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Künstliche Koma nach Unfall

JanB123

Nutzer
Registriert seit
24 Feb. 2009
Beiträge
4
Hallo ihr Lieben,

eben durft ich erfahren, dass ein guter Freund von mir am gestrigen Abend zu Fuß von einem Auto angefahren/überfahren wurde.
Ich hab leider keine Ahnung von Medizin, hoffe ihr könnt mir medizinisch und erfahrungsmäßig helfen.
Seine beiden Beine sind gebrochen, seine Milz musste entfernt werden und Leber und sein Lungenflüger sind gequetscht, deswegen wurde er in künstliches Koma versetzt. Ich weiß nicht wie hoch die Chancen sind zu überleben, ich würde gerne aber eine ehrliche Antwort von euch hören, versucht mir dann auch nicht alzu viel Hoffnung zu machen!
Habt ihr Erfahrung mit sowas? Sind es gute/schlechte Chancen?
Wie lange kann sowas dauern?
Ich bitte um Antworten, bin so verzweifelt einfach weil alles so ungewiss ist und man einfach nciht helfen kann ! :(

Mit freundlich Grüßen, Jan !
 

Kasandra

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28 Sep. 2006
Beiträge
7,835
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Irgendwo im Nirgendwo
Hallo Jan,

die Glaskugel hat leider niemand von uns, aber ich denke, wir alle hoffen und wünschen Deinen Freund, seiner Familie und Dir, dass die nächste Zeit für Deinen Freund gut verläuft. Das künstl. Koma wurde aller Wahrscheinlichkeit von den Ärzten eingeleitet, dass sich Körper & Geist von diesem Unfall besser erholen. Wurden z. B. seine Beine operiert, kann es sein, dass er einen hohen Blutverlust z. B. hatte, er hat dann vermutlich auch Blutkonserven bekommen und es ist alles eine "große Sache" für den Körper. Bei mir war es z. B. so. Nach einiger Zeit wurde ich aus dem Koma zurück geholt und es folgten noch unzählige weitere Operationen. Das Vorgehen ist aber auch gut so.
Was kannst Du tun? Besuche mal seine Familie wenn sie nicht im Krankenhaus sind. Wenn Dein Freund aus dem Koma zurück geholt wurde, dann beginnt die zweite schwierige Zeit. Dein Freund muss das, was passiert ist erstmal realisieren. Er wird evtl. viel Zeit brauchen, zu verstehen was los ist, wie lang sein Heilungsprozess Wochen? / Monate?dauern wird. Das ist dann der Punkt, wo Du als Freund helfen kannst. Ein Anruf zwischendurch und wichtig sind die Besuche. Motiviere ihn, zeige Verständnis für seine Schmerzen und seinen eventuellen innerlichen Frust und Wut, wenn er mit seinem Schicksal hadert. Höre Dir seine Sorgen an, auch mehrfach. Verliere bitte nicht auf die Zeit das Interesse an Eurer Freundschaft!
Ich drücke Euch fest die Daumen!
LG Kasandra
 

bln_ib

Erfahrenes Mitglied
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Hallo Jan,

da ich aus anderen Gründen schon zweimal im Koma lag (allerdings kein künstliches) kann ich dazu noch sagen, geh zu deinem Freund auch wenn du denkst er hört es nicht. Irgendwie, ich weiß nicht wie es funktioniert, hilft es wenn der im Koma liegende Besuch bekommt und mit ihm gesprochen wird. Das wird beim künstlichen nicht anders sein. Mir hat das damals sehr geholfen und ich weiß auch noch immer wer da regelmäßig da war. Nicht was gesprochen wurde aber das es mir geholfen hat.

Zu den Unfallfolgen kann ich nichts sagen nur das er ja zur Heilung ins Koma gelegt wurde. Ja und hol dir Infos bei seiner Familie oder Menschen die etwas wissen.

