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Fragen zum Fersenbeinbruch

Daniac

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15 Okt. 2019
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Hallo liebe Leidensgenossen!

Ich habe mir am 11.09. im Urlaub bei einem Sprung von einem ca. 1.5 Meter hohen Stein die Ferse gebrochen. Auf dem Boden war eine abgebrochene, ca. 1 cm hohe Felskante unter Dreck versteckt. Auf die bin ich mit der rechten Ferse und Sneakern aufgekommen, da war sie durch (die Ferse).

Bisher habe ich mir noch nie etwas gebrochen oder wurde operiert. Bin 38 Jahre und eigentlich ganz gut in Form. Meine zwei Kinder (4&5 Jahre) halten mich ganz gut auf Trab.

Aufgrund meiner mangelnden Erfahrung und aus Angst entweder zu früh zu viel oder zu spät damit anzufangen etwas für die Mobilisierung des Fußes zu tun, wende ich mich nun an euch.

Das Krankenhaus im Urlaub hat ein CT und Röntgenaufnahmen gemacht. Mehrfach gebrochen, aber ohne Beteiligung der umliegenden Weichteile und Bänder bzw. Sehnen. Also etwas Glück im Unglück.

Nach 5 Tagen im Krankenhaus am Urlaubsort (DE) ließ die Schwellung langsam nach. Habe mich aufgrund besserer Referenzen in ein Krankenhaus in der Nähe meines Wohnortes (Bochum) verlegen lassen. Leider musste ich dort noch ca. 2 Wochen auf die OP warten, was mich tierisch genervt hat. Wollte es einfach hinter mir haben.

Am 27.09. war es dann endlich soweit und die Verletzung mit einer typischen Platte sowie 8 Schrauben geflickt.

Habe einen Vacoped Stiefel bekommen. Der nervt zwar umso länger man ihn trägt und ich habe auf der Oberseite des Fußes eine übele Druckstelle bekommen, aber er gibt mir Sicherheit bei der täglichen Bewegung an den Krücken.

Die Wunde ist soweit gut verheilt, die Fäden am 11.10. gezogen, und ich kann den Fuß ohne Schmerzen, abgesehen von etwas Spannung an der Naht, in alle Richtungen dehnen und strecken.

Ich hätte nun gern ein paar Tipps bzw. Meinungen von euch. Mir stellen sich, wegen meiner fehlenden Erfahrungen und den sehr unterschiedlichen Berichten im Internet sowie Meinungen der Ärzte, ständig neue Fragen:

1. Sollte die Kruste auf der Narbe behandelt werden? Wenn ja, mit welchen Mitteln? Ich neige zu übermäßigem Narbenwuchs, schon bei kleinen Schnitten, und möchte die Narbe so gut und früh es geht pflegen. Ist ja schließlich eine sehr bewegungs- und spannungsintensive Stelle.

2. Am 12.11. wird die Knochenheilung kontrolliert. Kann oder sollte ich bis dahin schon Übungen machen, welche die Ferse nicht belasten, aber die frühzeitige Mobilisierung des Fußes unterstützen? Welche Übungen empfiehlt ihr?

3. Habt ihr Erfahrungen hinsichtlich Physio, Krankengymnastik oder sogar stationäre Reha? Gibt es hierzu Tipps um das Maximum rauszuholen?

4. Gibt es andere Leidensgenossen, die auch den Vacoped Stiefel tragen? Könnt ihr mir sagen wie lange ihr den täglich angelegt habt? Die Schwester im Krankenhaus meinte ich müsse ihn 24h am Tag tragen, um einen Spitzfuss zu vermeiden. Ich kann den Fuß allerdings jetzt schon sehr weit und auch über 90° dehnen. Ohne Stiefel ist es natürlich viel angenehmer.

5. Wie filigran bzw. empfindlich ist der Bruch fast 3 Wochen nach der OP noch. Das ich nicht belasten darf ist mir klar, aber wie ist es mit leichten Erschütterungen z.B. wenn ich mich in die Stadt fahren lasse?

Ich bin wirklich froh dieses Forum gefunden zu haben und danke euch im Voraus für eure Antworten.

Viele Grüße und gute Besserung

Daniel
 

Kasandra

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Hallo Daniel,

die Schwester hat Recht:

Die Schwester im Krankenhaus meinte ich müsse ihn 24h am Tag tragen, um einen Spitzfuss zu vermeiden. Ich kann den Fuß allerdings jetzt schon sehr weit und auch über 90° dehnen. Ohne Stiefel ist es natürlich viel angenehmer.
Vorsicht vor dem Spitzfuß.

Aber im Grunde müssen Dir Deine behandelnden Ärzte alle Fragen beantworten.

1. wie geht das Belastungsschema weiter...
2. wann erfolgen Röntgenkontrollen...
3. wann erfolgt welche Belastung....
4. wann soll die Physio beginnen...

