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Ich bin ein Schicksalsmensch. Bist du auch einer?

Melanie.r

Neues Mitglied
Registriert seit
21 Apr. 2022
Beiträge
2
Lieber Mensch,

ich muss zugeben, ich fühle mich hier etwas deplaziert in einem Opferforum. Dennoch bin ich hier, weil es gerade mein einziger Ansatzpunkt ist.

Vor circa 20 Jahren verusachte ich einen Verkehrsunfall, denn ein Mensch nicht überlebt hat. Ich bin verantwortlich für den Tod eines Menschen. Ich bin ein Schicksalsmensch.
Ich habe tatsächlich so lange gebraucht, um Vergebung erfahren zu können.
Was ich mir gewünscht hätte: Mit jemandem zu sprechen, der eine ähnliche Erfahrung teilt.

Jetzt möchte ich das für andere sein. Und rückblickend wird mir bewusst, dass ich die ganze Zeit genau darauf hingearbeitet habe mit Studium, Ausbildungen, etc.
Mein Problem: Es gibt vermutlich einige Menschen wie mich. Aber ich erreiche sie nicht. Ich weiß nicht wo. Es gibt viele Opferverbände. Täterarbeit richtet sich hauptsächlich an kriminelle oder gewalttätige Männer.

Daher traue ich mich einfach mal, mich hier in diesem Forum zu zeigen.
Die Chance besteht, dass hier auch Schicksalsmenschen unter euch sind. Menschen, die verantwortlich sind für den Tod eines Menschen.

Wenn du das gerade liest, melde dich gerne bei mir. Ich kann dich nicht finden und unterstützen, wenn ich nicht weiß, wo du bist, wo du suchst, was genau dir wirklich helfen würde.

Alles Liebe
Melanie
 

J. B.

Mitglied
Registriert seit
4 Jan. 2022
Beiträge
27
Hallo Melanie,
von so einem Schicksal bin glücklicherweise nicht betroffen, finde es aber sehr toll, dass du Hilfe anbietest. Das möchte ich dir als erstem Eintrag hier unmittelbar zurückspiegeln. Dir weiterhin alles Gute bei der schweren Verarbeitung des Geschehenen.
Wünsche euch gute Gespräche.
LG von Jan
 

KoratCat

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325
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Im Land des Lächelns - vorher Rhein-Main
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Hallo Melanie,

finde ich gut, dass Du dieses Thema hier mal angeschnitten hast. Ich kenne sonst fast nur Unfallverursacher, die zu verdrängen statt zu verarbeiten suchen. Neben der Diskriminierung, die Unfallopfer wegen ihrer Behinderungen erleiden, sind sie dann auch noch den "Rechtfertigungsversuchen" der für die Schädigung Verantwortlichen ausgesetzt, die nicht verarbeiten oder gar kompensieren können. Da wird dann oft nur unmenschliche Härte statt Mitgefühl für das Opfer gezeigt, sich selbst - und dem Opfer noch mehr - geschadet, nämlich Beiden jetzt auch noch psychisch.

Danke für die Initiative!

LG

KoratCat
 
Zuletzt bearbeitet:

Melanie.r

Neues Mitglied
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21 Apr. 2022
Beiträge
2
Wow!
Vielen Dank für eure Antworten. Ich bin sehr erleichtert, dass ihr es nicht negativ aufnehmt, dass ich mich hier zeige. :)
Verdrängt habe ich auch lange genug. Aber auch, weil mir kein anderer Weg vorstellbar war. Erst vor ca einem Jahr habe ich das erste Mal einen Beitrag von jemandem wie mir im TV gesehen und angefangen anders zu denken.
Bis dahin hilfloses Schweigen, auch in der Familie.

Vielen Dank für euren Zuspruch
:)
Liebe Grüße
Melanie
 

Rekobär

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3,306
Ort
Berlin
Website
www.unfallreko.de
@Melanie.r ,

ich habe in meiner Berufspraxis schon einige tödliche Unfälle zu untersuchen gehabt. Wenn ein Unfall mit tödlichen Ausgang passiert, hat das verschiedene Ursachen. Eines jedoch haben diese Unfälle gemeinsam, das sogenannte Augenblicksversagen. Das unterscheidet auch die Fälle, bei der eine Tötung des anderen beabsichtigt war. Jeder reagiert anders. Und auch, wenn man meinen könnte, den einen oder anderen Verursacher geht das am A... vorbei, ist es meistens nicht.

Die meisten fragen sich natürlich nicht nur, wie konnte das überhaupt passieren, sondern auch, wie komme ich in Zukunft nie wieder in eine solche Situation.

Herzliche Grüße vom RekoBär :)
 
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