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Vollständige Version anzeigen : Behindertengerechte Wohnung


emma1
10.03.2013, 16:48
Hallo!

Ich weiß jetzt nicht, ob ich meinen Thread in diesem Thema richtig eingestellt habe, aber ich habe nichts passenderes gefunden.

Es geht um folgendes:
Meine Wohnung, bzw. deren Zugang ist leider überhaupt nicht barrierefrei. Es gibt im Freien 25 Stufen und in der Wohnung zwei Stufen zu überwinden.
Ich habe mich so weit hingearbeitet, dass ich es schaffe, diese Treppen zu überwinden (mit Geländer auf der einen und Gehstütze auf der anderen Seite), und wieder (relativ) selbständig in meiner Wohnung zu leben. In der Wohnung bewege ich mich oft mit dem Rollstuhl fort (weil es so einfacher geht, alles zu machen) und ausserhalb sowieso (habe zwei Rollis).
Da meine Genesung aber doch langsamer voranschreitet, wie ich es gehofft habe, muss ich mir Gedanken über eine barrierefreie Wohnung machen (auch meine Ärztin rät mir dazu).

Der Zugang zu meiner jetzigen (Miet-)Wohnung kann nicht barrierefrei gemacht werden (rein lagetechnisch nicht möglich).

Jetzt habe ich mir mal barrierefreie Wohnungen angeschaut und es wäre eventuell auch was dabei, was mir zusagt.
Da ich schon länger mal darüber nachgedacht habe, würde ich eventuell auch eine Wohnung kaufen wollen.

Nun zu meiner Frage:
Was gibt es für Zuschüsse, welche Förderungen könnten einem zustehen und in wie weit muss auch die gegnerische Versicherung sich da "einbringen"?

Die Fakten:
Ich habe einen GdB von 80, Merkzeichen aG, G und B.
Ich habe keine Pflegestufe.
Ich gehe halbtags arbeiten, Antrag auf Teilerwerbsminderungsrente läuft seit November 2011.

Danke schon mal für Rückmeldungen.

Viele Grüße
Emma

Kasandra
10.03.2013, 18:48
Hallo Emma,

die behindertengerechte Whg. sollte Dein RA bei der gegn. Versicherung einfordern.

D. h. ich würde mich nach einer entsprechenden Whg. umsehen. Wenn diese nun teurer ist, dann ist es m. E. der Job Deines RA´s die Mehrkosten (Differenz des Mietzinses) bei der gegn. Versicherung einzufordern.

Achte nicht nur darauf, dass Du mit dem Rolli in die Whg. kommst, sondern das auch das Bad sowie alle weiteren Räume behindertengerecht sind.

Ebenso, wie ist der Zugang in die Waschküche und den Keller.
Wo kannst Du und wie Dein Auto parken und erreichen - ist ausreichend Platz mit dem Rolli?

Wie sind die Mülltonnen zu erreichen?

Gibt es einen Hof- u. Gartenservice, welcher z. B. den Schneeräumdienst übernimmt.
Dies kannst Du ja dann auch nicht mehr. Oder halt wenn es der Mietvertrag vorsieht, dass die Mieter den Schnee räumen, das Treppenhaus und die allg. Flächen putzen müssen, die Mülltonnen herausstellen müssen, dann musst Du Dir ein Angebot für diese Arbeiten machen lassen und die Kosten auch von Deinem RA einfordern. Ansonsten diese aber auch beim Mietzins (Nebenkosten) mit aufführen, weil für Dich ja hörere Kosten entstehen. Ohne Unfall hättest Du ja alles selber machen können, nun musst DU dafür zahlen!

Viele Grüße

Kasandra

emma1
11.03.2013, 17:59
Hallo Kasandra,

lieben Dank für Deine Antwort.

Ich habe für Freitag einen Termin bei meinem Anwalt ausgemacht.

Achte nicht nur darauf, dass Du mit dem Rolli in die Whg. kommst, sondern das auch das Bad sowie alle weiteren Räume behindertengerecht sind.Ja, ich denke auch, dass das alles zu berücksichtigen ist.
In der einen Wohnung, die ich gesehen habe, ist alles zugänglich. Tiefgarage, Aufzug und, da es ein Neubau ist, könnte ich auch noch Einfluss darauf haben, wie z.B. das Bad gestaltet ist. Küche müsste ich in dieser Wohnung sowieso neu reinmachen.
Auch einen Hausmeisterservice gibt es.

Mir ist nur nicht ganz klar, wie das jetzt z.B. mit den Kosten für's Schneeschippen aussieht.
Momentan wohne ich in einer Mietwohung und meine Vermieter und ich haben uns das Schneeschippen geteilt. Da ich das ja momentan nicht kann, habe ich einen "Schneeschipper" angestellt und die Rechnung wird über meinen RA an die gegnerische Versicherung gestellt.
Wie ist das aber in einer Eigentumswohnung mit Hausmeisterservice?
Du schreibst von einer Aufstellung der Nebenkosten.
Reiche ich dann quasi Teile der Nebenkostenabrechnung ein?

Ich bin da echt momentan überfordert :confused: und muss nach und nach versuchen, mich zu sortieren.

Liebe Grüße
Emma

Kasandra
11.03.2013, 19:13
Hallo Emma,

grundsätzlich ist sicherlich zu klären, ob Du wieder in ein Mietverhältnis (also Du wieder Mieterin wirst) oder ob Du eine Whg. als Eigentumswhg. kaufen willst, dann bist Du Eigentümerin.

Da gibt es dann Kosten, die ein Vermieter auf die Mieter umlegen kann und darf oder was bei Dir als Eigentümer verbleibt.

Ruck zuck hat mal folgende Kosten:

1 x Winterdienst
1 x Garten- u. Landschaftspflege
1 x Hausmeister
1 x Reinigungskraft f. Treppenhaus & Keller / Allgemeinräume

Habt Ihr dann 4 Firmen oder ist dieses an einen Kompettservice vergeben?

Wie auch immer, Du musst die Kosten m. E. detailiert aufführen um diese dann erstattet zu bekommen. Schnee räumen geht nicht mehr, putzen nicht mehr, Rasen mähen und Hecke schneiden nicht mehr - und der Hausmeister, wenn der mal eine Tür nachzieht, eine Glühbirne wechselt - dieser könnte dann evtl. auch unter den Haushaltsführungsschaden laufen?

Aber im Detail kenne ich mich da nicht aus. Da sind Menschen mit der entsprechenden Fachkompetenz gefragt.

Viele Grüße

Kasandra

Michi104
11.03.2013, 22:09
Hallo Emma,

wenn der Hausmeisterservice vorhanden ist, wird er ja nicht nur für dich die Arbeit machen, sondern für alle im Haus, egal ob sie es gesundheitlich selber könnten oder nicht. Wenn du es selber wieder könntest, würde es in dieser Wohung ja trotzdem gemacht werden.

Es wird ganz normal mit der Nebenkostenabrechnung abgerechnet, ob und wie du dieses wieder bekommst, kann ich dir nicht sagen.

Achte auch darauf, das Der Türspion, bzw. der Tür öffner auch auf deiner Höhe sind - eine Kamere mit Monitor am Eingang. Auch ist es ggf. für dich Wichtig nicht nur in die Tiefgarage rein zukommen, sondern auch das die Türen sich für dich elektrisch öffnen oder du sie leicht selber auf bekommst. Nicht das gerade die tiefgaragen tür eine Feuerschutztür ist, welche du im Rolli alleine nicht aufbekommst.

Grüße Michi

Isländer
12.03.2013, 08:05
Grüß Dich, Emma,

wie schön, dass Du zu uns gefunden hast, willkomen an Bord!

Was haben wir in unserer Schatztruhe hilfreicher Rechtsprechung gefunden?




01
Grundsätzlich muss die gegnerische Versicherung dasjenige bezahlen, was Du als vernünftiger Mensch unternimmst, um die Folgen deiner Behinderung zu mindern, zu lindern oder zu heilen.

(a)
Du warst vorher der Gestalter Deines Lebens, also bist du es hinterher auch, § 249 BGB. Dir steht daher ein erheblicher Spielraum zu, ohne, dass das die Schadensminderungspflicht verletzt.

(b)
Das OLG Bremen hat (VersR 99/1030 ff.) entschieden für Schadensausgleichsmaßnahmen in diesem Bereich entschieden:

"Über den zu ersetzenden Aufwand darf auf die Wahl der Lebensgestaltung nur eingeschränkt Einfluss genommen werden, wenn nämlich die Kosten in keinem vertretbaren Verhältnis zur Qualität der gewählten Versorgung stehen….zu ersetzen ist der Mehrbedarf, der tatsächlich bei sinnvoller Disposition anfällt"

Dabei bezieht sich das Oberlandesgericht Bremen auch auf BGH VersR 98/366 und BGH VersR 78/149. Der BGH hat in der Entscheidung VersR 98/366 eine nahezu wortgleiche Formulierung gewählt.

Das OLG Koblenz hat als es als (knapp!) noch vertretbar bezeichnet (VersR 02/244), dass der an Armen und Beinen gelähmte Geschädigte zu Hause leben wollte, wenn das das 2 ½-fache dessen kostet, was die Unterbringung im teuersten Pflegeheim im Einzugsbereich des Geschädigten gekostet hätte. Das überfordert die Versichertengemeinschaft nicht.

Wegen dieser Urteile würde ich an Deiner Stelle diesen Beitrag dem Anwalt mitbringen!Man gräbt nämlich eine gute Weile, bis man auf diese Fundstücke trifft!



(c)
Ich würde zudem von einer Bewertung des Gesetzgebers ausgehen. Dabei gehe ich von § 554 a BGB aus. Dort steht:

„Der Mieter kann vom Vermieter die Zustimmung zu baulichen Veränderungen oder sonstigen Einrichtungen verlangen, die für eine behindertengerechte Nutzung der Mietsache oder den Zugang zu ihr erforderlich sind, wenn er ein berechtigtes Interesse daran hat“.

Daraus folgt, dass es der Gesetzgeber grundsätzlich für richtig hält, dass sich ein Behinderter behindertengerecht eingerichtet.

Nachdem der Umbau nun technisch bei Dir nicht möglich ist, vertrete ich die Ansicht, dass der Versicherer für die Kosten Deines Umzuges, aber auch für die erhöhten Mietkosten aufkommen muss, denn es handelt sich um die Folge Deines Unfalls.


02
Bei dieser Gelegenheit:

(a)
Wenn Du im Rollstuhl in der Wohnung unterwegs bist, solltest Du auf elektrisch absenkbare Hängeschränke achten.

(b)
Taktisch würde ich so vorgehen, dass ich mir ein Gutachten erstellen lasse, was als angemessene Maßnahme zu gelten hat. Die Kosten des Gutachtens sind ebenfalls von der gegnerischen Versicherung zu tragen hat.

(c)
Der Versicherer wird möglicherweise vorschlagen, dass er einen entsprechenden, für behindertengerechtes Wohnen geeigneten Fachmann aussucht.

Das würde ich ablehnen, damit versucht der Versicherer, seine eigenen Interessen durchzusetzen.

Das Schadensmanagement hast nämlich Du und nicht der gegnerische Versicherer. Du brauchst nicht irgend einen Gutachter aufdrängen zu lassen. So einen Sachverständigen suchst du selbst aus.Da könnte der Integrationsdienst des Versogrungsamtes helfen!

(d)
Das Gutachten würde ich vor dem Umzug und vor der Entscheidung, was Du investierst, dem gegnerischen Versicherer vorlegen. Da fällt ihm nämlich wesentlich schwerer, den Einwand zu verwenden, Du hättest gegen die Pflicht, den Schaden zu mindern verstoßen. Wohlgemerkt: Darauf, ob das notwendig ist, also gebraucht wird, um Not abzuwenden, darauf kommt es nicht an! So eng sind die Grenzen nicht!



(e)
Noch ein Tipp: wenn deine Wohnung so ausgerüstet wird, dass Du dort aktiv leben kannst, dann kannst du den Versicherer ja damit locken, dass du sagst: „Das wirkt sich schadensmindernd auf den Haushaltsführungsschaden aus“.

(An den Haushaltsführungsschaden hast du bisher schon gedacht Ich lese in Deinem Beitrag nichts davon!)

03
Der Versicherer soll nicht jammern. Wer so schwer behindert ist wie Du, dennoch aber noch arbeitet, der muss ein tapferer Mensch sein! Meinen Respekt! Weiter so: Denn zu Hause sitzen macht unglücklich!

ISLÄNDER

emma1
12.03.2013, 21:08
Hallo Michi,

sondern auch das die Türen sich für dich elektrisch öffnen oder du sie leicht selber auf bekommst. Nicht das gerade die tiefgaragen tür eine Feuerschutztür ist, welche du im Rolli alleine nicht aufbekommst.
(wie bekomm ich denn ein Zitat hin mit Angabe des Namens, von dem es ist?)

