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Ganganalyse / biomechanisches Gutachten

nightwalker

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Jenseits von Eden
#1
Hallo zusammen,

Hat jemand von Euch bereits eine Ganganlalyse bzw.
ein biomechanisches Gutachten erstellen lassen?,
und inwieweit sind solche Gutachten vor Gericht aussagekräftig?

Gibt es gute Institute, die vielleicht empfehlenswert sind? (Bundesweit)
Ich möchte eigentlich einen in sich geschlossenen Gegenbeweis antreten können,
zumindest aber die Chance auf eine genaue und konkrete messtechnische Analyse bekommen.

Durch meinen Unfall habe ich über die Jahre gesehen,
Folgeschäden entwickelt, die man durchaus ganz offensichtlich sehen kann,
aber natürlich verneint.

Ich denke mal, dass hier doch viele User dabei sind,
die durch die Verletzung der unteren Extremität/en oder auch durch Amputation,
bleibende Schäden erlitten, dazu Folgeschäden entwickelt haben,
die zu einem gestörten Gangbild, und zu chronischer Fehlbelastung der benachbarten Extremität, Hüftschaden, Fußschaden.
bzw. auch zu Überlastungsschäden im Bereich der gesamten Wirbelsäule oder auch Teilbereichen geführt haben.

Eine Gangananlyse wurde mir bereits bei einem Sanitätshaus angeboten,
welche auch nicht so teuer ist.
Aber wie aussagekräftig ist so etwas?
Eine Wirbelsäulenvermessung im Stand habe ich bereits,
allerdings nur die Bilder, und noch nichts schriftliches,
erst auf Anwaltsaufforderung (klar zahle ich auch für die Auswertung).
Natürlich bin ich aber darüber informiert worden, das die Wirbelsäule sozusagen nicht mehr
im Lot steht, und es Abweichungen gibt, die nicht ohne Grund über
mich herein gebrochen sind.

Gibt es Eurerseits Erfahrungen?

Gruß und Danke
nightwalker
 

Hrc4Life

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#2
Hallo Nightwalker,

dieses Thema ist für mich sehr interessant, da ich
auch mit massiven Problemen mit der Wirbelsäule
Kämpfe.
Ich hatte bei einem Motorradunfall 2010 die linke
Hüfte und den rechten Unterschenkel verletzt.
Waren beides schwere Verletzungen und durfte
damals beide Beine nicht belasten.
Erst nach knapp 2 Jahren belkam ich die erstem
Beschwerden mit der HWS und später auch LWS..

Das bedeutende daran ist, das es damals betreffend Wirbelsäule keine einzige Disgnose gab.
So wie ich das sehe, hätte man durch eine gezielte
Untersuchung der Wirbelsäule wahrscheinlich
etwas feststellen können.

Ich muss zugeben, das es keine Einschränkungen gab, und durch starke Schmerzmittel die ich viele
Wochen bekam, könnte ich möglicherweise gar nicht auf Schmerzen im Rückenbeteich hinweisen.

Es gibt mittlerweile schon einige MR und da hat man auch ein bischen was festgestellt, aber natürlich alles unmöglich das das vom Unfall
kommt.

Nun zu den Beinen, hier ist es so, das erst vor 2
Jahren festgestellt wurde, das der linke Fuß ca.
einen cm kürzer ist. Hatte da die Hüftverletzung
(Hüftluxation)
Auch das rechte Sprunggelenk hat hat einen
leichte Bewegungseinschränkung.
Ich kann zwar meiner Meinung nach relativ
normal gehen, aber das geschulte Auge hat
bemerkt das ich zu stark am linken Bein gehe.

Ich habe mit Ganganalyse keine Erfahrung, aber
eventl. könnte das auch mit was bringen.

Grüsse

Hrc4Life
 

makiopf

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#3
Servus,
Ganganalyse habe ich in Murnau wg. Prothesenversorgung gehabt. War für mich nicht alles nachvollziehbar, ziehlte nur auf Art der Versorgung eine Rolle.
Wer ist dein Versorger BG oder priv. UV?
Bei der BG kannst du eine Erhöhung deiner MDE und Begutachtung beantragen.
Willst du deine Rechte einklagen?
Du hast einen RA.
Bei einer Klageerhebung wird das Gericht ein Gutachten anfordern. Die Frage ist nur wie gut (!) ist deine Richterin.

