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Handhabung bei Feststellung 3-6 Std arbeitsfähig-Schadensminderungspflicht

Isländer

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#21
Grüß Dich, AWO425ST!

01
Selbstverständlich sind Schadensersatzzahlungen für Verdienstentgang einkommensteuerpflichtig- das steht eindeutig in § 24 EStG.

02
Die Steuer wird saftig:

(a)
Versteuert wird, was im Lauf des Jahres an steuerpflichtigem Einkommen reinkommt (= "Zuflussprinzig", § 11 EStG). Es ist völlig egal, für welches Jahr die Zahlung gedacht ist. Nur das Jahr des Zuflusses interessiert.

(b)
Beispiel: Würden 200.000,00 Euro als Abfindung für Verdienstentgang der Jahre 2016 bis 2030 im Jahr 2018 bezahlt, werden die ganzen 200.000,00 Euro im Jahr 2018 versteuert. Zwar gibt es da eine spezielle Regel ("Abfindungsbesteuerung für Zahlungen, die für mehrere Jahre gedacht sind", § 34 EStG), damit wirds billiger. Aber glaube nicht, dass es dann mit einpaar Tausendern getan ist. Das wird wohl deutlich 5-stellig.

(c)
Also: Steuern hinterziehen? Davon rate ich scharf ab. Es gibt Daten, die muss ein Verisherer von sich aus an das Bundesamt der Finanzen weiterreichen. So zum Beispiel die Leistungen einer Beerufsunfähigkeitsversicherung - auf die sind steuerpflichtig. Das teilt das Bundesamt der Finanzen Deinem Finanzamt mit. Und die schauen nach, ob Dud as in der Steuererklärung angegeben hast. Dann hast Du das Problem schon am Hals.

Nun wird das, was die Versicherer alles dem Bundesamt melden müssen, von Jahr zu Jahr immer mehr. Ich habe mich mit einer Steuerberaterin besprochen, die solche Abfindungsbesteuerungen beherrscht, genau die, die auch Dein Thema sind. Die sagt: Das ist eine Zeitbombe!
Wer hier hofft: "Die merken das doch nicht", der kennt das ganze Bundesamt der Finanzen noch nicht und die Datenflüsse nicht!

03
Du machst mit einer Abfindung einen weiteren erheblichen Fehler: Du hoffst und glaubst, dass Dein Gesundheitszustand stabil bleibt. Möglich, dass es so kommt. Aber das kann ein Irrtum werden. Wenn Du so weiter machst, dann kommt zu Deinem Schaden gleich der nächste Sachden, etwa so:

(a)
Wenn gebrochen Knochen zusammenheilen, dann ist es oft so, dass sie nicht genau so zusammen heilen, wie das ursprünglich gewesen es. Das ist blöd - vor allem bei Brüchen in der Nähe eines Gelenkes.

(b)
Dann passiert mit dem Gelenk das Gleiche, was mit einem Autoreifen passiert, wenn man zu heftig an den Bordstein geraten ist. Die Fahrwerksgeometrie stimmt nicht. Die erste Zeit -das können einige Jahre sein!- merkst DU nichts. Genau wie beim Auto. Aber nach 2.000 km! An der Außenkant ist der Reifen glatt wie ein Babypop, innen: 4 mm Profil.

(c)
Beim Auto stellen wir das Fahrwerk ein, ein neuer Reifen, die Sache hat sich.
Beim Menschen geht das so nicht. Das bedeutet, ob das nun Freude macht oder nicht: Spätschäden.

04
Wenn der Spätschaden (häufig: posttraumatische Arthrose) dann da ist, Du Dich aber hast abfinden lassen: Dann stellst Du fest, dass Du der Versicherung alle Schulden erlassen hast, die braucht nichts mehr zahlen. Das können 6-stellige SUmmen sein, die Du Da herschenkst. Kein Scherz!

