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30 Monate nach unverschuldetem Motorradunfall

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Lindgren

Erfahrenes Mitglied
Registriert seit
21 Nov. 2013
Beiträge
330
Ort
Niedersachsen
Hallo Aramis,

Dazu fällt mir einfach gar nichts ein. Dazu kann einem auch einfach nichts mehr einfallen.

Dass die Anwälte die Schriftsätze nicht lesen, glaube ich aber bzgl. der Gegenseite (HPV) inzwischen auch. Naja - meine Schriftsätze sind auch nicht kurz. Weil ja alles, was bestritten wird, richtig gestellt werden muss.

Möglich ist aber auch ¨ganz einfach¨ Zermürbung. Aber hoffentlich auch auf die Dauer NICHT wirkungsvoll.:mad:

Also hilft es alles nichts:Zähne zusammenbeißen, Fäuste in der Tasche ballen, tief durchatmen und weiter machen. Mit Weisheit und dem vielen Wissen, das ihr euch inzwischen angeeignet habt.

Ich wünsche euch sehr, dass ihr durchhaltet.

LG
Lindgren
 

emma1

Erfahrenes Mitglied
Registriert seit
8 März 2012
Beiträge
296
Liebe Aramis,

was man nicht alles aushalten muss. :(
Es ist einfach unverschämt, welche Hürden einem in den Weg gestellt werden, neben all den gesundheitlichen Einschränkungen, mit denen man alltäglich zu kämpfen hat und die man auch aushalten muss.

Eine "Beruhigung" ist für mich immer nur, dass ich hier im Forum sehe, dass solche Vorgehensweisen kein Einzelfall sind sondern Strategien der Kostenträger. Das macht es an sich zwar nicht besser, aber man merkt, dass man es nicht persönlich nehmen darf.

Ein Kollege - auch unverschuldet in den Rolli gekommen - hat mir heute erzählt, dass er sich damals hat abfinden lassen, da er nicht mehr die Nerven hatte, weiter zu kämpfen. Sein Unfall ist über 30 Jahre her.
Trotzdem dass er noch heute mit dieser Entscheidung leben kann, bleibe ich weiter der Meinung, sich bei solch einschneidenden und lebenslangen Unfallfolgen nicht in die Abfindung treiben zu lassen.
Mal sehen, wie lange ich die Kraft aufbringe...

Dir und Deinem Lebensgefährten alle Kraft, die Ihr benötigt, um weiter durchzuhalten!

Liebe Grüße
Emma
 

Aramis

Erfahrenes Mitglied
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27 Okt. 2012
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Liebe Emma und liebe Lindgren,

so sehen wir das auch: die wollen uns Abfinden, egal wie!
Darum fährt die Gegnerische jetzt im Klageverfahren mit dieser Großkanzlei auf- bisher antworteteten 3 verschiede Ra`s aus dieser Kanzlei mit föllig seltsamen ,oder lang geklärten Fragen!
Die Frage nach der Berufstätigkeit ist schon extrem: die Lohnzettel liegen der Gegnerischen seit 2010 vor, ZF läßt wohl keine Betriebsfremde in ihren Musterbau ( Rehaberater + UO), die sind so GR***

Ach, wie bestreiten andere Rollstuhlfahrer ihren Haushalt:mad:
evtl. ist der behindertengerecht angepasst?
Nee, wenn sie nur im Rollstuhl unterwegs sind haben sie kein Anspruch auf Kleidermehrverschleiß!
Usw.
Ach, den Unterhaltsschaden bestreiten sie ganz: also Schatzi wurde als Alleinerbe seines Elternhauses in 2009 eingetragen. Er solle sich auch um den ganzen Kram kümmern. 2010 War der Unfall.

LG
Aramis
 

Aramis

Erfahrenes Mitglied
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27 Okt. 2012
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1,155
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Unterfranken
Hallo ihr Lieben,
falls ihr Interesse habt, gerichtliches:http://www.unfallopfer.de/forum/showthread.php?p=293245#post293245

Ey, sobald ich gegen Abfindung war, wurde ich bekriegt... nun wurde der Betru.. versuch der Gegnerischen offensichtlich ( geht mir runter wie Beerenauslese;-) !
Nee, nicht, solange ich meine Kampfkraft habe... ! Nu sind auch alle Freunde von Abfindung ( Ruhe/ Neuanfang) sauer und hinter uns.

LG
Aramis

P.S. Ich denke jeden Tag an Rajo! Also lebt er weiter!
 

Teddy

Aktiver Sponsor
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27 Juni 2007
Beiträge
788
Ort
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liebe Aramis,

immer wieder sollen Unfallopfer mit berechtigten Ansprüchen mit Brosamen abgespeist werden. Diese Zettel mit den Bescheiden sind ihr Geld nicht wert. Wenn man sich drauf einlässt, lachen die sich ins Fäustchen - wieder einer der sich abspeisen lässt.

