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Folgen meiner Radiusfraktur, was muss ich beachten?

Flossie

Neues Mitglied
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3 Jan. 2021
Beiträge
4
Ort
Ostfriesland
Guten Tag und moin aus Ostfriesland,
ich suche schon länger im Internet und bin froh, auf dieses Forum gestoßen zu sein. Vorab möchte ich mich schon mal entschuldigen, da mein Beitrag vermutlich lang wird und ich viele Fragen habe. Je mehr ich lese, desto verwirrter werde ich. Ich hoffe sehr, dass Ihr mir helfen könnt.
Zu meiner Person: Ich bin 56 Jahre alt, verh., 3 erwachsene Kinder, von denen 2 noch zu Hause leben. Ich arbeite Vollzeit als MTA in einem med. Labor, unterstütze meine alte Mutter und habe als Familienmanagerin meinen Haushalt gut im Griff. Hobbys: der Hund, Sport, Stricken und vieles mehr.

Am Freitag, den 18.09.20 bin ich beim Sport umgeknickt und rückwärts auf die linke Hand gestürzt. Dabei zog ich mir eine dizlozierte distale Radiusfraktur zu, die zunächst im Klinikum (das Sportstudio befindet sich in dessen Räumlichkeiten) reponiert und eingegipst wurde. Am Samstag musste ich zur Gipskontrolle dorthin, war ok, ich hatte auch keine Schmerzen mehr. Abends erhielt ich einen Anruf aus dem Klinikum, man hätte sich die Bilder nochmal angeschaut und mit dem Oberarzt besprochen, der Bruch müsse doch operiert werden(aufgrund der noch bestehenden Dislokation), am nächsten Mittwoch habe man einen Termin für mich. Ich bat um Bedenkzeit und holte mir eine 2. Meinung ein. Auch dieser Chirurg war der Meinung, da ich möglichst schnell wieder fit sein wollte, solle ich operieren lassen.
Am Do., den 24.09.20 wurde mir dann unter Plexusanästhesie eine winkelstabile distale Radiusplatte mit 8 Schrauben eingesetzt. Die "Alles-wurscht-Pille", die mir vorher verabreicht wurde, hat leider nicht wirklich gewirkt, ich habe u.a. gehört, wie der Chefarzt sich mit der beteiligten jungen Ärztin unterhielt: "Diese Schraube sitzt nicht richtig, das müssen wir nochmal machen..."und die Geräusche des Akkuschraubers. Ein weiterer Versuch, mich etwas tiefer schlummern zu lassen, scheiterte ebenfalls, ich blieb wach. Nach der OP schob mich der Chefarzt selbst zum Röntgen (bin übrigens Kassenpatient) und erklärte mir im Fahrstuhl, er wäre mit dem Sitz einer Schraube nicht ganz zufrieden. Danach brachte er mich auf Station. Gegen Abend ließ die Betäubung nach und ich bekam die Schmerzen meines Lebens. Ich habe schon einiges erlebt und kann mit Schmerzen umgehen, es war auch nicht mein erster Knochenbruch. Aber in meinem Arm war die Hölle los. Ibuprofen und Novalgin halfen nicht, die Nachtschwester hängte mir einen Schmerzmitteltropf an, der auch nicht wirkte. Mitten in der Nacht musste ich nochmals klingeln, da bekam ich nach Rücksprache den "guten Stoff" angehängt. Der half auch gut, ging mir aber leider auf die Atmung, so dass ich bis zum Morgen wach blieb. Ausserdem wurde mir nachts der Verband aufgeschnitten, was aber keine Erleichterung brachte. Am Freitag erhielt ich eine Unterarmorthese und eine Lymphdrainage. Wegen der heftigen Schmerzen wurde ich auch nicht wie geplant am Samstag sondern erst Sonntag entlassen.
Hand und sämtliche Finger waren sehr geschwollen, die Schmerzen erträglich, aber der Daumen komplett unbeweglich (habe ich erwähnt) mit einem massiven Hämatom drin.
Bereits am Dienstag, dem 29.09.20, habe ich mit Physiotherapie begonnen, aber es war kaum Bewegung möglich, weder am Handgelenk noch an den komplett steifen und dicken Fingern. Auch das Aufdrehen des Unterarms war nicht möglich. Zeigefinger und Daumen sowie der komplette Handballen waren taub und fühlten sich pelzig
an. Dazu kam ein brennender Schmerz am Puls und am Handgelenk ein Schraubzwingengefühl mit wehenartigen Schmerzen, dazu Mißempfindungen am ganzen Unterarm.
Das Fädenziehen am 06.10. bei meiner HÄ gestaltete sich und großen Schwierigkeiten (u.a. weil ich den Arm nicht ablegen konnte) und stärksten Schmerzen (von meiner HÄ auch so dokumentiert).
Mittlerweile befand sich meine Hand in einer "Pfötchen"stellung, die nach wie vor steifen, geschwollenen Finger krümmten sich, der Griffelfortsatz stand weit hervor. Die Orthese fühlte sich auf meiner Haut an wie mit tausend Nadeln gespickt, es war kaum Bewegung möglich, kein Pinzettengriff, nichts!
