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Asbestose und MdE

charlyxxl

Neues Mitglied
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19 Feb. 2015
Beiträge
9
#1
Hallo,
nach viel mitlesen möchte ich meine Probleme kurz mitteilen.
Eine Asbestose mit tafelbergartigen Pleuraschwielen, Verkalkungen, Vernarbungen und 2 Rundatelektasen beidseitig wurde von der BG 2014 ohne MdE anerkannt. Schon 2008 wurde dies festgestellt und auf eine TBC in der Kindheit zurück geführt.
Da ich aber mit 15 Jahren, 1966, vom Gesundheitsamt wegen TBC in der Familie ohne
Befund geröngt wurde kann ich auch nichts als Kind gehabt haben.
Meine Werte sind in den letzten Wochen nochmal schlechter geworden.
Das Gutachten wegen der MdE wurde nochmal vom selben Gutachter nach Aktenlage beurteilt.
Er bleibe bei der Aussage Asbestose ja aber keine MdE.
Er schlägt eine Heilmassnahme in Bad Reichenhall mit entsprechenden Gutachten vor um dann nochmal zu entscheiden.
Nachdem was ich bis heute mit „Gutachtern“ erlebt habe, bekomme ich Zweifel ob das in einem BG geführten Haus neutral gehandhabt wird.
Ich bin im Widerspruchverfahren wegen der MdE.
Mein Hausarzt und mein Lungenfacharzt gehen von einer 40 bis 60 Prozentigen MdE aus.
Soll ich die Heilmaßnahme wahr nehmen, eine Besserung wird bei dem Befund nicht stattfinden.
Oder kann ich durch meinen Rechtsbestand (DGB) direkt Klage einreichen?
Ich habe erst am 20.04 einen Termin und hätte gerne vorher ein wenig Aufklärung.

Erstmal schon Danke für eure Hilfe!
Weitere Infos unter: http://www.unfallopfer.de/forum/showthread.php?t=32684#ixzz3X6d55a5p
 

lupo1

Mitglied
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#2
Hallo,
ohne eine einschränkung der Lungenfunktion, wird es wohl keine MdE geben. Vor allem müßte eine restriktive oder obstriktive Ventilationsstörung vorliegen. Das wäre aber bestimmt nicht wünschenswert. Ich kann die Reha in Bad
Reichenhall nur empfehlen. Zu einem bist du der Mitwirkpflicht nachgekommen.Zum anderen kanns du nach der Reha Widerspruch einlegen.
Alles Gute (PS: Habe keine MdE seit 2004, aber im August meine 3.Reha in Bad Reichenhall.)
 

charlyxxl

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#3
Hallo,
ich möchte euch heute vom Stand der Dinge berichten.
Im Widerspruchsverfahren hat der Gutachter zu seinem Gutachten noch mal Stellung genommen.

Er bestätigt noch mal die Asbestose aber eine MdE sieht er nicht.
Mir wird eine Kur in Bad Reichenhall angeboten und danach soll noch mal begutachtet werden.
Ich habe hier aber meine Bedenken, da es sich um ein reines BG Haus handelt und ich aus den gemachten Erfahrungen mit BG Gutachtern bedenken habe, zB. schreibt der Gutachter bei der Untersuchung gut mitgearbeitet und in der Stellungnahme seien meine schlechten Lufu Werte durch
unzureichende Mitarbeit bedingt, ist schon seltsam.
Die Sache dauert nun schon 1 Jahr und geht nicht voran.
Da meine Ärzte klar von einer MdE von 40 bis 50% nach Bad Reichenhaller Tabelle ausgehen,
hat mein RA nun einen Rechtsmittel fähigen Bescheid angefordert um Klarheit zu schaffen und dann bei Bedarf zu Klagen.

Gruß
Karl-Heinz


 
Zuletzt bearbeitet:

HWS-Schaden

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#4
Hallo charlyxxl,

wie gut, dass du einen Anwalt mit "Biss" an deiner Seite zu haben scheinst!

Auch gut, dass du wachsam bist, ob Bad Reichenhall der richtige Ort für deine Behandlung ist (vermutlich Reha, nicht Kur, oder?). Vielleicht kann dir jemand etwas über Bad R. berichten oder eine gute Alternative empfehlen. Du hast jedenfalls die freie Wahl, wo du dich behandeln lässt, soweit ich das weiß.