Das Wort Abfindung hat 9 Buchstaben und ist meiner Erfahrung nach zusammengesetzt aus den Worten:

Alle Betroffenen Fürchten Immer Nichtssagende Drängelei Unbequemer Nichtzahlenwollender Gegner!

Versuchen dürfen sie es ja mal und den Versuchsballon starten, ob du dich damit zufrieden gibst. Aber damit durchkommen? Es liegt jetzt an dir.

Richtig so, Ärmel hoch, Wut in Aktivität umwandeln und auf zum Kampf- denn wer nicht kämpft hat schon verloren.

LG Teddy
 

Aramis

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27 Okt. 2012
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Unterfranken
Hi Teddy,

nee, so leicht geben wir uns nicht geschlagen! Mein Lebensgefährte denkt manchmal laut drüber nach:( !
Darf er gern, und ich kann seine Situation auch verstehen, auch ich hätte besseres zu tun als ständig Unfallfolgen aufzuarbeiten!
Doch die Gegnerische ist so unverschämt.... so kann ich ihn immer motivieren:)
Auch der Gedanke, dass viele Geschädigte im vergleichbarem Hamsterrad aufgeben beflüggelt uns- wir kämpfen auch in deren Namen!

Dank für deine Aufmunterung:)
LG
Aramis
 

Isländer

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11 Nov. 2012
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1,520
Ort
Bayern
Grüß Dich, Aramis!

Solche Vorgänge, wo alles zu 100 % bestritten wird, die kenne ich auch.

01
Eisern durchhalten. Es zahlt sich aus.

02
Die Dämlichkeit der Ausreden kann man ausnutzen:

(a)
Irgendwann einmal ist eigentlich alles geklärt. Und dann fragt man im Termin nach: "Wir haben jetzt 5 Jahre Prozess hinter uns. Die Verletzungen sind geklärt. Die Verletzungsfolgen sind geklärt. Dass der Mann all die Jahre seinen Unterhalt selbst verdient hat, ist geklärt. Dass es nicht Greifbares gibt, dass das ohne den Unfall nicht weiterhin so gewesen ist: Auch geklärt. Wieso zahlen Sie nicht, wieso leisten sie keine 250.000 EUro Anzahlung? Anzahlung, hab ich gesagt, nicht Abfindung!"

(b)
Die Antwort lässt sich vorhersehen: Es kommen die ganzen alten, längst widerlegten Ausreden wieder an. Das ist uns recht, denn:

(c)
Man antwortet: "Sie haben doch die Gutachten geprüft, die Gutachter befragt nach Einwänden, die Einwände haben zu keiner Änderung der Gutachten geführt. Aufgrund welcher Argumente halten Sie mit Blick auf die Ergebnisse der Gutachterbefragungen jetzt noch daran fest, dass -Ihre Ansicht nach- die Klage abgewiesen werden soll?"

(d)
Dann kommt asl Antwort wahlweise (I) oder (II):

I: Wiederholung des alten Mistes. Dann gehe weiter zu (da).

II: "Ach, lesen Se doch mal meine Schriftsätze...!" Dann gehe weiter zu (db).

(da)
Antworte: "Das habe ich nicht gefragt. Ich wollte nicht wissen, was ihnen ursprünglich nicht passte, sondern, wie Sie aufgrund der neuen Situation reagieren, die die Gutachten und die Gutachterbefragung mit sich gebracht hat. Bitte beantworten Sie diese, wohlgemerkt: Diese Frage!"

Dann kommt, (wetten?) (db). (da) ist nur ein Zwischenschritt!

(db)
"Da steht aber nicht, woran man erkennen soll, dass die Antworten in der Gutachterbefragung falsch sind. Bitte zeigen Sie uns: Mit was will sich die Beklagte gegen die Aufklärungen in der Gutachterbefragung denn wehren, außer mit Wiederholungen dessen, was durch Gutachten und Gutachterbefragung längst geklärt ist?"

Und dann lass das ein paarmal im Kreis rumwandern.

(e)
Sinn dieses Spieles ist, vorzuzeigen, dass nichts mehr als reine Bockigkeit da ist, dass die Versicherung uneinsichtig verrannt ist, aber daran festhält, ihrern Lolli zu erquengeln: Wie der 4-jährige Maxi letzten Samstag an der Supermarktkasse. Das sagt man dann auch so (!). Ist das geklärt, dann bittet man das Gericht um 5 Minuten Pause, damit die Gegenseite per Handy klären kann, ob sie nicht doch jetzt den Anspruch erfüllen muss, den OLG Karlsruhe NJW 73/851 sehr schön dargestellt hat: Die Gegenseite muss angemessene Vorschüsse zahlen, sagen wir: 250.000 Euro als Anfang. Denn sonst muss die Klage im Punkt Schmerzensgeld heute noch in der Verhandlung erweitert werden.

