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Der Umgang mit Kränkungen

anaconda

Mitgliedschaft beendet
Registriert seit
6 Sep. 2006
Beiträge
346
Der Umgang mit Kränkungen

Seit geraumer Zeit stelle ich mir die Frage:
Soll ich gehen – oder – soll ich bleiben?
Ich habe sehr, sehr lange überlegt ----aber dann fand ich den „Lesestoff“----

Manche Pfeile, die andere Menschen abschießen, schmerzen, hinterlassen oft sogar tiefe Wunden.
Man ist nicht geschützt vor Kränkungen, die während der Kommunikation (Internet) mit anderen nicht ausbleiben.
Wie kann man damit umgehen?
Heilen emotionale Verletzungen schneller und besser, wenn man lernt zu verzeihen?

Zwischenmenschliche Probleme die entstehen sind auf Kränkungen zurückzuführen. Es sind seelische Verletzungen, Unser Ehrgefühl und Selbstbewusstsein wird getroffen, der Kern der
Persönlichkeit, unser Selbstwertgefühl.
Von der seelischen Befindlichkeit ist es abhängig, wie man sich als Gekränkter verhält.
Soll man sich für den Rückzug entscheiden, zum Gegenangriff übergehen oder in der Opferrolle passiv bleiben.
Würde der Kontakt abgebrochen, festigt sich zueinander und zu sich selbst die negative Einstellung.
Vielleicht wäre Abstand für eine gewisse Zeit zu empfehlen, die Tür sollte jedoch nicht ganz zugeschlagen werden, diese sollte für eine evtl. spätere Versöhnung offen bleiben.

Auch wenn man denkt, mit dem „Übeltäter“ nicht mehr in Kontakt zu stehen, sind wir dennoch weiterhin innerlich mit ihm beschäftigt. Er bindet sich belastender Weise an uns, er hat damit Macht über uns.
Die Situation ist hoffnungslos- was soll man machen?
Rache ist keine Lösung, gemeinsam nach einer besseren Lösung suchen und Bereitschaft der Konfliktparteien suchen, um den Stolz zu überwinden, über den eigenen Schatten springen.

Bei dem Gekränkten kann schnell der Eindruck entstehen, dass, wenn er großzügig die Hand zur Versöhnung reicht, er als Verlierer dasteht – dieses wäre dann eine zusätzliche Kränkung.

Viel wird gesagt:“ Die Zeit heilt alle Wunden!“ – dieses stimmt nicht immer.
Zur Grundlage für körperliche Erkrankungen gehören auch Kränkungen und Verletzungen. Darum sollten diese nicht verdrängt werden. Erlittene Verletzungen (Kränkungen) können viele von uns nicht vergessen und verzeihen. Jedoch „Groll macht die Seele krank“.

Weil man viel Zeit und Energie für Kränkungen opfert, stehen der übrigen Zeit des Lebens nicht mehr viele Stunden zur Verfügung.
Auf dem Chip bleibt sie unerledigt gespeichert, solange sie nicht verarbeitet und vergeben ist.
Wie soll man verzeihen – einfach vergessen?
Dieses ist ein langer Prozess, welcher freiwillig und in eigener Verantwortung zu gehen ist.

Vielleicht erkennt der Gekränkte, dass er selbst weder perfekt noch fehlerfrei ist - sein Selbstwertgefühl kehrt zurück

Jeder kann für sich entscheiden, ob er Kränkungen zulässt, in der Starre verharrt oder der innere Airbag aktiviert wird.
Es ist ungesund, nachtragend zu sein. Forschungsergebnisse der US-amerikanischen Stanford- Universität beweisen:
Solange Sie jemandem etwas nachtragen, ist nicht der andere das wahre Opfer, sondern Sie sind es selbst! Solange Sie sich auf Ihre seelischen Verletzungen konzentrieren, geben Sie dem Menschen, der Sie verletzt hat, erhebliche Macht über Sie. Die Dauerqual, verletzt zu sein, macht Seele und Körper krank.
Verzeihen dagegen hilft, fanden die Forscher heraus.

