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Betrf. HWS: Ist das behandlungsbedürftig/-fähig?

oohpss

Erfahrenes Mitglied
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23 Juli 2007
Beiträge
1,237
Ort
Hamburg
Hallo,
ein Radiologe erstellte im Arztbericht einen Nebenbefund.

Er schreibt im Befund:
"Flach rechtskonvexe Cervicalskoliose sowieDauerschiedstand mit deutlich reduzierter atlantodentaler Distanz rechts."
Und in der Beurteilung:
"Auffälligkeiten der miterfassten oberen HWS mt rechtskonvexer flacher Skoliose sowie deutlich reduzierter atlantodentaler Distanz rechts."

Was dies "bautechnisch", haben wir erklärt bekommen, aber ein befragter Arzt meint, dass sei ohne Bedeutung.

Da ich hier aber hinreichend mitbekommen habe, wie sensibel die ganzen HWS-Sachen sind, möchte ich Euch fragen, wie dies zu beurteilen ist bzw. ob jemand weiß ob irgendwo dokumentiert ist, ob und welche Folgen eine solche Störung haben kann.

Leider ann ich nicht alle Probleme beschrieben, die das UO hat, weil es einfach zu viele sind und wir auf der Suche für mögliche Ursachen sind, damit die Leiden möglicherweise verringert werden könnten.

Hat jemand Erfahrungen mit so einem Befund bzw. einer solchen Diagnose?

Grüße
oohpss
 

wurzlpurzl

Erfahrenes Mitglied
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5 Okt. 2007
Beiträge
687
Hallo Oohps,
dass man das überhaupt gesehen hat, sehen hat wollen, ist schon bemerkenswert, also gut! Ich denke jede Fehlstellung der Atlanto-Gegend ist auffällig und erklärt sehr viele Symptome! Das eine Fehlstellung existiert resultiert sicherlich von einer Bänderverletzung! Und von Bedeutung ist es allemal! Nur ob man da was machen kann Wenn eine Verletzung der Bänder vorliegt, sollte man mit Therapien vorsichtig sein, denn es kann zu Verschlimmerung führen!
Du solltest schon mal all die Beschwerden auflisten. Es können auch Hirnstamm-Störungen sein, da durch Bänderverletzung der Hirnstamm immer wieder gedrückt werden kann, oder auch das Rückenmark. Oft ist der Unfall so schwerwiegend, dass auch das Hirn in Mitleidenschaft gezogen sein kann.
 

oohpss

Erfahrenes Mitglied
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23 Juli 2007
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Hamburg
Hallo wurlpurl,

der derzeitige Ansatz bei der Behandlung diverser Beschwerden ist eigentlichdie der Differentialdiagnostik. Also eine mögliche Ursache finden und diese überprüfen bzw. ausschließen.

Aber hier sind einige der Beschwerden:
Schwindel beim Kopfheben, anfallsartige Kopfschmerzen, Übelkeit, Kreislaufprobleme, Herzrasen, Schweißausbruch.

Allerdings gab/gibt es eine Vielzahl von Verletzungen:
a) Lungenkontusion rechts basal
b) Metatarsalfrakturen (subkapitale MFK II-Fraktur, MFK V-Basis-Trümmerbruch, MFK III-Schaftfraktur, MFK iV-Basis-Trümmerbruch) [ausschließlich Mittelfußknochen ohne Zehen und ohne Fußgelenk]
c) distale intraartikuläre Humerusmehrfragmentur [Ellenbogen mit Gelenk]
d) kranialer Berstungsbruch LWK I [Wirbelsäule]
e) Horizontal und vertikal instabile Beckenringverletzung und transforaminaler Sakrumfraktur rechts und bilateraler transpubischer Instabilität [Becken]
f) Occipitale Kalottenfraktur [Schädelbruch am Hinterhaupt] mit minimaler Blutung
g) Nasenwurzelfraktur

Grund der Verletzungen ist ein Sturz aus großer Höhe, wobei die Anzahl und Art der Aufschläge noch nicht geklärt ist. Es können zwischen 4 und 2 Aufschläge gewesen sein.