Ich erhielt jetzt auch Tilidin und später auch Pregabalin, so wurde dem Schmerz die Spitze genommen. Weiterhin ging ich 2x wöchentlich zur Physio und Lymphdrainange und übte mit meiner Flosse tapfer zu Hause.
Am 19.10.20 hatte ich meine Kontrolluntersuchung zum Röntgen im Klinikum. O-Ton des Arztes:"Scheiße!" Er schob noch eine Computertomographie nach. Ergebnis: Stufenbildung zwischen Epi-/Metaphysenebene, Luxation der Elle, Abriss des Griffelfortsatzes. Und nicht alle Fragmente sind von der Platte erfasst. Der Arzt hat mir eine Überweisung zur Handchirurgie unseres anderen Krankenhauses gegeben, dort angerufen und mir einen Termin gemacht.
Dort wurde ich nochmals untersucht, man schickte mich zum Neurologen und zur Szintigraphie. Laut Neurologen, wo die Nervenströme gemessen wurden (ziemlich fies) hat der Nervus medianus was abbekommen, er sagt: "Vorn haut die Platte ins Gelenk und hinten drückt sie auf den Nerv).
Laut Szintigramm passt der Befund zu einer Reflexdystrophie (CRPS), selbstverständlich ist der schmerzhafte Prozess erkennbar. Morbus Sudeck steht schon länger im Raum.
Mit diesen Befunden war ich am 15.12. erneut in der Handchirurgie. Aufgrund der Luxation der Elle ist die Unterarmdrehung nicht möglich, sie planen eine OP nach Kapandji-Sauve oder Bowers, wo mir die Elle zurechtgeschnitzt werden und das Metall entfernt werden soll, erst Ende März 2021. Ende Januar habe ich noch einen Termin bei einem anderen Chirurgen wegen 2. Meinung, mir ist unwohl bei dem Gedanken, dass was "abgesäbelt" wird.
Meine Schmerzen sind mittlerweile erträglich, ich stehe aber immer noch unter dem starken Medikamentencocktail. Es ist halt immer was los in der Flosse...
Mittlerweile habe ich durch Krankengymnastik , Lymphdrainage sowie fleißiges Üben zuhause meine Finger wieder einigermaßen beweglich bekommen, obwohl sie jeden Morgen und nach Übungspausen (so ca. 1 h) steif sind, Schwellungen treten über Tag auf. Intensives Üben büße ich abends...dennoch mache ich tapfer weiter.
Gott sei Dank bin ich Rechtshänder, aber ich bin doch sehr stark eingeschränkt (Kraft und Motorik), seit November bin ich auf Krankengeld, Haushalt, Auto- oder Fahrradfahren, Stricken, alles nicht möglich.
In der Handchirurgie wurde mir bereits mitgeteilt, dass die Hand nie wieder so richtig werden und auf jeden Fall was zurückbleiben werde. Meint Ihr, es könnte ein Behandlungsfehler vorliegen? Am 22.12.20 erhielt ich einen Anruf aus dem Klinikum, die Sekretärin des Chefarztes sollte sich nach meinem Befinden erkundigen...
Ich habe eine private Unfallversicherung und eine Rechtsschutzversicherung. Die Unfallversicherung ist informiert, ich habe für den Krankenhausaufenthalt Tagegeld und Genesungsgeld erhalten zusammen mit dem Hinweis, falls Invalidität vorliegt, dieses nach 15 Monaten angemeldet werden muss.
Wie soll ich nun vorgehen, falls ich einen Behandlungsfehler vermute? Ich habe schon Verschiedenes gelesen:
Man soll das Gespräch mit dem operierenden Arzt (in meinem Fall wäre das der Chefarzt vermutlich) suchen (wecke ich da nicht schlafende Hunde?). Das Klinikum hat auch im Rahmen seines Beschwerdemanagements sog. Patientenfürsprecher, wäre das was?
Man soll sich an seine Krankenkasse wenden, die wird dann wohl den medizinischen Dienst einschalten.
Oder es gibt die Gutachterkommission der Ärztekammer...oder soll ich mir gleich einen Rechtsanwalt für Medizinrecht suchen?
Meiner Unfallversicherung würde ich nur Bescheid geben (schriftlich mit Bitte um Rückantwort), dass eine 2. OP ansteht, erstmal nicht mehr, bis ich weiß, wie sich die Flosse danach entwickelt. Richtig so? Ich habe wirklich keine Erfahrung mit diesen Dingen. Für mich sind es 3 Baustellen:
1. Die Hand muß wieder funktionieren. Ich werde mich auf keinen Fall wieder so vertrauensselig unters Messer legen, sondern erst die 2. Meinung zur geplanten OP holen und außerdem noch einen Gesprächstermin mit der Handchirurgie vereinbaren und mir alles genauestens erklären lassen. Unter Umständen würde ich auch in eine Klinik weiter weg gehen.
2. Die private Unfallversicherung, die bei Invalidität zahlen muss
3. Der mögliche Behandlungsfehler, wenn mir Schadensersatz und/oder Schmerzensgeld zusteht, möchte ich das auch haben.