VG
 

Rekobär

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#4
Hallo Nightwolker,

eine Ganganalyse soll wahrscheinlich herausfinden, ob Du beide Beine gleichmäßig benutzen kannst. Ich habe ja schon für die ungewöhnlichsten Fälle Biomechanische Gutachten zusammen mit einem befreundeten Facharzt erstellt.

In Deinem Fall könnte man solch eine Ganganalyse in einem Olympiastützpunkt durchführen. Dort sind Druckmessplatten im Boden eingelassen, auf die der Proband tritt. Dabei wird die Gewichtsverteilung beim gehen gemessen.

Anschließend kann dann der Mediziner Aussagen darüber treffen, inwieweit sich die unterschiedlichen (falls sich die Druckmessungen beider Beine von einander unterscheiden) Belastungen auf den Rest des Körpers auswirken.

Herzliche Grüße vom RekoBär :)
 

Kreiziger

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#5
Hallo Nightwalker,
das Thema interessiert mich auch. Hab ähnliche Probleme wie du sie beschreibst und bin auch schon überall gewesen um sowas nachweisen zu können.
Eine Wirbelsäulenvermessung im Stand habe ich bereits,[/QUOTE
In welcher Form haben die die Wirbelsäule vermessen? Funktionsröntgen im Stehen gemacht? Wo hast du das machen lassen?
Liebe Grüße :)
 

Kreiziger

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#6
Hallo Nightwalker, Hallo HLC4Life

Hab ähnliche Probleme wie ihr sie beschreibt.
Was hast du da genau machen lassen? Funktionsröntgen mit Vermessung oder einfach nur im Stand? Wo warst du da? Was war da dein Ergebnis?
Das bedeutende daran ist, das es damals betreffend Wirbelsäule keine einzige Disgnose gab.
Bei mir war das krass , im Arztbericht zu dem Unfall stand auch nichts darüber drin- zumindest nicht unter "Diagnosen". 4 Seiten langes Ding und irgendwo zwischendrin standen ein paar Wörtchen wie : Hämathome an der Wirbelsäule etc., aber in einer Aufzählung wo alles andere drumherum mit kein oder keine begann, so als wöllte man das lieber nicht offensichtlich machen. Die Versicherung hat das auch mal ganz gerne und schnell überlesen. Ich aber auch! Bis mal ein Fachmann drüber ist. Vielleicht ist das bei dir auch so?!
Herzliche Grüße :)
 

Hrc4Life

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#7
Hallo Kreiziger,

allem voran muß ich festhalten, das wenn man hier in diesem Forum gewisse Beiträge liest, sieht es wirklich in vielen Fällen danach aus, das der Begriff
„Nur nicht zu viel feststellen“ einen hohen Stellenwert hat.

Ich möchte jetzt nicht mehr von vorne alles aufzählen, aber Tatsache ist, das ich über keine Beschwerden im Bereich der Wirbelsäule geklagt habe. Habe aber viele Wochen starke Schmerzmittel bekommen.

Nun ist für mich ein weiteres großes Problem, das es in MR und Upright MR Deckplattenbrüche zu sehen gibt, dazu eine Abnützung an 3 Bandscheiben in der HWS und bis heute habe ich immer nur gehört da ist nichts.

Heute war ich wegen LWS Beschwerden bei einer Vertretung des Hausarztes, und die sagte mir, das ich eine massive Fehlstellung der Wirbelsäule habe.

Bin auch seit Jahren immer wieder beim Orthopäden (über Krankenkasse) und auch hauptsächlich wegen der HWS. Ich weise jedesmal
auf meine Beschwerden hin, aber das schon einmal
auf die Diagnosen hingewiesen wurde, das gab es noch nie.

Wenn ich von einem Arzt wüsste was da an der Wirbelsäule ist, hätte ich zumindest Gewissheit das meine Beschwerden berechtigt sind, und eventl. könnte man mir sagen was ich vermeiden soll und auch wichtig was ich dagegen machen kann.

Grüße

Hrc4Life
 

nightwalker

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Jenseits von Eden
#8
Hallo alle zusammen,

Danke für Eure Antworten zu diesem Thema.


