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Fernsehtip: Montag, 22:30, WDR - Der missbrauchte Patient

Joker

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2 Sep. 2006
Beiträge
1,287
Ort
am Rhein
Morgen, 11.09.2006
22.45 - 23.30 (45 min.)
VPS 22.30
WDR Köln

die story
Der missbrauchte Patient - Krebsforscher im Zwielicht


Für Christian Bauers ist die Diagnose ein Todesurteil. Nierenzellkrebs im Endstadium. Dieser Krebs gilt als unheilbar. Umso größer ist die Hoffnung, als er Anfang 2001 von einer revolutionären Krebsimpfung am Uniklinikum Göttingen erfährt.
Die Göttinger Wissenschaftler wollen es mit der neuen Methode probieren. Doch dann lassen die Ärzte nichts mehr von sich hören. Der Todkranke versucht immer wieder, sie zu kontaktieren. Vergeblich. Im Juli 2001 stirbt Christian Bauers.

Erst später entdeckt seine Familie den wahren Grund für das Schweigen der Uniklinik: Die angeblichen Heilungserfolge gab es nie. Als "Göttinger Gebräu" erregt der Fall bundesweites Aufsehen. Vier Jahre lang schleppen sich die Untersuchungen hin. Das Ergebnis: Die einst mit Preisen überhäuften Göttinger Forscher seien grob fahrlässig mit Patientendaten umgegangen und hätten gegen die "gute wissenschaftliche Praxis" verstoßen, sagt der Vorsitzende der Kontrollkommission Prof. Hans-Jürg Kuhn. Schlimmer noch: Einem Patienten, das haben seine Nachforschungen ergeben, seien sogar Krebsgeschwüre angedichtet worden, die er gar nicht hatte, um ihn später als geheilt darzustellen. Insgesamt wurde mit den Hoffnungen von über 400 Patienten gespielt - und die Verantwortlichen für den Skandal sind zum Teil bis heute in Amt und Würden.

Der Hintergrund: Medizinische Forschung heute hat größte Probleme. Zeitnot, Geldknappheit und Karrieredruck prägen den Klinik-Alltag. Laut einer amerikanischen Studie beruhen dreißig Prozent aller wissenschaftlichen Arbeiten auf fehlerhaften Daten. Die meisten dieser Fälle werden nie entdeckt. "die story" zeigt anhand des Göttinger Skandals die Ursachen für wissenschaftliches Fehlverhalten mit für die Patienten tödlichen Folgen.
 

Karsten_PI

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6 Sep. 2006
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113
Hallo.

Wir (meine Frau und ich) haben uns den Bericht angesehen. Der Professor, der als Senior-Author die Veröffentlichung unterschrieben hat, bleibt als Professor der Uni-Klinik im Amt. Er schmollt wie ein kleines Kind und spricht nicht mehr mit der zuständigen Ombudsfrau.

Wenn ich sowas höre und dann noch sehe, dass einige durch diesen Scharlatan und Geldschneider ihr Leben verloren haben, dann fällt mir dazu nur eins ein: Professur entziehen, Aprobation aberkennen und rausschmeißen. Aber sofort.

Zusätzlich per Gericht zu lebenslangem Sozialdienst auf Pflegestationen verurteilen. Natürlich ohne Entscheidungsbefugnis und mit einer Bezahlung, die Hartz IV plus Ein-Euro-Job entspricht.

Vielleicht würde das dann mal einige Abschrecken. Aber so wie es jetzt ist, ist dem Betrug ja Tür und Tor geöffnet, da keine Repressalien zu befürchten sind. Der Mann hat als Strafe lediglich die Möglichkeit verloren, in den nächsten 5 Jahren Forschungsgelder zu beantragen. Huiiii. Wie grausam für ihn. Das ist ja wie 5 Jahre Urlaub weil er weniger zu tun hat.

Karsten
 
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