Hier ein Auszug aus dem Buch- nach welchem ich dieses Posting erarbeitete:

Erste Hilfe bei Kränkungen, D. Döring, ISBN :978-3-85068-693-8

„““““““Wenn wir verzeihen, muss es von Herzen kommen, denn es hilft nicht, Vergebung auszusprechen, im Herzen aber den Groll zu behalten und sich da mit eine Hintertür für die Anklage offen zu halten. Wer wirklich vergeben hat, kann auch mit der Erinnerung leben, weil diese durch das Verzeihen ihre schmerzhafte Wirkung verloren hat. Wer von Herzen ehrlich vergeben hat, wird die erlittene Verletzung nie vergessen, aber die Erinnerung daran wird nicht mehr von destruktiven Gefühlen begleitet sein.
Vielleicht überzeugt die Weisheit Karl Heinrich Waggerls:
„Wer verurteilt, kann irren. Wer verzeiht, irrt nie.“—„“““““““““

Soll ich nun gehen – oder – soll ich bleiben?
anaconda
 

fliedertiger

Mitgliedschaft beendet
Registriert seit
27 Sep. 2006
Beiträge
717
Hallo allerseits :)

***Es ist ungesund, nachtragend zu sein. Forschungsergebnisse der US-amerikanischen Stanford- Universität beweisen:
Solange Sie jemandem etwas nachtragen, ist nicht der andere das wahre Opfer, sondern Sie sind es selbst! Solange Sie sich auf Ihre seelischen Verletzungen konzentrieren, geben Sie dem Menschen, der Sie verletzt hat, erhebliche Macht über Sie. Die Dauerqual, verletzt zu sein, macht Seele und Körper krank.***

Jeder geht mit Kränkungen und Verletzungen anders um, für manche sind Kränkungen auch Belästigungen, und umgekehrt, empfinden manche Belästigungen als Kränkung ...

Mal eine Auszeit nehmen ist eine für mich aktzeptable Sache ... oder auch mal "Nägel mit Köpfen machen" ... also es gibt kein Patentrezept ... und die Frage, die anaconda stellt, muß jeder für sich selber entscheiden ...

fliedertigerische Grüße :p:p:p
 

gold.baerchen

Erfahrenes Mitglied
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Nachbarschaft vom Bundespräsidenten
Ja, das sehe ich auch so. Die Frage die Raum steht, muß jeder für sich selber beantworten können.
Es ist natürlich noch die Frage zu klären, wie weit man in der Sache involviert ist oder ob man tatsächlich alle Schutzschilde im Forum hat fallen lassen.
Bekleidet man eine Täter- oder Opferrolle?
Ich finde das Internet fungiert immer noch irgendwie als Schutzschild, man muß nicht komplett das Höschen fallen lassen und zeigen was man hat. Man kann immer noch fast anonym sein. Vielleicht sollte man das bei der Problembewältigung mit berücksichtigen und wieder etwas auf Distance gehen.
Mit etwas gewonnenen Abstand kann man manches Problem einfacher lösen.;)
 

Ariel

Erfahrenes Mitglied
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23 März 2007
Beiträge
2,698
Hallo zusamen,

das klingt alles so traurig, so nach Weltuntergang und Endzeit!:confused:

Was bedrückt euch, sprecht doch darüber, und fresst nicht alles in euch rein, denn genau das macht "die Seele" krank.

Anaconda, wenn das eine ernste Frage ist, die du dir stellst, dann natürlich bleiben.:)

Wovor weglaufen?

Stell dir vor, du bist in einem Altersheim, und da sind einige, mit denen du nicht zurecht kommst, wohin würdest du laufen?

Du bist an einem Arbeitsplatz, da sind einige Kollegen mit denen du nicht zurecht kommst, wohin würdest du laufen, oder kündigen?

Nun bist du im Forum, und nicht alles ist so wie du es möchtest, niemand löscht deine Beiträge, warum also aussteigen?

Krank machen uns nicht die abgeschossenen Pfeile. Krank macht nur, was wir als Überwichtig erachten und darauf herum denken, und somit dem Gift Zeit geben, seine Wirkung in uns zuzulassen.

Macht es uns krank, wenn wir sehen, wie Menschen zur Zeit in Mexico durch einen Hurrikan ihr Hab und Gut verlieren? Warum berührt uns das nicht eher mehr?

Gruß Ariel
 

chaotisch

Nutzer
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22 Sep. 2006
Beiträge
56
Hallöchen allerseits!

ANaconda, weiß gerade nicht genau ob Du mit gehen oder Bleiben das Forum gemeint hast oder irgendeine andere Situation! Aber, generell bin ich immer eher für da Bleiben od. wie man so schön sagt: "nicht ins Boxhorn jagen lassen!".
Das fällt mir auch nicht immer leicht, u. ich mach aus Gründen persönlicher Verletzungen od. Kränkungen auch keine leichte Phase bei meiner Arbeit durch (im Moment). Dabei ist der Witz, dass man manchmal den Eindruck gewinnen kann, dasss die Anderen auf einen neidisch sind. Vielleicht denken sie ja man hat irgendwelche Vorteile (aufgrund seiner Behinder-ung). Allerdings kann ich diese nicht sehen!

