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50.000 Euro Schmerzensgeld und mein Leben

Alexandra

Nutzer
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28 Nov. 2007
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12
Mein Mann meine Kinder und ich hatten einen „Selbstverschuldeten Autounfall“ mit Personenschaden. Mein Mann fuhr den Wagen und hatte sich bei unserem Unfall den Arm gebrochen, meine Kinder waren bis auf kleine Platzwunden und einen verstauchten Fuß unverletzt. Mein persönlicher Personenschaden bestand aus einer Trümmerfraktur am Schienbein, einem mehrfach gebrochenen Oberschenkel, Beckenringfraktur, Rippenserienfraktur, Milzriss, Abriss zweier Strecksehnen u.v.m.

Dieser Unglückstag wurde zu einem Tag unbeschreiblichem Glücks. Als unser Unfall passierte war der Rettungshubschrauber über uns, die Feuerwehr war sofort zur Stelle und ich wurde ins Bundeswehrkrankenhaus nach Ulm gebracht. Begnadete Ärzte haben mir das Leben gerettet, mich ins künstliche Koma gelegt, mir das Blut von Blutspendern geschenkt und wahres Können bewiesen.

Geärgert hatte ich mich nur über unseren persönlichen Versicherungsvertreter der mir sagte, ich müsste meinen Mann auf Schmerzensgeld verklagen ansonsten würde ich keines bekommen. Diese Nachricht bekam ich nach meiner Verlegung von der Intensivstation auf die Chirurgie. Diese interessierte mich zu diesem Zeitpunkt auch nicht im geringsten aber mit dieser Bemerkung war das Thema Schmerzensgeld auch abgehakt.
Ich tat alles was mir in der Mach stand um wieder gesund zu werden. Ich trainierte, machte Physiotherapie teilweise unter richtig starken Schmerzen. - Und ich wurde wieder gesund. Das war mein ganzes Sinnen und Trachten.

Durch Zufall steiß ich letzten Herbst auf einen Beitrag im Internet in welchem stand, dass die Ehefrau als Beifahrerin im Falle eines selbstverschuldeten Autounfalls ebend doch einen Anspruch auf Schmerzensgeld hat. Und ein "verklagen" des eigenen Ehepartner sowieso nicht rechtens ist.

Hier im Forum wurde mir geraten, einen Rechtsanwalt zu suchen...

Erlittene Schmerzen werden meiner Meinung nach schlimmer, wenn der eigene Versicherungsvertreter einen im Stich läßt und der Gedanke an einen Rechtsstreit wegen Schmerzensgeld ist für mich unerträglich.
Nachdem ich unseren Versicherungsvertreter zur Rede stellen wollte, wurde ich von seiner Sekretärin auf das Schadensregulierungsbüro verwiesen. Der Schadensregulierer würde sich bei uns melden, u.a. weil er Unterlagen über meine Folgeschäden bräuchte und ich mich in Ulm im Bundeswehrkrankenhaus untersuchen lassen sollte.
Die Monate vergingen und da ich seit Januar nichts mehr von der Versicherung gehört hatte, rief ich vorgestern selbst dort an. Das Gespräch verlief folgendermaßen:

Schadensregulierer: Meldet sich mit seinem Namen
Ich: "Guten Tag Herr X, ich rufe wegen unserem Unfall Schadens-Nr.: SK062XXXXX an. Mir wurde gesagt, dass ich mich im BWK Ulm wegen Folgeschäden untersuchen lassen müsste. Da ich voraussichtlich Anfang Mai wegen einer OP sowieso im BWK-Ulm bin, dachte ich, dass das bei dieser Gelegenheit gleich mitgemacht werden kann."
Schadensregulierer: "Ja, das ist richtig. Was ist das für eine OP. Hat die mit dem Unfall zu tun?
Ich: "Ja, das ist eine Marknagelentfernung."
Schadensregulierer: "Was haben Sie denn für Folgeschäden?"
Ich: "Keine."
STILLE
Schadensregulierer: "Das kann ja nicht sein. Ich habe hier Ihre Unterlagen und sehe die Liste der Frakturen und Operationen die sie hatten."