@ Makiopf
Ich bin jetzt kein Prothesenträger,
aber eine prothetische Versorgung
beinhaltet ja nicht automatisch die volle Funktionsfähigkeit ohne Einschränkungen. Gangbild wurde oder wird gar nicht mehr überprüft?...
Eigentlich entwickeln auch Prothesenträger über die Jahre betrachtet
FEHLHALTUNGEN, denn das Gangbild ist ja nicht mehr das ursprüngliche.
Auch der Wechsel von Prothese zum Gehilfengehen wird nicht mit in die Betrachtungen der BG miteinbezogen, so wäre doch erkennbar, dass sich die Belastungsverhältnisse ungünstig verschieben.
Somit müssten auch die langjährige Benutzung von Gehilfen ihre Auswirkungen,
in Form von Überbelastung auf den Körper zeigen.
Langjährige Prothesenträger haben mir mal berichtet,
dass sie Schmerzen durch Bandscheibenvorfälle im Bereich der LWS und der HWS haben, somit das gesunde Bein durch die Hauptbelastung Probleme macht....
Eigentlich sind das alles Anhaltspunkte ...

Mein Kostenträger ist eine BG,
und das zuständige Gericht ist leider nicht an Aufklärung interessiert.
Mir geht es um die Anerkennung und die Behandlung meines Folgeschadens,
der sich aus dieser massiven Fehlbelastung, Fehlstatik und einer sehr schlechten Nutzbarkeit meiner Gehwerkzeuge ableiten lassen müsste.
Hätte man doch rechtzeitig gegengesteuert,
würden sich solche Schäden nicht so in dem Maße entwickeln.
Eigentlich läuft permanent ein Automatismus von Ignoranz aller Vorboten ab,
bis das der Schaden dann endlich da ist, und abgetan wird.

@ Kreizinger

Es wurde eine Wirbelsäulenvermessung in einer Praxis durchgeführt
mit einem 4D motion Lab.
Die Messungen sind strahlungsfrei.
Die Untersuchung erfolgte statisch
Ich stand so wie ich immer stehe, und auf meinen Gang hat man verzichtet,
da er ja eigentlich bekanntermaßen schlecht ist,
und ich mit Hilfsmitteln unterwegs bin.
Also müsste man meinen Gang wohl komplett anders analysieren.
Ich habe die Bilder mit den Hyroglyphen erhalten,
aber noch keinen Bericht, der offenkundig Stellung bezieht.

@ Hrc4Life

Meine Beinlängen sind gleich, aber ich habe dennoch locker eine Verkürzung
von gut zwei Zentimetern, und kann eine Extremität auch schon
dadurch nicht richtig benutzen, geschweige denn den Fuß abrollen.
somit ist mein Körperschwerpunkt eh schon unendlich lange nicht mehr im Lot.
Bedingt durch die Zeit rutscht Du unbehandelt in die nächsten Baustellen.
Es ist richtig, dass man geflissentlich vieles übersieht.
Das bedeutet, dass man bei seinen Ärzten immer rumstochern muss,
um dann einen Verschlimmerungsantrag bei der BG einzureichen.
Und wie die BG arbeitet wissen wir ja.
Ich hätte mal so gedacht, dass bei schweren Kradunfällen eigentlich die ganze
Wirbelsäule geröntgt, oder ein MRT gemacht wird.
Dieses Motion Lab könnte für Dich vielleicht interessant sein,
kostet wohl als Komplettanalyse ca.140 Euro.
Ich habe für meine Wirbelsäulenvermessung so ca. 100 Euro bezahlt.
Vielleicht ergeben sich so Rückschlüsse die die Belastung auf die HWS miteinbezieht.


Es gibt schon viele Ärzte, die nicht auf der BG Seite stehen,
und genau wissen, dass es zu Folgeschäden bei Ihren Patienten kommt,
oder dass die Patienten mit ihren Schäden
aus der BG Verantwortung rausgekegelt werden,
und zu anderen Ärzten abgeschoben werden,
sprich auf Krankenkassenkosten behandelt werden müssen.
Allerdings wissen sie auch um die Allmacht und das Monopol der BG,
und da wird sich auch nur vorsichtig geäußert.
Du musst schon versuchen Beweise zu sammeln, und wenn Du verschiedene Ärzte aufsuchst, oder auch in Kliniken vorstellig wirst.


