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Fragebogen während der Reha ausfüllen

daphne

Erfahrenes Mitglied
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18 Feb. 2014
Beiträge
135
#1
Hallo alle miteinander,
ich bin zur Zeit in einer orthopädischen Reha, die durch die DRV finanziert wird. Ich arbeite und war vor der Reha auch nicht krankgeschrieben. Allerdings habe ich verschiedene orthopädische Erkrankungen, die es mir schon seit 20 Jahren ermöglichen, alle fünf Jahre eine Reha zu machen.
Ich fühle mich hier sehr gut aufgehoben und die einzelnen Behandlungen sind erfolgsversprechend. Eine Verlängerung auf vier Wochen war sehr unkompliziert möglich. Also eigentlich nichts zu jammern.
Aber heute habe ich meinen Therapieplan für die nächste Woche bekommen und da sehe ich, dass ich einen computergestützten Fragebogen mit folgenden Titel ausfüllen soll:

Fragebogen zum Arbeitsverhalten.

Nun bin ich - durch einen Wegeunfall mit bleibenden körperlichen Schäden - ein wenig "BG-geschädigt" und habe mit Fragebögen keine guten Erfahrungen gemacht. Da kommen ja oft die seltsamsten Fragen drin vor.

In diesem Fall ist mir gar nicht klar, was dieser Fragebogen soll und ich kann mir auch nicht vorstellen, was der Sinn ist. Da nun das lange Wochenende vor der Tür steht, kann ich hier auch nicht den behandelnden Arzt danach fragen.

Daher meine Fragen an Euch:
Kennt jemand diesen oder einen ähnlichen Fragebogen? (der kann eigentlich nicht mehr für die Therapien notwendig sein, meine Reha endet drei Tage nach dem Termin, an dem ich den Fragebogen ausfüllen soll)
Kann ich ablehnen, einen solchen Fragebogen auszufüllen oder bekomme ich dann Probleme mit der DRV?

Ich bin dankbar für jeden Hinweis. Ich versuche auch, mich dann ganz bald wieder zu melden. Leider ist die Rehaklinik so weit ab von allem gelegen, dass auch das Internet nur selten einen Weg hierher findet :-(
Sowie ich wieder online gehen kann, werde ich mich ins Forum einloggen.

Vielen Dank schon mal im voraus.

daphne
 

Kasandra

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#2
Hallo Daphne,

sehr richtig von Dir! Was für eine Therapie verbirgt sich hinter: "Fragebogen zum Arbeitsverhalten" auszufüllen?

Frage doch bitte mal was das für eine Therapie ist?
Wie ist keine Therapie Na, super, dann fällt der Termin aus!
Bist ja zur Therapie dort :)

Gerne kann man dir einen schriftl. Fragebogen zur Reha-Klinik mit Patientenzufriedenheit zur Therapie, Ärzte, Therapeuten, Zimmern, Ausstattung, Essen etc geben. Füllst Du dann vor Abfahrt aus :)

Keep cool und fang sie weiter:

1. was ist das für eine Therapie?
2. wo steht die im SGB vorgeschrieben?
3. wie soll ein Online-Fragebogen anonym sein, wenn Du einen Termin mit Name, Ort und Datum hast?
4. welche Therapieziele für Dich bringt Dir der Online-Fragebogen?
5. wie ist der Fragebogen validiert?
6. wie wird der Datenschutz gewahrt?
7. was passiert mit den Daten ( ganz klar, man will sehen ob du eine begehrungsneurose hast und bald die Rente einreichen willst)
8. wo findest Du das Benchmark des Fragebogens?

Also man kann das noch bis ins unendliche verlängern.

Du weißt doch, die Fragen sind so aufgebaut das Du nicht ankreuzen kannst z. B. "betr. mich nicht -> WEITER"
Onlinefragebögen nötigen immer zu einer Antwort und lassen kein Überspringen von Themen zu.

Mein Rat wäre der Ablehnung!

Solltest du dch dennoch hinreißen lassen mit zu machen und du kommst an den punkt wo du sagst, trifft auf mich nicht zu und du findest kein Feld für dein Kreuzchen und das Programm blockiert bis du zu einer antwort genötigt bist, dann höre einfach auf und sage: das Programm ist nicht abgestimmt auf mich. meine Bedürfnisse und lebens- sowie arbeitssituation. Die Vorgaben sind nicht akzeptabel - viele grüße es war nett bei ihnen und du gehst.

Bitte bedenke, es steht auf dem Therapieplan, aber es ist keine Therapie!
Das System nötigt auf Antworten, man kann nichts überspringen, auch wenn es nicht passt.

Da kann kein Bummerang kommen :)

Viele Grüße

Kasandra
 

derosa

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Niedersachsen
#3
Hallo Daphne,

ich bin selber reichlich BG-geschädigt und hatte einen solchen Fragebogen bei meiner einzigen Reha auf dem Programm.

Mache den Spaß mit und beantworte nur die Fragen, welche für dich unverfänglich sind!

Die Frage: Wie sehen Sie ihre berufliche Zukunft, kannst du sowieso nicht beantworten ;-)

Gib´ ehrlich an, wo deine Defizite sind und gut ist.

Verweigern würde ich diese Programmstunde nicht...

Viele Grüße

Derosa
 

Kasandra

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#4
Hallo Derosa,

mittlerweile sind ja die Online-Fragebögen so programmiert, dass Du die Fragen nicht überspringen kannst.

Damit entsteht eine Nötigung irgendwo hin zu klicken.