So, ich bin erschöpft und mein Kopf ist leer. Ich hoffe, dass ich nichts Wichtiges vergessen habe. Ich bedanke mich für Eure Geduld beim Lesen und hoffe, dass Ihr mir weiterhelfen könnt.
Liebe Grüße
Flossie
 

elster999

Erfahrenes Mitglied
Registriert seit
11 März 2014
Beiträge
1,057
Ort
Großraum Berlin
Hallo Flosse,
zunächst willkommen hier und schön, dass du uns gefunden hast. Deine Geschichte ähnelt meine doch sehr, sodass ich dir zu deiner ersten Frage sicherlich einiges erzählen kann. Zu Frage 2 und 3 kann ich dir leider nicht weiterhelfen, da meldet sich aber vielleicht noch der ein oder andere hier bzw solltest du die Frage der privaten Unfallversicherung direkt in diesem Bereich noch mal stellen. Kurz zu mir und meiner Geschichte: bei einem schweren Verkehrsunfall habe ich mir unter anderem ein Trümmerbruch des linken Handgelenkes zugezogen. Auch dieses wurde zunächst nur provisorisch eingegipst und ruhiggestellt da andere schwerwiegendere Verletzungen zunächst operiert werden mussten. Die OP erfolgte dann auch nur unter Plexusanästhesie in der Unfallchirurgie des mich behandelnden Krankenhauses. Die Gespräche die ich dort mitbekommen habe und das wiederholte versuchen die Schrauben richtig zusetzen etc kann ich also sehr gut nachvollziehen. Und auch das Gefühl die Ikea Schrankwand höchstpersönlich darzustellen an der dran rum geschraubt wird die furchtbaren Akkuschrauber Geräusche etc., habe ich noch heute viele Jahre später am Kopf. Auch ich habe nach der OP plötzlich irre Schmerzen bekommen, die ich so noch nie hatte. Die mir verabreichten Medikamente helfen gar nichts und die zuständige Schwester wurde immer grantiger mit mir und meinte dass ich mich nicht so anstellen soll. Ich war irgendwann an dem Punkt zu überlegen ob ich jetzt besser aus dem Fenster springe oder ob ich es schaffe diese Schmerzen noch länger auszuhalten. Diese brutalen Nervenschmerzen hatte ich später dann auch bei beiden weiteren Ops an der Hand. Ich weiß jetzt was schmerzstufe 10 bedeutet und vergebe diese deshalb nicht mehr und mir braucht auch keiner erzählen dass Kinder kriegen wir stärkste Schmerzes die man sich vorstellen kann. Sorry weit gefehlt. Mich hat damals ein guter Freund derselbe Arzt ist gerettet der nämlich zu Besuch kam und mich so sah und sofort die Schwester an fauchte dass sie den Arzt rufen soll und er dann gemeinsam mit dem Arzt geguckt hat was los ist Punkt auch mir wurde der Verband aufgeschnitten weil man vermutete dass es zu eng gewickelt war und deshalb der nervt so reagiert . aber das war es auch nicht. Anschließend habe ich auch den guten Tropfen bekommen und konnte mich endlich entspannen . am nächsten Tag waren die Schmerzen dann auch schon etwas weniger schlimm aber definitiv nicht weg. Später kam dann heraus das der medianus in der OP Narbe eingewachsen war weshalb ich dauerhafte Schmerzen Probleme mit der Hand hatte und die Platte drückte auch auf die Gelenke wo in jeder gelenkspalte eine Stufe war. Ich weiß heute dass die Operation einfach nicht perfekt ausgefüllt wurde und ich deshalb diese Probleme habe aber ein Behandlungsfehler nachzuweisen dafür reicht es wahrscheinlich eh nicht. Der hat auch in der ganzen Zeit kein anderer Arzt drauf angesprochen. Was