Viele Grüße!
 

klowunde

Erfahrenes Mitglied
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3 Sep. 2008
Beiträge
264
hallo

ich hatte kein autounfall,bin aus 8m gestürzt,dabei habe ich mir auch beide beine zertrümmert,dazu noch die hüpfte,becken,lendenwirbel,rippe,schädelbasisbruch und meine lunge war verschoben und gequetscht,hatte starke innere blutungen und habe viel blut bekommen.wurde auch ins künstliche koma gelegt nur ein beine wurde damals notoperiert,das ander erst nach meiner komazeit,hatte ne überlebenswahrscheinlichkeit von 5% die haben aber völlig gereicht,heute geht es mir wieder sehr sehr gut,ok,ich kann mich net mehr so bewegen wie früher,aber hey,ich lebe ;) also kopf hoch für dein freund,der packt das schon,egal wie hoch die wahrscheinlichkeit ist.geh zu ihm und redet mit ihm,ich habe einiges im koma als träume in erinnerung,man merkt das jemand da ist,das spürt man und es hilft.mir hat man mein handy auf die brust gelegt und msuik gespielt,ich fing im koma an zu weinen

lg und beste genessungs wünsche an deinem freund

manu
 

JanB123

Nutzer
Registriert seit
24 Feb. 2009
Beiträge
4
Aber eine Antwort zur Überlebenswahrscheinlichkeit kann mir keiner geben? :/

Darf ihn leider noch nicht besuchen, nur Familienmitglieder... Aber ich werde weiter hoffen!
 

oohpss

Erfahrenes Mitglied
Registriert seit
23 Juli 2007
Beiträge
1,237
Ort
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Aber eine Antwort zur Überlebenswahrscheinlichkeit kann mir keiner geben? :/
Hallo Jan,
bei der heutigen Medizin sind die Überlebenschancen recht gut. Eine notwendige Maßnahme war zur Erhöhung der Chancen das Koma. Hintergrund: Unser Körper schüttet in Krisensituation alle möglichen Stoffe in die Versorgungsleitung (vorwiegend ins Blut). Das muss irgendwann wieder abgebaut werden. Dafür zuständig sind die Nieren. Die braucht man zum Leben unbedingt.
Früher war es so, dass ein Patient nach einem schweren Unfall zwar soweit wieder versorgt war, dass alles (funktionell) gut war, aber 3 - 4 Tage später ist er doch gestorben. Warum? Nierenversagen! Die Dinger sind einfach nicht mehr mit dem Abbau der ganzen Warn- und Panik- und Stress- und Informationsstoffe hinterhergekommen und sind sozusagen kollabiert.
Das künstliche Koma ist also in der akuten Intensivmedizin das richtige Verfahren um dieses Risiko zu beseitigen. Und so lange das künstliche Koma anhält wirst Du auch nichts zu den Überlebenschancen von irgend jemandem hören.
Die aktute Intensivmedizin ist heute so aufgebaut, dass eine 24 Stunden Rundumtotalüberwachung von allem durchgeführt wird. Funktionell wissen die Ärzte derzeit mehr über den Patienten, als der PAtient vorher in seinem ganzen Leben über seinen Körper wusste.
Also mach Dir jetzt erstmal keine großen Sorgen.
Les Dich hier lieber schon mal vorsichtig in die ganze Thematik der Versicherungssachen ein. Hier wird Dein Bekannter bzw. seine Angehörigen jede Unterstützung brauchen.
Seine Angehörigen sollten sich schon mal vorsorglich informieren wie es mit einer (Handlungs-)Vollmacht aussieht, wenn/solang Dein Bekannter nicht mehr handlungsfähig ist und soweit er volljährig ist.
Und ansonsten hilft es, wenn Du Deinem Bekannten und Dir und den Ärzten etwas Zeit gibst. Die braucht es einfach.
Warte bis Dein Bekannter auf eine normale Intensivstation kommt.

Alles Gute Deinem Bekannten.
Grüße
oohpss
 

JanB123

Nutzer
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24 Feb. 2009
Beiträge
4
Danke für die echt informative Antwort! Ich melde mich wenn es was Neues gibt!

Wenn trotzdem jemand Erfahrung mit sowas hatte, kann man mir gerne mehr darüber erzählen!

Bis dahin, Jan
 

JanB123

Nutzer
Registriert seit
24 Feb. 2009
Beiträge
4
Sein Zustand hat sich wohl ein wenig verbessert, aber immernoch Lebensgefahr und Koma, soll aber schon zum Wochenende aus dem Koma geholt werden...

