• Herzlich Willkommen beim Forum für Unfallopfer, der größten Gemeinschaft für Unfallopfer im deutschsprachigen Raum.
    Du besuchst unser Forum gerade als Gast und kannst die Inhalte von Beiträgen vieler Foren nicht lesen und so leider nützliche Funktionen nicht nutzen.
    Klicke auf "Registrieren" und werde kostenlos Mitglied unserer Gemeinschaft, damit du in allen Foren lesen und eigene Beiträge schreiben kannst.

Bundestag beschließt Implantate-Register - Oh, wie intelligent ist doch unsere Politik

seenixe

Super-Moderator
Mitarbeiter
Registriert seit
31 Aug. 2006
Beiträge
7,540
Ort
Berlin
#1
Hallo,

heute wurde ich doch glatt mal wieder überrascht.
Heiße Meldung von heute:

Der Bundestag hat entschieden, dass Knieprothesen, Herzschrittmacher und andere Implantate in Deutschland künftig zentral registriert werden müssen. Die verpflichtende staatliche Datenbank soll dabei helfen, die Qualität der Produkte und damit die Sicherheit der Patienten zu erhöhen. Das Register soll voraussichtlich ab 2021 genutzt werden.

Im Vergleich zu Medikamenten sind die Hürden für die Zulassung von Medizinprodukten äußerst niedrig - selbst wenn es um kritische Produkte wie Herzschrittmacher oder Hüftprothesen geht. Nach dem Skandal um fehlerhafte Brustimplantate wurde das System im Jahr 2017 zwar europaweit überarbeitet.

Dennoch kritisieren Experten bis heute mehrere Probleme: Anders als bei Medikamenten entscheiden keine zentralen Behörden, sondern sogenannte Benannte Stellen über die Zulassung. Diese sind jedoch finanziell von den Aufträgen der Unternehmen abhängig. Hersteller dürfen sich zudem europaweit eine Stelle aussuchen. Aufwendige Studien, die belegen, dass die Medizinprodukte mehr nützen als schaden, müssen die Hersteller bisher nicht vorweisen.

"Wichtiger Schritt für mehr Sicherheit"

Bislang ist es für Ärzte und Patienten auch kaum möglich, verschiedene Medizinprodukte miteinander zu vergleichen und das beste auszuwählen. Das liegt unter anderem daran, dass die Daten, anhand derer ein Produkt zugelassen wurde, oft geheim bleiben. Zum anderen fehlt ein Verzeichnis, in dem alle verfügbaren Medizinprodukte aufgelistet sind.

Die ersten Implantate, die erfasst werden, sind Hüft- und Knieprothesen sowie Brustimplantate. Das ermöglicht, bei Komplikationen mit dem jeweiligen Produkt betroffene Patientinnen und Patienten in Zukunft schneller informieren zu können. Außerdem schafft das Register Transparenz zur Haltbarkeit und Qualität der Produkte sowie zur Versorgungsqualität in den Kliniken. Damit trägt es dazu bei, die medizinische Versorgung bei Implantationen weiter zu verbessern.
Teilnahme verpflichtend

Die verantwortlichen Gesundheitseinrichtungen, betroffene Patientinnen und Patienten sowie die Hersteller von Implantaten werden zur Teilnahme an diesem Register verpflichtet. Die Hersteller müssen relevante Produktinformationen in einer Datenbank erfassen. Auch alle Implantationen werden verbindlich erfasst. Dadurch haben Behörden die Möglichkeit, Produktauffälligkeiten optimal zu analysieren und ihnen, wenn nötig, nachzugehen.

Die bislang bestehenden freiwilligen Register, wie etwa das Endoprothesenregister, werden in das einheitliche nationale Implantateregister überführt. Starten wird das neue Register voraussichtlich Mitte 2021. Bis dahin werden die Voraussetzungen geschaffen, damit das Register gut arbeiten kann.
Innovationen vorantreiben

Das Gesetz enthält zudem Regelungen, um medizinische Innovationen schneller in die Versorgung zu bringen. Damit setzt die Bundesregierung ein Vorhaben des Koalitionsvertrages um.

Das Verfahren des Gemeinsamen Bundesausschusses zur Bewertung von Untersuchungs- und Behandlungsmethoden werden beschleunigt. Die Aufsichtsrechte des Bundesgesundheitsministeriums werden gestärkt.

Den Gesetzentwuf zur Einrichtung des Implantateregister hatte das Bundeskabinett am 3. April 2019 beschlossen. Der Bundestag hat das Gesetz am 26. September verabschiedet.

Bereits 2008 habe ich eine entsprechende Petition an den Bundestag gerichtet mit genau dem gleichen Ziel. 2013 hatte der Bundestag dann doch schon beschlossen, die Petition einschließlich Material an das Bundesministerium für Gesundheit zu überweisen. 2017 wurde nach weiteren 4 Jahren ein "ENDOPROTESENREGISTER" eingerichtet. Natürlich alles auf freiwilliger Basis und völlig unverbindlich....Alles nur zum Nutzen der Patienten ....und nun ein verbindlichen Register.....

Aber in den 11 Jahren seit Einrichtung der Petition wurden nur weit über 4 Millionen Knie- und Hüftprothesen eingebaut.

Ich kann nur mit dem Kopf schütteln, aber 2021 wird sich nun endlich alles verbessern.....

Gruß von der Seenixe
 

Rudinchen

Erfahrenes Mitglied
Registriert seit
6 Dez. 2009
Beiträge
2,239
#2
Herzlichen Glückwunsch, dass du solch eine wichtige Sache mit angestoßen und auf den Weg gebracht hast! Auch wenn es lange gedauert hat! Danke!

Viele Grüße,

Rudinchen
 
Top