Ja das stimmt. Wenn man eine Wohnung anschaut, ist da ja immer jemand, der einem die Türe aufmacht und auch aufhält... da hab' ich gar nicht dran gedacht. Aber ich muss mir die Wohnung "der Begierde" eh nochmal anschauen und die vielen Details anschauen.


Hallo Isländer,

wow, Du kennst Dich ja richtig gut aus! Woher weißt Du das denn alles?
Wohlgemerkt: Darauf, ob das notwendig ist, also gebraucht wird, um Not abzuwenden, darauf kommt es nicht an! So eng sind die Grenzen nicht!Diesen Satz hab' ich leider nicht ganz verstanden. Kannst Du ihn mir nochmal erklären?


(An den Haushaltsführungsschaden hast du bisher schon gedacht Ich lese in Deinem Beitrag nichts davon!)Ich bekomme monatlich eine Pauschalbetrag (135€) von der gegnerischen Versicherung. Dies wurde über meinen Rehahelfer vereinbart und ist eigentlich für die Putzfrau gedacht, die ein mal in der Woche kommt.
Durch dieses Forum hier habe ich aber schon gelesen, was man eigentlich alles auch noch dazu nehmen kann/muss.
Da wird einem erst bewusst, was meine Geschwister, Eltern und Freunde so alles "nebenher" machen. Meine Mutter macht die komplette Wäsche, meine Schwester den (größeren) Einkauf, Papa schraubt, bohrt und hämmert, wenn's sein muss, und so weiter.
Vielleicht muss ich dieses Thema doch auch nochmal bei meinem Anwalt ansprechen?

Der Versicherer soll nicht jammern. Wer so schwer behindert ist wie Du, dennoch aber noch arbeitet, der muss ein tapferer Mensch sein! Meinen Respekt! Weiter so: Denn zu Hause sitzen macht unglücklich!Danke für die Blumen. Auch wenn es nicht immer einfach ist, Arbeit, Therapie und die ganzen organisatorischen Dinge unter einen Hut zu bringen und dabei trotzdem auch noch Energie und Zeit für die schönen Seiten des Lebens zu haben, bin ich doch froh, wieder eine Aufgabe abseits von Krankheit, Anträgen und dem ganzen Kram zu haben. Und... einen Teil meines Geldes wieder selber zu verdienen, ein gutes Gefühl!

Einen schönen Abend noch.
Gruß
Emma

Kasandra
12.03.2013, 22:10
Hallo Emma,

genau das ist der springende Punkt den Du mit Deinem RA auch besprechen musst:

- Mama macht die Wäsche und bügelt
- Schwester verplempert ihr Benzin und ihre Zeit für den Einkauf und schleppt Dir die Sachen noch die Treppe hoch
- Papa bohrt, welchselt Dir die Reifen
- alle machen was für Dich

Als Familie ist dies als solches selbstverständlich - aber genau dort setzen die Versicherungen an. Alle die etwas für Dich verrichten weil Du es nicht kannst, müsste sonst die Versicherung bezahlen.

Das ist der wichtige Punkt "Haushaltsführungsschaden".

Deine Zugehfrau müsste z. B. auch einkaufen, waschen, bügeln etc.

Das ist dann mit 1x in der Woche bei Dir für € 135 / Monat nicht getan.
Somit ist die Versicherung billig raus....

Du müsstest Geld bekommen für die Werkstatt welche Dir die Reifen wechselt (konntest Du ja früher selber).

Du weißt, die Eltern helfen gerne ihrem Kind, aber ohne Unfall wäre es nun so, dass Du jung und gesund wärst und Deinen nun älter werdenden Eltern unter die Arme greifen würdest.

Viele Grüße

Kasandra

emma1
15.03.2013, 22:46
Hallo Zusammen,

au mann, jetzt habe ich eine lange Antwort geschrieben und als ich es wegschicken wollte, hat es mir durch das automatische Logout alles wieder gelöscht...:(
Dann versuch' ich es halt nochmal.

Also, die Woche war nun sehr anstrengend: Bank, Anwalt, Arzt und schlaflose Nächte....

Nun denn zu den Fakten, ich hoffe, ich kann mich verständlich machen, denn meien Gedanken schwirren kreuz und quer durch den Kopf:


Die reinen Umzugskosten (sprich Kisten packen, Transportunternehmen) müssten von der gegnerischen versicherung übernommen werden.



Alles war jetzt noch behinderungsbedingt in die Wohnung eingebaut werden muss (z.B. Haltegriffe, beh.bedingte Küchendetails) müssten ebenfalls von der Vers. übernommen werden.



Nun ein Punkt, der mich sehr verunsichert und auch ärgert: Die Wohnung "der Begierde" wäre ja zu kaufen und sie wäre ja bereits barrierefei gebaut (Aufzug, Tiefgarage). Und da das ja dann eh schon da ist, kann ich dafür auch keine Leistung der Vers. erwarten. Versuchen könnte man z.B. noch den Mehrpreis für einen größeren Tiefgaragenstellplatz einzufordern. Aber auch das ist nicht sicher, denn: das würde ja für die Wohnung insgesamt einen Mehrwert bedeuten. Sprich wenn ich die Wohnung in drei Jahren verkaufen würde, könnte ich ja auch mehr Geld dafür verlangen und ich soll ja an dem ganzen nichts verdienen (will ich ja auch nicht).



Würde ich jetzt eine Mietwohnung nehmen, die man barrierefrei umbauen kann, würde der Umbau bezahlt werden.

Das ist ja alles verrückt. Ich möchte doch nur einen Ausgleich dafür haben, dass ich jetzt hier ausziehen muss und ich habe ja definitiv Mehrkosten für ein paar Quadratmeter mehr (für Rollstuhlnutzung etc. erforderlich) und dafür dass ich einen Aufzug habe.

Mit dem Kauf möchte ich ja einfach auch an meine Zukunft denken. Es würde für mich einfach Sinn machen. Habe lange genug Miete gezahlt.
Da fühl' ich mich schon wieder in meinen "Lebensentscheidungen" eingeschränkt!


Ich bin verwirrt!
Vor lauter Verwirrtheit hab' ich den Haushaltsführungsschaden nicht mehr angesprochen... ein andermal...


Vielleicht könnt' Ihr mir Eure Gedanken zu dem Thema mitteilen! (Ich hoffe, ich hab' jetzt im zweiten Versuch alles noch korrekt wiedergegeben).


Dankeschön hierfür.


Viele Grüße

Emma

Kasandra
15.03.2013, 23:32
Hallo Emma,

evtl. kannst Du die Sache mit dem Parkplatz so regeln:

Du bekommst ein eingetragenes Vorkaufsrecht. Bis dato - sollte sich kein anderer Käufer finden der Interesse an dem Parkplatz hast, könntest Du diesen Parkplatz mieten.

Kommt dann aber ein anderer Kaufinteressent, dann musst Du wohl zwangsläufig kaufen.

Dieses könnte eine Option sein, welche man verhandeln muss und auch im Notarvertrag oder sonstigem schriftl. Vertrag fixieren muss.

Das Risiko welches Du eingehst wäre dann, dass Du ggf. nach ein paar Monaten den Parkplatz doch noch kaufen müsstest. Aber dann ist auch zu bedenken, die Notargebühren, Grunderwerbssteuer, Grundbucheintragung und alles was zum kauf einer Immobilie gehört muss noch mal aktiviert werden.

Lass Dir das alles durch den Kopf gehen und lass Dich auf jeden Fall noch mal fachkundig beraten.

Viele Grüße

Kasandra

Sekundant
15.03.2013, 23:42
Hallo Emma,

dazu sehe ich ein ganz einfaches Argument

Nun ein Punkt, der mich sehr verunsichert und auch ärgert: Die Wohnung "der Begierde" wäre ja zu kaufen und sie wäre ja bereits barrierefei gebaut (Aufzug, Tiefgarage). Und da das ja dann eh schon da ist, kann ich dafür auch keine Leistung der Vers. erwarten. Versuchen könnte man z.B. noch den Mehrpreis für einen größeren Tiefgaragenstellplatz einzufordern. Aber auch das ist nicht sicher, denn: das würde ja für die Wohnung insgesamt einen Mehrwert bedeuten. Sprich wenn ich die Wohnung in drei Jahren verkaufen würde, könnte ich ja auch mehr Geld dafür verlangen und ich soll ja an dem ganzen nichts verdienen (will ich ja auch nicht).


Im Normalfall hättest Du auf diese Wohnung verzichtet, weil diese "Annehmlichkeiten" für Dich nicht wichtig gewesen wären. In diesem Fall wären auch geringere Kosten angefallen (Vergleichsberechnung anvisierte Wohnung gegenüber der Wohnung ohne diese Annehmlichkeit). Diesen Unterschied sollte die zu erstattende Differenz aufzeigen. Da kann es dann nur um weniger grosse Differenzen gehen (vergleichbare Wohnung).


Gruss

Sekundant

Isländer
16.03.2013, 07:49
Grüß Dich, Emma 1,

Kassandra liegt völlig richtig!

01
Eine behindertengerechte Wohnung ist teurer als eine, die nicht die ganze Ausstattung hat, die man als schwer Gehbehinderter oder Rollstuhlfahrer benötigt. diese Mehrkosten musste gegnerische Versicherer erstatten.


02
Das gilt auch für den zusätzlichen Flächenbedarf. Wie Du richtig mitgeteilt hast: wir nicht auf einen Rollstuhl angewiesen ist, braucht weniger Fläche. Die damit verbundenen Mehrkosten, dass Auf einen Rollstuhl angewiesen bist, führt dazu, dass die Wohnung Grüße ist, daher auch mehr kostet, und diese Mehrkosten sind zu übernehmen.

03
Was Du einmal benötigen würdest, das wäre ein längeres fachlich fundiertes Gespräch, in dem die ganzen Fragen einmal durchgegangen werden. Und dann muss eine Strategie her, wie man das alles einfädelt. Nur sollte das jetzt bald sein, möglichst, bevor die Etnscheidungen gefallen sind!

Denn es steht auch an: Wie fädelt man das alles so ein, dass der Versicherer hinterher auch reguliert? Wie sichert man die Beweise? z.B., nur, damit Du siehst, wieso das wichtig ist:

Bevor Du aus Deiner bisherigen Wohnung ausziehst, sollte dort festegstellt werden, inwiefern sie unbrauchbar ist. Das würde ich jetzt machen! Denn wenn Du die ganzen Möbel raus hast, dann sieht man nicht mehr, wo es zu eng wurde. Und wenn Du die Schlüssel zurückgegeben haben wirst, wird die Besichtigung zum Problem!

Das gilt auch für den Haushaltsführungsschaden im engeren Sinn. Denn er hängt ja unmittelbar damit zusammen, wie die Wohnung gestaltet ist, in der Du derzeit wohnst. Das ist schon wichtig. Denn: So, wie Du das schilderst, müsste er erstmals genau ermittelt werden. Ich habe jetzt viel zu wenige Daten, um das abschätzen zu können. Aber: Rollstuhlfahrer haben in der Regel einen Assistenz- und Haushaltsführungsschaden, der monatlich nur in selten Fällen unter 1.000,00 Euro liegt. In der Regel liegt das drüber. Wenn man das nachfordern kann, was in der Regel funktioniert, so lange nichts abgefunden war, führt das dazu, dass der Kauf der Wohnung schon damit nicht wenig finanziert werden kann!


Also melde Dich, wenn Dich das interessiert. Das ist ja alles durchaus machbar. Ich spreche hier nicht vom Traumtanz, ich habe schon viele solche Fälle auf meinem Schribtisch gehabt und durchgezogen.


ISLÄNDER






04
Vielleicht bist Du zufällig so in der Nähe, dass ich Dir da gut helfen kannst. Bitte verrate uns: In welchem Landkreis oder welcher Stadt bist Du zu Hause?


ISLÄNDER

emma1
16.03.2013, 09:05
Guten Morgen!

Vielen herzlichen Dank für Eure Antworten!
Da bin ich dann doch mit meiner "Denke" nicht ganz auf dem Holzweg, gut zu wissen!

Da meine Eltern heute mittag kommen (Geschirrspülen ist angesagt, da meine Putzfrau Ihren Dienst quittiert hat...:(), werde ich meinen Papa gleich mal auffordern, hier alles zu fotografieren.
Mein Anwalt hat mir die Aufgabe gegeben, ich soll meine (bereits vorhandene) Liste mit allen Vorteilen der neuen Wohnung erweitern und da ist es natürlich wichtig, Fotos vom "alten" Zustand zu haben.
Gleichzeitig sollte ich wohl dann doch mal die ganzen Hilfeleistungen auflisten (in Hinblick auf Haushaltsführungsschaden).

