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Antrag auf Gleichstellung sinnvoll? Wie schätzt Ihr die Chancen in diesem Fall ein?

Schmeichel78

Erfahrenes Mitglied
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20 Juni 2016
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113
Hallo liebe Forengemeinde :)

Ich frage mich, ob in meinem Fall der Antrag zur Gleichstellung sinnvoll ist und ob er darüber hinaus überhaupt Chancen hätte.

Fest angestellt bin ich bei meinem aktuellen Arbeitgeber seit 10 Jahren. Aus verschiedenen Gründen möchte ich nun einen neuen Weg gehen. Mein Wunsch ist es, in den öffentlichen Dienst zu wechseln. Wie ich gelesen habe, geht das auch als Quereinsteiger und offensichtlich sind meine Chancen durch eine vorliegende Gleichstellung höher.

Meine Argumente wären:

Behinderungsbedingte Ausfälle (leider nicht sehr hoch)

2014 17 %,
2015 9%
2016 9%
2017 bisher 20%

Im Jahr 2014 und seit 2017 muss ich eine AU erst ab dem dritten Tag vorlegen, daher habe ich keine Nachweise der Krankenkasse. (Ausfälle sind fast immer zwei Tage, da ich eine unfallbedingte, aktivierte Arthrose habe, die nach 48 bis 72 Stunden wieder abschwillt)

Zwischen 2015 und Ende 2016 musste ich nach einem Personalgespräch zu meiner zu hohen Krankenquote ab dem ersten Tag eine AU vorlegen. Der Betriebsrat hat dies Ende 2016 aber gestoppt, weil er dazu nie gehört wurde. In dem Zeitraum 2015 und 2016 habe ich meine Ausfälle dann vom Stundenkonto oder durch unbezahlten Urlaub und letztendlich vom Lohn abziehen lassen aus Angst um den Verlust meines Arbeitsplatzes. (2015 wurden 95 Stunden abgezogen)
Behinderungsbedingte Nachteile auf dem Arbeitsmarkt

Durch die aktivierte Arthrose falle ich regelmäßig aus. Manchmal passiert es alle drei Wochen, manchmal liegen zwei Monate dazwischen. Aber wie soll ich so eine Probezeit überstehen bzw. wer stellt so jemanden überhaupt ein?
Dauernde verminderte Belastbarkeit

Wenn damit das gemeint ist, was in sämtlichen Gutachten steht und es für mich als Schreibtischarbeiter überhaupt relevant ist.
Mein Arbeitgeber wird definitiv sagen, dass der Arbeitsplatz nicht in Gefahr ist. Was unser Betriebsrat und die Schwerbehindertenvertretung sagt, kann ich nicht einschätzen.

Denkt Ihr, der Antrag auf Gleichstellung lohnt? Ich lese, dass sehr viele vom Jobcenter abgelehnt werden und ich bin unsicher, ob ich dann in einigen Monaten direkt einen neuen stellen kann.
 

Bosse1

Mitglied
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Hallo
Ich denke schon das sich das lohnt den zu stellen. Ich habe selber einen GDB von 40 und mein Antrag wurde relativ schnell bewilligt.
Hatte auch das Problem sehr häufig durch meine Behinderung krankheitsbedingt zu fehlen.
 

elster999

Erfahrenes Mitglied
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Hallo,
habe so nen Antrag auch gestellt, aber da tut sich schon wieder ewig nix.
Woran macht denn das Amt fest, ob die einen Gleichstellen?
Mein Chef hat auch Def. angekreuzt, das ich oft fehle, dass ich nicht mehr alles machen kann und mein Arbeitsplatz schon behindertengerecht ausgestattet wurde. Das mein Arbeitsplatz in Gefahr ist, nicht.
Reicht das aus um gleichgestellt zu werden (Klage auf höheren GdB läuft leider inzwischen auch)
LG Ellen
 

Bosse1

Mitglied
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Mein Gefühl war als ich den Fragebogen gesehen habe, dass das nur eine Formsache ist. Die haben keinen Arztbericht oder ähnliches sehen wollen. Nur den Fragebogen den ich ausgefüllt habe, wo man schreiben konnte was man wollte und die beiden an den Arbeitgeber. Einen an die Perso und einen an den Betriebsrat. Dazu nur noch die Bescheinigung des GDB's.
Ein paar Wochen später kam dann der Bescheid vom Arbeitsamt.
 

Schmeichel78

Erfahrenes Mitglied
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20 Juni 2016
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Also ich werde den Antrag dann einfach mal ausfüllen, ein paar Sätze dazu schreiben und schauen, was passiert. Danke :)
 

Schmeichel78

Erfahrenes Mitglied
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20 Juni 2016
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113
Obwohl ich nach ein wenig Recherche doch merke, dass es schwierig ist in meinem Fall.

Eine Gefährdung des Arbeitsplatzes liegt nicht vor, somit klappt dieser Weg auch nicht.

