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Anwalt hat Sache selbst in die Hand genommen!

Jenna

Nutzer
Registriert seit
23 Okt. 2006
Beiträge
16
Hallo!
Ich weiß nicht, ob sich noch einer an mich erinnert. Ich habe hier vor einem Jahr von meinem Verkehrsunfall berichtet und habe von euch sehr viel Hilfe bekommen. Erst einmal vielen dank dafür! :)

Ich hoffe, jetzt könnt ihr mir auch etwas zu diesem Vorfall sagen:
Zuerst bekam ich einige Monate nach dem Unfall eine Anzahlung auf das Schmerzensgeld von der gegn. Versicherung.
Im März 2007 wurde gegen den Unfallverursacher ein Strafverfahren eingeleitet, wo ich die Möglichkeit hatte im Adhäsionsverfahren vermögensrechtliche Ansprüche gegen ihn geltend zu machen. Mein Anwalt stellte also den Antrag und kalkulierte als weiteres Schmerzensgeld 5.000€.
Daraufhin meldete sich die gegn. Versicherung und wollte den Fall ohne Adhäsionsverfahren klären, worauf mein Anwalt und ich uns dann auf 4.000€ Schmerzensgeld geeinigt hatten.
Nun kam es leider so, dass das Gericht meinen Antrag abgelehnt hat :mad:
Dazu wurde vom Krankenhaus, wo ich nach meinem Unfall in Behandlung war, ein falsches Gutachten erstellt!
Mein Anwalt war mir keine große Hilfe. Er schrieb der gegn. Versicherung nur, dass mir nun ein Schmerzensgeld von 3.000€ zusteht.
Nun schrieb er mir vor einigen Wochen einen Brief, der mich vollkommen aus der Bahn geworfen hat! Darin hieß es, dass er der Versicherung mitgeteilt hat, dass sich mein Schmerzensgeldanspruch durch die Zahlung von 1.500€ erledigt hat :mad: Für ihn war die Regulierungsangelegenheit damit erledigt!

Meine Frage: Darf er ohne mein Einverständnis mit der Versicherung einen Preis aushandeln und die Sache als "erledigt" ansehen? Hat er womöglich eine Apfindung für mich unterschrieben?
Könnte ich mir einen neuen Anwalt suchen, der die Sache weiterführt? Oder müsste ich diesmal für ihn zahlen? ich habe noch heute, 1 jahr nach dem Unfall Beschwerden!

Gegen den Unfallverursacher habe ich übrigens als "Zeugin" aussagen müssen vor Gericht. Da lief es aber meiner Meinung nach auch nicht mit rechten Dingen ab (weitere Zeugen fehlten, Angeklagter durfte zuerst keinen Anwalt mit zum Verhör nehmen...sein Anwalt war trotzdem dort und hat ihn vertreten!).
 

Ichwunderemich

Erfahrenes Mitglied
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Hallo Jenna,

der Anwalt ist Dein Bevollmächtigter. Dh. wenn er sich mit der Versicherung geeinigt hat, dann tat er das in Deinem Namen und mit Vollmacht. Voraussichtlich wirst Du zu Beginn des Mandats eine solche unterschrieben haben. In dem Fall ist eine Einigung zwischen ihm und der Versicherung leider wirksam, obwohl es wohl unüblich ist, sich nicht zuvor noch einmal mit dem Mandanten zu besprechen, gerade wenn auf höhere Beträge verzichtet wird. Schau Dir den Vergleich genau an; evt. wurde sich nicht über Folgekosten geeinigt. Dein Anwalt muss Dir alle erforderlichen Unterlagen aus der Akte zur Verfügung stellen.
 

j_e_n_s

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Hallo Jenna,

die Vollmacht die du deinem Anwalt unterschrieben hast beinhaltet höchstwahrscheinlich auch die Klausel, dass er Vergleiche abschließen kann.

Eine Absprache mit dir ist nicht erforderlich, es sei denn, es ist vereinbart worden.

Diese Klausel ist in Standartvollmachten immer enthalten. Handlungen des Prozessbevollmächtigten stehen denen der Partei gleich. Er hat somit in deinem Namen eine rechtsgültige Willenserklärung abgegeben.

Sollte die Vollmacht einen Abschluss von Vergleichen nicht enthalten, ist das Rechtsgeschäft nichtig (RA = vollmachtloser Vertreter).

Gruß Jens
 

seenixe

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Hallo Jenna,
hast Du mit dem Anwalt irgend etwas schriftlich ausgemacht über die Höhe des Schmerzensgeld? Ihr hattet ja sicher Gespräche über die Höhe eurer Forderung. Es ist zu klären, ob der Anwalt eventuell Schadenersatzpflichtig geworden ist. Richtig ist, dass die Versicherung scheinbar richtig aus dem Schneider ist, ob es aber der Anwalt auch ist?

Gruß von der Seenixe
 

Jenna

Nutzer
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23 Okt. 2006
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16
Außer den Briefen, die er der Versicherung mit den Forderungen für das Schmerzensgeld geschrieben hat, habe ich leider nichts Schriftliches! Wir haben es mündlich abgesprochen, wie viel Schmerzensgeld mir zusteht. Außerdem hätte ich noch Schadensersatz bekommen müssen! Habe ich aber nicht :mad:
Ich kann wohl nichts mehr tun, oder? Ich bin wirklich wütend darüber, dass er hinter meinem Rücken mit der Versicherung verhandelt hat!
 

seenixe

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Hallo Jenna,

Dir bleibt als einzige Möglichkeit zu einem Anwalt zu gehen und gegen den alten Anwalt vorzugehen.

Er sollte, muß schon dafür gerade stehen, welchen Schrott er angerichtet hat und er hat eine Haftpflichtversicherung für solche Fälle.

Gruß von der Seenixe
 

Jenna

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Danke für eure Antworten!

Ich kann mir leider keinen Anwalt leisten, also werde ich die Sache wohl oder übel akzeptieren müssen :mad:
Unfassbar, dass man nicht einmal mehr seinem eigenen Anwalt trauen kann!
Na ja ein Gutes hat es ja: Ich muss mich nicht mehr mit dem Unfall befassen....aber die Schmerzen bleiben leider und meine Gesundheit kann mir auch kein Geld der Welt wiedergeben.
 

seenixe

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Hallo Jenna,
Ich hoffe, Du schaust noch einmal vorbei.
Du kannst Dich an die Rechtsanwaltskammer wenden. Die müßten Dich unterstützen. Gerade wenn Du Dir keinen Anwalt weiter leisten kannst, dann sollten sie Dich unterstützen.

Gruß von der Seenixe
 

Jenna

Nutzer
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Natürlich komme ich wieder her :) Vielen Dank für deine Hilfe! Das werde ich auch tun, sobald ich etwas Zeit finde um mich mit meinem Fall zu beschäftigen.

LG Jenna
 
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