Au mann, manchmal weiß ich nicht, wie ich das alles schaffen soll... Die ganzen Informationen sortieren und dann auch für sein Recht hin"stehen", obwohl man sich ja in diesen Dingen gar nicht auskennt...


@ Isländer:
Ich wohne im Landkreis Ravensburg, Baden-Württemberg.

Vielen Dank für Euer Engagement!

Emma

Kasandra
16.03.2013, 09:41
Hallo Emma,

auch wenn es jetzt etwas blöde für Dich ist, lass Dich vom Papa im Rollstuhl an den markanten engen Stellen in der Whg. fotographieren. Wo sind kaum Wendekreise. Stelle Dich mit dem Rollstuhl in die Tür, mach ein Foto wie viel Platz rechts und links zum Türrahmen ist.

Macht Fotos im Bad mit dem Rolli usw. in der ganzen Whg.!

So kannst Du 100% die verschiedenen Größenverhältnisse genau darstellen. Sieht jemand einen Raum, soll sich dann einen Rolli darin vorstellen, wird er sich ggf. optisch kleiner vorgestellt.

Ebenso macht Fotos vom Treppenhaus, Zugang vom Haus, dort wo der Briefkasten hängt. Kommst Du an die Sprechanlage (soweit vorhanden)? In welcher Höhe hängt diese? Kochen, mh, Dunstabzugshaube sowie Küchenüberschränke dürften wohl auch zu hoch sein. Informiere Dich im Internet mal über Rolli-gerechte Küchen, dann findest Du weitere Argumente.
Kommst Du mit dem Rolli auf dem Balkon?

Notiere Dir nun mal die Aufwendungen (Zeit & Telefonate) welche Du für die suche nach einer neuen Perle benötigst. Wie viele Anrufe führst Du? Ich habe mir tagelang die Finger in einer solchen Situation wund telefoniert.

Die neue Whg. Deiner Begierde sollte im EG liegen. Fahrstuhl ist fein – vom EG in die Tiefgarage, aber was machst Du wenn Du höher wohnst und es brennt. Dann geht die Fluchtwegsnummer mit dem Rollstuhl nicht mehr.

Noch eine Frage; Du hast geschrieben, dass Deine Genesung langsamer voran schreitet wie geplant. Hast Du die Option Dich doch noch mal aufrecht fortbewegen zu können?

Viele Grüße und lass Dich von Deinen Eltern heute verwöhnen.

Kasandra

Michi104
16.03.2013, 12:17
Hallo Emma,

was mir bei dem ganzen hin un her wegen der Wohnung einfällt.
ich hoffe du hast eine gute Rolli versorgung.
Also im Sinne von einem AKTIVROLLSTUHL, denn nur damit kannst du wirklich selbst Aktiv am leben Teilhaben.
Wenn du "nur" eine Rolli versorgung hast - welcher Leicht ist aber kein Aktiv Rolli
wird es immer schwer werden diesen alleine gut bewegen zu können. Auch weil deine Maase bei Einem Aktiv Rolli Richtig berücksichtig werden können.
Damit z.b. der Schwerpunkt zum Ankippen des Rollstuhls an der Richtigen stelle ist.

Darf ich fragen welchen Rolli du genau hast?
bsp: Otto Bock - Avangarde oder Pro Activ - Traveller usw.

Grüße Michi

emma1
16.03.2013, 14:28
Hallo!

@ Kasandra:
Macht Fotos im Bad mit dem Rolli usw. in der ganzen Whg.!
Diese Idee ist gut! Ich denke auch, dass man es dann alles besser erkennen kann (auch wenn's tatsächlich ein bisschen blöd ist, mit mir drauf). Dann werden wir heute mittag eine "Fotosession" machen:).
Die neue Whg. Deiner Begierde sollte im EG liegen. Fahrstuhl ist fein – vom EG in die Tiefgarage, aber was machst Du wenn Du höher wohnst und es brennt. Dann geht die Fluchtwegsnummer mit dem Rollstuhl nicht mehr.Auch da hab' ich noch nicht daran gedacht... Aber da ich eh wegen meiner Mieze eine Erdgeschosswohnung suche, wäre das Objekt der Begierde sogar im Erdgeschoss. Aber das mit dem Fluchtweg ist natülich ein weiteres Argument.
Noch eine Frage; Du hast geschrieben, dass Deine Genesung langsamer voran schreitet wie geplant. Hast Du die Option Dich doch noch mal aufrecht fortbewegen zu können?Tja, wenn mir das jemand sagen könnte...
Die Verletzungen nach dem Unfall waren noch nicht das gravierendste, eigentlich war die erforderliche OP "Routine". Der richtige Albtraum begann erst nach der OP, nachdem ich mit einer Tetraparese (die sich mittlerweile in den oberen Extremitäten weitgehend zurückgebildet hat, bis auf eine reduzierte Kraftausdauer) inklusive Hirnnervenausfällen und Ausfall der kompletten Gesichtsmuskulatur "aufgewacht" bin.
Bis zum heutigen Zeitpunkt kann mir keiner genau sagen, was die Ursache ist (da lediglich das EMG auffällig ist). Ich habe schon einiges durch, auch den Weg auf die psychosomatische Schiene. Insgesamt blicke ich immer in ratlose Gesichter...
Und das ist auch das Problem, warum ich nicht sagen kann, wann und ob alles wieder gut wird.
Die Fortschritte sind da, aber mit der Zeit halt eher langsamer als am Anfang.
Gottseidank ist die Sache rechtlich so, dass es über die gegnerische Versicherung läuft. Da hatte ich anfangs große Probleme damit.


@ Michi:
Darf ich fragen welchen Rolli du genau hast?Mein erster Rolli wurde am Ende der Reha organisiert. Wie Du schreibst, ein Leichtrolli. Damals hatte ich noch keine Ahnung, war völlig überfordert mit der Situation und wollte ja gar keinen Rolli...
Das ist ein Meyra X3. Den hab' ich mittlerweile für die Wohnung, mit abgenommenen Fußstützen zum trippeln. Dafür ist er echt okay.
Für draußen (Arbeit und so) hab' ich letztes Jahr im Sommer lange um einen Küschall K-Series gekämpft und letztlich auch bekommen. Obwohl ich niemals gedacht hätte, dass ich mich über einen Rollstuhl freue, ist es ein Hilfsmittel, das mir weitere Mobilität und Freiheit schenkt. Das Teil ist viel sportlicher, was mir als vormals Sportlerin natürlich sehr entgegenkommt.
Nachdem ich jetzt noch einen unterstützenden E-Motion Kraftverstärker habe, kann ich damit auch mal mit Freunden spazierengehen und so. Herrlich!

Dann wünsche ich eine schönen Nachmittag.

Viele Grüße
Emma

Michi104
16.03.2013, 15:09
Hi Emma,

das freut mich das du in dieser Hinsicht gut versorgt bist.
Aber du hast Hoffentlich die Doppelten Kippstützen von Alber am Küschall?
denn den Emotion Ohne Kippstützen fahren ist nicht nur Gefährlich, sondern auch von Alber / Tüv nicht erlaubt.

Ich sollte mal einen Leirolli bekommen, welcher nur mit einer Kippstütze verstehen war - ich habe es abgelehnt und gesagt ich brauche beide Kippstützen,
seit denn Sie (Sanitäshaus) Unterschreiben mir das Sie für alle Kosten aufkommen sollte mir mit nur einer Kippstütze etwas passieren. Da man den Rolli problem los über die Kippstütze um kippen konnte.

Ohne Emotion, brauchte ich vorher auch keine Kippstützen.

Grüße Michi

- wegen dem Fluchtweg, eine Freundin von mir, welche im Urlaub mal im Hotel einen Feuer alarm hatte ist dann die Treppen auf den Hintern ruter gerutscht ist. Zum Glück war es damals aber nur Fehlalarm.

Aramis
16.03.2013, 15:16
Hallo Emma,
dir auch einen schönen Tag!

Erst das Argument mit dem Aufzug im Brandfall, brachte unseren ex-Anwalt zur Vernunft!

Ein ganz wichtiger Hinweis von Kasandra!

Behindertengerecht ist schön und gut, die Wohnungen, die ich bisher gesehen habe :eek: klar, bei einem Brand schnapp ich mir unsere Katzen, nachdem ich Schatzi aus dem Fenster geworfen habe....

Zum Glück war ich in einer dieser "behindertengerechten" Wohnungen mal- ohne voreingenommen zu sein- zu Besuch, der Aufzug erschütterte jedes Mal das ganze Gebäude! Es war wohl ein Haus aus den 70/80igern... Aber bitte überprüfe den Geräuschpegel des Hauses!
Mein LG ist geräuschresistent ;-))) ich arbeite dagegen oft nachts, lege daher Wert auf `ne ruhige Umgebung!

Danke für den Hinweis mit dem Rolli, die Grundversorgung, die wir nach dem Unfall bekamen ( damit ist Schatzi immernoch unterwegs) spotet jeder Beschreibung- Bremsen gehen nur begrenzt, knarzt und quickt ohne Ende.... WD40 und Caramba sind zwecklos!
Naja, wir wurden zur Schadensminimierungspflicht ermahnt!

LG Aramis

emma1
16.03.2013, 22:19
Hallo Michi,
das freut mich das du in dieser Hinsicht gut versorgt bist.
Aber du hast Hoffentlich die Doppelten Kippstützen von Alber am Küschall?
denn den Emotion Ohne Kippstützen fahren ist nicht nur Gefährlich, sondern auch von Alber / Tüv nicht erlaubt.

Ich sollte mal einen Leirolli bekommen, welcher nur mit einer Kippstütze verstehen war - ich habe es abgelehnt und gesagt ich brauche beide Kippstützen,
seit denn Sie (Sanitäshaus) Unterschreiben mir das Sie für alle Kosten aufkommen sollte mir mit nur einer Kippstütze etwas passieren. Da man den Rolli problem los über die Kippstütze um kippen konnte.

Ohne Emotion, brauchte ich vorher auch keine Kippstützen.

Ja, die Kippstützen sind dran (beidseits). Ist auch echt vernünftig, denn das Ding geht ja echt ab wie S.... Da muss man sich erst dran gewöhnen. Ich hab' den E-Motion erst seit kurzem und kann ihn auch selbständig erst nutzen, wenn ich eine Rollstuhlverladehilfe im Auto drin habe, denn jetzt ist er mir zu schwer, um manuell zu verladen.
Aber die Verladehilfe ist genehmigt und bestellt.


Hallo Aramis,
Danke für den Hinweis mit dem Rolli, die Grundversorgung, die wir nach dem Unfall bekamen ( damit ist Schatzi immernoch unterwegs) spotet jeder Beschreibung- Bremsen gehen nur begrenzt, knarzt und quickt ohne Ende.... WD40 und Caramba sind zwecklos!
Naja, wir wurden zur Schadensminimierungspflicht ermahnt!Die Erstversorgung ist meist nicht das optimale, leider.
Aber wenn die Bremsen nicht richtig gehen, das ist gefährlich und da würd' ich mich direkt ans liefernde Sanitätshaus wenden. Die müssen wenigstens das reparieren!
Ansonsten lohnt sich ein Kampf um gute Hilfsmittel immer, auch wenn's sehr langwierig und anstrengend sein kann.
Die Schadensminimierungspflicht... ja, ja, damit kann man alles totschlagen.

Liebe Grüße
Emma

Michi104
16.03.2013, 22:55
Hallo Emma,

ja da hast du Recht das ding hat POWER ;)

Was bedeutet Schadensminimirungspflicht?

Bedeutet das das man nicht die Hilfmittel bekommt die man brauch?

- ist es bei dir ein BG-Fall oder ein andere Unfall gewesen.

Grüße Michi

Aramis
17.03.2013, 00:26
Hallo Michi, hallo Emma,

auch wenn es nicht zulässig ist, die Bremsen haben wir dann doch lieber selbst repariert / eingestellt, kein Vertrauen zu Leuten die sowas ausliefern! Dann wurde das Teil auch gleich gebraucht, nicht erst, wenn irgendwer demnächst mal Zeit hat!Ach-ja, dazwischen war auch ein Lieferantenwechsel, wegen den KK-Verträgen!

Michi , du Glücklicher! Ist dir noch niemand mit Sparzwang und Kosten niedrig halten gekommen? Ich weiß nicht, wie oft wir schon gehört haben " ob das Ihre Versicherung übernimmt?"
Also knerzt der Rolli weiter, schrammt an den engen Türen, Schatzi hat mittlerweile ne ordentliche Hornhaut auf den Fingern!
Die Unterarmgehstützen sind von einem Bekannten (private Knie -OP) die haben Softgriffe- Schatzi bekam nur die mit den harten Griffen....