Bezüglich des SHT wurden im Abstand von 12 und 24 Monaten MRTs des Gehirnschädels durchgeführt. Die Serien waren jeweils Transversale und coronare T2-gewichtung, sagittale FLAIR-Sequenz, coronare T1-Wichtung, transversale und cornoare T1-Wichtung nach GD-Gabe.
Diese Untersuchungen waren ohne Befund.

Allerdings bekommt der Patient auch eine ganze Anzahl Medis zur Schmerzbekämpfung und zudem Doxin damit er nachts schlafen kann. Das Doxipin scheint er in einer grenzwertigen Dosierung zu nehmen und ist als Ursache für die Anfallsleiden nicht auszuschließen, aber dennoch möchte ich ergründen was es mit dem Befund, vor allem mit der deutlich reduzierten atlantodentaler Distanz rechts auf sich hat.

Die Berichte die ich ergoogelt hatte, haben wirgendwie alle nicht gepasst.

Grüße
oohpss
 

wurzlpurzl

Erfahrenes Mitglied
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Beiträge
687
Wurden auch EEGs gemacht, bei Anstrengung, d.h. bei Rechenaufgaben oder Lesen?
Sehstörungen?
Kopfschmerzen bei Kopfgelenksverletzungen gibt es. Aber die Kopfschmerzen können von all den Verletzungen kommen, vom SHT, von der Nasenwurzelverletzung, evtl. ja da noch CMD.
Der Atlas ist wichtig. Vielleicht sind ja auch noch Gefässe dadurch verengt....
 

Joker

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Hallo oohpss,

vorab im allgemeinen: bei diesen breitbasigen Verletzungen ist es sicherlich schwierig zu sagen welche Beschwerden von welchem Verletzungsbild kommen. Unabhängig von der atlantodentalen Distanz könnte zumindest ich mir schon vorstellen, dass alleine die Kalottenfraktur oder auch die Nasenwurzelfraktur zu anfallsartigen Kopfschmerzen führen kann, je nach Ausheilungsergebnis, Nerventangierung etc.

Das mit der atlantodentalen Distanz scheint übrigens eine Frage der medizinischen Sichtweise zu sein: fragt man einen für Versicherungen (egal ob gesetzlich oder privat) tätigen Arzt hört man gerne die Meinung: angeboren, hat nix mit dem Unfall zu tun, löst für sich alleine keine Beschwerden aus. Seitens der Versicherunsmediziner wird im übrigen gerne auch die Meinung vertreten, dass eine verminderte atlanto-dentale Distanz erst bei < 3mm bedeutend wird und dies auch nur, wenn sich diese auf eine Verschiebung nach vorne oder hinten bezieht. Seitliche Verschiebungen werden nach meinen Erfahrungen gerne als angeblich nicht beschwerdebild-verursachend dargestellt.

Bei Befragung eines Manualmediziners könnte die Antwort schon ganz anders lauten, neben der Kalotten- und Nasenbeinfraktur gab es ja auch noch die Sakrumfraktur. Und für Manualmediziner stehen Sakrum und Kopfgelenke in einem direkten funktionellen Zusammenhang. So könnte z.B. nach meinem Verständnis durch eine schmerzbedingte Fehlbelastung des Sakrums eine Kopfgelenksstörung verursacht werden, die widerum eine verringerte atlantodentale Distanz bewirkt. Genauso könnte aber m.E. neben der Kalottenfraktur eine unfallbedingte Kopfgelenksstörung vorliegen. Störungen der Kopfgelenke werden bei den Manualmedizinern auch gerne in Zusammenhang mit Schwindelsensationen gebracht, sofern diese denn vorliegen. Und wenn einem schwindelig ist, führt dies sicherlich häufig auch zu Übelkeit. Dennoch gibt es auch noch andere Ursachen für Schwindel, z.B. auf HNO-ärztlichem oder neurologischem Gebiet, die ggf. noch abzuklären wären. Je nach Medikamentierung kann aber auch diese Schwindel auslösen.

Wie du siehst: Ursachen gibt es sicherlich genug. Ich weiß jetzt nicht, welchen Ärztemarathon ihr euch noch antun könnt oder wollt. Du fragst aber auch nach der behandlungsbedürftig-/-fähigkeit.