Wenn dir mangelnde Mitwirkung / Mitarbeit vorgeworfen wird, dann muss es dafür einen Nachweis geben, die reine Behauptung nutzt deiner Gegenseite nichts. Dennoch würde ich ggf. dieser Behauptung schriftlich und nachweisbar widersprechen und nach Belegen fragen - damit deine Sichtweise auch in der Akte steht.
Ansonsten nicht ärgern lassen und dafür sorgen, dass die vorhandene Mitarbeit nachgewiesen werden kann.

Viel Erfolg und gute Besserung!
Liebe Grüße HWS-Schaden

P.S. Du kannst erst ab 25 Beiträgen etwas anhängen oder als Aktiver Sponsor. Das gilt auch für PNs (Private Nachrichten).

Ich wär dankbar, wenn du eine etwas größere Schriftgröße wählen würdest. Danke.
 

Joker

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#5
Hallo Karl-Heinz,

ich habe deine beiden Threads mit identischem Titel, aber in unterschiedlichen Rubriken platziert, hier zusammengeführt. Alles andere würde nur zu Konfusion führen. Du kannst diesen Thread mit deinen Ergänzungen einfach durch Nutzung der Antworten-Funktion fortsetzen.

Gruß
Joker
 

charlyxxl

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#6
Hallo,
es geht endlich weiter.
Ich war zur Begutachtung für das Sozialgericht eingeladen.
Habe alle bekannten Tests zur Begutachtung der Lunge durchgemacht.
Laut dem Gutachter sind alle bisherigen Befunde falsch beurteilt.
Das erste Gutachten der BG sei auch falsch.
Nach seiner Meinung sind es 40% MdE. Der Haken ist aber, dass er auch Rauchen bis
1998, Übergewicht und eine Schlafapnoe mit anrechnen muss.
Dadurch könnte es ganz knapp 20% werden.

Bin jetzt mal gespannt was die Sozialrichterin und die BG dazu sagt.
Ich werde weiter berichten.
Gruß
Karl


 

Bommelchen

Neues Mitglied
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#7
Hallo,

"mangelnde Mitwirkung des Patienten" hatte ich auch in einem Arztbericht. Habe den Arzt gefragt was das soll - er meinte auf Grund meiner eingeschränkten Lungenfunktion könne ich den Lungenfunktionstest nicht durchführen - das nennt man mangelnde Mitwirkung.
 

charlyxxl

Neues Mitglied
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#8
Moin,
so, 7 Wochen nach dem Begutachtungstermin ruft mich der Gutachter an mit der Bitte ein nachträgliches Lungen-CT durch zu führen.
Bei der Begutachtung meinte er, es reiche eine normale Röntgenaufnahme.
Ich denke, bei meinen bekannten Asbestosemerkmalen und der Lungenfunktion ist er ins Grübeln gekommen, vielleicht doch genauer hin schauen zu müssen und bei der MdE positiver zu urteilen.
Mal sehen wie das jetzt weiter geht.
Gruß
Karl
 

oerni

Erfahrenes Mitglied
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#9
mangelnde Mitwirkung?

Hallo,

"mangelnde Mitwirkung des Patienten" hatte ich auch in einem Arztbericht. Habe den Arzt gefragt was das soll - er meinte auf Grund meiner eingeschränkten Lungenfunktion könne ich den Lungenfunktionstest nicht durchführen - das nennt man mangelnde Mitwirkung.
Dem Arzt würde ich gehörig die Meinung sagen.

Der soll erst mal seine Hausaufgaben machen und SGV VII lesen und dann noch mal Dir den Vorwurf machen. Am besten Anzeigen!
 

lupo1

Mitglied
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#10
Moin,
so, 7 Wochen nach dem Begutachtungstermin ruft mich der Gutachter an mit der Bitte ein nachträgliches Lungen-CT durch zu führen.
Bei der Begutachtung meinte er, es reiche eine normale Röntgenaufnahme.
Ich denke, bei meinen bekannten Asbestosemerkmalen und der Lungenfunktion ist er ins Grübeln gekommen, vielleicht doch genauer hin schauen zu müssen und bei der MdE positiver zu urteilen.
Mal sehen wie das jetzt weiter geht.
Gruß
Karl
Hallo,
bei einer CT Aufnahme gibt es nur entweder/ oder. Bei der CT Aufnahme ist genau zu erkennen, ob das Lungengewebe durch Asbest vernarbt ist, oder nicht.