Eine Aussagekraft hat dann ein Fragebogen inhaltlich nicht mehr und Ergebnisse werden interpretiert so wie diese immer in den Kram passen.

Daphne ist bei einer DRV Reha.

Viele Grüße

Kasandra
 

daphne

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#5
Ich habe von anderen Patienten hier gehört, dass sie auch Fragebögen ausfüllen mussten, allerdings zu anderen Themen, und es war so, wie Kasandra schreibt: man kann nicht überspringen, muss auf alles ein Antwort-Kreuzchen machen und man kann auch nicht zurückblättern, um irgendetwas zu ändern.
Ich habe wirklich keine Probleme mit meiner Arbeit und auch nicht mit meinem Arbeitgeber. Es gibt also - nach meiner Meinung - für die DRV keinen Grund mein Arbeitsverhalten zu evaluieren. Ich finde schon den Titel von dem Fragebogen unmöglich. "Fragebogen zum Arbeitsverhalten". Das liest sich, als wenn es da was zu bemängeln gäbe.

Kasandra spricht mir aus dem Herzen: ich habe Sorge, dass die DRV mich irgendwie überprüfen will, ob ich - das Wort ist so cool - eine Begehrungsneurose habe. Die habe ich nicht, ich arbeite gerne und gut :)

Ich finde leider wirklich im Netz nichts dazu.......

Vielen Dank fürs mitlesen und mitüberlegen

Daphne, die sich hier bis gestern echt wohl gefühlt hat und nun ein bisschen unsicher ist :-(
 

HWS-Schaden

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#6
Hallo Daphne,

evtl. handelt es sich um einen Fragebogen zu arbeitsplatzbezogenen Belastungen (bei Muskel-Skelett-Erkrankungen MSE), falls du so einen noch nicht ausgefüllt hast.
Wieviel Zeit ist in deinem Plan denn vorgesehen?

Andere Patienten mit ähnl. Situation zu fragen, ob sie mehr zu den Fragen wissen, halte ich für eine gute Idee, falls am Wochenende möglich.

Hier fand ich noch etwas, aber ich denke, das ist nicht das Gesuchte: https://www.ihre-vorsorge.de/forum.html?tx_mmforum_pi1[action]=list_post&tx_mmforum_pi1[tid]=415

Hier findest du vielleicht auch Anhaltspunkte, worum es sich bei dem Fragebogen handeln könnte (zB "AVEM", s. S. 12): http://www.deutsche-rentenversicher...le/57764/psycho_fachtagung_neudert_bethge.pdf

Dies nur, falls du zu beunruhigt bist, um das Wochenende genießen zu können.


Liebe Grüße HWS-Schaden
 
Zuletzt bearbeitet:
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Guest
#7
Hallo Daphne,

einen online-gestützten Fragebogen? Würde den nicht online machen. Lehne aber erstmal nicht generell ab. Ich würde darum bitten, mir den Fragebogen auszudrucken.

Was für Antwortmöglichkeiten hast du? Ja / Nein - trifft zu, trifft nicht zu oder Art Skala von ...bis? Kannst du Fragen differenziert beantworten?

Ich würde u.a. auch den folgenden Fragen nachgehen und diese mir beantworten lassen (Dreh den "Frage-Spieß" um. Das scheint mir geschickter und taktischer zu sein.):

Welche rechtliche Grundlage gibt es denn in Bezug auf den Fragebogen?
Was passiert mit dem Fragebogen, wenn du ihn online ausgefüllt hast?
Wer erhält den ausgefüllten Fragebogen?
Ist der Datentransfer datenschutzsicher?
Bist du verpflichtet, den Fragebogen auszufüllen? Oder ist dieser freiwillig?
Wenn nicht freiwillig, wirst du auf Folgen hingewiesen, wenn du ihn nicht ausfüllst?
Welche rechtliche Konsequenzen gäbe es denn?

Vielleicht fallen dir noch weitere Fragen ein.

Erst klären, dann entscheiden. So würde ich es handhaben.

Meine Entscheidung würde ich erst nach Antwort DIESER Fragen treffen.

Je nach Art der Antworten kannst du dann eine Argumentationskette ggf. gegen den Fragebogen folgenlos aufbauen, wenn du ihn nicht ausfüllen magst. Und schriftlich darlegen.

Du hast ein Recht auf Information / Aufskunft und Aufklärung!

Gruss von ************
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:

daphne

Erfahrenes Mitglied
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Beiträge
135
#8
Vielen lieben Dank noch mal für Eure Tipps und die Links. Mir hat das über das - Internetlose - Wochenende geholfen. Und es hat mir Mut gemacht, direkt heute beim behandelnden Arzt nachzufragen, worum es bei dem Fragebogen geht.
Ein bisschen rumgedruckse von ihm und es wurde klar, dass es ein eigentlich diagnostisches Mittel ist. Allerdings hatte die Therapieplanung vergessen, mich in der ersten Woche dafür einzuplanen und nun hatten sie es mir für kurz vor der Abreise "aufs Auge gedrückt".
Der Arzt konnte mir somit auch nicht erklären, warum der Test jetzt noch notwendig ist und hat von sich aus gesagt, dass der ja nun unnötig ist und mich wieder rausgestrichen.
Damit ich nicht hinterher noch Nachfragen bekomme (man weiß ja nie), warum ich den Test nicht gemacht habe, werde ich mir vom Therapieplan ein Foto machen, dort wo die Unterschrift vom Arzt ist.

Es ist immer gut, dass wir uns hier austauschen können und es hilft mir sehr, dass ihr mir den Rücken gestärkt habt.

Vielen Dank nochmal dafür
daphne
 
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