Vor Jahren habe ich einmal im Forum geschrieben: "Abfindung: Gefährlich wie dei Klapperschlange". Es gab viel Heiterkeit und Gelächter darüber. Aber leider auch einige Privatnachrichten: "Kannst Du mir irgendwie wieder aus dem Loch wieder raushelfen-? Ich bin nämlich reingefallen!". Das war ziemlich deprimierend. Um so besser, wenn man mal jemanden von der Kante des Loches noch wegreißen kann!


05
Der BGH verlangt in ständiger Rechtsprechung, dass ein Mandant vom Anwalt über alle denkbaren Folgen solcher Abfindungen aufklärt. Nun sagt Deine Anwältin, sie hätte noch nie was von "Steuern auf Abfindungen" gehört. Also kann sie zu diesem Thema nicht detailliert beraten haben. Wie will sie zu etwas beraten, was ihr völlig unbekannt ist?

06
Dieser Brief oder diese Mail mit dem "noch nie gehört...." ist für Dich sehr wichtig. Denn im Ergebnis erlaubt Dir dies, den Anwalt zu wechseln so, dass der Versicherer auch die Mehrkosten dafür übernehmen muss. Denn auch das ist eine Unfallfolge. Und Du kannst nichts dafür. Denn woher solltest Du wissen, wie dereinst beraten wird?

07
Was ich nicht verstanden habe: Du sollst auf der Basis von "70 %" abgefunden. Wieso nicht 100 %-? Nur wegen der Beahuptugn, Du könntest arbeiten, wenn Du wolltest? So dass man Dir da einen Abzug machen will-?

Wenn meine Annahme stimmt: Der Abzug kommt mir sehr hoch vor. Weiter oben habe ich geschrieben, was Dir an Arbeit zumutbar ist und was nicht. Was sagt Deine Anwältin dazu?


ISLÄNDER
 

AWO425T

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#22
Alles kommt anders...
Mail vom 08.12.17

Sehr geehrter Herr XXX,

Zitat: die Versicherung hat den zunächst mündlich mit dem Sachbearbeiter vorbesprochenen Abfindungsbetrag nicht bestätigt. Es gibt ein neues Angebot oder wir klagen vor dem Landgericht YYY, was ich Ihnen empfehlen würde. Wir sprechen am Montag nochmals darüber. Eine Beantwortung Ihrer 3 Fragen hat sich daher erledigt. Hinsichtlich der steuerlichen Frage habe ich Ihnen bereits Auskunft erteilt. Ich empfehle Ihnen insofern, sich an einen Steuerberater zu wenden.

Danke ISLÄNDER für Deine Antwort. Zu Deinem Punkt 6,7,8 hast Du vollkommen Recht. Zu Punkt 7, Absatz 2 sagt meine Anwältin dass Sie der Versicherung erstmal verschweigen will das ich einen Job habe (und ca. 540 €verdienen werde). Die Frage steht auch noch im Raum ob ich die Probezeit schaffe.
Nun werde ich mit Ihr am Mo. reden und später entscheiden. Ich habe inzw. das Gefühl wirklich zu wechseln (aufgrund ihrer häufiger schwammigen Aussagen) und auch aus dem Grund evtl. doch zu klagen. Auch mit der Zahlung des ausgerechneten Lohnausgleichs, sprich: 500 E monatlich + jetzigen Lohn komme ich knapp bis Rente aber nicht auf meinen vorherigen Lohn.
Ich habe jedoch Angst vor den Konsequenzen den Anwalt zu wechseln, 3 Jahre zu warten und auch auf das evtl. Negativergebnis.

Gerne höre ich mir Deine Meinung an, ISLÄNDER.

PS: Falls ich klage , dann doch nicht auf Abfindung sondern auf Durchsetzung der einzelnen Positionen des Schaden und zukünftigen Schadens. ( Der liegt mir als PDF-Datei vor)
 

Isländer

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#23
Grüß Dich, AWO425!

Jetzt kommts heftig: ISLÄNDERS WARNBLINKER ist immer dann in Betrieb, wenn die Leute dabei sind, verheerende Fehler zu machen. Und der BLINKT jetzt:

01
Wenn Du den neuen Job verschweigst, dann dürfte das auffliegen, wenn Du den Steuerschaden geltend machst. Wie stehen wir dann da?