Viel Erfolg und alles Gute
 

charlyxxl

Neues Mitglied
Registriert seit
19 Feb. 2015
Beiträge
9
#11
Hallo,
das CT für das Gericht liegt mir vor und ich stelle es mal ein:


„Es liegt ein CT-morphologische Voruntersuchung vom 4.11.2014 zum Vergleich vor.
Normal große Schilddrüse. Mediastinal Nachweis mehrerer, zum Teil auch nodulär konfigureirter Lymphknoten bis max. 10 mm Größe. Geringe Vascosklerose. Bekannter infracarinaler Lymphknoten mit 13 mm Herdgröße. Keine relevanten hilären Lymphknoten.
Keine zentrale Raumforderung. Normal großes Herz. Coronarsklerose. Kein Pericarderguss.
Beiderseits finden sich deutliche pleurale Verdickungen mit zum Teil flächigen bzw. plaqueartigen Binnenkalzifierenden. Links basal im Unterlappen flächige Verdichtungen mit einzelnen, kleineren Auflockerungen mit einer Herdgröße von ca. 4 cm im Durchmesser. Angrenzend finden sich deutliche Traktionsbronchiektasen. des Unterlappens. Keine Einschmelzungen.
Eine weitere Verdichtung etwas kleiner aber mit ähnlichem Bildcharakter zeigt sich im Unterlappen rechts dorsal, hier maximal 3,4 mm messend mit minimalen Binnenkalzifizierungen und beginnenden Traktionsbronchiektasen.
Auch rechts diaphragmal flächige Kalzifizierungen . Keine pleural tumoröse Raumforderung. Keine suspekten Rundherde. Kein flächiges Infiltrat.
Die knöchernen Strukturen zeigen fortgeschrittene degenerative Achsenskelettveränderungen mit langstreckiger ventraler Längsbandossifikation. Keine Sinterung. Kein Tumor.

Berurteilung
Diffuse Pleuraverdickungen mit pleuralen Kalzifizierungen als auch Rundatelektasen der Lungenuntergeschosse beidseits mit angrenzenden Traktionsbronchiektasen. Diaphragmale
Kalzifizierungen rechtsbetont. Insgesamt am ehesten mit einer Asbestose vereinbar. Ein Malignom liegt nicht vor. Zur Voruntersuchung vom 4.11.2014 keine progredienten Lungenveränderungen.“




Heute bekomme ich Post, dass ich im November zur Heilbehandlung soll,
möchte aber erst das Gerichtsverfahren mit Urteil abwarten.
Ich möchte nicht jetzt wieder von einem BG Gutachter bescheinigt bekommen, dass meine Asbestose nicht behandlungsbedürftig sei, wie im Widerspruchsverfahren ermittelt wurde. Ich glaube nicht, dass in einem BG Haus objektiv Begutachtet wird.
Nach einem Urteil, auch wenn ich in Berufung gehen muss, würde ich dann eine Reha bei der BG machen. Nach dem was bis jetzt abgelaufen ist
sehe ich die BG nur als ein Gegner der nicht für nachvollziehbare Schäden
aufkommen will.

Davon abgesehen eine Lungenfibrose ist nicht heilbar und kann nicht rückgängig gemacht werden.
Mache eine Dauerbehandlung mit Fosterspray.
Gruß
Karl
 

lupo1

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Oberhausen
#12
Hallo Charlyxxl,
ich kann dir eine Reha in der BG Klinik Bad Reichenhall empfehlen. Deine Sorgen sind unbegründet, da die Ärzte sich im Entlassungsbericht wie folgt äußern.
Verlauf:
Unkomplizierter Verlauf des Heilverfahrens. Die verordneten Anwendungen
wurden gut vertragen. Eine Lungenfunktionseinschränkung konnte nicht
objektiviert werden. Im Rahmen der Atemtherapie wurden geeignete Atemtechniken eingeübt. Durch das verordnete Übungsprogramm konnte die Muskel- und Skelettfunktion positiv beeinflusst werden. Im Rahmen eines ärztlichen Vortrages wurde dem Versicherten ein Basiswissen über das asbestassoziierte Lungen- und Pleuraveränderung vermittelt. Des weiteren erfolgte eine Ernährungsberatung. Es konnte eine Gewichtsreduktion von knapp 2 kg erreicht werden. Bei regelmäßigen Kontrollen lagen die Blutdruckwerte im normotonen Bereich. In der Abschluß- Lungenfunktion lag die Vitalkapazität bei 4,0 L bei 88 % des Sollwertes.
Zur Stabilisierung der Lungenfunktion empfehlen wir eine Wiederholung des stat. Heilverfahren nach Ablauf von drei Jahren.
Ich fahre gerne nach Reichenhall, aber nur im Sommer.
Wenn du möchtes, schreibe mir eine E-MAIL, ich werde dann näher auf mein Fall eingehen.
Alles Gute Lupo1
 
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