habe ich dann getan und was könnte ich dir raten? Zunächst suche dir bitte dringend einen wirklich absolut hoch gradig professionellen Handchirurgen der sich wirklich nur um Hände kümmert und um nichts anderes. Ich weiß dass die Handchirurgie in Bad Neustadt sehr gut ist, keine Ahnung was ist bei dir in der Gegend eventuell noch für empfehlenswerte Handchirurgen gibt. Meine Hand wurde daraufhin noch zweimal von einem guten Handchirurgen operiert die Platte entfernt der Diskus repariert und der Nerv zweimal freigelegt. Leider habe ich viel zu lange gewartet geht das alles passieren konnte sodass der Nerv bleibende Schäden behalten hat. Aufgrund der Schwellungen das brennende Gefühl etc war bei mir auch immer wieder das Thema CRPS im Raum Punkt der eine Doc sagt ja der andere sagt nein so richtig Klarheit habe ich das nie bekommen.
Was neben einem guten Handchirurgen aber das aller aller wichtigste ist ist eine richtig gute Handtherapie Punkt auch dort gibt es spezialisierte Praxen die nur Hände bearbeiten und keine normalen Ergotherapie oder Physiotherapie sind. Unter DAHTH.de gibt es ein Verzeichnis, wo du sicher auch jemanden in deiner Nähe findest Punkt durch das Üben Spiegeltherapie und regelmäßige detonisieren der Muskeln von Anfang an konnte ich zumindest die Beweglichkeit in den Fingern mir weitestgehend erhalten Punkt sobald ich längere Pausen mache merke ich wie meine Hand immer mehr verkrampft und Richtung Krallenhand mutiert. Deshalb ist die Handtherapie ganz besonders wichtig . Sie können dort auch schienen passgenau für dich anfertigen zur Stabilisierung oder Lagerung um die Einschränkungen und Schmerzen besser in den Griff zu bekommen.
Ansonsten habe ich mich über die Jahre weiter daran gewöhnen müssen mit einer nicht vollständig funktionierenden linken Hand klarzukommen Punkt das funktioniert soweit auch ganz gut, nur die Schmerzen bereiten mir immer wieder Probleme obwohl ich regelmäßig Schmerzmedikamente dafür einnehme. Ich fahre jetzt ein Auto mit Automatik sodass sich hauptsächlich mit rechts lenken kann, ich habe eine spezielle Tastatur die in der Mitte gewölbt ist damit ich meinen Arm nicht so weit verdrehen muss und darauf schreiben zu können Punkt diesen Text diktiere ich damit ich nicht zu viel schreiben muss und meine Hand über überlaste. Schwere Sachen lasse ich von meinem Sohn tragen, den Staubsauger habe ich ging ein Akku Gerät was leichtgängiges ausgetauscht und und und. Man wurschtelt sich so durch und merkt immer wieder warum man normalerweise zwei gesunde Hände mit auf die Welt bekommt. Es ist nicht mehr wie vorher und es wird es auch nicht mehr, aber man gewöhnt sich dran und lernt damit umzugehen.
Ich wünsche Dir von ganzem Herzen dass du bald eine gute Therapie findest und auch ein Chirurgen oder Neurologen der sich gut um deine Hand kümmert bei der davon Ahnung hat und weil er Menschen wirklich helfen will. Diese Ärzte findet man leider nicht an jeder Ecke und in jedem Dorf Krankenhaus, selbst in großen Kliniken nicht unbedingt. Sie sind rar gesät und man muss sie suchen aber wenn man sie gefunden hat besteht die Hoffnung die Handfunktion doch noch so weit wie möglich zu erhalten. Bleibe tapfer und berichte gerne weiter .
LG Ellen