02
Stell Dir mal vor, es kommt zum Prozess über den Schadensersatz. Den Job da, den Du weglassen willst? Den hast Du auch im Prozess weggelassen. Was geschieht?

(a) Das kann Betrug sein. Der ist strafbar. § 263 StGB gibt es. Dass Du den Job vergessen hast, so ....versehentlich, also, das wird uns kein Richter glauben.

(b) Es gibt eine Reihe von Urteilen, die zum Thema "absichtlich herbeigeführter Unfall" entstanden sind. Die sagen (sinngemäß)(und für ähnliches bei der Darstellung der Schadenshöhe gilt das nicht anders):

(ba)
Das Gesetz enthält eine Reihe von Beweiserleichterungen, die es dem Geschädigten leichter machen, an Schadenserstz heranzukommen.

(bb)
Besonders § 287 ZPO und § 252 BGB helfen da viel weiter, aber: Diese Beweiserleichterungen sind (ich zitiere den Bundesgerichtshof) "Rechtswohltaten für die Redlichen".

(bc)
Wer beim Schwindeln erwischt wird, der wird nicht rechtlos gestellt. Aber, und jetzt kommt der Hammer: Der hat seine Beweiserleichterungen verloren! Der muss jetzt den Schaden voll beweisen (i.S.d. § 286 ZPO). Dann ist's aus mit den Beweiserleichterungen! Die sind verwirkt und vertan.

(c)
Wenn Du da auf einen genau arbeitenden Richter triffst, dann sind die Folgen mit hoher Wahrscheinlichkeit das Ende Deiner Schadensersatzansprüche.

(d)
Dabei brauchen wir diese Beweiserleichterungen dringend. Das ist nicht sehr wichtig. Das ist noch wichtiger als sehr wichtig! Wer sich in diesem Gebiet auskennt, setzt einen Schwerpunkt auf die sorgfältige vollständige Nutzung der Beweiserleichterungen, weil er weiß: Da ist Gold zu sieben!
Prof. Dr. Huber war Präsident des Landgerichts Passau, in einer Fortbildungsveranstaltung sagte dieser gewiefte alte Fuchs: "Da muss juristisches Herzblut fließen!" Und dem kann ich nur mit mit vollem Herzen zustimmen.

ZWISCHENERGEBNIS: Ich rate dringend ab, da was wegzulassen. Das kommt als Bumerang zurück.

03
Es kommt oft vor, dass man sich gar nicht anrechen lassen muss, was mit so einem "Job" verdient worden ist. Dazu findest Du oben etwas, da hatten wir uns nämlich genau darüber unterhalten. Und ich hatte damals einige Urteile rausgesucht. Dabei habe ich Trottel einen Fehler gemacht. Das dort besprochene Urteil des Landgerichts Magedburg hat richtig das Aktenzeichen 10 O 1320/12.
Aber lies den Beitrag nochmal.

04
Sag mal: Mit fällt auf: Von folgenden Schäden ist bei Dir nie die Rede:

(a)
Haushaltsführungsschaden

(b)
Assistenzschaden.

Ist davon etwas geltend gemacht worden, und wie-? Erzähl mal. Selbst dann, wenn Du Dir den "Job" anrechnen lassen müsstest: Die Bewirtschaftung dieser beiden Schadensteile könnte das bei weitem wieder ausgleichen.

05
Deinen Fall kriegt man schon ordentlich auf die Spur.

ISLÄNDER
 

AWO425T

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#24
Noch alles im Lot
Danke ISLÄNDER für Deine Aufmerksamkeit. Den Job habe ich erst am 20.11. angefangen. Es waren vorher die Forderungen gestellt. Falls es zur Klage kommt werde ich diesen angeben.
Zur Frage 4a ... ist geltend gemacht. Für die Vergangenheit in einzelnen Punkten mit Prozentgraden. Und auch für die Zukunft.
Von 4b. also Assistenzschaden habe ich nie gehört. Es sei es ist gemeint was meine Frau für Aufwendungen hatte. Dazu hatte die Anwältin zu meiner Frau gesagt das gibt es nicht. Später habe ich gelesen das es unter bestimmten Umständen wie bei mir (Pyschische Instablität und u.a. 2 gebrochende Hände) Leider haben wir keine Belege und Beweise. Ich war damals nicht in der Lage dazu und meine Frau überfordert. Sie war 3x in der Woche bei mir. Fahrzeit mind. 1 Std. Fahrkarten und Freistellung von der Arbeit.