Du hast doch sicherlich Folgetermine in der Klinik oder die Klinik hat einen Arztbrief mit all den Fragen von Dir an Deinen weiter behandelnden Arzt übersendet, welcher Deine weitere Heilung steuert.

Hinsichtlich der Narben würde ich sagen: "die Kruste" nicht abmachen. Aber wenn sich diese von allein löst anfangen die Narben zu mobiliseren, sprich "massierend eincremen".

Plastische Ärzte haben mir gesagt, es braucht keine teuren Narbencremes aus der Apotheke, die "blaue Dose" mit den "fünf weißen Buchstaben" reicht vollkommen aus. ;)

Und bedenke, es handelt sich um Deinen Fuß, nicht das Gesicht oder andere Körperteile, welche man direkt sieht. Wichtig ist nur, dass die Narbe elastisch ist :cool:

Viele Grüße

Kasandra
 

Daniac

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Hallo Kasandra,

vielen Dank für Deine schnelle Antwort.

Bezüglich des Spitzfuss muss ich mich dann wohl geschlagen geben und den Stiefel so oft und lange wie möglich tragen. Momentan drückt er natürlich noch auf die Wunde und die Druckstelle ist echt fies. Gegen die Druckstelle habe ich mir Watte um den Fuß gebunden, das macht es zumindest nicht schlimmer.

Einen Entlassungsbericht habe ich bekommen. Da steht allerdings, neben dem Befund und der OP, nur die Medikation drin und das ich am12.11. (6 Wochen nach OP) noch einmal zum Röntgen muss.

Apropos Medikation: Es wurden 3x täglich Ibuprofen 600 verordnet. Muss ich die auch in der Dosis weiter nehmen, wenn der Schmerz erträglich ist? Wegen der abschwellenden bzw. entzündungshemmenden Wirkung? Muss ja nicht mehr Chemie einwerfen als nötig, meine Nieren werden es mir danken...

Viele Grüße

Daniel
 
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Kasandra

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Hallo Daniel,

lies mal hier:

https://drive.google.com/file/d/0ByLTLq5YJPamQ0RURVZjMHhEN0U/view

Das MUSS aber nicht immer das individuelle Behandlungsregime darstellen. Jeder Patient ist anders!

So wie ich die HP vom Hersteller lese, sind die "Schuhe" auch individuell einstellbar, damit sich keine Druckstellen bilden.
Gehe mal auf die HP vom Hersteller und informiere Dich. Wenn dies so ist, suche ein Reha-Geschäft auf, welches Dir den Schuh neu
anpasst. Ggf. mal vorher telefonieren und anfragen, ansonsten zur Klinik zurück und die sollen das Reha-Geschäft kontaktieren von
dem der Schuh bezogen wurde :cool:.

Es wurden 3x täglich Ibuprofen 600 verordnet. Muss ich die auch in der Dosis weiter nehmen, wenn der Schmerz erträglich ist?
Ich bin kein Arzt, aber aus meiner persönlichen Sicht ganz klar ein NEIN! Wenn Du keine Schmerzen hast, brauchst Du keine "Chemie" zu nehmen bzw. kannst diese soweit reduzieren wie es Dir persönlich schmerztechnisch gut geht. Das liegt in Deinem Spielraum. Ich hoffe, Dir wurden temporär auch die entsprechenden Magenschoner verschrieben.

Wichtig ist m. E. für Dich jetzt die Klärung der weiteren Kontrollen, des Belastungsregimes, Verordnung Physiotherapie und natürlich auch nach der AO (Arbeitsgruppe Osteosynthese) entsprechend Deiner Fraktur die Metallentfernung in Monaten / Jahren.
https://www.aofoundation.org/

Hast Du hier von den Chirurgen bereits den Hinweis erhalten: "nach regelrechten Verlauf Metallentfernung in 1 oder 2 Jahren" o. ä.?

Behandelt Dich die Klinik weiter, Dein Hausarzt oder ein Orthopäde?

Viele Grüße

Kasandra
 

Daniac

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Hallo Kasandra,

die Schmerzmittel werde ich jetzt weg lassen. Das ist dann offensichtlich absolut unnötig die weiter zu nehmen.

Mir ist es ja möglich den Fuß fast ständig hoch zu legen und immer in Bewegung zu halten. So wird ja denke ich zumindest die Blutzirkulation gefördert. Könnte den Fuß aber eh nicht ständig still halten.

Die Druckstelle nervt einfach nur, ansonsten komme ich mit dem Stiefel ganz gut klar. Und er drückt halt seitlich auf die Narbe, was aber auch logisch ist und vermutlich einfach Zeit braucht. Ich denke in ein paar Tagen ist die Druckstelle verschwunden und auch die Narbe wird ja von Tag zu Tag unempfindlicher.