Ich: "Der Unfall war für uns ein extrem traumatisches Erlebnis. Ich hatte aber so unbeschreiblich viel Glück, so großartige Helfer und ich bin so dankbar diesen Schicksalsschlag so gut überstanden zu haben, dass ich heute glücklich auf Holz klopfe und sagen kann: Ich habe keinerlei Folgeschäden und keine Beeinträchtigungen."
STILLE
Schadensregulierer: "Sie haben das Recht auf einen Anwalt. Die Höhe des Schmerzensgeldes richtet sich nämlich entscheidend nach den Folgeschäden"
Ich: "Ich weiß. - Ich weiß auch, dass wenn ich jetzt einen Arzt volljammern würde, er mir eine Liste an Folgeschäden bestätigen könnte.
Das alles sind aber Kinkerlitzchen im Vergleich zu der großartigen Heilung die ich erfahren durfte. Ich sage es noch einmal: Ich habe keine Folgeschäden.
STILLE
Ich: "Sind Sie noch dran?"
Schadensregulierer: "So etwas habe ich noch nie erlebt. Das ist unglaublich. - Moment"
STILLE, RASCHELN ...
Schadensregulierer: "... ich habe gerade in der Liste nachgesehen. Ihnen stehen für das was Sie durchgemacht haben 35.000,- Euro zu. Wenn Sie möchten werde ich die Überweisung dieses Geldes umgehend veranlassen. Sind Sie damit einverstanden?"
Ich: "Ja."
Schadensregulierer: "Wenn Sie sich einen Rechtsanwalt nehmen, können Sie durchaus mehr Geld einklagen. Mit der Summe von 35.000,- Euro kommen Sie uns sehr entgegen."
Ich: "Freut mich, dass ich Ihnen damit entgegen komme. Ich nehme das Geld gerne an. Von meiner Seite aus ist die Sache damit erledigt."


Am Nachmittag klingelte das Telefon

Schadensregulierer: "Ein Telefongespräch wie das von heute Morgen habe ich in meiner Laufbahn bisher noch nie gehabt. Normalerweise laufen unsere Schmerzensgeldabwicklungen ausschließlich mit den Rechtsanwälten der Unfallopfer, in Verbindung mit Rechtsstreitereien.
Nach Rücksprache mit unseren Abteilungsleitern sind wir zu dem Entschluss gekommen, dass Ihnen 50.000,- Euro zustehen. Wir werden Ihnen diese Summer überweisen!"

Vor einiger Zeit habe ich hier schon einmal geschrieben, dass ich den Begriff Unfallopfer auf die meisten Leute hier nicht zutreffend finde. In meinen Augen sind alle Menschen die einen Unfall überleben Unfallhelden. Ein Unfallopfer ist meiner Meinung nach ein Mensch der bei einem Unfall sein Leben lies.

Mir ging es in dieser Schmerzensgeldangelegenheit nicht um mich, sondern ausschließlich um eine Belohnung an meine Helfer und Retter. Das einzige was ich mir von diesem Geld kaufen werde ist ein Blumenstrauß und eine Kerze die ich in einer Kirche anzünden werde. Den Rest verspende ich.
Kein Geld der Welt wird meine Narben verschwinden lassen und den Tag des Unfalls aus meinem Leben radieren und nichts was man sich für Geld kaufen kann kommt auch nur annähernd daran, was mir mein Schicksal am 1. März 2006 ein 2. Mal schenkte.- Mein Leben.
 

Cateye

Mitgliedschaft beendet
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1,059
Hallo Alexandra,

zunächst freut es mich, dass es Dir so gut geht. Das ist nicht immer so. 7 1/2 Jahre nach meinem Unfall bin ich körperlich mehr denn je ein Wrack. Ich fühle mich von Anfang an verraten und verkauft. Ich zähle mich nicht zu den Unfalhelden, ich bin Unfallopfer. Das geht den meisten so. Ich sage Dir warum.

1. Unfall als Trauma an sich
2. Medizinisch eine unzureichende Behandlung
3. mit Folgeschäden rechnet man ja, aber nicht mit dem Ergebnis
4. durch lange Arbeitsunfähigkeit event. Jobverlust
5. Endloser Kampf mit der Versicherung um Anerkennung. Ergebnis: man ist Simulant...
6. Rechtstreit, Widerspruchverfahren, Klage, Revision etc.
7. die soziale Abwärtsspirale beginnt langsam und wird immer schneller
8. sinnloser Kampf mit den Behörden um ein paar lächerliche Grade der Schwerbehinderung
9.soziale Isolation
10. die Folgeschäden werden oft nicht mehr behandelt, lebenslange Schmerzen drohen.