Ich denke auch das ich nicht in einen "Minus" rutsche wenn ich klage. Auch nicht mit den Angaben des kommenden Lohnes. Eine Monats-Abrechnung liegt mir noch nicht vor.
 

AWO425T

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#25
Habe mit meiner Anwältin gesprochen.
Ihr Zitat: die Versicherung hat den zunächst mündlich mit dem Sachbearbeiter vorbesprochenen Abfindungsbetrag nicht bestätigt. Zitat ENDE
Das Gegenangebot hat sich erhöht jedoch erreicht es nicht meinen Vorstellungen. Es liegen auch noch andere Angebote der Vericherung vor die mir noch weniger gefallen. Die RA rät mir auch zu klagen. Die Kosten übernimmt dann weiterhin meine Rechtschutzversicherung.
Auf meine Frage auf was die Klage hinausläuft sagt sie "Es ist besser auf eine Abfindung zu klagen weil die Richter (im allgemeinen) dahin sowieso tendieren." Was sagt Ihr dazu?
 
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#26
Hallo AWO452T,
Ich würde nicht auf eine Abfindung klagen. Ich würde in erster Linie Deine Ansprüche die Du hast einklagen. Die Abfindung könnte dann im Laufe des Verfahrens ein Kompromiss sein. Auf keinen Fall würde ich mich, wie Isländer schön geschrieben hat auf eine Abfindung einlassen, mit welcher alle Ansprüche abgegolten sind. Dafür ist das Risiko viel zu hoch, dass Du später doppelt darunter zu leiden hast. Ich kann mir auch gut vorstellen, dass einem eventuell die Krankenkasse aus so einer Abfindung einen Strick drehen kann, wenn es um spätere Behandlungskosten geht, die eindeutig auf die Unfallfolgen zurück zuführen sind. Meine Krankenkasse hat mir zum Beispiel eindeutig mitgeteilt, dass ich keinem Vergleich ohne deren Zustimmung zustimmen darf.

Es ist also doppelte Vorsicht geboten.

Gruss
Scheitholz
 

AWO425T

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#27
Danke SCHEITHOLZ für Deinen guten Tip. Nun las ich bei Schah Sedi Rechtsanwälte für Personenschäden und Schmerzensgeld das ich auch... Zitat: Hätte-Verdienst wird auf der Basis des Nettoabrechnungsbetrages ermittelt. Man muss nur darauf achten, dass der Versicherer dann noch gesondert die vom Geschädigten darauf zu entrichtende Einkommenssteuer erstattet. Das wird in der Regulierung oftmals vergessen und kann zu erheblichen Fehlbeträgen im 5stelligen Bereich führen.Zitat Ende....einklagen können.
Weiteres Zitat:
Schließlich ist bei Abfindung eines Erwerbsschadens zu berücksichtigen, dass nicht nur mit einem angemessenen Kapitalisierungszins kapitalisiert wird, sondern darüber hinaus, dass der Geschädigte fortlaufend an Gehaltssteigerungen teilgenommen hätte. Somit kann also ein Einkommen, welches am Unfalltage erzielt worden ist, nicht die maßgebliche Grundlage für die Kapitalisierung eines Zukunftsanspruches darstellen...Zitat Ende.
Also werde ich meine RA darauf hinweisen das sie den Schaden neu berechnet. Ich glaube Sie wird mir wieder patzig kommen weil mitunter das Gefühl entsteht das ich mich woanders schlau mache und Ihr das Arbeitspensum erhöhe. Oder ich mal bei og. Kanzlei fragen ob sie mich verteten.
 
