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Doping im Beruf

IngLag

Gesperrtes Mitglied
Registriert seit
11 Nov. 2006
Beiträge
896
Hallo,

anlässlich der neuesten Dopingfälle im Sport wollte ich mal wissen, wie die Meinungen im Forum dazu sind. Was ist Doping überhaupt? Wo beginnt Doping, wann ist es verboten und wann wird es sogar erlaubterweise gefördert?

Ich denke dabei erst an Berufssportler, die überwacht werden, damit sie ihre Leistungen nicht durch unerlaubte Mittel steigern. Das Verbot des Dopings ist aber nicht nur im Tatbestand des Betruges an den anderen Sportlern begründet, sondern auch in den gesundheitlichen Gefahren. Wobei das Doping nicht nur für physische sondern auch für psychische Leistungssteigerung eingesetzt wird.

Ich denke aber auch an normale Arbeitnehmer, die durch Krankheit oder Unfälle arbeitsunfähig wurden und durch alle möglichen - auf der Dopingliste stehenden Substanzen, wieder „auf die Beine“ gebracht werden. Aber auch an freiwilliges „Doping", um dem Leistungsdruck im Berufsleben gewachsen zu sein.

Grüße von
IngLag
 

seenixe

Super-Moderator
Mitarbeiter
Registriert seit
31 Aug. 2006
Beiträge
8,502
Ort
Berlin
Zur Erläuterung vielleicht einen Auszug aus einem Artikel von heute:

Alarmierende Kassen-Studie: Immer mehr Medikamentenmissbrauch wegen Stress am Arbeitsplatz / DGB befürchtet angesichts der Wirtschaftskrise weitere Zunahme
Zwei Millionen Menschen dopen sich mit Medikamenten, weil sie am Arbeitsplatz unter Stress und Leistungsdruck leiden. Das ist das Ergebnis einer gestern veröffentlichten Studie der Deutschen Angestellten Krankenkasse (DAK). Rund 800 000 – eigentliche gesunde – Arbeitnehmer schlucken demnach sogar täglich oder mehrmals wöchentlich leistungssteigernde und stimmungsaufhellende Arzneien. Jeder fünfte der 3 000 Befragten hält diese Methoden für legitim.
Der Studie zufolge ist vor allem bei Beschäftigten mit hohem Stresspotenzial, einem unsicheren Job oder starker Konkurrenz die Bereitschaft groß, mit Arzneimitteln die Leistung zu steigern – besonders unter Akademikern. Eingesetzt würden vor allem Arzneimittel gegen Aufmerksamkeitsdefizite bei Kindern (ADHS), gegen Depressionen und Demenz.
Zwei von zehn Befragten nehmen wegen der für sie positiven Effekte sogar die Risiken in Kauf. Den Hinweis, es doch einmal mit Medikamenten zu probieren, erhielt die Hälfte der Befragten aus der Familie oder von Freunden und Kollegen. In 28 Prozent der Fälle gaben Ärzte den Tipp dazu.
Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) befürchtet, dass die Unsicherheit über die Auswirkungen der Finanzkrise „zu einem weiteren Anstieg psychischer Beanspruchungen am Arbeitsplatz führen wird“. Der Gewerkschaftsbund forderte eine wirksame Bekämpfung von Stress und die „Etablierung einer Gesundheitskultur am Arbeitsplatz“.
Auch Alexander Gunkel vom Arbeitgeberverband BDA betonte: „Medikamentenmissbrauch muss als Problem ernst genommen werden.“ Immer mehr Betriebe böten ihren Mitarbeitern Beratungen an. Der Sprecher des Gesundheitsministeriums, Klaus Vater, kündigte an, dass man sich die Studie „sehr genau anschauen“ werde: „Wenn eine Kasse auf dieses Problem aufmerksam macht, dann sind wir ihr zu Dank verpflichtet.“
Psychische Erkrankungen als Folge von Überforderung haben auch 2008 wieder zugenommen. Die dadurch verursachten Krankheitstage nahmen der Studie zufolge im Vergleich zum Vorjahr um 7,9 Prozent zu. Der Krankenstand stieg dabei von 3,2 auf 3,3 Prozent.

Jeder der sich vollstopft mit solchem Zeug geht fahrlässig mit seiner Gesundheit um.

Gruß von der Seenixe
 

natascha

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19 Feb. 2007
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1,269

Fuchs

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Hallo,
jeder Arbeitnehmer dessen Arbeitsleistung durch Krankheit oder Unfälle gemindert ist , Dopt sich „freiwillig“ um die von Ihm geforderte Arbeitsleistung zu erbringen .

Den nur so kann er den Leistungsdruck im Berufs(leben)erbringen.

Wo würde unsere “Leistungsgesellschaft“ hinkommen, wenn WIR den Mitmenschen in seiner individuellen Leistungskraft akzeptieren würden!

Mit all seiner Gesundheitlichen Einschränkungen .

WIR WÜRDEN JA EINE MENSCHLICHE GESELLSCHAFFT !

