Mein Anwalt hat mich am 29.01.14 angeschrieben und teilte mit, wir müßen nun entscheiden, ob mit der Stellungnahme des Arztes des zentralen Beraterdienstes nun der Gang zur Gutachterkommission angetreten werden oder aber die unmittelbare Auseinandersetzung mit dem Krankenhaus in Geldern gesucht werden sollte.

Wer kann mir da einen Tipp geben?


Lieben Gruß
zora
 

Siegfried21

Erfahrenes Mitglied
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#2
Hallo zora,

ich hatte dir schon mal geschrieben!
http://www.unfallopfer.de/forum/showthread.php?t=27709&highlight=Katzenbiss

In meiner Verwandtschaft - Bekanntschaft gibt es viele "Katzen" und Bissfolgen!

Nun leider bewirkt "Antibiotika" nicht immer das "Non plus Ultra"!
So war es in einigen mir bekannten Fällen.

Oft wartet man auch mal Std. ab und greift dann bei einer Verschlechterung gleich zum Messer!

Ich muss hier doch mal der BG- TÜ zustimmen;)
Info:
In der Regel der Fälle ist eine Behandlung mit Antibiotika nicht erforderlich, ja sie kann sogar schädlich sein.

Eine alleinige medikamentöse Behandlung mit Antibiotika führt erfahrungsgemäß nicht zur Ausheilung der Entzündung. Die Konzentration des verabreichten Antibiotikums erreicht im Zentrum der Entzündung keine ausreichenden Konzentrationen, während der Spiegel des Antibiotikums im darüber liegenden Gewebe ausreichend ist. Dies birgt die Gefahr, dass die Infektion unerkannt bleibt und in tieferen Gewebeschichten voranschreitet. Nach Beendigung der Einnahme kommt es in einer Vielzahl der Fälle zu einem erneuten Aufflammen der Entzündung. Eine antibiotische Behandlung ist bei schweren Infektionen in Kombination zur operativen Sanierung in Kenntnis der auslösenden Keime anzuwenden.
Quelle:
http://www.bgu-tuebingen.de/gesundh...erbisse/phlegmone-tierbisse-beschreibung.html


W. Info:
http://m.ubs-berlin.de/de/detail/pressearchiv_2011_3,8628.htm

http://www.operation-pro.de/Bissverletzungen/Katzenbiss_Akut.htm

http://books.google.de/books?id=Vis...wAjgK#v=onepage&q=katzenbiss vorgehen&f=false

http://www.aerzteblatt.de/archiv/1123/Infektionsgefaehrdung-durch-Bissverletzungen

http://www.uke.de/kliniken/ambulanz...zentrum-uke/20130124_Tierbissverletzungen.pdf


Grüße

Siegfried21
 

derosa

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#3
Hallo zora,

die Entscheidung, welchen Weg du nehmen sollst, kann dir hier sicherlich niemand abnehmen.

Von mir aber ein kleiner Tipp: CRPS als Ursache für "Ärztepfusch" zu bezeichnen, wird dich nicht weiter bringen. Von der Schiene ist man mittlerweile abgekommen, was auch gut so ist, da nun Ärzte den Mut haben, die Diagnose zu nennen.

Viele Grüße
Derosa
 

Lara L.1981

Erfahrenes Mitglied
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#4
Nun leider bewirkt "Antibiotika" nicht immer das "Non plus Ultra"!
So war es in einigen mir bekannten Fällen.
Hallo,
ich habe schon seit 2 Wochen eine fette Bindehautentzündung.
War gleich Anfangs beim Hausarzt der mir natürlich Antibiotika Augentropfen verschrieb. Geholfen hat es bislang nichts.
Ich denke Antibiotika helfen nur bei ganz bestimmten Keimen.

Gruss Lara
 

Micha1213

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138
#5
Hallo Lara,

mit Augenproblemen geht man zum Augenarzt und nicht zum Hausarzt :eek: :confused:

Der Augenarzt guckt genau was Deinem Auge fehlt und kann dann das
entsprechende Medikament verschreiben.

Ich war nie beim Hausarzt bei meinen Augenproblemen, egal ob es eine einfache Bindehautentzündung war oder nicht.

DU hast nur 2 Augen - also ab zum Augenarzt ohne Diskussion - wenn Dir deine Augen was wert sind.

