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Auffahrunfall mit Personenschaden, HWS

Aragon

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22 Aug. 2016
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#1
Hallo liebe Gemeinschaft,

Ich hatte anfang März2016 einen Unfall, genau gesagt einen Wegeunfall, bin also über die BG abgesichert. Ich versuche es mal zu schildern, fällt mir immer nich schwer. Es war im Innenstadt Bereich, plötzlich war irgendwie vor mir ein großer Post LKW, der stand, und und bin ihm aus Unaufmerksamkeit leicht in den Tritt hinten rein, ca 15 km/h. Airbags waren zu und sind zu geblieben. Ca 5 Sekunden später ist ein Tankwagen oder Lastzug anscheinend ungebremst aufgefahren, die Krafteinwirkung war unbeschreiblich. Ich bin dann etwas verwirrt ausgestiegen, und wurde dann auch vom RTW mit Rückenschmerzen einkassiert,und in die Notfallaufnahme gebracht. Dort nach körperlicher Untersuchung und CT mit der Diagnose Schleudertrauma bzw HWS Distorsion entlassen. Beim Autohof war anschließend gut zu sehen, dass der neue Passat offensichtlich Totalschaden war, Fahrersitz war aus der Verankerung gerissen.
Nach weiteren D-Arzt besuchen, und Verwunderung, warum dass Schleudertrauma so lange dauert, habe ich dann irgendwann das Gutachten von meiner Firma bekommen.
Auf den Unfallbildern war deutlich ersichtlich, dass die Kopfstütze nicht mehr gehalten hat, und um 90 Grad nach hinten gebogen war.
Das Bild habe ich mit beim D-Arzt gehabt, und lag ungefähr 10 Minuten! später schon im MRT.
Diagnose: Bandscheibenvorfall 3/4 rechts raus, und 5/6 nach hinten.
3/4 Nervenwurzelkompression,
Liquiorreserve bei beiden nicht mehr vorhanden. Keine Anpassungen an den Wirbelkörpern...(frisch)
War dann 7 Wochen zur Reha, danach noch bestimmt 3 Monate zur EAP.
Im Moment fange ich ganz langsam wieder mit der Wiedereingliederung an, und möchte ab März wieder voll arbeiten. Beschwerden sind nach wie vor vorhanden, und dass nicht zu knapp. Ich weiß nicht recht, was es werden soll...Die BG dazu ist nochmal eine andere Geschichte.
Die gegnerische Versicherung weigert sich die Schuld anzuerkennen, und behauptet sinngemäß:
Bei einem traumatischen Bandscheibenvorfall müssen! Bandläsionen, Einblutungen, oder Frakturen vorliegen, da eine Bandscheibenverletzung nicht ohne diese einher gehen würde. Zudem hätte ich mir die Verletzung beim Auffahrunfall selber zugezogen.
Kurz um, sie bietet an, 3000€ zu zahlen, unter Abfindung aller Ansprüche, und die Anwaltskosten zu übernehmen.
Die BG hat noch ein kausalitäts Gutachten machen lassen, das habe ich aber noch nicht.
Habe ich da Chancen bei einem Rechtsstreit? Habe ich Chancen auf Entschädigung von der BG, wenn die nicht zahlen?
Liebe Grüße und Dankeschön für s lesen
M.
 
Zuletzt bearbeitet:

ptpspmb

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#2
Hallo Aragon,

willkommen hier im Forum!
Zum Glück hast du das Forum hier gefunden!
Keine Abfindung annehmen!
Wenn du Glück hast, wird sich dein Zustand noch bessern!
Wenn du zu den anderen 90% gehörst, dann wird der Weg kein leichter sein!
Es werden sich noch viel User zu deinem Thema melden!
Bis dahin gute Besserung!
 

HWS-Schaden

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#3
Hallo Aragon, willkommen im Forum.

ptps... schrieb dir schon: Keine Abfindung annehmen!
Und er schrieb: Da werden sich noch Spezialisten melden.
Beidem stimme ich zu ;-)

Es sind verschiedene Themen und Problembereiche.
Das wird ein Puzzle verschiedener Spezis.


Den Unfall betreffend:
- Es gibt hier einen Spezi für Rekonstruktion, er wird sich melden.
- Will dich nicht quälen, habe aber eine Nachfrage:
Habe ich richtig verstanden, dass der Post-Lieferwagen (oder LKW?) parkte?
(Ist der Fahrer auch betroffen?)
- Die Schilderungen zu Kopfstütze und Sitz sprechen Bände! Boah, da hast du vermutlich sogar sehr sehr viel Glück im Unglück gehabt.

BG betreffend:
Da es ein Wegeunfall war, bist du über die BG abgesichert - mit allen möglichen Widrigkeiten - und zwar unabhängig davon, wie die Schuldfrage wegen des Auffahrens beantwortet wird.

