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Antrag auf Schwerbehinderung?

Benji1711

Nutzer
Registriert seit
2 Feb. 2008
Beiträge
5
Hallo,

ich bin neu in diesem Forum. Meine Tochter hatte am 02.01.2008 einen schweren Unfall, bei dem der . Lendenwirbel zertrümmert wurde aber mi Wuzelaffektion. Sie hat eine Gehschiene, da sie immer wieder Krämpfe im linken Bein und auch ab und zu ein zittern hat. Ich weiß gar nicht, oich beim Versorgungsamt für sie einen Antrag stellen soll, da sie erst 16. Jahre alt ist. Ihren Schulabschluss d.J. kann sie wohl vergessen, da sie z.Z. eine ambulante Reha macht und shon sehr viel Stoff verpasst hat. Aber das ist zweitrangig. Kann mir vielleicht jemand schreiben, was ich jetzt noch alles für meine Tochter einleiten sollte.

Vielen Dank und
viele Grüße
Benji1711
 

Santafee

Erfahrenes Mitglied
Registriert seit
11 Okt. 2007
Beiträge
1,591
Hallo Benji,

das ist natürlich eine sehr schlimme Verletzung, die Deine Tochter erlitten hat, doch wenn sie dabei "nur" Wurzelaffektionen hat, kann man wohl eher gratulieren! Mit Sicherheit ist sie haarscharf an einer Querschnittlähmung vorbeigeschlittert Die Ärzte werden wohl jetzt noch nicht viel sagen können, denn auch diese Affektionen können sich wohl verbessern (oder auch verschlimmern?), schließlich steht sie ja noch am Anfang der Reha...

Ich würde die Reha noch abwarten und sehen, welcher Schaden bleiben wird. Einen Antrag auf Feststellung einer Behinderung könnt ihr selbstverständlich jederzeit stellen, aber denke ich, dass es erst "lohnt", wenn ein Dauerschaden abschätzbar ist... Wichtig sind regelmäßige Gespräche mit den verantwortlichen Ärzten und Therapeuten und dass Du Deine Tochter in dieser schweren Zeit natürlich unterstützt. Du schreibst nicht, dass sie einen Rollstuhl benötigt? Oder welche sonstigen Hilfsmittel benötigt sie? Diese solltet Ihr bei der KK beantragen, auch wenn sie eine Stehhilfe oder ähnliches benötigt? (Sie darf doch sicher einige Zeit nicht sitzen, oder?) Evtl. ist auch an eine besondere Matratze zu denken...

Weshalb macht deine Tochter keine stationäre Reha? Wäre das nicht ratsamer und intensiver? Dort wird dann auch oft Unterricht gegeben, so dass sie nicht so viel Stoff verpassen würde, ansonsten ist die Schule wohl das geringere Übel. Vielleicht kann man auch mit der Schule reden, dass sie einige wichtige Stunden besucht?

Welchen Berufswunsch hat sie denn?

Alles Gute!
Santafee
 

Benji1711

Nutzer
Registriert seit
2 Feb. 2008
Beiträge
5
Berufswunsch is Tischler

Hallo Santafee,

vielen Dank für Deine Antwort. Meine Tochter hat eine Gehschiene, damit ihr linkes Bei bei Schwierigkeiten gestützt ist. Sie kann schon wieder sehr gut laufen. Es geht zwar alles noch ein wenig langsamer. Eine stationäre Reha wollte sie nicht machen. Ich habe ihrem Wunsch nachgegeben, da sie durch Schlagen und Bedrohung ihres Freundes aus dem Fenster gesprungen ist und jetzt glaube ich, nicht so gerne alleine sein möchte. Ich hatte mir jetzt erst einmal Urlaub genommen. Aber nächste Woche muss ich dann auch wieder Vollzeit arbeiten gehen. Aber meine Mutter und meine Schwester wohnen in der gleichen Straße. Ich weiß zwar noch nicht, wie ich arbeiten gehen kann, da auch mich dieser Unfall psychisch unheimlich belastet. Sie hat wirklich unheimlich viel Glück gehabt.

Also, ihr Berufwunsch ist Tischler. Aber ich denke, den wird sie vielleicht nicht ausüben können. Aber für mich ist das allerwichtigste, dass sie überhaupt sehr optimistisch ist und auch alles können möchte. Ich glaube, dass ist noch das unbeschwerte Alter. Es stört michunheimlich, dass wir nach der Entlassung aus der Unfallklinik so ziemlich allein gelassen werden durch die Ärzte. Sie muss auch wieder in die Neurologie, damit die Nerven in den Beinen durchgemessen werden. Kein Arzt unerstützt uns wirklich

Viele Grüße
Benji1711
 

Santafee

Erfahrenes Mitglied
Registriert seit
11 Okt. 2007
Beiträge
1,591
Hallo Benji,

ich verstehe zwar, dass Deine Tochter Angst vor einer stat. Reha hat und lieber zu Hause wäre, aber ihre optimale Genesung ist, denke ich, wichtiger! Sie hat ihr ganzes Leben noch vor sich und "nur" weil sie nicht allein irgendwo sein möchte, setzt sie das aufs Spiel Klar ist es schwer als Mutter, sein Kind "weggeben" zu müssen, aber dort hätte sie neben der intensiveren Therapie auch Psychologische Hilfe (könnte das Trauma mit ihrem Freund verarbeiten!) und Sozialarbeiter können mit ihr den weiteren beruflichen Weg planen... Auch Freizeitangebote können sie dort ablenken und sie aus diesem Loch holen...

Das alles ist nicht zu unterschätzen, zumal sie auch mit "Gleichbetroffenen" sich austauschen kann (Erkenntnis: Ich bin nicht allein mit meinem Schicksal!) und gezwungen wird, nicht mehr das "kranke Kind" zu sein. Auch für Dich ist das eine Entlastung! Ich würde das wirklich nochmal überdenken! In einer amb. Reha ist es halt so, wie Du beschreibst (Ihr steht allein da!)

Und nochmal zu diesem Behindertenantrag: Es ist unwichtig, wie schwer die Verletzung war. Es kommt dabei "nur" auf den bleibenden Schaden an! Sprich: begrenzte Wegstrecke durch die Nervenschäden, Arthrose im Bereich der Verletzung mit Einschränkung der Beweglichkeit ect.

Und den Berufswunsch sollte sie sich aus dem Kopf schlagen, je eher, desto besser. Was nützt es, wenn sie falsche Tatsachen vorgegaukelt bekommt, die sie statt jetzt, später nochmals in ein Loch werfen? Als Tischler muss sie schwer arbeiten und auch, wenn sie im Sommer wieder fitt sein sollte, wird sie früher oder später diesen Beruf aufgeben müssen, weil degenerative Prozesse in der Wirbelsäule unweigerlich fortschreiten! Und Du möchtest doch sicher auch nicht, dass sie dann in 10-20 Jahren im Rollstuhl sitzt, oder nochmals operiert werden muss oder, oder, oder... nur weil Du jetzt Rücksicht auf ihre Gefühle nimmst?

VG Santafee
 
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