Gruss
Micha1213
 

Lara L.1981

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#6
Hallo Micha,
mein Hausarzt Zitat:
nehmen sie diese Tropfen und dann wenn es nicht besser wird, zum Augenarzt. Ich hatte die Überweisung ja auch mitbekommen.
Bin etwas schlecht zu Fuss und mein Hausarzt wohnt fast nebenan.
Versuch macht klug und ich hatte noch nie Probleme mit den Augen.
Termin bei Augenarzt ist sehr schwer zu bekommen.
Mittlerweile bin ich nun auch klüger.

Aber Danke für die Nachricht hier.

Lara
 

indianerin

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789
#7
Hallo Lara,

wenn man eine akute Sache mit den Augen hat, kann man immer zum Augenarzt gehen, auch ohne Termin.

Ich hatte auch mal ein knallrotes Auge. Dachte, es wäre eine Bindehautentzündung...es war aber eine Entzündung der Aderhaut ( Uveitis).
Dies hat nur der Augenarzt feststellen können, denn äußerlich sieht es wie eine Bindehautentzündung aus, tut aber höllisch weh.

Die Augenärzte sind die Fachleute dafür und man sollte sich nicht scheuen, bei Beschwerden sofort hinzugehen.

Gute Besserung! :)
 

zora100862

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#8
Hallo Siegfried21,

danke für Deine Antwort, ich habe Deine erste Antwort auch noch vorliegen.
Das die Gabe von Antibiotika nicht das "non-plus-ultra" ist, steht außer Frage.
Ich weiß auch, daß die Behandlung von Tierbissen wohl grundsätzlich problematisch ist, aber mein erstbehandelnder Arzt wußte es offensichtlich nicht, denn aus dem Deutschen Ärzteblatt von 1996; 93(43): A -2776/B-2381/C-2213 geht die Vorgehensweise für solche Verletzungen deutlich hervor. Die Antibiotoka-Prophylaxe bei Handbissverletzungen und Punktions-Bisswunden wird empfohlen, da speziell bei Katzenbissen bzw. im Speichel von Katzen fast immer Pasteurella multocida und Staphylococcus aureus enthalten sind sind.
Der erstbehandelnde Arzt hat aber noch nicht einmal die Wunde gereinigt...es ist also relativ sicher etwas "falsch gelaufen"
Zu diesem Schuss ist ja nun auch die Krankenkasse gekommen.

Ich wollte gerne wissen, ob hier jemand Erfahrungen damit hat, was evt. "Erfolgsversprechender" ist, weiter über die Gutachterkommission (Ärztekammer, Schlichtungsstelle) zu gehen, oder aber lieber direkt mit dem Krankenhaus Kontakt aufzunehmen (wobei die seid September 2013 weder auf Anschreiben der Krankenkasse noch auf Anfragen der Gutachterkommission reagiert haben).

Lieben Gruß
zora
 

zora100862

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#9
Hallo Derosa,

ich wollte keine Entscheidung sondern evt. einige Erfahrungen, welcher Weg vielleicht der "Bessere" ist....
Das crps nicht unbedingt die Folge von Ärztefehlern ist steht außer Frage für mich!
Jedoch die Möglichkeit, daß ein crps ausbricht bei 6 OPs in Abstand von jeweils 2 Tagen ist doch recht groß.
Dieses Trauma verarbeitet ein Körper nicht immer problemlos.
Und die Fage die in meinem Fall ist:
hätten diese diversen OPs evt vermieden werden können, wenn bei der Akut-Wundversorgung so vorgegangen worden wäre, wie es "allgemein empfohlen" wird bei Hand- und Punktionsbißverletzungen.
Nicht das crps ist mein vorrangiges Problem, sondern die noch immer vorliegende massive Funktionseinschränkung der rechten Hand (erneute OPs zur Verbesserung werden aufgrund des crps zur Zeit noch abgelehnt von den Ärzten).