LG
Aramis

Michi104
17.03.2013, 01:58
Hallo Aramais,

bei mir ist es auch so, das ich Begründen muss, wenn um neues geht. Aber bisher klappte das alles ( liegt aber ggf. auch an der KK)

Ach du kannst schon dein Rolli Reparieren - Schrauben anziehen usw.
Ich habe immer ein "Notfall - kit" mit den nötigsten Imbusschlüssel usw in der Tasche, welche ich für meinen Rolli brauche.

Aber ist es bei euch ein BG Fall? denn bisher wurde mir immer gesagt, das die BG mehr genehmigt als die KK was Versorgungen usw. an geht.

Grüße Michi

Aramis
17.03.2013, 10:23
Hallo Michi,

bei meinem Lebensgefährten war es Motorradunfall in der Freizeit.
Die gegnerisch Versicherung sollte zwar für Alles aufkommen, doch erstmal muß es Verordnet werden. Damit belastet es zunächst das Budget von Arzt und KK.

LG
Aramis

Michi104
17.03.2013, 15:45
Hallo,

möglich das euch diese Seite auch helfen könnte.

http://www.myhandicap.de/barrierefreier_neubau_umbau.html

Grüße Michi

@Aramis, das hört sich aber auch nach den üblichen problemen mit der Versorgung an.

Aramis
17.03.2013, 16:25
Hallo Michi,

danke für den Link! Tolle Seite!

Jeep, es sind die üblichen Probleme.

LG
Aramis

emma1
17.03.2013, 21:50
Hallo!

Ja, der Link ist echt gut. Ich habe gerade eben mal ein wenig durchgestöbert.

Ich werde jetzt in den nächsten Tagen versuchen, viele Dinge mal auf Papier zu bringen.


Haushaltsführungsschaden (naja, ich schreib einfach mal auf, was für Dinge eigentlich ständig und nebenher von anderen übernommen werden)
Nachteile in meiner jetzigen Wohnung
Vorteile in der barrierefreien Wohnung

Vielleicht kommt Stück für Stück Licht ins Dunkel...


Viele Grüße
Emma

Isländer
20.03.2013, 20:45
Grüß Dich, Emma1,

01
vielen Dank für das Kompliment, dass ich mich auskenne. Na ja: nach 35 Jahren der Berufstätigkeit in juristischen Büros, 25 Jahren als Anwalt, davon jetzt über 20 Jahren in Spezialisierung für Folgen schwerer Unfälle und inzwischen 12 Jahren als Sachverständiger für Haushaltsführungsschäden sollte man hoffen, dass man ein wenig davon versteht.

02
Zum Satz:
Wohlgemerkt: Darauf, ob das notwendig ist, also gebraucht wird, um Not abzuwenden, darauf kommt es nicht an! So eng sind die Grenzen nicht!

Das heißt auf Deutsch: Nimm an, es gibt etwas, was Dir hilft, Deine Behinderung auszugleichen. Das Ding ist praktisch. Es kostet etwas, gewiss, hält aber auch lange. Es ist aber nicht unbedingt notwendig. Man kann auch ohne überleben. Aber lästig ist es.
Kannst Du jetzt sagen: "Das hätte ich gern. Damit wird mein Leben aber leichter. Das kaufe ich und will es von der Versicherung haben!", geht das?
Es geht. Die Versicherung kann nicht sagen: "Das ist nicht unbedingt notwendig". Denn die Versicherung muss mehr bezahlen als das, was nur "notwendig" ist. Sie muss zahlen, was ein vernünftiger Mensch unternimmt, um seine Unfallfolgen auszugleichen. Das ist mehr als das nackte Überleben, und zwar deutlich mehr. Wobei die Grenzen auch etwas unterschiedlich sind: Je mehr der Schaden Dich selbst in Deiner Persönlichkeitsentfaltung trifft, desto mehr darfst Du auf Kosten des Versicherers machen, desto weniger hat der Versicherer Dir dreinzufunken, was Du als Lebensgestaltung machen willst:


03
Haushaltsführungsschaden:
Mit 135,00 € im Monat kann man (ungefähr) 11 Stunden Putzfrau finanzieren. Aber nur 11 Monate lang. Denn im 12. Monat hat auch diese Recht auf bezahlten Urlaub, wie jeder andere Arbeitnehmer auch! Macht also 11 x 11 Std/Jahr, das sind 121 Std = 2,33 Std/Woche. Gut. Vielmehr: Schlecht.

Wie hoch Dein Bedarf ist, kann ich ohne nähere Angaben nicht einmal ganz grob abschätzen, also arbeite ich jetzt bewußt mit einigen Beispielen, die auch nur grob rastern, aber Dir ein wenig Vorstellung liefern sollen:

(a) Annahme: Du lebst als Single, so ungefähr in 50 m2, bei völlig unauffälligen Verhältnissen. Ich nehme weiter einmal an, weil das nicht selten ist, dass sich Deine Minderung der Fähigkeit, einen Haushalt (= MdH) ähnlich hoch zu bewerten ist wie Dein GdB. Das ist zwar nicht gesagt. Gerade im Single-Haushalt kann man einiges durch geschickte Verteilung der Arbeit möglich machen oder durch langsameres Arbeiten. Das spricht dafür, dass in so einem Fall die MdH niedriger liegt als der GdB. Andererseits aber hast Du eine Gehbehinderung. Im Sitzen ist ganz wenig Haushalt zu machen. Hausarbeit ist eine handwerkliche Mischtätigkeit im Gehen und Stehen! Na gut, wir sind jetzt mal richtig vorsichtig, und vermuten, dass 60 % MdH rauskommen.

Dann kann man in erster Näherung sagen: So ein Haushalt könnte (mit erheblichen Spielräumen) 25 Std. Arbeit in der Woche erzeugen. Wundern würde mich das jedenfalls nicht. Dann hättest Du folgendermaßen zu fordern:

Von den 25 Std. fallen 60 % als unzumutbar aus. Das sind 15 Std. Davon sind derzeit mit den 135,00 Euro in der Woche 2,33 Std. ausgeglichen, bleiben noch 12,66 Stunden zu entschädigen, für die Du derzeit keine Angestellte hast.

So: Jetzt sagt der BGH: Dir steht das zu, was diese Hilfskraft, die es gar nicht gegeben hat, netto bekommen hätte, wenn sie nur dagewesen wäre (= fiktive Abrechnung). Bei (kann durchaus passen!) 10,00 €/Std. macht das im Monat rd. 550,00 Euro her. Gut. Und das kannst Du sogar rückwirkend geltend machen. So schnell verjährt da nichts.

Im Jahr also 6.600,00 Euro, die wohl noch fehlen.

Das ist jetzt nur eine ganz, ganz grobe Schätzung.

(b)
Vorsicht: Das kannst Du nicht benutzen, wenn Du nicht als Single lebst. Du müßtest davon einfach mal berichten, wie das bei Dir aussieht.

(c)
Wer zahlt die Kosten für so ein Gutachten? Wie beim Autoschaden: Der Schädiger. Du bestellst das GA, der Schädiger muss dafür aufkommen. Da habe ich z.B. ein Urteil des LG Amberg parat, in dem das steht.


Hast Du's jetzt drauf? Falls nein, melde Dich.

ISLÄNDER

emma1
21.03.2013, 22:13
Hallo Isländer,

schon mal Danke für Deine Antwort!

Da ich die Tage viel unterwegs bin, melde ich mich demnächst nochmal dazu.

Viele Grüße
Emma

emma1
24.03.2013, 11:46
Hallo Isländer und Alle,

so, jetzt hatte ich mal Zeit mich nochmal hinter die Sache zu klemmen.

Ja, ganz klar, da muss ich was machen. Deine Berechnung hab' ich verstanden und mehr und mehr wird mir klar, wie wichtig es ist, diesen Posten geltend zu machen.
Man nimmt es einfach zu selbstverständlich, was Familie und Freunde so permanent übernehmen, wenn man es selber nicht mehr kann.

Annahme: Du lebst als Single, so ungefähr in 50 m2, bei völlig unauffälligen Verhältnissen. Kennst Du mich:)? Single passt und meine Wohnung hat 52m². Vor dem Unfall habe ich (33 Jahre) meinen kompletten Haushalt (in unauffälligen Verhältnissen:)) selbständig geführt.

Ich nehme weiter einmal an, weil das nicht selten ist, dass sich Deine Minderung der Fähigkeit, einen Haushalt (= MdH) ähnlich hoch zu bewerten ist wie Dein GdB.
Das kann ich gar nicht abschätzen. Denn, wie Du schreibst, viele Dinge mach' ich, brauch aber sehr viel mehr Zeit (und Energie) dafür. Und viele Dinge hab' ich einfach aufgehört zu machen. z.B. hatte ich früher auf der Terrasse viele Blumenkübel und Tomaten/Gurken/Zucchini angepflanzt. Dieses Hobby hab' ich fast aufgehört, da es viel zu viel Arbeit wäre, die ich eh' nicht machen kann.
Wer beurteilt denn diesen MdH?
Reicht da eine Bescheinigung von Hausarzt oder Facharzt aus, die ich meinem Anwalt übermittle?


Frage:
Wie wird das ganze rückwirkend berechnet, und wie lange (Du schreibst, so schnell verjährt da nix)?
Ich war nach dem Unfall sechs Monate im Krankenhaus/Reha. Auch da musste ja irgendwie meine Wohnung (+Katze, Aquarium) versorgt werden. Ebenso die "tausend Dinge" wie mich mit meiner Wäsche zu versorgen, Papa hat sich um die ganzen Unterlagen (Bank, Versicherungen,... mit Vollmacht von mir) gekümmert, und so weiter und so fort.
Als ich aus der Reha entlassen wurde, war ich erst mal vier Monate bei meinen Eltern, da ich erstens wegen der vielen Treppen gar nicht in meine Wohnung gekommen bin und zweitens ich damals noch überhaupt nicht in der Lage war, mich zu versorgen.
Seit 13 Monaten lebe ich jetzt wieder in meiner Wohnung, eben mit viel Unterstützung haushaltstechnisch.

Noch 'ne Frage:
Da ich mit meinem Anwalt noch nicht darüber gesprochen habe:


Was muss ich da vorlegen, damit er diesen Haushaltsführungsschaden geltend machen kann?



Eine einfache Auflistung der Dinge, die ich vorher gemacht habe, jetzt nicht mehr machen kann oder nur sehr erschwert?



Mit Stundenangabe (das ist ja schwierig, das ganze mal wirklich in reale Zeit zu fassen)? Gibt es da etwaige Richtwerte?



Ja, und um nochmal auf das "ursprüngliche" Thema zurückzukommen (aber ich sehe da auf jeden Fall den Zusammenhang):
Ich werde mir die anvisierte Wohnung heute mittag nochmal anschauen.

Ein Bekannter hat mir geraten, bei der DRV einen Antrag auf Wohnungshilfe zu stellen. Es läuft bei mir sowieso schon seit Monaten der Antrag auf "Teilhabe am Arbeitsleben" bei der DRV, wegen KfZ-Hilfe (erledigt) und technischen Hilfen am Arbeitsplatz (teilweise erledigt).
Wie ich dem Internet entlocken konnte geht es bei diesem Antrag auf Wohnungshilfe um die Beschaffung, Ausstattung und Erhaltung einer behinderungsgerechten Wohnung, soweit dies mit dem Erreichen des Arbeitsplatzes zu tun hat. Und bei 27 Treppenstufen beim Verlassen meiner jetzigen Wohnung bin ich oft schon geschafft, bevor ich überhaupt beim Arbeiten bin...
Es geht dort also lediglich um den Zugang zur/von der Wohnung.
Dieser wäre ja in der anvisierten Wohnung barrierefrei, kostet mich im Kaufpreis ja aber auch mehr.
Weiß jemand, wie diese Wohnungshilfe konkret aussieht?
Bei Kauf einer Wohnung Zuschuss, zinsgünstigeres Darlehen?

So, jetzt habe ich aber viele Fragen in die Runde geworfen. Aber ich bin echt froh, dieses Forum gefunden zu haben!

Euch allen einen schönen, erholsamen Sonntag!

Viele Grüße
Emma

Kasandra
24.03.2013, 15:27
Hallo Emma,

nutze mal die Suchmaschinen im Internet mit z. B. "Bauförderung & Behinderung".

Dann findest Du z. B. solche Seiten:

http://www.baufoerderer.de/1-2-91-0-0.html

Es ist sicherlich wichtig auf das jeweilige Bundesland zu achten.

Auch kannst Du mal auf der Seite der
http://www.kfw.de/kfw/de/Inlandsfoerderung/Foerderberater/index.jsp

nachsehen, ob Du etwas findest.