P.S. dein Name ist prima ;)
 

bobb

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Und nicht alle Fragmente sind von der Platte erfasst
Hallo Flossie,

wie lautete die Diagnose bei der ersten Röntgenaufnahme??
Distale Radiusfraktur oder mehrfragmentäre distale Radiusfraktur?

Wenn erst nach der OP festgestellt wurde, dass nicht alle Fragmente von der Platte erfasst wurden, dann ist das ein ärztlicher Kunstfehler bzw. der Chirurg hat sich die Bilder nicht gut genug angeschaut.

Du hattest anscheinend also eine mehrfragmentäre distale Radiusfragtur und wenn nicht alle Fragmente von der Platte erfaßt wurden, dann hat man eben Mist gemacht!

Dass bei einer solchen OP keine Vollnarkose erfolgt ist, ist nicht ungewöhnlich. In der Klinik für Handchirurgie in Bad-Neustadt ist es üblich, dass man nur den Arm betäupt und man alles mitbekommt, was zwischen den Ärzten gesprochen wird. Warum sollte das negativ sein?

Allerdings wird dort der Arm 3 Tage betäubt gehalten mittels einer Schmerzmittelpumpe, um so einem CRPS vorzubeugen.

Stechen und Brennen sind ein Hinweis auf einen Nervenschmerz!!! Schon ein falsch angelegter Gips kann zu einem Nervenschmerz führen! Doch bei Dir scheint dem Grunde nach einiges bei der OP auch wegen falscher Verschraubung schiefgelaufen zu sein.
Mein Rat: Gehe in eine Klinik, die ausschließlich Hände operiert! Jeder Unfallchirurg, der eine Karpaltunnel-OP macht, darf sich Handchirurg nennen. Du hättest auch den operierenden Chefarzt mal fragen sollen, wieviele solche OPs er im Jahr macht.

Empfehlung: Prof. Prommersberger (Chefarzt der Klinik für Handchirurgie Bad-Neustadt).. Vorgespräch mit dem Oberarzt Dr. Kalb, der sich die Bilder genau anschaut und die OP-Planung macht.

Gruß Bobb
 

Flossie

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Liebe Ellen,
vielen Dank für Deine prompte Antwort, da hast Du ja schon wirklich was durchgemacht...das viele Schreiben gestern musste ich abends büßen, Flossie war sehr beleidigt :(. Werde gleich mal nach Handtherapeuten suchen. Dienstag nächster Woche habe ich wieder bei meiner HÄ einen Termin, habe mir schon eine Liste vorbereitet, was ich alles besprechen will...Generell sitzen wir hier oben am A.... der Welt, was Fachärzte, Spezialisten usw. angeht. Bad Neustadt liegt ganz am anderen Ende der Republik. Unser 2. Krankenhaus vor Ort hat eine Handchirurgie, deren Chef einen sehr guten Ruf hat, bei ihm habe ich den OP-Termin Ende März (stehe auch auf der Warteliste)...Aber erst noch die 2.Meinung dazu und ein weiteres Gespräch. Ich werde weiter berichten. Bleib Du auch tapfer, Ellen!
Liebe Grüße
Flossie
 