LG
zora
 

zora100862

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#10
Hallo Lara,

ich hoffe, Dir geht es inzwischen besser!
Ich weiß, daß Antibiotika nicht immer helfen, aber bei Katzenbissen wird es allgemien empfohlen, da im Speichel von Katzen fast immer Pasteurella multocida und Staphylococcus aureus vorhanden sind bzw. übertragen werden.
Wenn also (wie bei mir) ein sehr tiefer Biss vorliegt (Punktionsbissverletzung) rät das Ärzteblatt und noch einige Andere zur großflächigen Wundreinigung und Antibiotika-Prophylaxe...
In meinem Fall ist von der Krankenkasse nunmehr entschieden worden, daß ein ärztlicher Behandlungsfehler vorliegt, sie haben die Rechtsabteilung eingeschaltet. Die von meinem Anwalt angeschriebene Gutachterkommssion hat das Krankenhaus bereits dreimal zur Herausgabe der Unterlagen und um Stellungnahme gebeten...bisher erfolglos. Das Verfahren läuft noch...
LG
zora
 

Aramis

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#11
Hallo Zora,

meiner Meinung nach, solltest du wegen dem Behandlungsfehler weiter vorgehen.

Punkt 1, jeder Tierpfleger / Tierarzt/ hat Desinfektionsmittel zur Hand für den Fall eines Bisses wärend der Arbeit.
Punkt 2, die Versorgung von Biss- und Kratzverletzungen sind Alltag in jeder Hausarztpraxis- Tetanusabfrage und Antibiotikaprohylaxe sind Standard! (sinnvoll oder nicht)
Punkt 3, ein Antibiogramm kostet und dauert etwas, sollte aber bei infektiösen Verletzungen immer Hauptbestandteil der Behandlung sein!
Punkt 4, wurdest du vom KH Geldern darauf hingewiesen, dass du bei geringsten Verschlechterungen ( Anzeichen von Sepsis, Schwellungen, Hitzegefühl, etc) schnell wiederkommen sollst?

Natürlich habe ich mehr Fragen als Antworten:rolleyes:

Zur Info: ich war über 5 Jahre Vollzeit im Tierheim beschäftigt: Hunde, Katzen, Meeries, Karnickel, Pferde, Ziegen, Enten, Fretchen, weiß der Geier eben alles:eek:
Katzenbisse waren und sind mein Hauptproblem.

LG
Aramis
 

zora100862

Neues Mitglied
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12 Apr. 2013
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16
Ort
Geldern
#12
Hallo Zora,

meiner Meinung nach, solltest du wegen dem Behandlungsfehler weiter vorgehen.

Punkt 1, jeder Tierpfleger / Tierarzt/ hat Desinfektionsmittel zur Hand für den Fall eines Bisses wärend der Arbeit.
Punkt 2, die Versorgung von Biss- und Kratzverletzungen sind Alltag in jeder Hausarztpraxis- Tetanusabfrage und Antibiotikaprohylaxe sind Standard! (sinnvoll oder nicht)
Punkt 3, ein Antibiogramm kostet und dauert etwas, sollte aber bei infektiösen Verletzungen immer Hauptbestandteil der Behandlung sein!
Punkt 4, wurdest du vom KH Geldern darauf hingewiesen, dass du bei geringsten Verschlechterungen ( Anzeichen von Sepsis, Schwellungen, Hitzegefühl, etc) schnell wiederkommen sollst?

Natürlich habe ich mehr Fragen als Antworten:rolleyes:

Zur Info: ich war über 5 Jahre Vollzeit im Tierheim beschäftigt: Hunde, Katzen, Meeries, Karnickel, Pferde, Ziegen, Enten, Fretchen, weiß der Geier eben alles:eek:
Katzenbisse waren und sind mein Hauptproblem.

LG
Aramis
Guten Abend Aramis,

ich habe bei der Krankenkasse Verdacht auf einen Behandlungsfehler "eingereicht" dort ist man vor einer Woche zu der Entscheidung gekommen, daß ein Behandlungsfehler vorliegt.
Selbst habe ich einen Anwalt für medizinrecht aufgesucht und da ich für diesen Fall keine Rechtsschutzversicheurng habe ist er den Weg über die Gutachterkommission gegangen. Die haben das Krankenhaus bereits 3x aufgefordert Stellungnhame und Unterlagen einzureichen...bisher ohne Erfolg.
Eine Klage direkt kann ich mir nach einem Jahr Krankengeld nicht leisten....

Ich hatte mitgeteilt am 03.03, dass es ein sehr tiefer Biss war und er kaum geblutet hat. Bat um Reinigen der Wunde, Antibiotikagabe und Thetanusspritze. Das habe ich 3 x gemacht, ohne Erfolg.
Am nächsten Tag abends wurde ich bereits das 1. Mal operiert und dann alle 2 Tage wieder, insgesammt 6x...

LG
zora
 
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