Viele Grüße

Kasandra

Michi104
24.03.2013, 15:31
hallo Emma,

ich hätte auch noch einen Link für dich
"nullbarriere - barrierefrei behindertengerecht planen - bauen - wohnen

http://nullbarriere.de/

grüße Michi

Isländer
24.03.2013, 18:46
Grüß Dich, Aramis,

da schwingt ein kleiner Irrtum mit, also:

Es ist nicht so, dass die geggnericshe Versicherung nur für das an Heil- und Hilfsmitteln, Reha & CO. aufkommen muss, was "die Kasse" zahlt! Das heißt: Kommt bei Dir wieder ein Arzt (wohlgemerkt: ILLEGAL!) mit dem Argument, das Budget sei erschöpft, so bitte ihn,

(a) das bitte zu bescheinigungen, dass das der Grund war, weshalb er nicht verordnet (Wetten wir einen Kasten Bier, der zuckt zurück Das ist unfair von mir, da weiß ich nämlich: Den Kasten Bier gewinne ich zu 99,9 % Wahrscheinlichkeit mit der Wette! Denn wenn man mit diesr Bescheinigung zur Kasse geht, dann wird der Gute belehrt, aber so, dass er das nicht nochmal macht. Der verstößt nämlich gegen seinen Versorgungsauftrag nach § 95 SGBV und gegen den BMV-Ä. Dem wird in die Schuhe geholfen, und wie!)

(b) dass er bitte ein Privatrezept auszustellen.

Dann läuft das.

Dagegen höre ich von der Verischerungswirtschaft nicht selten: "Wir zahlen nur, was die Kasse zahlt; dadurch, dass man sich gesetzlich versichert hat, hat man zu erkennen gegeben, dass man damit zufrieden ist; dann ist das Umschalten auf "Privatbehandlung" Schadenstreiberei, für die wir nicht aufkommen müssen (§ 254 BGB)!"

Unsinn. Denn: Wer hatte denn die Wahl? Die allermeißten Pflichtversicherten sind - Pflichtversicherte! Da gibts nichts zu wählen!



Und: So ein Unfall mit der Schwere, wie ihn Dein Lebensgefährte hatte, der berührt intensiv die Intimsphäre. Wenn es um Entscheidungen dazu geht, dann ist im Rahmen des Vernünftigen nichts als Schadenstreiberei zu disqualifizieren. Da liegt mir gerade für Schwerbehinderte eine schöne Auswahl an OLG- und BGH-Urteilen vor.

ISLÄNDER

Aramis
25.03.2013, 00:41
Hallo Isländer,
Liebe Emma, sorry für OT!

leider ist es so, dass wir hier extremen Hausarztmangel haben. Kann der Ärztin nur wenig wiedersprechen, steh da eh schon auf der Abschußliste ;-)
Hab einmal deine Worte von wegen "Privatpatient" angedeutet, das die Unfallfolgen ja von der Gegnerischen getragen werden...meinte die Ärztin, bis dahin sind wir alle pleite, so ging das nicht , das dauert ewig....

Also, machen wir mal keine neue Baustelle auf:rolleyes:

Unterkriegen ist nicht!

LG
Aramis

emma1
29.03.2013, 15:02
Hallo Miteinander,

Stück für Stück komm' ich nun weiter, hurra!

Die Wohnung haben wir nochmal angeschaut und festgestellt dass:


das Badezimmer für einen Rollstuhlfahrer zu klein ist (wenn man alles drin haben will). Das würde aber durch eine Umbaumaßnahme änderbar sein. Dies wird jetzt durch den Architekten abgeklärt.
die Schwelle an der Terrassentüre zu hoch ist. Auch hier müsste eine barrierefreie Lösung her.
die Türsprechanlage zu hoch hängt. Das ist sicherlich nicht so schwierig zu ändern.
Die beiden Türen zur Tiefgarage für mich zu schwergängig sind. Auch hier müsste entweder die Einstellung verändert werden oder irgendwas mit Funk oder so.



Mit dem Anwalt hatte ich auch nochmal einen Termin, und siehe da, wir sind ein gutes Stück weiter.
Die beste Idee von Kasandra (DANKE dafür), mit den Fotos meiner jetzigen Wohnung:
auch wenn es jetzt etwas blöde für Dich ist, lass Dich vom Papa im Rollstuhl an den markanten engen Stellen in der Whg. fotographieren. Wo sind kaum Wendekreise. Stelle Dich mit dem Rollstuhl in die Tür, mach ein Foto wie viel Platz rechts und links zum Türrahmen ist.

Macht Fotos im Bad mit dem Rolli usw. in der ganzen Whg.! Nachdem ich meinem Anwalt die Fotos hingelegt habe, hat er erst große Augen bekommen und dann verlief das Gespräch immer mehr in eine für mich positive Richtung.
Sprich:


Umzugskosten müssen von gegn. Vers. übernommen werden
alles was jetzt noch in der Wohnung gemacht werden muss (Badumbau, Terrassentüre etc.) sollen wir Kostenvoranschlag einholen, das wird bei der gegn. Versicherung gefordert
eine finanzielle Beteiligung der gegn. Versicherung für den erhöhten Wohnraum, den ich behinderungsbedingt brauche, wird auch eingefordert

Das ist doch mal was!

--------------------------------
Und auch den Haushaltsführungsschaden hab' ich angesprochen (ja, Isländer, man hört ja auf kluge Leute!).


Hierzu folgendes:


Da ich noch nicht "begutachtet" wurde, steht ja noch keine MdE fest. Hier würde mein Anwalt vorschlagen, das Gutachten "irgendwann" zu machen (auch um den Fall "abschließend zu bewerten"?) und hierbei auch die Sache mit der Minderung der Haushaltsfähigkeit festzustellen.
Jetzt soll ich mal Tagebuch führen, wann wer was wie lange macht, über eine Woche. Wobei es ja sein kann dass in einer Woche nicht so viel anfällt, in der anderen Woche viel mehr (wenn z.B. Terrasse wieder bestücken oder so ansteht).

Hört sich für mich an, wie wenn das aber alles noch dauert...
Und mit dieser "abschließenden Begutachtung" das versteh' ich nicht so richtig...


Liebe Grüße
Emma

Isländer
30.03.2013, 16:22
Grüß Dich, Emma1,

ich lach mich schief! Die Annahme, dass Du Single bist, dass Deine Wohnung vielleicht 50 m² groß ist - die hatte ich aus der Luft gegriffen, und zwar deswegen, weil Du nichts von "Ehepartner" geschrieben hast. Folglich habe ich ins Blaue hinein vermutet, Du bis Single. Und 50 m², das wäre für Singles typisch. Also hab ich das mal in den Raum gestellt.

01
Wie weit zurück kannst Du das geltend machen?

Nach Deinem Beschrieb: Ab dem ersten Unfalltag. Zunächst war der Schaden nicht hoch. Es war ein Stillegungsaufwand da (Kühlschrank räumen ect), dann waren noch die Fische und die Katze zu versorgen.

02
Da gibt es eine Ansicht, "Katze" zählt nicht, das sei ein Hobby und werde mit dem Schmerzensgeld abgearbeitet. Ich halte die Ansicht für falsch, ich begutachten den Katzenaufwand immer mit, denn:

(a) Der eine Katze hat, der hat nach dem Tierschutzgesetz für deren artgerechte Haltung zu sorgen.

(b) Der Gesetzgeber hat reagiert. Führer kam es zu erstaunlich herzlosen Ansichten, wenn ein Auto eine Katze aus Unachtsamkeit angefahren hatte. Es gab Versicherer, die zahlten die Tierartkosten nur in Höhe von max. 50 Euro. Die Katze sei nicht mehr wert, da ganz normaler Stubentiger. Mehr Geld reinzustecken, das verstoße gegen die Schadensminderungspflicht. Und man wird's nicht für möglich halten, einige Richter haben das auch so gesehen. Darauf sorgte der Bundestag für Abhilfe. Diesen Wahnsinn gibs heute nicht mehr. Also kann man daran ablesen, dass es eine gesetzgeberische Wertung gibt, die den Tieren nun doch eine andere Position gibt als die einer Sache nach § 90 BGB (diese: Abgegrenzter körperlicher Gegenstand).
(Die Richter, die diese Gesetzesänderung nötig machten....so einen kannte der Schriftsteller und Rechtsanwalt Dr. Ludwig Thoma auch. Wütend beschreib er ihn:

"Der Mann gefällt mir. Es handelt sich um einen jener viereckigen Berufsverurteiler, die Jesu Christi Tod für gerechtfertigt halten, weil ihn der Kollegen Pilatur rechtskräftig verurteilt hat,"

Mehr muss man dazu wohl nicht mehr erklären, bis auf: Ich habe auch zwei Kater.



(c) Niemand bestreitet ernstlilch (bis auf Küppersbusch, diesem ehenamligen Allianz-Prokuristen): Garten gehört zum Haushalt, ausgefallene Gartenarbeit wird entschädigt. Wieso ist jetzt der Garten kein Hobby, aber die Katz' soll es sein?


03 ACHTUNG, WARNHINWEIS!

Die Begutachtung Deines jetzigen Hausahltes muss jetz bald erfolgen, weil man ihn nur noch sehr schlecht abschätzen kann, wenn Du umgezogen bist! Das bedeutet, das wenigstens die Besichtigung (zur BEweissicherung) jetzt erfolgen sollte.


04
Wer schätzt die MdH?

Der Arzt kann's ganz schlecht, weil er den Haushalt nicht kennt. Das muss man aber kennen, sonst kennt man die Anforderungen des Haushaltes nicht. Wenn hier z.B. ein Haushalt da ist, der sehr intensiv möbliert ist, so dass es schon beengt zugeht, dann fordert das hohe Beweglichkeit, wenn man putzt. Eine Behinderung der Beweglichkeit wirkt sich dort stärker aus als in einem Haushalt, bei dem alles gut zugänlich ist. In meinen Gutachten bewerte ich die MdH selbst, denn das ist mein Fachgebiet. Angriffe darauf wehre ich mit der Entscheidung BGH MDR 73/756 ab. Demnach ist die Schätzung der MdE (und daher auch der MdH) gar nicht Sachverständigenfrage, sondern die Rechtsfrage der Schadensschätzung nach § 287 ZPO. Da ich Inhaber der Deutschen Richerprüfung bin, werde ich ja wohl gerade noch das zu schätzen die Kompetenz haben!

ISLÄNDER

Siegfried21
24.05.2013, 13:38
Hallo,

die Kosten für Mehrbedarf -bauliche behindertengerechte Umbaumaßnahmen:
Fahrtuhl-Türverbreiterung-Haltevorrichtungen-Küchenumbau-Badumbau -Eingangsumbau-Gartenumbau, Garage ect. sind im Grunde erstattungsfähig.

Natürlich kommt es auf die individuellen Gegebenheiten an ob. ggf ein rollstuhlgerechter
Umbau überhaupt notwendig ist, wenn z. B. der Verletzte noch mit der zur Zuhilfenahme z. B. von Krücken in der Wohnung -Haus sich noch bewegen kann.

Der Betroffene hat auch eine gewisse Schadensersatzpflicht inne bzw. alles muss sich in einem gewissen Rahmen bewegen und verhältnismäßig sein.

Danach ist auch zu prüfen, ob dem Betroffenen ein Umzug in eine behindertengerechte
Wohnung zuzumuten ist . (gerade wenn er zur Miete wohnt)

Hierbei sind aber w. g. die individuellen Gegebenheiten anzuschauen und zu berücksichtigen.

Info:
http://www.verkehrslexikon.de/Module/Vermehrte_Beduerfnisse.php

Grüße

Siegfried21

Aramis
25.05.2013, 19:49
Hallo Emma, servus Siegfried,

genau hier wird es schwierig! Manche Tage geht es auch ohne Rolli, nur wie schaut es auf Dauer aus?
Wer darf es beurteilen und kann sinnvoll belegen, was nötig ist?

Danke für deine Antwort!

LG
Aramis

emma1
27.05.2013, 21:12
Hallo Emma, servus Siegfried,

genau hier wird es schwierig! Manche Tage geht es auch ohne Rolli, nur wie schaut es auf Dauer aus?
Wer darf es beurteilen und kann sinnvoll belegen, was nötig ist?

Danke für deine Antwort!

LG
Aramis
Hallo Aramis,

das frag' ich mich manchmal auch...
Bei mir ist es ja auch so, dass ich nicht komplett auf den Rollstuhl angewiesen bin, d.h. ich kann z.B. in der Küchenzeile auch hinstehen, wenn ich mich anlehnen kann. Darf ich mir daher für die behindertengerechte Küche ablassbare Oberschränke "genehmigen"?

