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BKW 12 Fraktur durch Reitunfall - wie gehts weiter? Erfahrungsaustausch

FamM

Neues Mitglied
Registriert seit
16 Aug. 2022
Beiträge
4
Hallo zusammen,

Mitte Juni hatte ich einen Reitunfall. Unspektakulär gefallen aber blöd gelandet. Fraktur des 12. Brustwirbels (Kompressionsbruch). Hin und her durch die Ärzte, instabil, stabil, OP nicht OP. Eine OP wollte ich um jeden Preis abwenden! Hab dann einen sehr guten und genauen Neurochrirurgen für eine Zweitmeinung aufgesucht, der den Bruch als stabil eingestuft hat, ohne Hinterkantenbeteiligung und mich weiter kontrolliert/behandelt.

Ich habe erst 4 Tage im Krankenhaus verbracht und bin dann nach hause gekommen. Habe 4 Wochen streng im Bett gelegen (weniger aus ärztlicher Anweisung, denn aus Angst) und unter die Decke geguckt. Sobald ich aufgestanden bin, immer Orthese getragen. Die Kontrolle nach 4 Wochen zeigte, dass der Bruch weiterhin stabil ist. Ich sollte weiterhin die Orthese tragen, um mich selbst zu erinnern und mich entsprechend zu verhalten. Leichte Mobilität war wieder zulässig. Natürlich immer noch im Schonmodus. Woran ich mich stets gehalten hab. Die Kontrolle nach 8 Wochen zeigte jetzt eine leichte Höhenminderung (etwa 3mm). Ich soll die nächsten 4 Woche noch etwas aufpassen und dann nach der 12. Wochen nochmal zur Röntgenkontrolle. Spazierengehen ist erlaubt, ebenso leichte Alltagstätigkeiten, Physio und Sport soll ich noch aussetzen. Hab gefragt, ob wegen der Höhenminderung was gemacht werden muss... da ich beschwerdefrei bin, nein! Und irgendwann ist so ein Wirbel ja auch mal ausgehärtet.

Bereits 3 Tage nach dem Unfall habe ich schon keine Schmerzmittel mehr nehmen müssen. Ich hatte zu keiner Zeit neurologische Ausfälle. Einzig die Prellung im unteren Rücken / Po tag über Wochen höllisch weg und später vom vielen Liegen das Kreuzbein. Die Wirbelsäule hatte am betroffenen Wirbel lediglich einen leichten Druckschmerz. Ich habe die ganze Zeit über zusätzlich Calcium, Vit D3 und Vit B eingenommen in der Hoffnung den Heilungsprozess zu beschleunigen.

Jetzt meine Frage: Hat jmd ähnliche Erfahrungen mit einem Bruch, Höhenminderung (und woher kommt diese?) ... und kann mir sagen, ob sich das irgendwie noch auswirken kann? Und wie es sich später damit lebt? Gibt es Einschränkungen? Wie schnell ward ihr wieder hergestellt?

So fühle ich mich jetzt gut, ich arbeite wieder nach Hamburger Modell / Wiedereingliederung. Seit ein paar Tagen wird mein linkes Bein immer mal etwas schwer, aber meist, nachdem ich mich liegend ausgeruht hat (ist das wohl muskulär oder durch verklebte Faszien). Den Reitsport werde ich nach 35 Jahren an den Nagel hängen, das ist sicher! Aber wenn ich dann irgendwann wieder wandern und radfahren darf, bin ich schon glücklich.

Ich freue mich auf Erfahrungsaustausch,

FamM (w, 43)
 

sab

Erfahrenes Mitglied
Registriert seit
27 Dez. 2009
Beiträge
162
Liebe FamM,


ich bin gerade heute morgen mit meinem Pferdchen Runde für Runde über die Wiese galoppiert, mit Sicherheitsweste ,-). Die Sicherheistweste trage ich seitdem ich mir 2009 bei einem Reitunfall 5 Rückenwirbel gebrochen habe, BWS und LWS. Kompressionsfrakturen alle 5 aber auch Brüche der Wibelbogen. Ich nin NICHT operiert worden wofür ich bis zum Rest meiner Tage dankbar sein werde weil man sonst eine Vertseifung von 7 Wirblen gemacht hätte und das wäre sehr sicher nicht gut geworden. Ich habe 4 Wochen im Krankenhaus gelegen (wirklich gelegen), dann war ich 4 Wochen in einer Reha, in der ich - natürlich angepasst - mit Sport (Fitness, Gehen , Gymnastik etc) anfangen habe. Mir ging es damals wirklich bescheiden, ich konnte nicht sitzen und fühlte mich auch sehr ängstlich. In der Reha haben mir die die Physios geraten, wirklich konsequent Sport zu treiben, also Muskeln aufzubauen. Das mache ich seitdem, bis zu Corona war ich 4mal die Woche im Fintesstudio, seit Corona mache ich viel Yoga zu Hause. - Bei mir hat das Ganze lange gedauert, nach 9 Monaten habe ich wieder angfangen zu arbeiten (Schreibtisch job) aber das Sitzen war am Anfang ein Problem. Ich bin auch nach 9 Monaten mit dem Reiten wieder angefangen, mit Sicherheitsweste jetzt ;-). Ich habe ein völlig normales Leben, reite viel, auch im Urlaub in Südamerika, arebiet viel und bin sehr aktiv. Ich ahcte allerdings darauf, dass ich genügend Sport mache und ich bin auch wählerischer bei den Stühlen, auf denen ich sitze.