Wenn Du gerne das Geld spendest, wäre es beim Unfallopferhilfswerk sicherlich gut aufgehoben.

Gruss,
Cateye
 

seenixe

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Hallo Alexandra,

Es freut es mich, dass es Dir so gut ergangen ist und die Versicherung so reguliert hat. Ihr habt euch jahrelang pflichtversichert, damit im Schadensfall jemand da ist, um zu helfen. Euren Versicherungsvertreter hast Du zum Mond geschossen...und das ist gut so. Nutzt die Summe auch, um gemeinsam ein paar Tage den Unfall zu vergessen. Streichen geht leider nicht, so wie viele es sich gerne wünschen, die Feier des 2.Geburtstages ist eine Tradition, die auch ich pflege.

Gehe noch einmal ruhig in Dich und schlafe eine Nacht drüber.


Gruß von der Seenixe
 

Yasmin

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Mein Mann meine Kinder und ich hatten einen „Selbstverschuldeten Autounfall“ mit Personenschaden. Mein persönlicher Personenschaden bestand aus einer Trümmerfraktur am Schienbein, einem mehrfach gebrochenen Oberschenkel, Beckenringfraktur, Rippenserienfraktur, Milzriss, Abriss zweier Strecksehnen u.v.m.

Schadensregulierer: "Was haben Sie denn für Folgeschäden?"
Ich: "Keine."

Nach Rücksprache mit unseren Abteilungsleitern sind wir zu dem Entschluss gekommen, dass Ihnen 50.000,- Euro zustehen. Wir werden Ihnen diese Summer überweisen!"
Also ich verstehe das ganze ehrlich gesagt nicht, wie kannst Du sagen das keine Folgeschäden auftreten ?

Das Geld steht Dir zu, es stammt nicht von Deinem Mann, sondern von der Versicherung. Ich denke das Du das Geld früher oder später brauchen wirst, zur (Zusatz)Behandlung der Folgen.

Zumindest ist das bei mir so, ich hatte auch am Anfang mir nicht vorstellen können, welche Spätfolgen ( Neurologisch ) auftreten.
 

Santafee

Erfahrenes Mitglied
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1,591
Vor einiger Zeit habe ich hier schon einmal geschrieben, dass ich den Begriff Unfallopfer auf die meisten Leute hier nicht zutreffend finde. In meinen Augen sind alle Menschen die einen Unfall überleben Unfallhelden. Ein Unfallopfer ist meiner Meinung nach ein Mensch der bei einem Unfall sein Leben lies.


Hallo Alexandra,

herzlichen Glückwunsch ersteinmal, dass Du nun Dein Leben ohne Unfallfolgen weiterleben kannst!

Jedoch fühle ich mich durch Deinen obigen Satz etwas angegriffen. Weißt Du, ich fühle mich nicht als Unfallheld, denn mein Unfall war weder spektakulär, noch so, dass ich durch ihn um mein Leben hätte fürchten müssen... Jedoch habe ich gelernt, dass es kein Schwarz oder Weiß gibt: Man kann auch durch die Folgen eines "leichten" Unfalls so schwer geschädigt werden, dass man Opfer in vieler Hinsicht wird, so z.B. Unfallopfer, Opfer der Gesellschaft, Opfer von Behandlungsfehlern, Opfer von Versicherungen u.s.w. Du hattest vielleicht das Glück diesen Unfall überlebt zu haben und bist evtl. sozial so abgesichert, dass Du dieses Geld nicht benötigst, aber es gibt sehr viele hier, die wirtschaftlich durch dieses Schicksal an die Grenzen des Seins geraten! Und diejenigen kannst Du mit diesem Satz sehr auf die Füße treten!