Allerdings denke ich, muss man ja eher vom schlechteren Zustand ausgehen, wenn man die Wohnung schon behindertengerecht macht.
Denn sonst geht man ja wieder tausend Kompromisse ein, und die hab' ich langsam echt satt.
Wenn mir jemand schwarz auf weiss geben würde, dass in zwei Monaten alles wieder gut ist... ich würde auf alles verzichten.

Mir wurde im letzten Jahr beinahe ein Zweitrolli verweigert, denn "es wird ja besser mit Ihnen". Heute bin ich froh, mich da nicht abgebracht lassen zu haben, denn sonst bräuchte ich immer jemand, der mir den Rolli die Treppen runterträgt.
Man kämpft für Dinge, die man ja eigentlich gar nicht haben will (wer will schon für einen Rolli kämpfen:confused:); aber es gibt so viele Dinge, die einem das Leben, das ja momentan wirklich nicht einfach ist, wieder ein Stück vereinfachen.

Und da gehört eben die behindertengerechte Wohnung auch dazu. Das sehe ich jetzt nach mittlerweile zwei Jahren auch ein.

Nun denn, ich warte momentan noch auf Kostenvoranschläge für den notwendigen Umbau und die weiteren Maßnahmen der "Wohnung der Begierde" (seit mittlerweile fünf Wochen).
Es dauert alles ewig und ich befürchte, dass bei Einreichung der KV's über meinen Anwalt bei der Versicherung das Hin und Her erst richtig losgeht.
Und irgendwann sagt der Bauträger: tja, soooo lange können wir jetzt auch nicht mehr warten, wir haben einen anderen Käufer...:mad:

Viele Grüße
Emma

Aramis
29.05.2013, 17:52
Hallo Emma,

wir sind gerade wieder in einer Warteschleife!
Durch den Leerlauf ( ich sollte eigentlich jetzt im Urlaub mal wieder alles Liegengebliebene aufarbeiten) fällt mir noch mehr auf, wie dringend wir renovieren müßten! Gleichzeitig schauen wir uns nach etwas geeigneterem um.

Nur fehlt noch das Geld, muß man für jedes Projekt eine neue Kostenrechnung erstellen?
KFW-Kredit schön und gut, so lange wartet kein Immobilienhändler - dann darf man nix kaufen, bevor man das O.K. von irgendwem anders hat?

Unser Anwalt ist gut, aber bei unseren Großschäden braucht man eine ganze Herde von Advokaten!:eek:

Ratlose Grüße von
Aramis

Bei staatliche Förderungen wird mein Verdienst hinzugerechnet, absetzen kann ich nichts, weil nicht verheiratet

emma1
30.05.2013, 11:05
Hallo Aramis,
KFW-Kredit schön und gut, so lange wartet kein Immobilienhändler - dann darf man nix kaufen, bevor man das O.K. von irgendwem anders hat?Genau das ist das Problem mit den öffentlichen Förderungen!
Bei Antragsstellung braucht man ja klare Angaben wie Kostenvoranschläge etc., darf aber noch keinen Vertrag abschließen.
Das ist ja noch nicht das Problem. Das Problem ist dann die Dauer der Antragsentscheidung. Bis dahin kann sehr viel Wasser den Bach runter laufen und der KV schon längst überholt sein oder aber (im Falle einer Wohnung) alles an andere Interessenten verkauft/vermietet worden sein, die sich schneller "entscheiden" können.

Ich habe das ganze bei der Antragsstellung auf KfZ-Hilfe (DRV) erlebt und ich war froh, ein Autohaus an meiner Seite zu haben, die Verständnis hatten und den ein oder anderen "Umweg" in Kauf genommen haben.

Bezüglich der Wohnung habe ich mich entschieden, keine öffentlichen Mittel zu beantragen (z.B. Wohnungshilfe der DRV im Rahmen der "Teilhabe am Arbeitsleben"). Ich hoffe auf das Geschick meines Anwalts und dass die gegn. Versicherung mitspielt.

Nur fehlt noch das Geld, muß man für jedes Projekt eine neue Kostenrechnung erstellen?Auch da hab' ich nur Fragezeichen im Kopf.
Ich muss ja jetzt die Kostenvoranschläge für den Umbau der Wohnung an meinen Anwalt weiterreichen.
Aber wie sieht es mit z.B. der Küche aus? Das kommt ja dann noch dazu und ich kann wohl kaum zum jetzigen Zeitpunkt die Küchenplanung vornehmen (wo ich noch gar nicht weiß, ob das alles überhaupt was wird).

Ebenfalls ratlose und mittlerweile sehr frustrierte (momentan geht echt nix voran) Grüße
Emma

Aramis
30.05.2013, 20:09
Hallo Emma,

manchmal ist die Warterei schlimmer als die nervigen Termine, greifbare Zusagen lassen auf sich warten ( augenblicklich die PU).

Dann lese ich hier :http://www.unfallopfer.de/forum/showthread.php?p=226911#post226911

Boah, da rentiert sich die Aufschreiberei nicht! Ich hoffe/ fürchte, da ist etwas schiefgelaufen!

Dann ist jetzt gerade überall Ferienzeit, kaum geht etwas sind schon wieder Sommerferien... uns läuft die Zeit weg!
Schatzi hat keine allzu hohe Lebenserwartung!

Frustriert ja, ratlos auch, dafür irre zornig!
Trotzdem, Kopf hoch!
LG
Aramis

Isländer
07.06.2013, 16:51
Grüß Dich, Aramis,

fast Schade um Dein schönes Adrenalin! ich kann leider nicht ganz zustimmen: Die Aufschreiberei lohnt sich schon.

Wahrscheinlich ist es bei dem Beitrag, auf den hingewiesen wurde, zu Mißverständnissen gekommen:
Der Wert der Leistung jenes Bruders in dem Beitrag, auf den verwiesen wird, bestimmt sich nicht nach seinem üblichen Stundensatz, sondern nach dem Marktwert der Arbeit, die er als Helfer verrichtet. Wenn (was ich nicht weiß!) ein Stundensatz von 80 Euro angesetzt wurde, dann wäre ein Siebtel davon für Haushaltsarbeit vielleicht in Ordnung.

Zweites Problem: Der Versicherer hat nur 1/7 bezahlt. Wir wissen aus dem Beitrag nicht, ob das auch so letztlich in Ordnung war. Gerade beim Haushaltsführungsschaden kursieren ein paar abenteuerliche Thesen darüber, was sie wert sind. Vielleicht wäre eine Klage richtig gewesen mit dann einem ganz anderen Ergebnis. Man kanns nicht wissen.

ISLÄNDER

emma1
09.07.2013, 16:55
Hallo Miteinander,

ich wollte mal den aktuellen Stand meiner Wohnungsgeschichte mitteilen.

Letzte Woche konnte ich einen Ortstermin an der anvisierten neuen Wohnung regeln. Mit dabei Rechtsanwalt, Rehahelfer und Bauträger.
Wir sind die einzelnen Stellen abgegangen, an denen noch umbebaut bzw. umgerüstet werden muss. So konnten sich alle ein Bild machen und offene Fragen gleich geklärt werden.
Gottseidank habe ich auf so einen Termin bestanden und alle waren einverstanden.

Jetzt warte ich auf die Reaktion der gegnerischen Versicherung.

Aller Voraussicht nach werden folgende Problempunkte oder Fragestellungen seitens der Versicherung auf mich/meinen Anwalt zukommen:

1. Warum diese Wohnung, wo doch einiges an Umbaumaßnahmen stattfinden muss und warum nicht eine, wo das weniger erforderlich ist?

2. "Streitpunkt Badewanne": Ich möchte unbedingt eine Badewanne ins Bad. Ich habe bis jetzt auch eine Dusche und eine Badewanne, das ist für mich Lebensqualität. In der neuen Wohnung ist auch eine Badewanne eingeplant, allerdings eine winzige Eckbadewanne, die nie und nimmer mit einem Lifter nutzbar ist.
Das Bad muss vergrößert werden, wenn man eine für mich geeignete Badewanne platzieren will (so dass ich noch genügend Wendefläche mit dem Rolli habe).
Und da könnte der Knackpunkt liegen.

Habe ich ein "Recht" auf eine Badewanne?
Mein Anwalt hat mir geraten, ein "Attest" vom Arzt vorzulegen, wo bescheinigt wird, dass das Baden aus gesundheitlichen Gründen gut für mich ist.

Tja, es bleibt spannend...

Viele Grüße
Emma

Aramis
10.07.2013, 01:02
Hallo Emma,

du brauchst die Badewanne zur Entspannung und für therapeutische Zwecke- Ende der Diskusion!
Frei nach Isländer "Alles was deine Lebensqualität verbessert!"

Als Beispiel : mein Lebensgefährte bekam Heilbäderzusätze verschrieben zwecks Verbesserung der Narbenrückbildung- wo sollte er die Bäder nehmen ? Natürlich in der heimischen Badewanne!

Es geht bei dir um gravierende, gesundheitliche Belange, Besuche einer Rehaeinrichtung ( mehrmals in der Woche) kommen dafür deutlich teurer:confused:

Vielleicht gibt es dazu Urteile?

LG
Aramis

Isländer
10.07.2013, 18:42
Grüß Dich, Emma,

also, bei allem was man mir zutraut: Ein spezielles Badewannenurteil habe ich auch nicht. Aber dafür habe ich mehrere hochrangige Urteile, die das Thema ein wenig allgemeiner erarbeiten. Bitte druck diesen Artikel Deinem Anwalt aus. Es ist nämlich nicht leicht, dieses Urteile zusammenzusuchen.



01 Grundsatz:

Die Ansicht ist rechtlich korrekt. Ausgangspunkt ist § 249 BGB. Du hast vor dem Unfall bestimmt, ob Du eine Wanne haben willst oder nicht, oder ob Du wie der Kreuzworträtsel-Emu ein Staubbad bevorzugst. Dann tust Du das nach dem Unfall auch.


02 "Gegenargument: Nicht notwendig!"

Nun kommt oft als Gegenargument, das sei nicht notwendig. Nun, das ist zwar wahr! Notwendig ist es nicht. Jeder Zisterziensermönch kommt ohne Badewanne aus.

Darauf kommt es nicht an. Im Gesetz steht nämlich nicht, dass der Schaden nur soweit zu ersetzen ist, dass es zum Überleben langt. Ich mach mal ein Beispiel aus dem Bereich, den wir alle kennen, da wird's dann deutlich:

Wir nehmen einen etwas heftigen Auffahrunfall vor der roten Ampel an. Schuld ist der, der aufgefahren ist. Getroffen hat es einen Mercedes 500 SEL, 1 Jahr alt, 40.000 km auf dem Tacho. Sagen wir mal, der war vorher noch 100.000,00 Euro wert, jetzt ist er Schrott(Ausschlachtwert: Sagen wir: 10.000,00 Euro).

KEIN MENSCH käme auf die Idee, zu sagen: Du kriegst 12.000 Euro, das langt für'n Fiat Panda, sogar einen neuen. Natürlich bekommt der Geschädigte 90.000,00 Euro, (Zeitwert abzüglich Restwert). Wem das nicht passt: Der soll sich vorher überlegen, wem er mit welcher Wucht auffährt.

Wieso soll das jetzt bei Deiner Mercedes-Badewanne anders sein, wieso sollst Du jetzt in die Fiat-Dusche gezwungen werden?


03 Hat das gar keine Grenze?

Hat es. Das ist die schon angesprochene Schadensminderungspflicht. Es ist der Ausdruck von Vernunft und Fairness, schlichter Hausverstand. Man soll den vollen Schaden ersetzt bekommen, aber nicht zur Unvernunft und Schadenstreiberei übergegen.

Es gilt in Deutschland allgemein nicht als unvernünftig, in der Wanne zu baden. Dieser Wunsch ist normal. Wenn die Behinderung für ein paar Hunderter Mehrkosten sorgt, dann ist es eben genau so. Du warst vorher kein Kartäusermönch. Dann bist Du nachher auch keiner.

04 Kann die Grenze noch ein wenig klarer gezogen werden?

Ja.

(a)
Wo nur Sachwerte zu entschädigen sind, ist schnell Schluss. Nimm an, Dein über alles geliebte Auto wird zu Schrott gefahren. Aber nur knapp. Du verstößt nicht gegen die Schadensminderungspflicht, wenn Du ihn trotzdem reparieren lässt, obwohl sich das nicht lohnt. Aber: Das darf maximal 130 % des Zeitwertes vor dem Unfall kosten. Da ist die Grenze bei der Schadensminderungspflicht. Das heißt: Wenn die o.a. Reparatur des Mercedes durchgeführt würde für, sagen wir mal, 124.000,00 Euro: Das müsste der Versicherer zahlen, und zwar in voller Höhe. Denn die Reparaturkosten machen nicht 130 % des Zeitwertes vor dem Unfall aus.