Aus meiner Erfahrung bei solchen Verletzungen ist das Wichtigste, nicht den Mut zu verlieren und sich bewegen, bewegen, bewegen (natürlich angepasst, logisch!). Bei mir hätte keiner geacht, dass es wieder so gut werden könnte, die Prognosen waren "Seien Sie froh, dass Sie nicht Querschnittgelähmt sind " (bin ich natürlich) und "mit so einer Verletzung wird es schwer". Wichtig ist, dass Du viel Sport machst und ein guter Physio, der zwischen Trost und (in den Hintern) Tretren beides kann, wäre auch nicht verkehrt. Bei mir ging der Heilungsprozess langsam, und ich bin von Haus aus nicht der geduldigste Mensch, leider. Ich war aber sehr, sehr entschlossen, wieder zurück in den Sattel zu kommen, buchstäblich. Und dafür habe ich alles gemacht an Sport, was mir empfohlen wurde. Gute Besserung und Kopf hoch, das wird wieder !
Sabine
 

Flossie

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3 Jan. 2021
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Ort
Ostfriesland
Liebe FamM,
bei meinem Reitunfall vor mehr als 33 Jahren habe ich mir einen Kompressionsbruch des 3. LW zugezogen. Ich bin noch zurück zum Stall geritten, habe mein Pferd versorgt und mich zu Hause unter die Dusche geschleppt, bevor ich zum Arzt gegangen bin. Dort wurde mir nach dem Röntgen gesagt, es wäre nichts, nur Prellungen, und daher wurde an dem Bruch (bei einem anderen Reitunfall ca. 1 Jahr später erkannte man ihn) gar nichts gemacht. 3 Tage üble Schmerzen, konnte weder sitzen noch liegen...eine Woche später war ich wieder bei der Arbeit, zwei Wochen später habe ich wieder auf dem Pferd gesessen, hatte auch kaum noch Schmerzen. Probleme gab es in den folgenden Jahren bei bestimmten Belastungen, z.B. Staubsaugen oder Garten umgraben, teilweise konnte ich abends dann nicht mehr vernünftig laufen, hatte Schmerzen oder Ischias. Dagegen hat der gezielte Aufbau der Rumpf-, Rücken- und Bauchmuskulatur unter fachkundiger Anleitung geholfen, bis mein Pferd 2007 endgültig in Rente ging (verstorben 2013 mit fast 36 Jahren), bin ich regelmäßig geritten und habe bis zu meinem Unfall 2020 mehrmals in der Woche Sport (Kraftsport/Fitness) gemacht.
Damals war ich noch jung, vermutlich heilen solche Brüche dann auch einfach besser. Sicherheitswesten gab es damals auch noch nicht.
Aus meiner Sicht war es gut für mich, nicht lange liegen zu müssen oder eine Orthese zu tragen, da sich die Muskulatur sehr schnell zurückbilden würde, ich wusste ja allerdings auch nicht, dass der Wirbel tatsächlich gebrochen war, dann wäre ich vermutlich auch vorsichtiger gewesen... Wie sab oben schrieb, wenn Ärzte und Physio grünes Licht geben, bewegen, bewegen, bewegen und die Muskulatur stärken. Und den Mut nicht verlieren.
Bis heute vermisse ich das Reiten und den Umgang mit den Pferden, ich hätte mir nicht vorstellen können, das Tier zu verkaufen und alles an den Nagel zu hängen...sab versteht mich sicher :)
Liebe FamM, ich wünsche Dir viel Kraft und Mut, gute Besserung und liebe Grüße
Flossie
 

FamM

Neues Mitglied
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16 Aug. 2022
Beiträge
4
Vielen Dank für Eurer Erfahrungsberichte! Das gibt viel Hoffnung. Würde sich mein linkes Bein seit Woche 9 nicht immer mal schwerer anfühlen, würde ich sagen, mir geht es gut. Ich habe viel Glück gehabt. Das werde ich jetzt kommenden FR abklären lassen, da habe ich meine nächste Röntgenkontrolle beim Neurochirurgen. Und ich hoffe so inständig, dass sich mein Leben dann langsam wieder der Normalität zuwendet.

Dieses schwere Gefühl fühlt sich eher nach Durchblutungsstörung an... es kribbelt nichts, es brennt nichts, es ist nichts taub... es ist auch nicht pausenlos so. Aber dennoch beunruhigt es mich im Zuge der vorausgegangenen Verletzung.

Da ich schon seit 2010 keine eigenen Pferde mehr habe, kann ich mir es nicht mehr vorstellen zu reiten. Ich hab immer gesagt, ich breche mir nicht auf fremden Pferden den Hals. Naja Hals war es jetzt nicht, aber der Rücken. Auch nicht besser. Sehe das ein wenig als Zeichen. Ich habe 35 Jahre glücklich mit Pferden verbracht. Jetzt wende ich mich anderen Dingen zu. Hauptsache mein Rücken bleibt stabil.
 
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