Flossie

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Hallo Bobb,
vielen Dank für Deine schnelle Antwort. Nein, bei der 1. Röntgenaufnahme stand nichts von mehrfragmentärer distaler Radiusfraktur. Erst bei der Kontrolluntersuchung 3 Wochen später tauchen im Bericht Begriffe auf wie :nur die distalen Fragmente sind erfasst, darüber hinaus handrückenseitige knöcherne Defektbildung, Abriss des Griffelbeins...
Ich werde auf jeden Fall nächste Woche mit meiner HÄ das weitere Vorgehen besprechen, Bad Neustadt, vielleicht auch das Universitätsklinikum Münster.
Liebe Grüße
Flossie
 

lohegrim

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Hinsichtlich der Frage 3.
Du betonst, du kannst im Haushalt kaum was machen.
Wenn wirklich ein Behandlungsfehler vorliegt, hast du neben einem Schmerzensgeld auch einen Haushaltsführungsschadensanspruch. Dementsprechend ist es wichtig, dass du dir genau eine Liste machst was du vorher im Haushalt getan hast und durch die fehlerhafte OP nicht mehr bzw. nur viel langsamer machen kannst. Am besten Googlest du mal, da gibt es einige Fragebogen die man gut ausdrucken und ausfüllen kann. Hierzu zählt auch der Zeitpunkt im Krankenhaus und während der Heilbehandlung sowie eventuell für die Zukunft, wenn keine Besserung eintritt.
 

bobb

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Am 22.12.20 erhielt ich einen Anruf aus dem Klinikum, die Sekretärin des Chefarztes sollte sich nach meinem Befinden erkundigen...
Ich habe eine private Unfallversicherung und eine Rechtsschutzversicherung. Die Unfallversicherung ist informiert, ich habe für den Krankenhausaufenthalt Tagegeld und Genesungsgeld erhalten zusammen mit dem Hinweis, falls Invalidität vorliegt, dieses nach 15 Monaten angemeldet werden muss.
Hallo Flossie,

1. Private Unfallversicherung / Invalidität
Zunächst hast Du jedenfalls schon mal Deine Obliegenheitspflicht erfüllt, weil der Unfall bei Deiner PUV gemeldet wurde und somit dort aktenkundig ist. Dies muß innerhalb von 3 Monaten nach dem Schadensereignis geschehen.

Bei Deiner Invalidität mußt Du aufpassen, denn meistens ist Vertragsinhalt, dass innerhalb von 12 Monaten die Invalidität eingetreten sein muß und innerhalb von weiteren 3 Monaten diese Invalidität von einem Arzt festgestellt werden muß.

Demnach muß eine ärztliche Feststellung der Invalidität nicht wie Du geschrieben hast N A C H 15 Monaten "gemeldet" werden !!! Ich habe in einem anderen Thread bereits erläutert, dass die Feststellung der Invalidität nicht durch einen Dich behandelnen Facharzt erfolgen braucht, sondern auch durch einen Allgemeinarzt erfolgen kann ! Hauptsache ist dabei, dass die Invalidität formal innerhalb von 15 Monaten (Datum des Formulars oder Datum des formlosen Feststellungsschreibens ist ausschlaggebend!) festgestellt wird.
Wenn Deine PUV geschrieben hat, dass erst nach 15 Monaten eine Invalidität festgestellt werden muß, dann könnte das falsch sein, und Dein Anspruch könnte wegen Fristversäumnis nicht mehr bestehen. Schaue daher nochmal in Deinen Vertrag.