(b)
Wo aber nicht nur das gottverdammte heilige Blechla getroffen ist, sondern Deine werte Person, da greift die Schadensminderungspflicht so schnell nicht. Ein Schwerstverletzter sagte: "Ich will nicht ins Heim, ich hab vorher zu Hause gewohnt, da will ich es jetzt auch noch. Ich will meinen Ausblick über das Donautal genießen", da stellte sich heraus: Das ging. Nur war das zweieinhalbmal (!) so teuer wie das teuerste (!) Pflegeheim in der ganzen Gegend. Prompt ging ein machtvoller Rechtsstreit los. Der Versicherer meinte, das übersteige die Grenze der Schadensminderungspflicht. Eine derartige Belastung sei der Versichertengemeinschaft nicht zuzumuten. Solche Extrawürste seien mit dem Schmerzensgeld abgegolten.

Das ging bis vors Oberlandesgericht Koblenz (VersR 02/244). Der Geschädigte bekam ohne Abstriche den Schadensersatz zuerkannt.

05
Ist das ein Ausreisser oder sagen das die anderen Gerichte auch?

Das sagen die anderen auch.

Das OLG Bremen hat (VersR 99/1030 ff.) entschieden für Schadensausgleichsmaßnahmen in diesem Bereich entschieden:


"Über den zu ersetzenden Aufwand darf auf die Wahl der Lebensgestaltung nur eingeschränkt Einfluss genommen werden, wenn nämlich die Kosten in keinem vertretbaren Verhältnis zur Qualität der gewählten Versorgung stehen….zu ersetzen ist der Mehrbedarf, der tatsächlich bei sinnvoller Disposition anfällt"

Diesen Satz sollte man vor sich hertragen wie der Priester die Monstranz an Fronleichnam!


06
"Ich hätte aber lieber was von "ganz oben". Hast Du nicht auch ein Urteil vom Bundesgerichtshof?"

Was, nur eines? Da gibt’s mehrere, die sagen das auch so:


BGH VersR 98/366 und BGH VersR 78/149.


07
Die Versicherung erkennt das einfach nicht an. Sie sagt: "Zahlen wir nicht". Was soll ich tun?

Man muss ich mal überlegen, was der BGH entschieden hat: Da geht es um Mehrkosten von vielen Tausendern jeden Monat, und die zicken wegen einer Badewanne rum!

Erhebe Klage. Wird in der Versicherung keine Einsicht dafür entwickelt, dass die Amts- und Landgereicht sowie auch die Oberlandesgerichte einer gefestigten BGH-Rechtsprechung zu folgen pflegen, da es schließlich die Aufgabe des BGH ist, voranzuleuchten (§ 543 Abs. 2 Nr. 2 ZPO), gut: Dann besteht dort die Einsicht nicht. Dann wird die fehlende Einsicht dort durch die vorhandene Einsicht des Richters ersetzt. Sowas nennt man: "Urteil im Namen des Volkes".


08
Mit Unruhe sehe ich: Du verlierst bares Geld, jedenfalls riskierst Du es, wenn Du Deine jetzigen Wohnverhältnisse nicht aufnehmen lässt, bevor Du zu packen beginnst. Ich hab Dich darauf angespitzt:

Ist das erledigt? Das ist wichtig jetzt, wenn Du die bisherigen Wohnverhältnisse nicht beweissicher dokumentieren lässt (z.B.: Mit einem Bild der edlen Wanne), dann ist der Beweis furchtbar mühsam, wenn überhaupt noch führbar. Stell Dir vor, die neuen Mieter reißen die Wanne raus! Was dann?

Du...da geht's nicht nur um die Wanne, da geht's leicht um viele Tausender, die Du riskierst! Also mach das, aber nicht erst, wenn die Wohnung schon alle Spuren der Auflösung in die Umzugskiste trägt! Ein Sachverständiger für Haushaltsführungsschäden kommt in Probleme, wenn die Wohnung, in der sich der Schaden zeitweise verwirklichte, einfach nicht beweissicher dokumentiert ist.

WISSE: Der ganze Sachverstand hilft nichts, wenn keine Anknüpfungstatsachen sachverständig festgestellt werden können. Auch ein Automechaniker ist hilflos, wenn er kein Werkzeug hat und keine Ersatzteile! Handauflegen hilft hie wie da nur selten.



ISLÄNDER

emma1
10.07.2013, 19:58
Hallo Isländer,

vielen Dank für Deine ausführliche und kompetente Auskunft!

So habe ich Argumente in der Hand, sollte das Badewannenthema zum Problemfall werden.
Es geht ja nicht darum, dass die mir die Badewanne zahlen sondern dass der Einbau einer Badewanne eine Vergrößerung des Bades erfordert. Und das läppert sich dann natürlich bei den Kosten schon.

Würde man die Badewanne einfach raus lassen, könnte man durch Neuanordnung von WC, bodengleicher Dusche und Waschtisch genügend Fläche haben.
Aber ich kaufe mir ja keine Wohnung, wo nicht das drin ist, was ich haben will...
Und ich war vorher kein staubbadender Kreuzworträtsel-Emu :) und will es auch nicht werden!

08
Mit Unruhe sehe ich: Du verlierst bares Geld, jedenfalls riskierst Du es, wenn Du Deine jetzigen Wohnverhältnisse nicht aufnehmen lässt, bevor Du zu packen beginnst. Ich hab Dich darauf angespitzt:

Ist das erledigt? Das ist wichtig jetzt, wenn Du die bisherigen Wohnverhältnisse nicht beweissicher dokumentieren lässt (z.B.: Mit einem Bild der edlen Wanne), dann ist der Beweis furchtbar mühsam, wenn überhaupt noch führbar. Stell Dir vor, die neuen Mieter reißen die Wanne raus! Was dann?

Du...da geht's nicht nur um die Wanne, da geht's leicht um viele Tausender, die Du riskierst! Also mach das, aber nicht erst, wenn die Wohnung schon alle Spuren der Auflösung in die Umzugskiste trägt! Ein Sachverständiger für Haushaltsführungsschäden kommt in Probleme, wenn die Wohnung, in der sich der Schaden zeitweise verwirklichte, einfach nicht beweissicher dokumentiert ist.

WISSE: Der ganze Sachverstand hilft nichts, wenn keine Anknüpfungstatsachen sachverständig festgestellt werden können. Auch ein Automechaniker ist hilflos, wenn er kein Werkzeug hat und keine Ersatzteile! Handauflegen hilft hie wie da nur selten. Mein Rechtsanwalt hängt gerade an meinem Haushaltsführungsschaden dran (er geht von einem "durchschnittlichen" Haushalt aus).

Begutachtet wurde meine Wohnung nicht. Lediglich haben wir mal Fotos gemacht, auf denen man sieht, wie katastrophal meine Wohnverhältnisse in Bezug auf die Barrierefreiheit und Wendeflächen sind (und die haben meinen RA schwer beeindruckt).

Du rätst also, dass ich Fotos als Beweissicherung von der ganzen Wohnung mache?
Und das würde im Falle eines Falles dann als Beweise hergenommen?

Gruß
Emma

Isländer
12.07.2013, 13:57
Grüß Dich, Emma1,

01
zunächst sehe ich mit einigem Grinsen, dass das Bild vom Emu im Staubbad offenbar bei Dir Heiterkeit ausgelöst hat. Soll's ja auch! Wenn's schon so ist, wie es nun mal ist, dann wollen wir was zum Lachen haben.


02
Fotos:

(a)
Hoffentlich sind sie (a) aussagestark, (b) hoffentlich gibt es jemanden, der bezeugt: "Ja, das war wirklich die Wohnung der Geschädigten!" - denn es könnten ja Bilder aus der Wohnung von Tante Anni sein.

(b) Hast Du einen Grundriss der Wohnung?
Damit lassen sich dann Flächen und Größenverhältnisse festhalten. Das kann man wenigstens jetzt leichter beschaffen als später.


(c)
Bitte beachte, dass man mit Fotos auch Dinge belegen können muss, die z.B. folgende Aussage tragen:

"Staubsaugen unterm Bett nur mit Hinknien möglich, da die Bettunterkante 12 cm über dem Boden ist, so dass das Saugrohr sehr flach zu halten ist".

Was hat man von so einer Aussage? Dass in der Wohnung vielleicht überdurchschnittlich viel gekniet werden muss, denn nirgends gibt's so viel Staub wie unterm Bett. Was dann besondere Anforderungen damit belastete Köperteile stellt.

03
An einer Küche kann man häufig erkennen, wie vor 3 Jahren (als der Unfall war) gekocht wurde. War's eine reine "Büchsen-Warmmacherei" oder wurde hier Delikates gezaubert? Die Antwort wirkt sich auf die Küchenarbeitsmenge aus. Auf Wohnungsfotos sind die Punkte, an denen das erkennbar ist, leider oft nicht zu sehen. Leider bringt es mich in die Klemme, wenn ich Dir sagen soll, was genau Da fotografiert werden müsste. Wenn man das nämlich im Voraus sagt, vernichtet man damit praktisch viel des Beweiswertes. Ich kann dazu nur sagen: Einen Umzug überleben diese feinsinngien Spuren oft nicht.

04
Aufgrund welcher Tatsachen ging Dein Anwalt davon aus, Dein Haushalt sei durchschnittlicher Art gewesen?

Häufig höre ich, das könne man mit der Wohnfläche packen! Kleine Wohnfläche = einfacher Haushalt,. große Fläche = anspruchsvoller Haushalt.

Das stimmt so einfach nicht. Falsch, zumindest: In dieser Form falsch! Wenn eine kleine Wohnung fast schon vollgestopft ist mit Möbeln, noch dazu Oberflächen stark mit dekorativen Gegenständen belegt sind, dann ist das Staubsaugen und Staubwischen viel zeitaufwendiger, als in einer größeren (!) Wohnung, Einrichtungsstil: "skandinavische Kühle" und gut wischbare, frei zugängliche Flächen.

05
Übrigens: Deinen Wohnstil, weil wir davon gerade sprachen, muss der Versicherer hinnehmen. Er kann da keine Vorschriften machen, wie Du wohnen sollst, "zwecks Schadensminderung", das nur nebenbei.

ISLÄNDER

Aramis
13.07.2013, 00:38
Hallo Emma, Servus Isländer,

sollte man nicht nur die aktuelle Wohnung / Haus in den Haushaltsführungsschaden aufnehmen, sondern dem Profi auch gleich das Objekt der Begierde zeigen?

Mein Gedanke: den Versicherungen gleich den Umbau, oder Umzug vorteilhaft darzulegen? Evtl. auch dem Gericht?

LG
Aramis

Isländer
13.07.2013, 07:18
Grüß Euch, Emma 1 und Aramis,

01
ich stimme Deinem Gedanken zu, Aramis. Es ist aber schwierig, jemanden zu finden, der sowohl Umbautechnik wie Haushaltsführungsschaden in einem kann. Aber kein unüberwindliches Problem, denn: Die Szene kennt sich ein wenig. Man weiß schon, wen man anruft, wenn man als Sachverständiger für Haushaltsführungsschäden einen Bauingenieur oder Architekten braucht, der seine geistigen Saugwurzeln im Thema "Baukunst gleicht Behinderung aus" geschlagen hat!

02
Heutzutage gibt es aber auch jeden Tag was Neues. Ich habe nicht wenig gestaunt, wie ich eines Tages gesehen habe, dass sich mit Augenbewegung (!) der Rollo rauf- und runter fahren lässt, der Fernseher umschalten lässt usw.; einmal in ein Röhrchen gepustet, das bewirkt dann auch irgendeine elektronische Reaktion. So können sogar Menschen die einen hohen Querschnitt haben, Arme und Beine nicht bewegen können, noch sprechen können, ihre Umwelt steuern. Dinge, die man sich -als "normaler" Mensch kaum träumen lässt!

Unter diesen Voraussetzungen ist es traurig, was ich vor einiger Zeit erlebt habe. Da hatte eine Dame einen Arm, der nur noch runterhing. Wie schält sie Kartoffeln? Nun, dazu gibt's das Nagelbrett, so eine Kleinausführung dessen, auf was in Indien sich der Fakir kasteit. Zack, wird die Kartoffel drauf gesteckt, und schon bleibt sie gefälligst da, damit sie sich schälen lässt. Zu dumm, es dauerte über 10 Jahre, bis ein Mensch der Dame so ein Nagelbrett verschaffte! Dass das ein Geburtstagsgeschenk war, ist die fast schon heitere Seite der Sache. Aber: Das hätte keine 10 Jahre dauern dürfen!

(Freilich: Die Dame war nicht im Forum. Sonst hätte sie das schon früher haben können. Das hat man davon, wenn man nicht im Forum ist!)