Bezüglich der Schmerzsituation würde ich eine Therapie bei einem Facharzt für spezielle Schmerztherapie anstreben, sofern ihr das bislang nicht angegriffen habt. Ansonsten würde ich mir einen guten Manualtherapeuten oder Osteopathen suchen, der mit VORSICHTIGEN Behandlungen an oberer HWS und Sakrum versucht wieder ein Gleichgewicht ins System zu bringen. Ach so, die von dir geschilderten Schweißausbrüche hängen zumindest laut meiner Physiotherapeutin häufig mit einem überschießenden vegetativem System zusammen, wobei anzumerken ist, dass das Vegetativum auch wieder mit den Kopfgelenken, aber indirekt auch dem Sakrum zusammenhängen kann, weitere Ursachen nicht ausgeschlossen.

Du siehst sicherlich: eine Pauschalantwort wird kaum jemand geben können, wir sind hier alle auch keine Mediziner, es gibt sicherlich auch noch mehr Ansätze oder Theorien, als ich geschrieben habe.

Viel Erfolg bei der sicherlich nicht einfachen weiteren Behandlung nebst Ursachen- und auch Therapeutensuche

Gruß
Joker
 
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oohpss

Erfahrenes Mitglied
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@wurzlpurzl

Hallo wurlpurzl,
EEGs wurden gemacht, aber nur im Ruhezustand.
Alles sehr schöne, normale Kurven.
Allerdinsg wurde das EEG nicht erfasst, während ein Anfall war. Die kommen auch nicht regelmäßig.
Alarmierend war beim letzten Mal der komplette Ausfall der Sehfähigkeit.

@joker

Hallo Joker,
was Du beschreibst ist genau das was uns beschäftigt.
Es wird wohl im nächsten Jahr der Einbau eines Neurtransmitters/SCS anstehen.
Allerdings hatten mich die Heftigkeit des letzten Anfalls erschüttert und deshalb die Suche nach Möglichkeiten diese zu verringern.
Das mit der Klinik mit gesamtheitlicher Ausrichtung ist warscheinlich die Beste Anregung. Sobald die Krankenhausphobie (wegen einer Anzahl Fehlbehandlungen) etwas milder geworden ist und eine Reha oder Kur in Frage kommt, werde ich in der Richtung recherchieren.

Danke für den Tip.

Ein Schmerztherapeut übernimmt jetzt schon die Medikation und wird auch den SCS-Einbau veranlassen/druchführen. Gleichzeitig ist er der behandelnde Ortopäde.

Die Physio ist noch ohne Schwerpunkt Osteophatie, da sich die Behandlung im wesentlichen auf den Rücken konzentriert. Dort sind die Verhärtungen so groß, dass sie sich wie Knochen anfühlen würden, meint der Terapeut.

Man kann es sehen wie man will: Einerseits gibt das UO nicht auf und ist im Haushalt sehr aktiv, dadurch bekommt es in allen Bereichen hinreichend Bewegung, damit nichts verkümmert. Andererseits werden dadurch die Verspannungen, durch die zahlreichen "ausgleichenden Fehlhaltungen" in anderen Bereichen verstärkt.

Ich hatte vergessen von dem CRPS zu berichten, dass auch noch dazu kommt.

Und da keine Aussicht besteht die Beeinträchtigungen jemals wieder los zu werden, suche ich halt nach allen möglichen Ansätzen um zu ergründen ob die eine oder andere Ausrichtung weiter hilft. Aber wie Du ja ganz richtig schreibst: Es gibt eine Unzahl Möglichkeiten für Ursachen der Beschwerden. Allerdings traue ich vielen Ärzten nicht ganz über den Weg. Dazu habe ich schon zuviel schlechte Arbeit gesehen.

Bezüglich des Ärztemarathons: Bei noch geschätzen 30 bis 40 Jahren Restlebenszeit ist da wohl noch einiges drin.

Neurologe waren schon dran, aber hat nichts weiter entdeckt, ausser dem geschilderten Nebenbefund aufgrund des MRT, das er in Auftrag gegeben hatte.
HNO wäre dann wohl der nächste Schritt. Wobei eine HNO-Klinik blöderweise die (vermutliche) Ursache des ganzen Theaters ist. Da sind also die Bedenken des UO besonders ausgeprägt.

Danke für Deine Hinweise.

Grüße
oohpss
 
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