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Fußgängerin angefahren, schwere Körperverletzung

hama

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19 Okt. 2019
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#49
Hallo RekoBär,
danke für die freundlichen Worte. Eine Frage noch: wenn der Unfall unvermeidbar war, wäre ja die Haftpflicht der Unfallgegnerin nicht verpflichtet zu zahlen? Denn dann gäbe es ja keinen Schuldigen?
Liebe Grüße
Hama
 

Sekundant

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fallakte.12hp.de
#50
hallo Hama,

auch wenn die frage nicht an mich gerichtet ist: doch, die HPflV muss in vielen fällen auch bei "unverschuldeten" unfällen leisten, das ist die sog. gefährdenshaftung (entgegen der verschuldenshaftung). aber das wäre hier gar nicht der fall. der unfall liesse sich schon vermeiden, wenn man angepasst (auf sicht, das umfasst auch eine evtl blendung durch die sonne) fährt. aber insgesamt ist das alles in dem stadium so weit weg von einem realistischen szenario, dass man sich nach m.A. nicht damit belasten muss. man kann schliesslich nicht alle eventualitäten duchdiskutieren, das belastet und lenkt ab von tatsächlich akut wichtigem.


gruss

Sekundant
 

hama

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#51
Hallo Teddy,
ganz herzlichen Dank für deinen ausführlichen Beitrag. Da meine Schwester alles perfekt geregelt hat, Patientenverfügung und Betreuungsurkunde für eine langjährige gute Bekannte, so besteht von der Seite kein Nachholbedarf. Leider wohne ich 800 km entfernt und habe einen schwerstkranken, komplett hilflosen Mann zu pflegen. Dabei hilft mir ein Pflegedienst, allerdings habe ich die Verhinderungspflege schon voll ausgeschöpft, so dass ich jetzt nicht spontan zu meiner Schwester fahren kann. Aber ich telefoniere täglich mehrmals mit ihr. Sie ist wirklich sehr verzweifelt und hat den Schock, so mitten aus allen Aktivitäten gerissen worden zu sein, noch längst nicht überwunden. Sie sieht keinen einzigen Lichtblick für ihre Zukunft, war immer total selbständig und ist wohl ein Charakter, der sich schwer mit einem total unselbständigen Leben abfinden wird. Nach der Klinik ist eine stationäre Reha angedacht. Übrigens kenne ich die Klinik Schmieder selbst sehr gut, ich habe dort in den sechziger Jahren gearbeitet, da war sie noch in Gailingen, direkt an der Schweizer Grenze zu dem kleinen Ort Diessenhofen. Seither hat sie sich in diesem Raum wohl sehr ausgedehnt.
Für meine Schwester ist wohl eine andere Klinik schon im Gespräch.
Nochmals danke für deine aufbauenden tröstlichen Worte und liebe Grüße.
Hama
 

hama

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#52
Hallo Sekundant,
danke für die Aufklärung zu sog. unverschuldeten Verhalten. also Gefährdenshaftung. Bisher hat meine Schwester von der Polizei noch keine Nachricht bezüglich der genauen Feststellung des Hergangs. Sie selbst ist, glaube ich, immer noch nicht vernehmungsfähig, was den Unfallhergang anbelangt. Man muss also abwarten.
LG Hama
 
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#53
Liebe Hama,

dass hohe Alter war mir nicht bewusst, gleichwohl halte ich am Rat zur Ruhe fest.

In der Regel wissen die Ärzte im Krankenhaus, welche Maßnahmen in derartigen Fällen einzuleiten sind.
Niemand (sollte) wird sich selbst überlassen. Deshalb bitte nicht vom denkbar schlimmsten Fall ausgehen.

Beste Grüsse
Chumana
 

hama

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#54
Hallo Chumana,
leider sind die Befunde bei meiner Schwester noch gravierender, als bisher diagnostiziert. Ein weiteres CT hat ergeben, dass sie operiert werden muss. Sie wünscht sich nur, aus der Narkose nicht mehr aufzuwachen. Mich bedrückt das sehr, aber ich bin durch meinen schwerstkranken Mann, dazu mit Demenz,, sehr in Anspruch genommen, so dass ich ihr nur über das Telefon Mut zusprechen kann.
Liebe Grüße
Hama
 

Teddy

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#55
Liebe Hama,

Diese depressive Stimmung ist ja klar, sie liegt flach, fühlt sich unverschuldet hilflos, merkt Minute zu Minute, was alles nicht mehr geht, steht einer OP Situation gegenüber, die noch mehr Ängste schürt. Schmerz, Hilflosigkeit, Ungewissheit und dem gegenüber der innere Widerstand: ich will das so nicht, das zerreißt einen. Sie ist gar nicht in der Lage anders zu denken. Ihr Glas ist für sie nur noch mit Tröpfchen gefüllt. Ja es hat sich geleert, ja manches ist unwiederbringlich weg, aber es ist noch zur Hälfte gefüllt und das kann sie gar nicht erfassen. Sie kann z.B. reden-essen-trinken-sehen-hören- sich mit Personen austauschen, das können viele Unfallopfer lange nicht und müssen das mühsam erst wieder lernen. Sie telefoniert mit dir und ist in der Lage ihre Ängste, Sorgen mitzuteilen und da kannst du ihr helfen.

