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Erfahrungsbericht Sprunggelenkfraktur

Copernicus

Neues Mitglied
Registriert seit
8 Juni 2019
Beiträge
1
#1
Ich möchte das hier nicht als Empfehlung verstanden wissen. Jeder Fall ist anders, verantwortlich bist immer du, und dein behandelnder Arzt!

Hallo,
ich möchte hier meine Erfahrung mit meiner Sprunggelenksfraktur teilen.
Hintergrund ist, dass ich im Internet nur wenig verlässliches gefunden habe, was mich während meinem Heilungsprozess genervt hat.
Vielleicht helfe ich so dem ein oder anderem, der gerade am Beginn seiner Reise steht!

Ich habe mir die Verletzung bei einem Salto zugezogen, bin unglücklich aufgekommen.
Im Endeffekt hatte ich ein etwas atypischess Verletzungsmuster mit Innenknöchelfraktur und hinterer Volkmannfraktur.
Zwar war bei mir die Syndesmose nicht gerissen, aber ihre Verankerung (Volkmann) ausgebrochen. Daher galt auch für mich 6 Wochen komplette Entlastung an Krücken.
Die erste Nacht nach der OP ist immer die Hölle, da muss man durch.
Die ersten 2 Wochen war mein Fuß extrem geschwollen. Hier hilft nur Lymphdrainage, kühlen und hochlagern.
Blaue Flecke hatte ich bis 6 Wochen nach dem Unfall, alles normal.
Die ersten Belastungsversuche nach 6 Wochen waren beschissen, man vertraut dem Bein nicht mehr. Aber auch da muss man durch.
Am besten auf ne Waage stellen, für sich entscheiden wann es weh tut, und dann schauen wie viel Kilo man drauf gegeben hat. Gibt Vertrauen.
Natürlich alles im Rahmen des Nachbehandlungsplans, generell heisst Schmerz ímmer "Stopp".
Ich darf nun seit Dienstag wieder voll belasten. Kurze Strecken (20 Meter innerhalb der Wohnung) schaffe ich ohne Krücken.
Für den Rest ist die Muskulatur einfach noch zu schwach. (Mein betroffenes Bein hat 5 cm an Umfang eingebüßt).
Arbeiten habe ich nach 3 Wochen wieder versucht, ging aber nicht. Jetzt, nach 6 Wochen ist es kein Problem mehr.


Allgemeines:
Die Sprunggelenksfraktur ist eine sehr häufige Fraktur, weswegen man an den meisten Häusern viel Erfahrung damit hat. Man sollte bei der Wahl der Klinik jedoch trotzdem auf eine hohe Schlagzahl achten.
Ich hatte eine atypische Innenknöchelfraktur mit zusätzlicher Absprengung des hinteren Volkmann-Dreiecks.
Am Volkmann-Dreieck befindet sich die Bandverbindung zwischen Schien- und Wadenbein, die Syndesmose.
Die Syndesmose hält Schien- und Wadenbein zusammen, wenn man auf den Fuß tritt. Wäre sie nicht da, würde es die Sprunggelenksgabel bei jedem Tritt aufgespreizen was u.a. in Instabilität resultiert.
Bei einem Syndesmosenriss wird daher auch oft eine Stellschraube eingebaut, welche Fibula und Tibia aneinander fixiert, um der Syndesmose die Möglichkeit zu geben, in Ruhe zusammenzuwachsen. Daher darf man in dieser Zeit meistens gar nicht, oder nur mit 20kg belasten (je nach Operateur).
Frakturen ohne Gelenks- oder Syndemosenbeteiligungen (bspw. Weber A) sind übrigens idr relativ unkompliziert. Oft darf man hier auch direkt wieder voll belasten.

Man kann den Verlauf selbst stark beeinflussen, indem man einige Sachen beherzigt:
- nicht rauchen !
- den Fuß ab und zu selbst mit Mobilat oder Voltaren massieren, so lange es nicht weh tut.
- aktiv bleiben
- nicht verzweifeln. Die Zeit an Krücken ist beschissen und es wird auch nicht besser. Aber alles geht vorbei!

Grüße
 
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