Zuletzt bearbeitet:

AWO425T

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#28
Brief als e-mail fertig
Sehr geehrte RA

Ich habe mich bei einem Steuerberater schlau gemacht. Sie sagt Kranken- und Verletzengeld ist unter Progressionsvorbehalt zu versteuern. Dabei zählen alle meine Einkünfte, auch die meiner Frau in diesem Zusammenhang.

Jetzt fragte ich mich…Warum muss ich Steuern auf einen (geminderten) entgangenden Nettobetrag zahlen?

Also habe ich mich weiter schlau gemacht und bin auf die Webseite : Schah Sedi Rechtsanwälte für Personenschäden und Schmerzensgeld

gestoßen die schreibt…:: Hätte-Verdienst wird auf der Basis des Nettoabrechnungsbetrages ermittelt. Man muss nur darauf achten, dass der Versicherer dann noch gesondert die vom Geschädigten darauf zu entrichtende Einkommenssteuer erstattet. Das wird in der Regulierung oftmals vergessen und kann zu erheblichen Fehlbeträgen im 5stelligen Bereich führen.

Außerdem steht dort : Schließlich ist bei Abfindung eines Erwerbsschadens zu berücksichtigen, dass nicht nur mit einem angemessenen Kapitalisierungszins kapitalisiert wird, sondern darüber hinaus, dass der Geschädigte fortlaufend an Gehaltssteigerungen teilgenommen hätte. Somit kann also ein Einkommen, welches am Unfalltage erzielt worden ist, nicht die maßgebliche Grundlage für die Kapitalisierung eines Zukunftsanspruches darstellen...

Meine Meinung Das ist war ich hätte nach der Probezeit mehr verdient und auch später wären Gehaltserhöhungen möglich gewesen.

Ich bitte Sie daher diese Posten zu berücksichtigen und in einer neuen Forderung gegen die XXX mit einzubringen um alle Ansprüche einzufordern. Somit wird sich die Schadenshöhe im Ganzen höher.

Ich möchte mich nicht auf eine Abfindung einlassen da ich auch gehört habe, dass einem eventuell die Krankenkasse aus so einer Abfindung einen Strick drehen kann, wenn es um spätere Behandlungskosten geht, die eindeutig auf die Unfallfolgen zurück zuführen sind.

Mit freundlichen Grüßen
 
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#29
Halo AWO452T,
Es wäre sinnvoll, wenn Du Deinem RA schön aufbereitet Zahlen in Bezug auf Lohnsteigerung etc. zur Verfügung stellst. Selbstverständlich musst Du auch den aufzeigen, wie Du zu diesen Zahlen gekommen bist. Hier hilft nur ganz viel Forschen im Internet.
Der RA selber wird solche Nachforschung mit Sicherheit nicht so gewissenhaft durchführen wie Du.

Weiterhin darfst Du bei einer Abfindung die Inflationsrate bzw. auch eine eventuelle Abzinsung bei größeren Geldbeträgen nicht vergessen. Diese haben einen nicht unerheblichen Einfluss auf die Gesamtsumme. Von den Versicherungen werden gerne Zinsen angesetzt, die mit einer konservativen Anlage das letzte mal vor 20 Jahren erreicht werden konnten.

Auch darfst Du nicht vergessen, dass Zinsen versteuert werden müssen, sobald diese die Freibetragsgrenze übersteigen.

Wie Du siehst, ist eine Abfindung immer nur ein fauler Kompromiss, bei dem Du als Opfer eigentlich nur verlieren kannst, da alle Nachteile auf Deiner Seite liegen. Der Versicherung geht nur darum, die Akte möglichst schnell bei möglichst kleinem Aufwand zu schließen.

Gruss
Scheitholz
 

Isländer

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#30
Grüß Dich, AWO425!

01
Ich teile die Ansicht von Scheitholz.

02
Es gibt keine Rechtsanspruch auf Abfindung. Zwar gibt es auch davon Ausnahmen, ABER:
Attraktiv ist es in der Regel nicht. Denn das ist mit solchen Gefahren verbunden, dass ich es für Teufelszeug halte. Wenn man nicht sehr, sehr gute Gründe hat: Finger weg davon.