Für die Erlangung eines Arbeitsplatzes könnten die behinderungsbedingten Nachteile auf dem Arbeitsmarkt ausreichen (regelmäßiger Ausfall alle paar Wochen durch Aktivierung der Arthrose).
Aber wenn der Antragsteller bereits auf einem leidensgerechten Arbeitsplatz beschäftigt ist und eine neue Beschäftigung sucht, ist eine Gleichstellung ebenfalls nicht möglich.
 

elster999

Erfahrenes Mitglied
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Großraum Berlin
Hallo schmeichel,
Du musst doch nicht schreiben, dass du was neues suchst... und lt. Bosse hAT sein Chef auch nix von Gefährdung des Arbeitsplatzes geschrieben, meiner ja auch nicht.
Ich mein, wenn man uns das deshalb nicht anerkennt, wäre ja die Höhe. Der Chef wird ja auch durch den Fragebogen aufgeklärt, dass man sich ne zusätzlichen Schutz erlangen will. Falls also jemand vor hätte, uns wegen der Behinderung loszuwerden, würde der das doch erst recht nicht angeben, oder?
Dann könnte man das ja gleich lassen!
Ich denke, wenn man oft fehlt (Beleg KK), bestimmte Dinge nicht mehr darf, die zur Ausübung eigentlich dazugehören und der Arbeitsplatz schon angepasst wurde, sollte man gleichgestellt werden, da das ja alles Gründe sind, die einem gegenüber nicht Behinderten einschränken und dem Chef ggf. Irgendwann sauer aufstoßen. Und zu diesem Schutz ist doch die Gleichstellung da!
(Bei mir ist es noch verzwickter, da mir jeder Arzt etc. bestätigt, dass meine Einschränkungen einen GdB über 50 ausmachen, manche sogar bis 80 für angemessen halten, aber das VA nur 30 anerkannt hat,weil div. Diagnosen einfach nicht anerkannt, nicht erwähnt wurden (SHT mit Hirnblutungen) und andere massivst verharmlost (Trümmerbruch Handgelenk mit erheblicher Nervenverletzung, KaputtenBändern, Gelenkstufen, Instabilität etc. heisst dann "völlig ausgeheilt Untersrmfraktur") und auch der Widerspruch abgeschmettert wurde. Da brauch ich die Gleichstellungumso mehr, auch wenn mein Chef nicht ankreuzt, das mein Platz gefährdet ist.)

LG Ellen
 

Schmeichel78

Erfahrenes Mitglied
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Ich denke, wenn man oft fehlt (Beleg KK), bestimmte Dinge nicht mehr darf, die zur Ausübung eigentlich dazugehören und der Arbeitsplatz schon angepasst wurde, sollte man gleichgestellt werden,
finde ich auch, nur ist es bei mir so, dass ich sooo oft nicht gerade fehle (15%), sehr wenige Belege der Krankenkasse habe (weil es fast immer nach 2 Tagen wieder weg ist (aktivierte Arthrose) und der Arbeitsplatz nicht angepasst wurde und auch nicht muss (ich habe eine Arthrose und sitze am Computer).

Aus welchem Grund sollte man mir die Gleichstellung geben? GdB von 30 und Behinderungsbedingte Fehlzeiten ohne KK-Nachweis ist ein bissle wenig, schätze ich.

Folgend habe ich 32 Fälle zur Gleichstellung nachgelesen und wenn ich das sehe, schätze ich meine Chancen doch extrem gering ein:

http://www.schwbv.de/pdf/workshop__gleichstellung__faelle__loesung.pdf
 

elster999

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Hallo schmeichel,
das ist eine sehr interessante Zusammenstellung. Beim Durchlesen kommen mir auch so meine Zweifel, ob ich das durchbekomme...
Es ist bei mir aber auch eher die Notlösung, insgesamt hoffe ich auf eine baldige Lösung hinsichtlich eines höheren und angemesseneren GdB...
Schaun wer mal....wieder so schön heisst
Probieren kann man es ja...
LG Ellen
 

elster999

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Großraum Berlin
Hallo @all,
heute hatte ich meine Gleichstellung in der Post! Das ging also deutlich schneller, wie beim VA.

LG Ellen
 

Schmeichel78

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Hallo,

ich habe zu dem Thema Gleichstellung noch eine Frage an Euch.

Mein Antrag kann nicht bearbeitet werden, weil die Nachweise der Krankenkasse noch fehlen.

Nun habe ich aber gar keine Belege. Die Ausfälle gingen immer nur ein oder zwei Tage. Länger dauerte so ein Ausfall nicht und ich musste keine AU vorlegen. Darüber hinaus sagte mein Hausarzt, dass er in BG Sachen eh keine AU ausstellen würde, ich solle damit zum Durchgangsarzt, was hier leider Uni-Klinik bedeutet.
Ich habe nur die Nachweise meines Arbeitgebers über die Fehlzeiten und die Schwerbehindertenvertretung, die sagt, dass sie den Arbeitsplatz als gefährdet sehen.

Der Sachbearbeiter sagt, dass er ohne diese Bescheinigungen den Antrag ablehnen wird.

Habe ich ohne diese Belege tatsächlich schon verloren?
 

Kasandra

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Irgendwo im Nirgendwo
Hallo Schmeichel,

es ist richtig, dass dein Hausarzt keine AU für den Unfall ausstellen darf.

Du musst zu einem D-Arzt.

Allerdings musst Du doch nicht unbedingt in die Uni-Klinik. Du kannst zu jeden D-Arzt wechseln. Diese findest Du in Krankenhäusern und auch im niedergelassenen Bereich.

Sicherlich kannst Du auch einen Nachweis über Deine Fehltage bekommen, weil Dein Arbeitgeber diese ganz bestimmt als "Krank ohne Krankmeldung" o. einem ähnlichen Wortlaut dokumentiert.

Lass Dir diese Liste ausdrucken.

Viele Grüße

Kasandra
 
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