Vielleicht schaffen WIR es ja mal und werden uns eines Tages nicht mehr gegenüber der Gesellschaft schämen müssen das WIR nicht so Leistungsfähig sind wie WIR immer glauben.

Die Gesellschaft feiert Lieber in jeder Hinsicht gedopte Menschen , siehe Olympia, Weltmeisterschaften usw.

Es gab mal einen Artikel in der Süddeutschen Zeitung das viele Rekorde aberkannt werden müssten, weil es im nachhinein erwiesen war das die Sportler gedopt waren.

Das gleiche ist bei den Behinderten Sport, schön das es einige Menschen schaffen sich trotz ihres gesundheitlichen Behinderung noch sportlich zu bestätigen, aber gleichzeitig wird diese Leistungsfähigkeit nur durch Doping ( Medikament) erreicht.
Das wird viel zu wenig beachtet und macht den nicht so leistungsfähigen oder dopingwilligen Menschen ein schlechtes Gefühl.


Vielleicht sollte das auch mal in der Öffentlichkeit Diskutiert werden, das jeder individuell nach seiner Belastbarkeit Leistungsfähig ist.

Gruß Fuchs
 

wurzlpurzl

Erfahrenes Mitglied
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5 Okt. 2007
Beiträge
687
Hallo,
Als ich ca 2 jahre nach meinem Unfall einen Neurologen gefunden habe, der mir ein Mittel verschrieben hatte, das ursprünglich wegen meiner Wortfindungsprobleme eingenommen werden sollte, aber mir unerwartet die bleierne Müdigkeit etwas nahm, dachte ich zum ersten Mal den richtigen Arzt gefunden zu haben. Ohne das Medikament hätte ich nicht mehr weiterarbeiten können. Und so ging es noch eine Weile gut. Später wollte er es mir nicht mehr verschreiben. Jahre später bin ich wieder durch Zufall an ein Medikament geraten, das wohl auch einen Doping Stoff beinhaltete und das mir ein wenig gegen die chronische Erschöpfung half. Nur zwischenzeitlich habe ich so viele gesundheitliche Probleme, dass ich nicht weiss, was vielleicht von diesen Medis kam. Z.B. leide ich seit Jahren am Restless Leg Syndrom. Und bei Einnahme dieser Mittel (auch das von früher hat ein neuer Arzt wieder ausprobiert) werden meine Füsse so unbändig, dass es nicht mehr auszuhalten ist. Ich habe das Gefühl ich vertrage gar nichts mehr....Ich bin davon überezugt, dass ich zu lange zu viele solcher Medikamente nahm. Und zu "guter letzt" bin ich nun doch erwerbsunfähig. Die Medis hatten nur eine aufschiebende Wirkung, und ich habe keine Lebensqualität mehr.
 

Fuchs

Erfahrenes Mitglied
Registriert seit
20 Sep. 2006
Beiträge
158
Bei mir war es auch so !
Man kann sich nicht damit abfinden, das man oder etwas so ist und Grenzen hat und versucht mit Mittelchen 'das Glück' zu beeinflussen.

Es geht immer zu lasten der späteren Lebensqualität !

Gruß

Fuchs
 

Paro

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Registriert seit
3 Nov. 2006
Beiträge
1,294
Ob Finanz-oder Wirtschaftskrise, ob Sport oder Beruf, jeder will immer mehr.
"Nur der liebe Gott lässt die Bäume nicht in den Himmel wachsen."
Ist uns eigentlich klar, dass Vermehrung unseres Reichtums, Verarmung Anderer bedeutet?
Die Erde ist endlich. Damit sind wir im Verhältnis kommunizirender Röhren, d.h. es herrscht ein Gleichgewicht.
Kaufe ich hier, billige Textilien, stütze ich ungerechte Arbeitsplätze in Asien.
Kaufe ich sie nicht, sind die Arbeitsplätze verloren. Gleichzeitig geht Schiesser pleite.
Unser streben nach Wachstum um jeden Preis, ist vom Übel, der Wechsel von Handy und Auto nach den Bestrebungen der Industrie, ist dem Gedanken um Wachstum um jeden Preis verbunden, doch siehe oben.
Jedoch, Spass an der Arbeit ist das beste Dopingmittel, doch wer hat heute noch die Möglichkeit, wenn er von oben, oder von aussen getrieben wird.
"Entschleunigung" ist heute ein Schlagwort, während meiner aktiven Zeit, habe ich es mit: "5 Min. Nachdenken spart 1 Std. Arbeit" bei meinen Vorgesetzten und Kollegen durchgesetzt.
Wer muss sich den dopen, derjenige, der keine Zeit zum Denken hat!
Die Leistungskurve eine Menschen ist linear, auch mit Dopingmitteln wird sie nicht exponentiell, eher kurzfristig auf einem etwas höheren Niveau, und dann?
Wir alle sind in die Falle des "ewigen Wachsttums" gelaufen, nur heute ist es so, wenn die asiatischen Textilarbeiteren mehr verdienen wollen, werden unsere T-Shirts teurer, das ist Globalisierung.
Wir haben nicht begriffen, dass wir unserem Leistungsniveau nicht davonlaufen bzw. davondopen können.
Paro
 
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