Nach BGH-Rechsprechung ist das Datum der formalen oder formlosen Invaliditätsfeststellung ausschlaggebend. Das heißt, Du kannst zwar diese Feststellung (kann auch ein Bogen Deiner PUV sein) noch über 15 Monate hinaus an Deine PUV schicken, aber die schriftliche Feststellung des Arztes muß ein Datum innerhalb der 15 Monate tragen.

Lasse Dir einfach mal einen Invaliditätsbogen von Deiner PUV zuschicken, denn es gibt einige wenige Formalien die erfüllt sein müssen wie z.B. welche Gliedmaßen beeinträchtigt sind usw. Der feststellende Arzt braucht auch keine Angaben zu machen über die Invalidität nach der Gliedertaxe. Er kann auch falsche Angaben machen. Es handelt sich also dabei um eine reine Formalie, die erfüllt sein muß. Die Feststellung der tatsächlichen Invalidität bleibt dann dem Gutachter der PUV vorbehalten, der Deine Einschrännkungen nach der Gliedertaxe bewerten wird.

2. Haushaltsführungsschaden

Wenn ein Arzthaftungsfall vorliegt und dadurch Deine Bewegungseinschränkung zu einer verminderten Haushaltsführung führt, dann kannst Du diesen HFS bei der Haftpflichtversicherung des Arztes geltend machen. Wie schon lohegrim geschrieben hat, kommt es dann darauf an, was Du aufgrund der Fehlbehandlung für zurückbleibende Beeinträchtigungen hast, die sich auf Deine von Dir bisher durchgeführte haushalterische Tätigkeit aber auch auf evtl. Gartenarbeiten, handwerkliche Arbeiten wie Wohnungsrenovierungen usw. auswirken.

Ich würde dann auch an Deiner Stelle eine Schwerbehinderung beim Versorgungsamt beantragen. Ein amtliches Dokument über eine Beeinträchtigung kann nicht schaden, wobei der GdB nach versorgungsrechtlicher Hinsicht nicht übereinstimmen muß mit den prozentualen oder der anteiligen Minderungen der haushalterischen Leistungen.
Wenn das Versorgungsamt Dir z.B. einen GdB (Grad der Behinderung) von 10 billigt, dann kann es trotzdem sein, dass Du 20 % oder mehr Deiner haushalterischen Arbeit nicht mehr machen kannst.

Wenn Du alleine wohnst, dann gäbe es auch niemanden, der einen Teil dieser Arbeiten übernehmen könnte, so dass die haftende Versicherung Dir auch nichts in Abzug bringen könnte, weil es etwa zumutbar wäre, dass eine zum Haushalt gehörende Person einen Teil der Tätigkeit übernimmt.. Ein Haushaltsführungsschaden kann dann auch für die Zukunft geltend gemacht werden.

Es gibt auch "Experten" zur Berechnung eines Haushaltsführungsschadens, die Du dann beauftragen kannst und deren Kosten für ein evtl. Gutachten auch von der haftenden Versicherung übernommen werden müssen, da Du im Zuge der Rechtsverfolgung Deiner Ansprüche fachlich/sachlich zu einer solchen komplizierten Berechung Deines Schadens nicht in der Lage bist (da gibt es eine Rechtsprechung, auf die Du Dich stützen kannst). Weitere Tipps von mir dazu gerne später.

Viele Grüße Bobb
 

Flossie

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Hallo Bobb, hallo lohegrim,
vielen Dank für Eure Hinweise, behalte ich im Hinterkopf.
Bobb, bezüglich der PUV hast Du natürlich recht, es heißt INNERHALB von 15 Monaten, ich hatte es einfach falsch geschrieben. Invaliditätsbogen ist angefordert.
Heute haben meine Hausärztin und ich meine sämtlichen Befunde und Bilder hochgeladen und an die Handchirurgie Universitätsklinikum Münster geschickt. Eigentlich haben sie dort erst im Sommer wieder Termine, da sie wegen der Corona-Pandemie ca. 400 OPs verschieben mussten. Wir hoffen, dass die Dringlichkeit erkannt wird und ich vorgezogen werden kann...Ich mag wirklich nicht mehr meiner Hand beim Verkrüppeln zuschauen.
Liebe Grüße
Flossie
 
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