Auch ich kenne jemanden in meiner Fam. der einen sehr schweren Autounfall hatte, er lag ebenfalls einige Tage im künstlichen Koma, aber ihm geht es im Gegensatz zu mir sehr gut, hat keinerlei Folgeschäden oder so, aber er würde mir nie unterstellen, dass ich kein Opfer bin, denn er sieht, wie es mir geht! Und wie auch Cateye schrieb, gibt es hier sehr viele, die einen endlosen Kampf hinter- und vor sich haben bzw. immer wieder mittendrin stecken! Und das sicher nicht aus Geldgier - sondern rein zum Überleben!

Viele Grüße und weiterhin alles Gute, dass Du auch noch in einigen Jahren dieser Ansicht sein kannst und Dich eher als Held, nicht als Opfer fühlen wirst/kannst - DAS wünsche ich nämlich niemanden!
Santafee
 

Yasmin

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Viele Grüße und weiterhin alles Gute, dass Du auch noch in einigen Jahren dieser Ansicht sein kannst und Dich eher als Held, nicht als Opfer fühlen wirst/kannst - DAS wünsche ich nämlich niemanden!
Wünschen nein das tun wir wirklich niemandem, aber aus meiner Sicht wird es bei den Verletzungen die hier erklärt werden, zwangsläufig dazu kommen, dass Du Dich irgendwann als Unfallopfer fühlst und sehr traurig bist das der Unfall passiert ist und dann kann es sein das Du Dein altes Leben zurückwillst.

Auch Cateye Beitrag finde ich toll und absolut zutreffend, es wird kommen früher oder später, die Frage ist nicht ob sondern nur wann....
 

lillifee

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Hallo Alexandra,

auch ich freue mich für Dich, dass Du alle Deine geschilderten Verletzungen ohne Folgen überstanden hast.

Den Tag Deiner Rettung solltest Du im Kalender rot eintragen.

Da es den meisten Unfallhelden nicht so gut geht, wie Dir, wäre eine spende an das Unfallopfer-Hilfswerk (wie oben angeregt) sicher eine gute Idee. Oder die Rettungsflugwacht, oder "Ärzte in Not". Vielleicht gibt es an der Klinik, die dich gerettet hat ja einen Sozial-oder Spendenfonds. Du hast bestimmt schon eine Idee.
Trotz aller Freude über Dein persönliches Schicksal kam bei mir im Bauch eine Art "Unglaube" auf, so nach dem Motto: Das kann doch nicht "IN ECHT" passiert sein
Besonders würde mich der Name des wohltätigen Versicherers interessieren- und bestimmt nicht nur mich.
Eine bessere Werbung kann es ja gar nicht geben, wenn es sich auch um einen Einzelfall handeln kann.
 

pussi

Erfahrenes Mitglied
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1,930
hallo, alexandra
Zitat:

Mein persönlicher Personenschaden bestand aus einer Trümmerfraktur am Schienbein, einem mehrfach gebrochenen Oberschenkel, Beckenringfraktur, Rippenserienfraktur, Milzriss, Abriss zweier Strecksehnen u.v."

bt. nur eine Frage

wieviel Zeit ist vergangen, zwischen Deinem Unfall und Deiner absoluten Genesung?
bei Deinem Unfallschaden?

mfg
pussi
 

Hela

Nutzer
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152
Unfallopfer

Hallo Alexandra,
zwischen deinen „ihnen stehen für das was Sie durchgemacht haben 35.000,- Euro zu. Ach ne, doch 50.000“ und „Gestern hatte ich einen Unfall, wie viel Schmerzensgeld kann ich bekommen?“ steht ein ganz breites Spektrum von Schicksalen einzelnen Menschen und genau so ein sehr breites Spektrum von den unterschiedlichen Einstellungen.
Ich freue mich für dich, dass du gesundheitlich alles so gut überstanden hast (natürlich auch mit ganz viel Ehrgeiz und Arbeit). Ich freue mich auch, dass du auch das Schmerzensgeld bekommen hast ohne danach fragen zu müssen.
Ich möchte Cateye zustimmen und auch wenn ich selber gesundheitlich auf dem Weg der Besserung bin, fühle ich mich als Opfer und nicht als Held. Für mich sind die Helden, die Menschen die anderen helfen oder die Ärzte, die einem Leben retten. Ich bin dem Teufel von der Schippe gesprungen, aber ich sehe das nicht als Heldentat, ich konnte nichts dafür oder dagegen, bin einfach ein Glückspilz und bin meinem Heer von Schutzengel dankbar dafür.
Aber ich fühle mich trotzdem als Opfer wegen all diesen Tagen, die ich in Krankenhaus verbracht habe, wegen allen Schmerzen, die ich gehabt habe und noch immer habe und werde wahrscheinlich immer haben… mein Körper ist nicht das, was er vor dem Unfall war, es fehlt sogar was… also ich kann mich nicht anders als Opfer sehen.
Egal wie ich das finde, ich bin es:(!
Viele Grüße,
Hela
 

