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Stellungnahme + Fragenkatalog zum Gutachten - Wie macht ihr das?

  • Ersteller des Themas Ersteller des Themas Helios
  • Erstellungsdatum Erstellungsdatum

Helios

Erfahrenes Mitglied
Hallo zusammen,

es sind im Gutachten (Angiologisch und orthopädisch) (Zivilrecht) mehrere Punkte nachweisbar sachlich falsch.
Ein Arzt empfiehlt einen Fragenkatalog zu erstellen, damit der GA gezwungen wird, sich konkret zu äußern.
Aber, wie schreibe ich eine Stellungnahme + Fragenkatalog?

Ein kleines Beispiel:
Der Gutachter schreibt im Gutachten vom xy, Seite 3:"Die zu Untersuchende hat schon immer ein Untergewicht gehabt".
Das ist sachlich falsch, da am xy von der Uniklinik Stadt dokumentiert wurde, das es durch die Unfallfolgen zu einer Gewichtsabnahme von 8 kg gekommen ist. (Anlage der Gerichtsakte xy)
Und, im Gutachten widerspricht sich der Gutachter in seinem eigenen Gutachten, da auf Seite 9 ein BMI von 18, 6 genannt wird.
Fazit: Der Gutachter behauptet das schon immer ein Untergewicht besteht, obwohl dies nachweisbar sachlich falsch ist, da es durch den Unfall zu einer dokumentierten Gewichtsabnahme von 8 kg gekommen ist. Diese Gewichtsabnahme zeigt die schwere der unfallbedingten Verletzung/Erkrankung.

Wie seid ihr vorgegangen? Habt ihr eine Stellungnahme geschrieben und extra einen Fragenkatalog drangehangen?
Würdet ihr "bewertend" schreiben? (nachweisbar sachlich falsch) Oder eher ohne Bewertung?
Wie würdet ihr eine Frage an den Gutachter formulieren?

Viele Grüße
Helios
 
Hallo Helios,

ich würde das so scheiben:

Einleitender Absatz Stellungnahme:
  • „Hiermit nimmt die Klägerin zum Gutachten des Sachverständigen Dr. XY vom … wie folgt Stellung. Die nachstehenden Punkte zeigen Widersprüche zur medizinischen Aktenlage sowie innerhalb des Gutachtens selbst auf. Im Anschluss werden Ergänzungsfragen an den Sachverständigen formuliert und um gerichtliche Vorlage gebeten.“
Einleitung des Fragenkatalogs:
  • „Es wird angeregt, dem Sachverständigen die folgenden Ergänzungsfragen gemäß § 411 Abs. 3 ZPO zur schriftlichen Beantwortung vorzulegen:
  • 1. Wie erklärt der Sachverständige seine Aussage auf S. 3 des Gutachtens, die Klägerin habe ‚schon immer ein Untergewicht gehabt‘, vor dem Hintergrund, dass im Bericht der Uniklinik Stadt vom … (Anlage …) eine unfallbedingte Gewichtsabnahme von 8 kg dokumentiert ist?“
  • „2. Hält der Sachverständige an der Aussage eines ‚schon immer bestehenden Untergewichts‘ fest, obwohl er selbst auf S. 9 des Gutachtens einen BMI von 18,6 angibt und eine Gewichtsabnahme nach dem Unfall dokumentiert ist? Falls ja, worauf stützt er konkret diese Annahme?“
  • „3. Welche Bedeutung misst der Sachverständige der dokumentierten Gewichtsabnahme von 8 kg im Hinblick auf die Schwere der unfallbedingten Verletzungen/Erkrankung bei?“
Typische Einleitungen für Fragen (kannst du variieren):
  • „Zu klären ist, …“
  • „Es wird um Erläuterung gebeten, …“
  • „Der Sachverständige wird gebeten darzulegen, …“
  • „Hält der Sachverständige vor diesem Hintergrund an der Einschätzung fest, dass …?“
Hoffe das bringt Dich etwas weiter - bei Fragen meld Dich einfach.

LG thinktwice
 
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