Wurde dir psychotherap. Unterstützung angeboten? Du schreibst, dass die Schilderung des Unfalls dich (verständlicherweise) belastet.
Sprich das ggf. beim D-Arzt an, zögere nicht, frühzeitig lässt sich manches besser therapieren als nach Jahren.

Du hast von der BG noch keinen schriftlichen Bescheid, dass deine körperlichen Schäden als Unfallfolge anerkannt sind (nur das mit der Distorsion), vermute ich.
Solange du den nicht hast, kannst du dich auf wenig verlassen, auch wenn die med. Befunde und Fotos von Sitz und Kopfstützen dich optimistisch stimmen.
Beim Anerkennen von Bandscheibenschäden gibt es regelmäßig Probleme, sei darauf gefasst.

Gegnerische Kfz-Versicherung:
Die Aussage der Versicherung, dass Schäden an Bändern od. Knochen etc. nachgewiesen sein müssen als Bedingung des Anerkennens ist so prinzipiell falsch.
Soweit ich verstanden habe, sind bei dir Einblutungen nachgewiesen?

Das "Angebot" von 3000€ ist nicht wert, deshalb jetzt auf weitere Ansprüche zu verzichten.
Du weißt weder, wie die Schuldfrage, die Kausalitätsfrage beantwortet wird, noch weißt du, wie sich dein Gesundheitszustand entwickelt. Es ist riskant für dich, dich mit 3000€ abfinden zu lassen und die Versicherung würde sich die Hände reiben. (Die BG nicht, der Ärger würde evtl. dort zunehmen, ich weiß es nicht sicher ...)

Wiedereingliederung:
Wenn es dir noch nicht besser geht, überlege dir das gut.

HWS-Verletzung / Kopfgelenke:
Für dich und deine Gesundung und Therapie ist wichtig, sicher zu sein, ob Bandverletzungen wirklich auszuschließen sind.
Mit dem normalen MRT werden die - warum auch immer - nicht immer sichtbar.
Es ist vermutlich empfehlenswert, ein Upright-MRT (das ist im Sitzen, das Kopfgewicht lastet also wie im Alltag auf der WS) machen zu lassen.

Schwierig ist, dafür eine Verordnung zu bekommen, aber versuche es!
Sonst ggf. selber (in Raten) zahlen.
Es gibt nur 5 Privatpraxen, die das anbieten: http://www.upright-mrt.de/?no_cache=1


Nun noch eine Bitte:
Bitte schreibe mit Absätzen und nicht einen langen Text im Block.
Das erschwert das Lesen und für einige User wirds unmöglich.


Nimm die ganzen zu erwartenden Probleme mit BG/Versicherung und vor allem die Äußerungen einzelner Sachbearbeiter (SB) nicht persönlich. Es geht nicht gegen dich als Person, sondern sind die (armseligen) Mittel des Gegenübers bzw. mancher Gegner. Verlier beim Ärgern nicht die Kraft, die du für anderes wichtiger benötigst.

Es ist gut, dass du dich angemeldet hast.
Bleib am Ball, frag alles nach, lies dich in die einzelnen Rubriken ein.


Liebe Grüße HWS-Schaden
 
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Aragon

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#4
Hallo HWS-Schaden,

Ja, der Post LKW stand urplötzlich auf der zweispurigen Straße, und ich bin leicht auf ihn drauf. Danach bin ich Meiner Meinung nach nochmal reingedrückt worden. Der Fahrer hatte meines Wissens nach eine Platzwunde.

Einblutungen waren nicht nachweisbar, da dass MRT auch glaub 6 Wochen nach Unfall erst gemacht wurde.

Die BG hat mich aufgrund andauernder Beschwerden jetzt 2 Wochen nochmal eingewiesen zu einer stationären Reha und weiterer Untersuchung. Ich weiß ungefähr, dass es im BG Gutachten einen kausalen Zusammenhang geben sollte.

Dankeschön für die Hilfe!
 

HWS-Schaden

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#5
Hallo,

entschuldige bitte, aber wie kann ein riesiger LKW dort urplötzlich auftauchen?
Muss er nicht zuvor vor dir gefahren sein?
Hast du ihn übersehen?

Er parkte dort also nicht (zB zum Ausladen und ohne Fahrer), sondern befand sich im Verkehr und bremste bzw stand wegen Stau, stockendem Verkehr, Ampel oder sowas?

BG:
Sei wachsam bei Reha und BG-Einrichtungen.
Rechne damit, dass du beobachtet wirst.
Dort wird ein Bericht geschrieben, dieser ist später sehr wichtig für den Verlauf.

Nachtrag: Ich frage mich gerade, was dagegen spricht, dass du die Einrichtung selber aussuchst, sie muss mit BG abrechnen können und zeitnah einen Platz haben, das erfährt man telefonisch bei der Reha.

Das Upright empfehle ich dir.

LG

P.S. Ich verstehe dies nicht:
Ich weiß ungefähr, dass es im BG Gutachten einen kausalen Zusammenhang geben sollte.
Außerdem: Was du nicht schriftlich hast, zählt nichts.
Die BG prüft noch.
 