Naja, aber ich unterliege einem ständigen Lernprozess u. und stecke gerade wohl in der "Wie benütze ich meine Ellenbogen-Phase!".
Mein letzter Gutachter hat gemeint, ich soll meine Lebenseinstellung beibehalten! Aber wisst Ihr dass ist manchmal gar nichr so einfach.
Allerdings glaub ich wirklich daran, dass jeder im Leben das zurückbekommt was er säht. Und ander wieder das Ernten was sie gesäht haben!

So nun genug der Philosophie: Einene schönen Aben du. Gute Nacht!
;)chaotisch
 

maja

Mitgliedschaft beendet
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6 Sep. 2006
Beiträge
1,262
Hallo Anaconda!

Es schmerzt gekränkt zu werden!
Mein Rezept für mich-ich forsche warum ich gekränkt wurde.
Dabei ist es für mich wichtig-was ist geschehen, in welcher Verfassung war der Andere, was für Gründe hatte er/sie, so zu handeln.
Handelt es sich vielleicht um ein Mißverständnis, zu dem ich auch unbeabsichtigt, beigetragen habe, woraus sich dann eine Lawine entwickelte.

Und wenn ich dies alles, für mich untersucht habe, kann ich auch damit
umgehen.
Entweder verzeih ich und schaue mir das weitere Geschehen an, oder aber nehme mir vor, um Mißverständnissen vorzubeugen-
mein eigenes Verhalten zu ändern.
Darunter versteh ich, unter anderen auch ein anderes Auftreten, mir zB
von Anfang an einen bestimmten Respekt zu verschaffen.
Oder irgendwelche Dinge nicht gleich aus dem Bauch zu entscheiden, sondern darüber nachzudenken.

Anaconda, Du machst Dir sehr viele Gedanken um diese Angelegenheit.
Dies würdest Du nicht tun, wenn es Dir nicht wichtig wäre, zu bleiben.

Sonst wärst Du schon weg.

Also bleib und gib dem Anderen und Dir die Chance-verzeihen, zu können!

LG maja
 
Zuletzt bearbeitet:

seenixe

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Hallo,

die aufgeworfene Frage ist, gerade wenn man auch die Hintergründe kennt, nicht so einfach.
Ich persönlich bitte Dich zu bleiben. Es ist immer der bessere Weg, sich mit einer Sache auseinanderzusetzen. Sicher haben beide Seiten Fehler gemacht.
Und beide Seiten sollten daraus lernen.
verzeihen..... was bedeutet dies für den Einzelnen
wie weit geht dies.....
Wo sind die Grenzen......
Fragen die sicher eine Rolle spielen.
Wie waren oder sind die Umgebungsbedingungen und wie ist die Kommunikation gelaufen.....
Dies muß ebenfalls berücksichtigt werden.
Keine Entschuldigung von mir, weil nicht beteiligt, aber das werben darum, dass man auch die Zusammenhänge sehen muß und nicht im luftleeren Raum agieren kann. ;-)

Ja, man muß auch verzeihen können.
Die Welt ist auch nicht nur schwarz und weiss und hat viele Zwischentöne.

Gruß von der Seenixe
 

Paro

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Gott gebe mir die Gelassenheit, Dinge hinzunehmen, die ich nicht ändern kann,
den Mut, Dinge zu ändern, die ich ändern kann
und die Weisheit, das eine vom anderen zu unterscheiden

Ich bin zwar kein frommer Mensch, aber der Spruch imponiert mir.
So, wer kann mich denn kränken? Wenn ich mich zurückziehe, hat der andere gesiegt.
Denk an Deinen Hesse Spruch und vor dem Unheimlichen haben eben viele Angst! Und wer Angst hat macht Fehler und Fehler kann man verzeihen.
So nun wünsche ich Dir die o.g. Eigenschaften.
Paro
 