(f)
Die Gegenseite wird das nicht tun. Leitet Sie auf "Abfindung" um, mach's kurz, "ich will keine Abfindung, ich will eine Anzahlung, das habe ich ganz klar gesagt! Was ist mit der Anzahlung?".
Da kommt natürlich nichts! Darauf wollten wir hinaus:

(g)
Wenn dann klar ist, dass die Gegenseite sich nicht bewegt: Dann genau erweitere die Klage wegen böswilliger, gerade eben erlebter Einsichtswidrigkeit im Punkt Schmerzensgeld. Und betone: Das war angekündigt, die Gegenseite bockte trotzdem.


(h)
Dann wird auch das Gericht nicht umhin kommen, zuzugeben, dass da was dran ist.
Vor allem, wenn man sich diese Frageliste vorher aufgeschrieben hat und sofort notiert, was genau die Gegenseite geantwortet hat. Natürlich macht der Anwalt sofort einen Schrifsatz daraus, um in der Akte festzuhalten, wie genau die Bockigkeit sich gezeigt hat, sonst wird das wiedere vergessen.


(i)
Genau deshalb musste eine Versicherung erleben, dass das Landgericht München I sie wegen Einsichtsunwilligkeit statt zu 30.000 Euro zu 40.000 Euro Schmerzensgeld verurteilte. Denn da wurde in der letzten mündlichen Verhandlung die genau wegen sowas die Schmerzensgeldklage tüchtig erweitert, und das Landgericht ist gefolgt: Wegen Einsichtswidrigkeit.

(k)
Daraus folgt: Man kann den Spieß umdrehen! Und deshalb lassen wir uns nicht frusten, sondern wir schauen nach, ob wir nicht nutzen können, mit was man uns schaden will.

(l)
Schachzug vorher mit der Rechtsschutzverischerung abklären, damit die grünes Licht gibt!

ISLÄNDER
 

Aramis

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Hallo Isländer,

natürlich ist es so, wie du es beschreibst!

Nach Klageeinreichung haben wir es nu mit einer "Großkanzlei" zu tun.

Scheinbar darf jeder RA dieser Kanzlei je zu einer Seite der Klageschrift anworten:rolleyes:

Anders läßt sich der wirkliche Unfug der kam nicht erklären: wir zahlen keine Playstation, es wird bestritten, daß der Kläger je gearbeitet hat, das Kunstbein ist das modernste auf dem Markt, wir dürfen garnicht über den Rentenregress sprechen, ein paar Rampen sind das Höchste, was sie brauchen..... ach und das von uns geforderte Gutachten wurde von uns diktiert:eek:

Nee, selbst das Gericht lies den gegnerischen RA gleich wissen: sie haben eine Regulierungspflicht!

Danke für deine Hilfe!

Werde auf die vereidigten Sachverständigen für Haushaltsführungsschaden hinweisen!

LG
Aramis
 

HWS-Schaden

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Bei den Stadtmusikanten
Hallo Aramis,

habt ihr dies
"das von uns geforderte Gutachten wurde von uns diktiert"​
tatsächlich so unverblümt und schriftlich vorliegen?

Dann würde ich dagegen vorgehen.
Üble Nachrede oder ... Andere User werden wissen, wie das geht.

Liebe Grüße HWS-Schaden
 

Aramis

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Hallo HWS-Schaden,

ja, es wurde uns wärend des Regulierungsgesprächs vorgeworfen, ein anderer RA hat es dann noch ans Gericht geschrieben.

Es steht im Gutachten, dass mein Lebensgefährte befragt wurde und explizite Daten diktiert hat. Also ist es wieder Auslegungssache:rolleyes:

LG
Aramis
 

Sekundant

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Ort
hier, links von dir
Website
fallakte.12hp.de
klingt ja schon fast lustig Aramis,

an was seid ihr denn da geraten? sowas nennt man datenerhebung, oder für den kleinen mediziner in wikipedia: Anamnese, die professionelle Erfragung von medizinisch potenziell relevanten Informationen durch einen heilberuflich Tätigen.

tztztz, gutachter ... sie wissen tatsächlich nicht was sie tun.


gruss

Sekundant
 

Aramis

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Hallo Sekundant,

ja, wir lachen auch:rolleyes:

Nach dem Gerichtstermin waren wir erleichtert, dem Richter gingen die Vorwürfe der Gegnerischen auch sichtbar gegen den Strich.

Das Gutachten war einfach zu eindeutig für den Geschädigten, so wie das Rentengutachten!
Und wie wir wissen, haben praktizierende Ärzte andere Prioritäten ( aktuelle Notfälle). Gerade in Murnau!

Wie du schön schreibst: Anamnese! Wir können froh sein, dass sich Fachärzte zwischen den OP´s Zeit genommen haben und auf weitere schwerste Komplikationen hingewiesen haben!

LG
Aramis
 
Status
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