Offene Ohren, Zeit am Telefon, Mut machen, unterstützen mit aufbauenden Gesten, das geht auch über die weite Wohndistanz. Höre ihr zu und die Situation auf das hier und jetzt holen. Heute gut geschlafen, wirken die Schmerzmittel, kannst ja schon mit mir telefonieren etc. Bei Bedarf auf Station mit den Betreuern alle paar Tage telefonieren und von denen erfahren, welche Verbesserungen inzwischen faktisch da sind. Du kannst ihr antworten, ich habe gehört, dass du inzwischen schon das und jenes wieder besser kannst usw. die ganz kleinen Schritte vorwärts herausstellen und in den Fokus rücken.

Ist deine Schwester religiös, kann man den Seelsorgedienst der Klinik informieren, die kommen ans Bett auch auf Intensiv und können stellvertretend für dich Zeit investieren und Mut machen. Ansonsten kannst du deine Wahrnehmung über ihre Verzweiflung mit dem Stationsarzt und Stationspflegedienst mitteilen, die vielleicht eine psychische Unterstützung initiieren können.

Thema OP, das ist angstmachend, aber die Ärzte machen das nicht leichtfertig, sondern um ihr zu helfen, ihren gesundheitlichen Zustand schneller zu verbessern, als wenn man abwarten und wochen- bzw. monatelang passiv auf Besserung zu warten. So ist eine mit Metall versorgte Bruchstelle binnen Tagen wieder belastbarer und muss nicht 4-6 Wochen ruhig gehalten werden, wobei sich Muskeln stark zurückbilden und mühsam wieder antrainiert werden müssen. Gerade weil sie vorher so "fit" war, ist das eine gute Option, solch einen Eingriff zu wagen, weil sie körperlich eher geeignet ist, als bewegungsarme Personen. Warum man erst eine Zeit nach dem Unfalltag eine Operation erwägt, kann sein, dass sich Auswirkungen von Verletzungen erst binnen Tagen zeigen. Beispielsweise bilden sich Schwellungen zurück und Brüche werden erst dann noch deutlicher. Oder andere zeigen eine größere Raumgreifung und es soll mit der OP vorgebeugt werden, dass es sich nicht noch weiter entwickelt sondern eine schnellere Besserung eintritt.

Gute Besserung und viel Mut machende Gedanken
LG Teddy
 

hama

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#56
Grüß dich Teddy,
für deine hilfreichen Worte vielen Dank. Vieles davon - besonders in den langen Telefonaten mit meiner Schwester positiv auf ihre Stimmung einzuwirken - versuche ich schon umzusetzen. Aber das ist besonders schwer, weil sie - jedenfalls z.Zt. - gar kein Licht am Ende eines wahrscheinlich langen und schmerzhaften Weges sieht. Und so wehrt sie meine Argumente eben auch häufig ab. Ich gebe dennoch nicht auf, obwohl mich das auch einiges an Kraft kostet, denn ihre Verzweiflung überträgt sich dann auch schnell auf mich und macht mich ebenfalls hilflos und depressiv. Inzwischen hat das Krankenhaus eine Psychologin eingeschaltet, die vielleicht geschickter argumentiert, als ich. Die eigentlichen Brüche werden nicht operiert, sondern ausgedehnte Hämatome, die sowohl starke Schmerzen verursachen als auch nicht ungefährlich sein sollen lt. behandelndem Arzt. Ich versuche jetzt in den Gesprächen nach deinem Vorschlag nicht mehr immer nur das große Ganze im Blick zu haben und frage auch nicht mehr nach den Unfalldetails, sondern gehe eher auf ihre Jetzt-Situation ein, Danke,, das war ein guter Rat von dir. So bringe ich sie auch eher zum Reden. Dss meine Schwester gefestigt religiös ist, glaube ich eher nicht, obwohl sie, im Gegensatz zu mir häufiger an Gottesdiensten teilnimmt Ich selbst fühle mich eher den Agnostikern zugehörig. Religion war nie ein Thema zwischen uns.

Liebe Grüße und danke für die guten Wünsche
Hama
 
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