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13 Monate nach Verkehrsunfall

Andreas198484

Neues Mitglied
Registriert seit
26 Aug. 2019
Beiträge
1
#1
Hallo,


bin neu hier in Forum.

Mein Name ist Andreas, bin 37 Jahre alt.

Habe folgendes Problem, bei dem mir vielleicht jemand weiter helfen bzw. beraten kann.

Zu meiner Vorgeschichte:
hatte vor ca. 14 Monaten einen Verkehrsunfall. Bei diesem Unfall überfuhr eine ältere Person eine Stopptafel und ich fuhr ungebremst mit ca. 90km/h in die Seite seines Autos.
Den Insassen des gegnerischen Autos ist zum Glück nicht viel passiert.

Ich selbst zog mir einen geschlossenen Brustbeinruch, Schleudertrauma, HWS Trauma, BWS Traumam, Serienrippenprellung sowie eine Prellung der Oberbauchdecke zu.
Im Großen und Ganzen nichts lebensbedrohliches.
Wurde jedoch zur Abklärung und Schmerztherapie stationär aufgenommen.
Ich befand mich für fünf Tage im Krankenhaus und bekam Dipidolor (Piritramid= ein ziemlich starkes Opioid Schmermittel) ca. 5 mal tgl. Danach wurde ich entlassen.


Meine Schmerzen waren während des Aufenthaltes schwer erträglich, am zweiten Tag fühlte ich mich, als ob mein ganzer Oberkörper in einen Schraubstock einspannt gewesen wäre.
Nach fünf Tagen wurde ich entlassen, da lt. Arzt eine starke Schmerztherapie und Schonung erforderlich war.

Ich bekam Oxicodon 5mg bis zu 5xtgl + 4-6Tbl. Novalgin, der Schmerz war in den ersten drei Wochen kaum erträglich. Ich konnte mich auch kaum bewegen und war auf Hilfe von Freunden angewiesen (Körperpflege,Kochen, Putzen usw).

Da ich noch nicht lange in meiner neuen Firma arbeitete entschied ich mich trotz sehr starken Schmerzen nach fünf Wochen wieder arbeiten zu gehen, da meine Anwesenheit lt. Geschäftsleitung anscheinend dringend erforderlich war.

Meine Schmerztherapie wurde auf Tramal zu 300-400mg täglich plus Novalgin Tabletten umgestellt. In der Arbeit war ich, aufgrund der bestehenden starken Schmerzen, fast 2 Monate kaum einsatzfähig und auch die Schmerztabletten förderten nicht unbedingt meine Konzentrationsfähigkeit. Danach besserten sich die Schmerzen zunehmend. Nach ca. 3Monaten war der Schmerz großteils weg.

Lediglich das Brennen und Ziehen sowie ein Druckgefühl und Missempfindungen im Bereich Sternum(Brustbein)sowie ständige Rückenschmerzen bzw.Ziehen im Rücken wurden nicht besser.

Danach hatte meine medizinische Begutachtung von der Versicherung. Lt. Gutachter kam heraus, dass ich eig kaum Schmerzen gehabt hätte. Dieses Gutachten wurde angefochten und der zweite Gutachter nahm es ein bisschen genauer aber wirklich zugehört hat er mir auch nicht. Lt. seinen Berechnungen sollte ich 2500 Euro Schmerzensgeld bekommen. Das Problem ist, dass ich weiß, dass sich die Gutachter gut kennen. Heute hatte ich die Gerichtsverhandlung. Ich erklärte dem Richter und auch dem Gutachter(war bei der Verhandlung anwesend), dass ich nach wie vor Schmerzen habe, kaum Sport ausüben kann, Probleme beim Ein-und Durchschlafen aufgrund von Brennenden stechenden Schmerzen im Brustbereich und Rückenschmerzen habe.