03
Assistenzschaden: Was das ist?

Nach Krankenhaus und Reha warst Du zu Hause. Endlich wieder. Wärst Du Single gewesen,w as hättest Du tun wollen oder tun sollen? Du brauchtest HIlfe. Jemand hat Dir Deinen Kaffee hingestellt, die Zeitung geholt, Dir beim Aus- und Ankleiden helfen müssen, Dich zum Arzt gefahren, Dich beim Duschen abtrocknen müssen..... das ist der Assistenzschaden. Die Tatsache, dass Dir das Deine Frau gemacht hat -natürlich ohne Bezahlung, abgesehen von dem einen oder anderen heißen Kuss!- ändert nichts: Die Versicherung hat nicht in Deiner Frau einen Dummen gefunden. Das wird bitte bezahlt. Nun...da kommt schnell ein kleines 4-stelliges Sümmchen raus.

ISLÄNDER
 

AWO425T

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#31
Hallo ... EUCH zur Info

AUSZUG ANWALTSBRIEF

... ich hätte nach der Probezeit mehr verdient und auch später wären Gehaltserhöhungen möglich gewesen.
Ich bitte Sie daher diese Posten zu berücksichtigen und in einer neuen Forderung gegen die HDI mit einzubringen um alle Ansprüche einzufordern.
Somit wird die Schadenshöhe im Ganzen erhöht.
In Bezug auf Lohnsteigerung kann man von mindestens 20 % in dem Gesamtzeitraum als Monteur bis Eintritt Rente ausgehen. Somit würde ich pauschal bei 1136,40€ die folgende Rechnung aufstellen:

xxxx x xxxx= XXXX²

Wie Sie sehen habe ich mich bescheiden gehalten denke jedoch das man diese Rechnung ohne Nachweis anbringen und durchsetzen kann.
Ich möchte Sie aufmerksam machen das bei einer Abfindung die Inflationsrate bzw. auch eine eventuelle Abzinsung bei größeren Geldbeträgen nicht vergessen werden dürfen.
Diese haben einen nicht unerheblichen Einfluss auf die Gesamtsumme. Von den Versicherungen werden gerne Zinsen angesetzt, die mit einer konservativen Anlage das letzte mal vor 20 Jahren erreicht werden konnten.
Auch darf man nicht vergessen, dass Zinsen versteuert werden müssen, sobald diese die Freibetragsgrenze übersteigen. Somit entgeht mir ein Schadensausgleich.
Ich hoffe das einem „modernen“ Richter diese Ansprüche berücksichtigt werden.
Ich möchte mich nicht auf eine Abfindung einlassen da ich auch gehört habe, dass einem eventuell die Krankenkasse aus so einer Abfindung einen Strick drehen kann, wenn es um spätere Behandlungskosten geht, die eindeutig auf die Unfallfolgen zurück zuführen sind.

Setzen Sie bitte die Klage in meinem Namen gegen die XXX an um meine Ansprüche aus dem Unfall geltend zu machen.

Mit freundlichen Grüßen
------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------Meine Anwältin hat mir darauf eine ellenlange pdf-Datei gesendet.
Diese beinhaltet die Klage gegen den Unfallverursacher an das Landgericht.
Sie fordert Wiedergutmachung aus allen Folgeschäden , mitunter auch aus einer fiktitive Gehaltserhöhung.

Hier eine AUSZUG:

Namens und in Vollmacht des Klägers erheben wir Klage und werden beantragen, wie folgt zu erkennen:

1. Die Beklagten werden als Gesamtschuldner verurteilt, an den Kläger Schadensersatz i. H. v. 108.377,52 EUR nebst Zinsen in Höhe von 5 Prozentpunkten über dem jeweiligen Basiszinssatz seit 01.11.2017 zu zahlen.
2. Die Beklagten werden als Gesamtschuldner verurteilt, ein in das Ermessen des Gerichts gestelltes Gesamtschmerzensgeld von weiteren nicht unter 70.000,00 EUR nebst Zinsen i. H. von 5 Prozentpunkten über dem jeweiligen Basiszins aus 50.000,00 EUR seit 25.08.2014 sowie aus 20.000,00 EUR seit 01.11.2017 zu zahlen.
3. Die Beklagten werden als Gesamtschuldner verurteilt, dem Kläger eine monatliche Schmerzensgeldrente ab 01.01.2018 i. H. v. 150,00 EUR zu zahlen.
4. Hilfsweise wird zu Klageantrag zu 1. beantragt, die Beklagten als Gesamtschuldner zu verurteilen, dem Kläger eine monatliche Rente zum Haushaltsführungsschaden ab 01.01.2018 i. H. v. 202,89 EUR zu zahlen.
5. Es wird festgestellt, dass die Beklagten als Gesamtschuldner auch für den weiteren materiellen und immateriellen Schaden des Klägers aus dem Verkehrsunfall ... einzutreten haben.
6. Die Beklagten werden als Gesamtschuldner verurteilt, an den Kläger die nicht festsetzbaren vorgerichtlichen Rechtsanwaltskosten i. H. v. 3.427,70 EUR nebst Zinsen in Höhe von 5 Prozentpunkten über dem jeweiligen Basiszinssatz ab Rechtshängigkeit des Schriftsatzes zu zahlen.
7. Die Beklagten werden als Gesamtschuldner verurteilt, die Kosten des Rechtsstreits zu tragen.
Ferner wird beantragt, im Falle des Vorliegens der Voraussetzungen ge-mäß §§ 307, 331 Abs. 3, 276 Abs. 1 ZPO ein Anerkenntnis- bzw. Ver-säumnisurteil zu erlassen.
Begründung: Der Kläger Ansprüche aus einem Verkehrsunfall vom XXXX geltend, der sich wie folgt ereignete: ...
....
Zukünftiger Haushaltführungsschaden

Der Anspruchsteller, geboren am xxxx, ist gegenwärtig xx Jahre alt. Er verfügt über eine Lebenserwartung bis mindestens 85 Jahre, also noch xx Jahre. Der verbleibende Haushaltsführungsschaden beträgt monatlich 56,58 EUR x 4 Wochen = 226,32 EUR. Nach den einschlägigen Sterbetafeln verbleiben dem Kläger noch xx Jahre.
Bei dem vorstehenden wöchentlichen Schaden bei 40 % = 56,58 EUR sind die für die hil-febedürftigen Eltern 1,5 Wochenstunden enthalten. Bei einer Berechnung für noch 5 Jahre = 260 Wochen beträgt der Haushaltsführungsschaden 14.710,80 EUR. Die noch weiteren verbleibenden 27 Jahre beträgt die wöchentliche Stundenzahl nicht mehr 16 Stunden, son-dern nur noch 14,5 Stunden, was wöchentlich 51,27 EUR = monatlich 205,08 EUR ergibt. Dies entspricht einem weiteren zukünftigen Schaden bei 40 % und 27 Jahren 66.445,92 EUR, insgesamt 81.156,72 EUR, abzgl. 4 % Abzinsung von 3.246,26 EUR = insgesamt 77.910,45 EUR.
Hilfsweise wird von einer Haushaltsführungsrente von monatlich 202,89 EUR ausgegangen.
------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------
Kurz zuvor habe ich die Schah Sedi Rechtsanwälte für Personenschäden und Schmerzensgeld angerufen und gefragt ob Sie Intersse an meinem Fall haben. mir wurde daraufhin gesagt das sie nur Abfindungen einleiten, also nicht auf Klage aus sind. In meinem Fall müssten sie das aso nochmal näher betrachten und ich solle Ihnen "einiges" zur Begutachtung durchsenden. Kurzgesagt: Das war mir zu zweitgleisig und ich wollte mir die Aufregung so kurz vor Weihnachten nicht antun.

So, nun wisst Ihr Bescheid und ich hoffe auch andere Wissbegierige gefüttert zu haben. Ein frohes Fest und allzeit guten Rutsch wünscht AWO425T