Bezüglich dem Metall wurde mir bereits bei der stationären Aufnahme im Krankenhaus gesagt das es nach ca. 1-2 Jahren raus muss. Das hat ja noch Zeit.

Der nächste Termin ist die Kontrolle inkl. Röntgen am 12.11. im Krankenhaus. Vorher muss ich nochmal zum Orthopäden und mir eine Überweisung abholen. Dort werde ich dann noch einmal fragen wer sich um die weitere Versorgung mit Physiotherapie und Co. kümmert. Mein Hausarzt und auch das Krankenhaus haben sich dazu nicht eindeutig geäußert. Beide sagten das erstmal der Termin am 12.11. abgewartet werden sollte, bevor die nächsten Schritte gemacht werden.

Ich möchte allerdings möglichst nahtlos und ohne lange Wartezeit, Therapieplätze sind ja nun auch recht begehrt, weiter machen.

In dem Entlassungsbericht steht:
Wir empfehlen die Abrollbelastung der rechten unteren Extremität für 12 Wochen sowie das Tragen des Vacoped-Stiefels für 6 Wochen.

Vielleicht sollte ich mich einfach weiter in Geduld üben und den Termin beim Orthopäden abwarten um dort meine Fragen gezielt stelln. Nur ist Geduld nicht gerade eine meiner Stärken und das Gefühl dem Alltag so 'ausgeliefert' und (gezwungenermaßen) teilnahmslos gegenüber zu stehen, macht es nicht einfacher.

Trotzdem vielen Dank für die vielen Infos. Ich werde weiter berichten.

Viele Grüße

Daniel
 

Kasandra

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Hallo Daniel,

absolut wichtig ist es, wie Du schreibst - die Blutzirkulation aufrecht zu erhalten.

Hast Du Thrombosespritzen verordnet bekommen? Gerade wenn Extremitäten gebrochen sind und es eine massive Hochlagerung erfordert
reicht es häufig nicht wenn man die Bewegungen mit Unterarmgehstützen nur nutzt. Primär geht man mal ins Bad, hin und wieder ggf. im Haus eine Treppe hoch und runter und dann sitzt / liegt man wieder hochgelagert.

Da ist es sehr wichtig eine Thrombose auszuschließen.

Mit den Schmerzmitteln war es bei mir auch immer so. Beine hoch, liegen etc. da tut im Grunde nach nicht mehr viel weh, oder es ist ertragbar.

Ggf. kann es natürlich so sein, dass wenn Du KG hast, die Belastung wieder kommt dass Du dann das ein oder andere Mal froh bist noch ein Schmerzmittel nehmen zu können.

Viele Grüße

Kasandra
 

Daniac

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Hallo Kasandra,

melde mich mal mit einem Zwischenbericht. Bin etwas irritiert...

War heute beim Orthopäden um mir die Überweisung für die Kontrolle mit Röntgen in ca. 3 Wochen abzuholen. Sowas muss/darf ja nur ein Facharzt machen... Vor diesem Termin gibt es auch keine Physio oder Reha.

Die Ärztin war schon etwas älter, vermute Mitte 50, und hat doch sehr verwundert geguckt als ich sagte ich würde die Narbe schon mit Gel einreiben. Sie meinte es sollte auf keinen Fall Wasser dran kommen und die Narbe immer trocken gehalten werden. Also komplett gegensätzlich zu dem was mir mein Hausarzt, ein junger Typ Anfang 30, empfohlen hat. Auch im Netz habe ich da unterschiedliche Meinungen gelesen, in neueren Beiträgen allerdings fast ausschließlich die Empfehlung die Narbe so früh wie möglich zu pflegen und auch Wasser und Seife unproblematisch wären. Ich bin ratlos, weil es sich nicht wirklich schlecht anfühlt die Narbe zu pflegen und sich die Kruste von mal zu mal auflöst. Natürlich ohne nachzuhelfen...

Auch in punkto Bewegung hat sie mir geraten den Fuß möglichst gar nicht zu bewegen, die Ärzte im Krankenhaus und auch mein Hausarzt meinten allerdings das ich den Fuß bewegen soll um die Gelenke weiter mobil zu halten... Also kreisende Bewegungen mit dem Vorderfuß, beugen bzw. strecken und drehen.

Auch hier sagt mir mein Bauchgefühl das es sich gut anfühlt den Fuß in Bewegung zu halten, allerdings kann ich ja nicht in den Fuß rein schauen und beurteilen ob es nicht vielleicht der Heilung des Knochen entgegenwirkt... Bei der Narbe ist das einfacher einzuschätzen...

Die Thrombosespritzen gebe ich mir täglich, das ist kein Thema.

Viele Grüße

Daniel
 
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