Dem Richter interessierte dies nicht. Er meinte nur ich solle das Angebot von der Versicherung annehmen da bei einer weiteren Versandhandlung weniger Geld für mich rausschauen könnte. Ich erklärte ihm, dass es mir dabei nicht um 300Euro mehr oder weniger geht, sondern das ich wieder Schmerzfrei sein möchte. Somit forderten wir ein neurologisches Gutachten. Dies wird nun vom Gericht bestellt und in den nächsten Wochen durchgeführt.


Mein Problem ist jetzt, wie erkläre ich dem Neurologen meine derzeitige Schmerzsituation, damit er mir es auch glaubt, weil Nervenschmerzen teilweise schwierig nachzuweisen sind. Und vielleicht hat irgend jemand eine Idee woher diese Schmerzen nach 13 Monaten kommen könnten oder hat jemand vielleicht ein ähnliches Problem.



Eine Antwort würde mich freuen.

Mit freundlichen Grüßen :)
 

Hrc4Life

Erfahrenes Mitglied
Registriert seit
23 Aug. 2016
Beiträge
221
Ort
Nähe Wien
#2
Hallo,

ich kann Dir zwar einen Großteil Deiner nicht beantworten, aber betreffend der starken Rückenschmerzen habe ich ein ähnliches Leid.

Ich hatte 2010 einen Motorradunfall gegen Auto,
bin dabei nach der Kollision knapp 50 m geflogen.
Keine Erinnerung, aber meine schweren Verletzungen hatte ich an beiden Beinen, und ebenso ist der Helm stark aufgeschlagen, da zerbrochen.
Ich hatte im ersten und zweiten Jahr nur geringe Rückenschmerzen, aber dannach ging es los, erst
mit der HWS und später dann auch mit der LWS.
Damals keine einzige Diagnose im Bereich der Wirbelsäule, und auch kein Trauma HWS- oder Schleudertrauma schien da auf.
Nachfolgend in mehreren MR wurde zumindest im Bereich der HWS-BWS schon einiges festgestellt.
Natürlich alles nicht vom Unfall.

Auf das Gerichtliche zu sprechen, würde ich so etwas auf keinen Fall annehmen, denn da es ja für Dich absehbar ist, das die starken Beschwerden vom Unfall kommen, solltest Du einmal ein paar Jahre in Tage umrechnen und schauen was da pro Tag raus kommt.
Die Schmerzen können in drei oder fünf Jahren noch immer da sein.

Ich hoffe zumindest ein klein wenig geholfen zu haben!

Grüsse

Hrc4Life
 

Trollin68

Erfahrenes Mitglied
Registriert seit
9 Juni 2017
Beiträge
138
#3
Hallo Andreas 198484,
Du solltest Dir eine medizinische Akte anlegen!
Darin Beschwerden chronologisch auflisten
Alle aktuellen, aussagekräftigen Befunde
Und eine Krankheitsbiographie ab Kindheit bis jetzt
So geordnet, bist Du gut vorbereitet und bringst immer wieder die gleichen Beschwerden und Befunde vor(Gutachter/Ärzte/Versicherung)
Ein neurologischer Befund, wird meist via elektrophysiologischer Untersuchung konkretisiert und aussagekräftiger. Denk daran Du sammelst Beweise! Jede Gründlichkeit und Hilfe ist angebracht.
So das fällt mir erstmal dazu ein!
L.g.Trollin68
 

Gsxr1983

Aktiver Sponsor
Registriert seit
5 Dez. 2014
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1,034
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BW
#4
Hallo Andreas,

warum glauben immer alle das Gutachter als Ärzte agieren?

Ein Gutachter ist nicht da um dir als Patient zu helfen, er sieht dich nur ein mal in seinem leben als Patient, seine Aufgabe ist es Schaden von seinem Auftraggeber abzuwenden! Damit er erneut beauftragt wird. Das siehst du an den Kosten des Gutachten!

Ich würde nie wieder zu einem Gutachter gehen und eine positive Diagnose erwarten wenn ich die Diagnose nicht bereits zuvor von einem Facharzt in der Tasche hätte.

Gerade Neurologische Schäden sind so schwer das sich der Gutachter nicht aus dem Fenster lehnen wird!

MfG

GSXR
 
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