@ Rekobbär
ja, Du liegst richtig.
Ich bin nicht in der Lage richtig zu gehen, und wer nicht gerade blind ist,
kann schon sehen,
dass es auch ohne Ganganalyse etwas ganz offensichtliches gibt,

Ich hatte gedacht, dass Du mehr auf dem Gebiet der
biomechanischen Gegebenheiten bei Autounfällen,
die Zusammenhänge ermittelst.

Ich würde Dich gerne mal per PN kontaktieren.
Danke zunächst auch für Deine Informationen, die für mich hochinteressant sind.

Es kann nicht angehen das ich so einfach in ein BG-Muster gedrückt werden soll,
in das ich gar nicht passe, und das gilt wohl auch für viele andere von uns.

Ich kann Euch allen nur aus meiner Erfahrung mitteilen,
das die gesundheitlichen Baustellen zunehmen,
wenn der ursächliche Schaden nicht erfolgreich behoben wurde.
Es ist ein schleichender Prozess, der sich über die Jahre
entwickelt. Bei dem einen früher oder später.
Ich habe nie daran gedacht, dass ich frühzeitig so abbauen werde,
und mit immer größeren gesundheitlichen Problemen zu kämpfen habe,
die dann nur einfach so über mich hereinbrechen.
Früher habe ich tatsächlich mal gedacht, dass sich der Schaden auf einen bestimmten Bereich des Körpers bezieht
und sich doch bei mir nicht ausbreiten wird,
da ich immer zäh war.
Das ist ein absoluter Trugschluss gewesen.


Liebe Grüße
nightwalker
 
Zuletzt bearbeitet:

Kasandra

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Irgendwo im Nirgendwo
#9
Hallo nightwalker,

ich krätsche einfach mal rein :oops:

Via CT und Befund sollten sich in den Abmessungen "Fehlstelungen" in den Gelenken feststellen lassen. Z. B. in Außen- oder Innenrtationen.

Diese werden per Grad angegeben.

Hast Du solche Befunde?

Viele Grüße

Kasandra
 

nightwalker

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Jenseits von Eden
#10
Hallo Kasandra,

ja, mach mal,
denn das Thema wird wohl auch für dich nicht uninteressant sein.

Nein, ein CT habe ich bisher nie gehabt, immer MRT'S.
Ich müsste meinen Arzt mal fragen, wenn der wieder aus dem Urlaub kommt.
Ob der jetzt bereit, ist per CT dieser Fragestellung nachzugehen wird sich dann zeigen.
Wird das Gelenk besonders für die CT Untersuchung fixiert?
Es gibt aber offenkundig etwas, das der BG- Gutachter verleugnet
hat..

Liebe Grüße
nightwalker
 

Gsxr1983

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#11
Guten Morgen,

bitte Jungs und Mädels, gebt doch nicht immer den Gutachtern die Schuld ;)

Also ich war nun vom OlG zur Begutachtung in Ulm und der Gutachter hatte seine Helle Freude mit mir! Seine frage an mich warum das nicht zuvor festgestellt wurde brachte mich etwas in Rage. Er sagte das bei einer auf Indizien bezogenen Untersuchung sofort die Reflexe und die Nervenleitgeschwindigkeit ganz klar aus dem Muster fallen. Mein Gangbild würde einen Messstand wohl in einen Burnout treiben, aber einige Gutachter haben nichts erkannt, Sie unterstellen meinem laufen einen aggravatorischen Charakter. Vielleicht bekomme ich bald meinen Stern auf dem Walk of Fame. Leider habe ich das Gutachten von Ulm noch nicht in der Hand.

Was ich aus meiner Erfahrung sagen kann ist das kein von der Gegenseite beauftragter Gutachter eine Gangstörung erkennen konnte. Ich wurde stehts als Schauspieler dargestellt und außerhalb der Untersuchungsräume beobachtet.

Das meine Gelenke der Beine und Hüfte dadurch schneller verschleißen steht wohl ausser Frage, daher sehe ich eine Diagnose deines Gangbild als sehr Interessant und Richtungsweisend.
 

Gsxr1983

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BW
#12
Vielen Dank Nightwalker,

ich habe gerade sofort einen Termin für eine 4D Motion Lab Untersuchung machen lassen. Von solchen Tips leben wir.

MfG

GSXR
 
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