Falls alles gut wird, kann man mit einer Anzeige oder so rechnen? Weil er hatte wohl 2 Promille in sich, wie sich rausstellt. Ich gehe davon aus das der Fahrer keine stellt, aber die Polizei? Und alles?
 

oohpss

Erfahrenes Mitglied
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23 Juli 2007
Beiträge
1,237
Ort
Hamburg
Jallo JanB,
grundsätzlich sind das ja erstmal gute Nachrichten.
Die Ärzte werden erst sagen, dass er aus der Lebensgefahr ist, wenn sie sicher sind, dass alles einwandfrei funktioniert.
und das können sie eben erst, wenn der Organismus selbst wieder die Kontrolle bekommt.
(Die meisten Toten im ersten Weltkrieg gab es nicht wegen der Verletzungen an sich, sondern wegen dem Schock und seiner Folgen.)
Aber wie ich schon geschrieben habe, das ist heute medizinisch alles bestens im Griff.
er wird wohl in allernächster Zeit auf eine normale Intensivstation kommen.
Falls alles gut wird, kann man mit einer Anzeige oder so rechnen? Weil er hatte wohl 2 Promille in sich, wie sich rausstellt.
Da es zu einer Körperverltzung gekommen ist, wird es auch zu einer strafrechtlichen Untersuchung kommen. es gibt also von Amts wegen eine "Anzeige". Die Untersuchung kennt zunächst keinen "Schuldigen", sondern stellt nur den Sachverhalt fest.
Sollte sich dabei herausstellen, dass es einen gibt, dem ein Verschulden vorgeworfen werden kann, dann bekommt der ein Verfahren.
Ich gehe davon aus das der Fahrer keine stellt, aber die Polizei?
Wie gesagt, von Amts wegen läuft bereits ein Ermittlungsverfahren und dieses wird dann an den Staatsanwalt übergeben. Der beurteilt wie es weiter geht.
Uhps,
um das vernüftig zu beantworten, ist der Speicher dieses Forums zu klein und meine Lebenszeit zu kurz. ;)

Aber: Überleg Dir wegen der möglichen rechtlichen Sachen nicht zu viele mögliche Probleme. Die kommen noch von ganz allein ...

Jetzt geht es erstmal darum, dass Dein Freund bestmöglich wieder hergestellt wird.

Viel Glück.

grüße
oohpss
 

brina2201

Nutzer
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23 Nov. 2008
Beiträge
6
Hallo Janb

mein Lebensgefährte hatte letztes jahr auch einen Autounfall er war auch Fußgänger und hatte auch 2Promilie im BLut. zu seinen Verletzungen mal schwere Lungenquetschung, angebrochene Hüfte und eine Rippenseriefraktur, er wurde auch in künstliche koma gelegt bei ihm wurde dann noch ein luftröhrenschnitt gemacht sonst hätte sich der KEhlkopf entzündet. Er hat auch noch eine LUngenentzündung entwickelt die Ärzte sagten das ist zwar nicht gut aber kommt oft vor bei einer lungenquetschung. nach 7Tagen künstliches koma wurde er langsam wieder zurück geholt, er weiß nichts was bei dem unfall passiert ist und auch nicht in der koma zeit. Er ist bis heute nicht arbeitsfähig. der unfall war am 14.11.2008 da er noch sehr doll probleme mit der luft hat, sein Hausarzt meinte zu ihm das es vielleicht langsam besser wäre Rente zubeantragen denn allzulange kann er keine Krankenscheine mehr ausstellen. wir werden jetzt Rente beantragen mal sehen was raus kommt. übriges er ist erst 25jahre alt (jung).

drücke dir ganz doll die daumen das dein guter freund bald wieder auf dem damm ist, positive denken.

ach ja als meiner im koma lag habe ich mit ihm gsprochen ihm sind auch tränen runter gelaufen also er hat mich mit bekommen, nur hinterher konnte er sich an nichts erinnern, ihm hat es sehr geholfen das ich jeden tag da war.

Kopf hoch du musst positve denken.

gruß Sabrina
 
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