Maik

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Hallo Anaconda

Im alten China stand auf dem Gipfel des Berges Ping ein Tempel, in dem Hwan, der Erleuchtete, wohnte. Von seinen vielen Schülern ist uns nur einer bekannt, Lao-Li. Über mehr als zwanzig Jahre studierte und meditierte Lao-Li beim großen Meister Hwan. Doch obgleich Lao-Li zu den klügsten und ergebensten Schülern zählte, hatte er noch nicht die Stufe der Erleuchtung erreicht. Von der Lebensweisheit verstand er nichts. Tage, Nächte, Monate und sogar Jahre kämpfte Lao-Li mit seinem Schicksal, bis ihm eines Tages der Anblick einer fallenden Kirscheblüte zu Herzen ging. 'Ich kann nicht länger gegen meine Bestimmung ankämpfen', sah er ein. 'Genau wie die Kirschblüte muß ich mich mit Würde in mein Schicksal fügen.' Und in diesem Moment beschloß Lao-Li, sich von dem Berg zurückzuziehen und seine Hoffnung auf Erleuchtung aufzugeben. 'Was hast du gelernt, Lao-Li?' fragte der Meister. Lao-Lis Antwort war Schweigen. Endlich, nach langer Stille, hob der Meister wieder an. 'Der Weg zur Erleuchtung ist wie die Reise vom Berg herunter. Die Erleuchtung kommt nur zu jenen, die begreifen: All das, was einer vom Gipfel des Berges aus sieht, ist nicht dasselbe wie das, was er vom Fuß des Berges her sieht. Ohne diese Einsicht verschließen wir unsere Sinne vor allem, was wir von unserem Standpunkt aus nicht sehen können, und schränken so unsere Fähigkeit ein, uns zu entwickeln und zu verbessern.
 

Ariel

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Hallo Maik,

Besser kann man es nicht erklären,

und deshalb befinden sich die einen immer auf dem Weg und die anderen sitzen noch immer da, wo sie auch gestern noch waren.

Meine christliche Sicht dazu: es behindert meinen Weg nicht, wenn ich einen am Wegerand Sitzenden an die Hand nehme und ein Stück des Weges begleite.

Gruß Ariel
 

Paro

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Hallo Ariel, du Erzengel (nicht zynisch, sondern nur nomen est omen)
auch Heiden, Muslime, Hindu's, Buddisten haben diesen "Handreichungskomplex".
Ich meine, es ist den Menschen aller Rassen eigen, einander, untereinander oder auch Fremden zu helfen.
Kritisch wird es erst wenn Religionen oder Idiologien ins Spiel kommen und so sollten wir, wenn wir einander helfen, an unser GG denken.
Deshalb finde ich dieses Forum so gut, ich lese ein Problem, überlege ob ich etwas dazu beitragen kann, und handele. Unabhängig von Geschlecht, Rasse, Religion, Aussehen etc. d.h. das Problem steht im Vordergrund, lösen kann ich es eh nicht, aber ich kann evtl. helfen oder Rat geben.
Für mich ist es "Handreichung" genug. Ich hoffe, mich versteht keiner miss
Paro
 

Ariel

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Hallo Paro,

ich wollte eigentlich nicht mit "christlicher Sicht", vom Thema wegführen und eine religiöse oder ideologische Diskussion entfachen.
Denn das gäbe schon wieder Anlaß zu Verletzheiten!

Anaconda ging es auch um das "Verzeihung bitten"!

Ich habe darüber nachgedacht und mich gefragt, wenn ein Unfallverursacher Verletzte oder Tote auf dem Gewissen hat (immer vorausgesetzt, eines ist vorhanden), bringt es dann den Geschädigten Linderung, wenn der Unfallverursacher zwar um Verzeihung bittet, aber mit der Last ihres Schadens/Verlust trotzdem allein dastehen?

Bringt es mir was, wenn mein Schädiger mich um Verzeihung bitten würde?

Ich denke, mir hätte es nichts an Linderung, Genugtuung oder Ersatz für Lebenswertverlust gegeben.
Ich hätte es begrüßt, wenn er mir den Grund für sein Fehlverhalten erklärt hätte, wenn er also so mutig gewesen wäre, mir sein Gesicht zu zeigen!

Vielleicht wäre er dann auch auf die Idee gekommen, mir seine Hilfe anzubieten. Von seiner Schadenshaftpflichtversicherung habe ich nämlich nur überwiegend Hohn bekommen, und von den Ärzten, die für diese Versicherungen arbeiten jede Menge an Demütigungen.

Demütigungen sind nicht zu verwechseln mit Kränkungen. Demütigungen sind absichtlicher (vorsätzlicher) Spott und Verhöhnung eines geschädigten Menschen, der nicht in er Lage ist, sich zu wehren.

Gruß Ariel
 
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