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Sekundant

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#6
Hallo Aragon,

du hast im prinzip zwei anspruchsgegener. da es bei mir durch einen wegeunfall ähnlich lief und eine bandverletzung letztlich nach jahren zufällig in einem op-bericht nachgewiesen war, würde ich heute folgendermassen vorgehen:

anspruchsgegener 1 ist (bei dir) die BG, anspruchsgegener 2 die gegnerische haftpflichtversicherung.
da von der BG und dem d-arzt bekanntlich kein entsprechender aufklärungswille vorhanden ist, steht es dir aber in bezug zur HPflV frei, einen arzt zu konsultieren und hier die nötigen befunde wie das von #HWS-Schaden empfohlene upright-mrt einzuholen.
es sollte zwar auch in bezug zur BG möglich sein, entsprechende aufklärung einzufordern (ggf klage), aber einen rechtlich möglichen weg kann ich derzeit nicht aufzeigen. aber der weg über die HPflV sollte doch gangbar sein. aufklärung gibt es leider nur dann, wenn man selbst schon ausreichend aufgeklärt ist.


gruss

Sekundant
 

Rekobär

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#7
zeitlich versetzter Auffahrunfall

Hallo@,

Aragon sein Fall ist etwas komplizierter, als es zunächst aussehen mag.

Wie es Sekundant schon schrieb, hat Aragon zwei Anspruchsgegner.

Allerdings gibt es auch zwei zeitlich versetzte Unfallgeschehen.

Unfall1: Aragon fährt, aus welchem Grund auch immer, auf dem vor ihm stehenden Post-Lkw auf mit, wie er sagt, geringer Geschwindigkeit von 15 km/h. Er stößt dabei gegen den am Heck befindliche Tritt.

Unfall2: Ca. 5 s später fährt ein Tank-Lkw vermeintlich ungebremst auf Aragons Heck auf und schiebt Aragons Fahrzeug auf den Post-Lkw auf.

Kurz danach steigt Aragon etwas benommen aus seinem Fahrzeug aus und stellt fest, dass der Fahrer des Tank-Lkw eine Platzwunde hatte.

Weiter beschreibt er sein Fahrzeug. Bei seinem Passat war der Fahrsitz ausgebrochen und die Kopfstütze um 90° nach hinten gebogen.

Letzteres lässt auf eine hohe Krafteinwirkung auf den Passat schließen, obgleich es erstaunlich ist, dass Aragon aussteigen konnte, weil normalerweise beim Zusammenschieben des Fahrzeuges die Türen meistens blockiert werden.

Vielleicht kann Aragon noch ein bisschen präzisieren.

Herzliche Grüße vom RekoBär:)
 

Aragon

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#8
Huii, ich mache mich an die Beantwortung....

@HWS-Schaden,
Es war zweispurig, um eine einsehbare Kurve, ich schau auf mein Navi, sehe dass ich nur noch 4 km habe. Anscheinend stand der LKW warum auch immer, und vor mir wurde noch die Spur gewechselt, mehr weiß ich nicht...

@Rekobär,
Der vor mir fahrende Post LKW Fahrer wurde verletzt, tut mir auch total Leid :-/
Bei dem Passat gingen die Türen noch auf, aber mit Widerstand. Ich habe mal versucht, ein Foto hochzuladen, weiß nicht, ob es erlaubt ist.
 

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ptpspmb

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#9
Hallo Aragon,

da hast du aber ganz schön Glück gehabt!
Das Foto kann man anschauen!
 

Rekobär

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#10
Passat ist sehr stabil

Hallo Aragon,

ich ging davon aus, dass der Passat stärker zusammen gedrückt wurde.

Trotzdem, die Krafteinwirkungen waren hier schon ordentlich.

Herzliche Grüße vom RekoBär:)
 

Aragon

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#11
Hallo Aragon,

ich ging davon aus, dass der Passat stärker zusammen gedrückt wurde.

Trotzdem, die Krafteinwirkungen waren hier schon ordentlich.

Herzliche Grüße vom RekoBär:)
Passat ist schon stabil... bis auf die Kopfstütze. Trotzdem schwer, zu seinem Recht zu kommen. Ich war vorher gesund, hatte nie auch nur ansatzweise Rücken Probleme. Und nun.... ☹️
 

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HWS-Schaden

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Hallo Aragon,

#Sekundant hat dir einen guten Hinweis gegeben, glaube ich - können andere vielleicht nochmal schreiben, ob sie das auch so machen würden.
(Ich kenne mich mit gegnerischer Haftpflicht nicht aus.)

Der Tipp war, zu einem unabhängigen Arzt zu gehen - außerhalb des BG-Rahmens - um dir dort als Privatmensch (für die HpflV) einen Befund oder ein Gutachten einzuholen ... lies das oben nochmal genau nach.

Rekobär ist der Spezi zu techn. Unfall-Rekonstruktionen.

Liebe Grüße HWS-Schaden
 
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