Cateye

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11 Sep. 2006
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Hallo Alexandra,

falls es dennoch so rüber kam, ich wollte nicht, dass Du Dich aus der Diskussion zurückziehst. Ich wollte Dich keinesfalls verletzen. Ich kann auch Deine Freude verstehen. Vielleicht mag auch Neid dahinter stecken, dass es Dir so gut geht.

Es kommt halt etwas schief herüber, wenn man sich hier schon lange im Forum befindet und auch mit den einzelnen mitfühlt, aufgedeckelt zu bekommen, das wir uns alle irren und uns als "Helden" fühlen sollten, aber unter Umständen nicht wissen, wovon ein Rechtsanwalt zu bezahlen und vor allem wovon eine Familie zu ernähren oder gar Miete zu zahlen.

Dich als lobende Ausnahme erwähnen ist schon ein paar Zeilen wert. Die Versicherungswirtschaft tickt aber anders. Stichworte sind hier unfallunrelevant, Beweisumkehrlast, Kausalität.

Sei also bitte nicht sauer. Es wäre schön, wenn Du Dich an der Diskussion wieder beteiligen könntest.

Liebe Grüsse

Cateye
 

Ariel

Erfahrenes Mitglied
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23 März 2007
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Hallo Alexandra,


, meine Kinder waren bis auf kleine Platzwunden und einen verstauchten Fuß unverletzt. Mein persönlicher Personenschaden bestand aus einer Trümmerfraktur am Schienbein, einem mehrfach gebrochenen Oberschenkel, Beckenringfraktur, Rippenserienfraktur, Milzriss, Abriss zweier Strecksehnen u.v.m.


.....trainierte teilweise unter richtig starken Schmerzen. - Und ich wurde wieder gesund. Das war mein ganzes Sinnen und Trachten.

Hatte Dein Sinnen und Trachten keinen Platz für Schmerzensgeld für die Kinder, die angeblich unverletzt blieben? :confused:

Gruß Ariel
 

wurzlpurzl

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Hallo Alexandra,
Du hattest wahres Glück, und du bist dir darüber auch bewusst. Das finde ich schön. Und Dankbarkeit und Selbstlosigikeit findet man auf dieser Welt nicht so oft. Vielleicht bist du wirklich kein Opfer. Aber das wird sich erst in Zukunft zeigen; denn Spätfolgen kommen eben erst spät. Und dafür solltest du dir das Geld aufheben. Normalerweise sind es die Versicherungen, diejenigen, die das Geld anlegen und sozusagen mit unseren Unfällen noch Zinsen rausschlagen, weil sie das Geld eben erst 10 oder 20 Jahre später ausbezahlen - wenn sie es überhaupt tun.
Wenn du was Gutes tun willst aus Dankbarkeit, dass dir das Leben gerettet wurde, so gibt es auch andere Möglichkeiten ohne Geld. Gestern kam ich zum Beispiel von einem Kurs zurück, den ein "Unfallopfer" ehrenamtlich gehalten hat. Ihm wurde das Leben auch ein 2.Mal geschenkt, nachdem ihm das Hirn schon aus dem Kopf kam....Ein Wunder in der Fachpresse weltweit: Keine geistigen Defizite. Und er ist dankbar so wie du. Und es freut ihn so sehr, dass es Leute wie mich gibt, die an seinem Werdegang Hoffnung schöpfen. Vielleicht findest du ähnliche Wege, deinen Dank weiterzugeben, durch Taten, durch emotionale Unterstützung oder oder....Das mit dem Geldspenden überlege dir nochmal gut.
 
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