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Die 2001 eingeführte Erwerbsminderungsrente

seenixe

Super-Moderator
Mitarbeiter
Registriert seit
31 Aug. 2006
Beiträge
7,894
Ort
Berlin
Hallo,

im Jahr 2001 wurden die zukünftigen Bezieher von Berufs- und Erwerbsunfähigkeitsrenten durch den Gesetzgeber geschröpft. Das System der Erwerbsunfähigkeitsrenten wurde geändert.
Im April wurde im Bundestag auf eine "Kleine Anfrage" hin ein Bericht erstellt,
dip.bundestag.de/btd/16/011/1601189.pdf

dip.bundestag.de/btd/16/012/1601273.pdf der sich mit den Auswirkungen befasst. Sehr interessant zu lesen.


Was leistet die gesetzliche Erwerbsminderungsrente seit 2001?
Das Erwerbsminderungsrenten-Reformgesetzes trat am 01.Januar 2001 in Kraft. Mit diesem wurden die gesetzlichen Leistungen bei verminderter Erwerbsfähigkeit drastisch eingeschränkt:

Wer weniger als 3 Stunden pro Tag arbeiten kann, erhält die volle Erwerbsminderungsrente, ca. 34% des letzten Bruttogehalts.
Wer aufgrund einer Krankheit oder Behinderung täglich nur noch 3 bis unter 6 Stunden arbeiten kann, erhält die halbe Erwerbsminderungsrente, ca. 17% des letzten Bruttogehalts.
Weist bei teilweiser Erwerbsminderungsrente der Rentenversicherungsträger oder das Arbeitsamt innerhalb eines Jahres keinen Teilzeitarbeitsplatz nach, der dem Restleistungsvermögen entspricht, so wird die volle arbeitsmarktbedingte Erwerbsminderungsrente gezahlt. Das sind ebenfalls ca. 34% des letzten Bruttoeinkommens.
Wer noch 6 Stunden und mehr pro Tag arbeiten kann, erhält keine Erwerbsminderungsrente.
Eine weitere, ganz entscheidende Änderung: Nicht mehr gesetzesmäßig verankert ist der Berufsschutz für unter 40-Jährige (Geburtsjahrgänge ab 1961). Das heißt: Wer ab 2001 in seiner Erwerbstätigkeit eingeschränkt ist und nicht mehr in der Lage ist, seinen bisherigen Beruf auszuüben, der kann auf alle auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt üblichen Tätigkeiten verwiesen werden. Dabei sind Status, Ausbildung und subjektive Zumutbarkeit nicht von Bedeutung. Die Folge: Bei einer Arbeitsfähigkeit von mindestens 6 Stunden und mehr täglich - egal in welchem Beruf am allgemeinen Arbeitsmarkt - gilt man als voll erwerbsfähig und erhält somit keine Rente

Hinweis: Diese Verweisbarkeitsregelung auf alle am allgemeinen Arbeitsmarkt üblichen Berufe gilt nicht für über 40-Jährige (vor dem 02.01.1961 Geborene). Doch auch hier muss mit deutlichen Minderungen der gesetzlichen Leistungen gerechnet werden. In diesem Fall wird nur die halbe Erwerbsminderungsrente bei Berufsunfähigkeit - statt der bisherigen Berufsunfähigkeitsrente - gezahlt. Dies entspricht einer Kürzung von ca. 1/3.

Übersicht:

Stand bis 31.12.2000
Anspruch auf Berufs- und Erwerbsunfähigkeitsrente
Leistung bei Berufsunfähigkeit: 2/3 der Erwerbsunfähigkeitsrente
Berufsschutz für alle
Keine Rentenabschläge bei Inanspruchnahme einer Rente wegen Berufs-/ Erwerbsunfähigkeit

Stand ab 01.01.2001
Wegfall der BU-Rente und der EU-Rente
=>Anspruch auf HALBE oder VOLLE Erwerbsminderungsrente
Leistung bei teilweiser Erwerbsminderung: nur noch 1/2 der vollen Erwerbsminderungsrente
Berufsschutz nur für Personen, die vor dem 02.01.1961 geboren sind
niedrigere Rente bei Inanspruchnahme einer Erwerbsminderungsrente vor dem 63. Lebensjahr

Gruß von der Seenixe
 

Fuchs

Erfahrenes Mitglied
Registriert seit
20 Sep. 2006
Beiträge
156
Berufs- und Erwerbsunfähigkeitsrenten..

Hallo seenixe,
dein Beitrag ist sehr interessant nur kann ich leider die pdf , Datei dip.bundestag.de/btd/16/012/1601273.pdf nicht öffnen.

Kannst Du die mir eventuell senden!

Vielen dank im Voraus und einen guten Tag Fuchs
 

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Neues Mitglied
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12 Nov. 2010
Beiträge
12
kannst Du mir liebenswürdiger Weise sagen ob diese Veränderung auch dann gilt wenn der Leistungsfall bzw Anspruchsvorraussetzung in 1990 war der Rentenantrag wegen diverser Nichtklärungen erst in 2010 gestellt wurde
 
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