ISLÄNDER

emma1
13.07.2013, 22:24
Hallo Miteinander,


04
Aufgrund welcher Tatsachen ging Dein Anwalt davon aus, Dein Haushalt sei durchschnittlicher Art gewesen?
Das hat er einfach mal so geschätzt und mich noch gefragt, ob ich "sonntags die Silberlöffelchen raushole".


Zum Thema Badewanne: der Wunsch meines Anwalts, eine medizinische Begründung für die Badewanne zu erhalten, ging nicht "in Erfüllung". Laut meiner Ärztin ist eine Badewanne "Lifestyle" und es gibt nur sehr seltene medizinische Begründungen dafür. Wohl aber ist auch sie der Meinung, dass ich aufgrund meines Lebensstandards vor dem Unfall (mit Badewanne) auch ein Recht habe, meinen Lebenstandard so halten zu dürfen.
Und das ist ja eigentlich genau auch meine Meinung und auch der Tenor hier aus dem Forum.

Bis gestern sollte die gegnerische Versicherung bezüglich des Wohnungsumbaus Stellung beziehen.
Und wieder einmal ist eine Frist abgelaufen, in der nichts passiert ist...

Wozu in Herrgottsnamen hat man eigentlich Fristen erfunden?

Voll der Frust!

LG
Emma

Aramis
14.07.2013, 00:09
Hallo Emma,

ich frag mch auch, wozu es den §249 gibt?

http://dejure.org/gesetze/BGB/249.html

Wer zum Schadensersatz verpflichtet ist, hat den Zustand herzustellen, der bestehen würde, wenn der zum Ersatz verpflichtende Umstand nicht eingetreten wäre.

Du hattest vor dem Unfall eine Badewanne (und nochviel mehr), jetzt sollst zurückstecken, weil ein Leben in der alten Wohnung auch nur noch eingeschränkt möglich ist?

Vielleicht besorgen wir uns auch besser so einen Kubus für Studenten, dann brauchen wir nicht mal einen Rollstuhl:confused:

Fristen wurden erfunden, um sie zu brechen:mad:

Zum Glück steigert sich mein der Zorn! Der hält mich aufrecht!

LG
Aramis

Isländer
15.07.2013, 07:52
Grüß Dich, Emma,

01
Warum versäumt der Versicherer Fristen?

Er wird 100 Gründe angeben, die man nicht nachprüfen kann. Es hat keinen Sinn, sich darum zu kümmern, denn damit wird man nur zornig -was noch geht- und dann schiebt man Depressioenen -ws schädlich ist: Denn das zermübt Dich Richtung "Aufgeben", kommst Du dort an, bist Du Abschussreif für einen windelweichen Abfindungsvergleich, mit dem Du einige 100.000,0 Euro an den Gegner verschenkst. Weil Du das weißt, stellst Du Dich bitte auf den Standpunkt: "Hätten sie gerne, kriegen sie genau deswegen nicht".
Wenn die Gegenseite Fristen versäumt, ist Deine Aufgabe, zu prüfen, wie Du das zu Deinen Gunsten nutzen kannst.

02
Dein Anwalt schätzt den Haushalt mal so. Das ist nett von ihm. Aber möglicherweise verteufelt vom Irrtum! Denn jetzt schätzt er, ohne, dass er so recht belastbare Tatsachen hätte, die er der Schätzung zu Grunde legen kann. Mit den Fotos zum Rangierwesen beim Rollstuhl kann er allerdings womöglich schon etwas belegen, das weiß ich nicht.

03
Schätzen ist was anderes als raten!

(a)
Schätzen bedeutet: Ich habe wie bei einer Brücke Pfeiler, die fest gegründet sind und sicher stehen. Das sind die sogenannten Anknüpfungstatsachen. Die Zwischenräume darf man mit statistischen Erkenntnissen und mit Lebenserfahrung auffüllen. Genau das lässt das Gesetz bei der Emittlung von Schäden zu (§ 287 ZPO). Nur: Man muss das Gericht davon überzeugen, welche Pfeiler wo stehen.

(b)
Raten ist: Mit dem Zauberstab durch die staubige Luft gefahren.

(c)
Was macht er, wenn der Versicherer im Prozess sagt: Wo sind die Anknüpfungstatsachen belegt für einen immerhin mittleren Haushalt? Dann wird's dann morastig. Vor allem, wenn der Haushalt war nicht mittlerer Art, sondern gehobener Art ist!

(d)
Hier bekannt ist folgender Vorgang: Eine Hausfrau fiel in einem 2-Personen-Haushalt kurzzeitig ganz, eine längere Weile teilweise aus. Sie klagte 2.400,00 Euro Haushaltführungsschaden ein. Vor Gericht hätte sie sich auf die Hälfte runterhandeln lassen, der Versicherer wollte nicht mehr als 900,00 Euro zahlen, an den 300,00 Euro Differenz scheiterte die Einigung. Das Gericht beauftragte einen Sachverständigen, wozu man wegen § 287 ZPO ein Gericht nicht zwingen kann. Aber hier geschah es.

Der Sachverständige kam weder auf 2.400,00 Euro, noch auf 1.200,00, noch 900,00 Euro. sondern auf rd. 5.400,00 Euro. Worauf die Geschädigte die Klage erweiterte und im Folgenden der Versicherer entsprechend verurteilt wurde.

Sicher ein besonderer Fall, aber daran sieht man, was passieren kann, wenn Juristen "Automotoren und Waschmaschinen zu reparieren".

ISLÄNDER


03

emma1
15.07.2013, 22:30
Hallöchen,

Vielleicht besorgen wir uns auch besser so einen Kubus für Studenten, dann brauchen wir nicht mal einen Rollstuhl:confused:
Super! So eine ähnliche Idee hatten wir am Wochenende am Wohnwagen meiner Schwester. Im Wohnwagen ist alles so eng, da fall ich nicht mal um:rolleyes:. Nur das reinkommen gestaltet sich etwas schwer. Aber einmal rein, immer drin, da fall ich vielleicht keinem mehr zur Last...



01
Warum versäumt der Versicherer Fristen?

Er wird 100 Gründe angeben, die man nicht nachprüfen kann. Es hat keinen Sinn, sich darum zu kümmern, denn damit wird man nur zornig -was noch geht- und dann schiebt man Depressioenen -ws schädlich ist: Denn das zermübt Dich Richtung "Aufgeben", kommst Du dort an, bist Du Abschussreif für einen windelweichen Abfindungsvergleich, mit dem Du einige 100.000,0 Euro an den Gegner verschenkst. Weil Du das weißt, stellst Du Dich bitte auf den Standpunkt: "Hätten sie gerne, kriegen sie genau deswegen nicht".
Wenn die Gegenseite Fristen versäumt, ist Deine Aufgabe, zu prüfen, wie Du das zu Deinen Gunsten nutzen kannst.
Mein Verstand weiß das ja auch, aber der wird leider momentan sehr oft von kleinen Tierchen namens "Resi"-gnation überrollt...

LG
Emma

Isländer
16.07.2013, 07:45
Grüß Dich, Emma1,



01
Dein Anwalt macht sich das Leben unnütz schwer.

(a)
Im Zuge einer "normalen" Klage tut er sich schwer, ein Gericht zu zwingen, einen Sachverständigen für Haushaltsführungsschäden zu bestellen.

(b)
Wie wär's mit einem selbständigen Beweisverfahren?
Im Bereich der Personenschäden ist das seltsamerweise ziemlich selten. Aber vorteilhaft!


(ba)
Da ist erlaubt, was im normalen Prozess verboten ist, nämlich Ausforschung des Schadens, steht extra in § 485 Abs. 2 ZPO. Diese Ausnahmeregel minimiert Dein Risiko, auf Kosten sitzen zu bleiben.

(bb)
Wenn Du kein Geld hast: Prozesskostenhilfe. Dann zahlt der Steuerzahler das Gutachten.

(bc)
Das Problem ist: Sachverständige für Haushaltsführungsschäden finden. Denn: Man muss einen Sachverständigen vorschlagen. Was tun, wenn man keinen findet? Das sind nämlich Raritäten.

Der gewitzte Zeitgenosse fragt bei Unfallopferverbänden nach, z.B. bei Unfallopfer-Bayern, legt 10 Euro in den Briefumschlag, denn: Auch in diesem Verband zahlen die Mitglieder für den ganzen Aufwand, "schnorren is nich" (außer im Forum!), 3 Tage abwarten, dann anrufen. Das könnte durchaus schon mal weiterhelfen.

02
Was Deine Depressionen betrifft, dazu gibt's eine ganze Zunft, die "Psychologischen Psychotherapeuten" (ich habe diese depperte Bezeichnung nicht erfunden!). Lass Dir da helfen. Was los ist, wenn einen das heulende Elend am Wickel hat, das weiß ich auch schon, weil selbst schon erlebt, dafür bin ich heute dankbar (), denn: Ich kann's nachvollziehen. Daher auch mein Rat...!


03
Deine Lage ist eigentlich durchaus gut, da kommt man durch, das ist alles gangbar. Nur musst Du sie energisch bewirtschaften: Wer sich durch den Urwald einen Weg bahnt, muss bereit sein, mit der Machete auch kräftig platz zu schaffen.

ISLÄNDER

emma1
17.07.2013, 21:56
Hallo mal wieder,

es geht in die nächsten Runden...

Die gegnerische HPV möchte zu einigen Einzelheiten aus dem Kostenvoranschlag für den Umbau noch detailliertere Auskünfte.
So sitze ich nun mal wieder da und mache, tue und fordere hier und dort noch Detailinfos an... wobei alles besser ist, als dieses zermürbende Warten.

Um meinem Anwalt auf die Sprünge zu helfen:
Gibt es eine Rechtsgrundlage, die besagt, dass ein Rollstuhlfahrer einen Mehrbedarf an Wohnfläche hat?

Danke für Eure Hilfe!

Liebe Grüße
Emma

Kasandra
17.07.2013, 22:40
Hallo Emma,

lies bitte mal hier, dort sind Wohnflächen ermittelt.

http://nullbarriere.de/wohnflaechen.htm

Beachte den Hinweis in der Wohnflächenermittlung:
Richtgrößen für Wohnungen mit 1 Rollstuhlfahrer - Wohnfläche in qm

[ Bedarfsermittlung nullbarriere.de, unter Einbeziehung der DIN 18040/2 (R)]

Aber als Anmerkung von mir -> Richtgrößen sind nicht rechtsverbindlich und DIN Normen sind eine "Mindestanforderung".
Hier lass Dich nicht über den Tisch ziehen.

Viele Grüße

Kasandra

Isländer
18.07.2013, 08:40
Grüß Dich, Emma1, und Grüß auch Dich, Kasandra!

01
Es gibt kein Gesetz, in dem steht: "Der Rollstuhlfahrer hat Anspruch auf .....m² zusätzlich". Aber so etwas führt bei uns ja nicht dazu, dass wir den Kopf hängen lassen, sondern, wie man das Problem löst.

02
Ansatzpunkt ist zunächst der ganz normale Schadensersatz-§ 249 BGB. Demnach soll möglichst alles so sein wie vor dem Unfall, oder möglichst nah dran, wenn das nicht geht.
Die Grenze hat das in der Schadensminderungspflicht. Aber die greift nicht so schnell, das haben uns die Oberlandesgerichte Bremen (VersR 99/1030) und Koblenz (VersR 02/244) sowie den BGH (VersR 98/366 und VersR 78/149) gesagt.


03
Was ist also "angemessen", das heißt: So, dass man sich wahrlich sicher sein darf: Da gibt's keine Probleme?

(a) Mit "angemessen" ist man nicht schon gefährlich an der Grenze zur Schadensminderungspflicht dran, sondern man ist ganz sicher tief im grünen Bereich.

(b) So, und jetzt hilft die Internetseite enorm, die Kasandra aufgespürt hat. Danke schön, Kasandra, da sollte man Dir direkt Finderlohn dafür zahlen (Steuerfrei! Finderlohn ist kein Lohn im Sinne des Lohnsteuerrechtes! Dort also finden sich DIN-Normen, die bieten einen festen Leitfaden, was in Deutschland "o.K." ist.

(c) Ergebnis I: Da sind wir schon mal auf der sicheren Seite.
Erster Schritt erledigt.


04
DIN-Normen scheren alles über einen Kamm. Sie sind für den DIN-genormten Rolli-Fahrer da. Und dann müssen wir halt sehen, inwieweit Deine individuellen Eigenschaften und auch Wünsche weiteres ermöglichen. Da sind wir immer noch nicht im Bereich "Zitterpartie" drin. Denn wie sagte das OLG Bremen? Ich zitier's leidenschaftlich gern:

"Über den zu ersetzenden Aufwand darf auf die Wahl der Lebensgestaltung nur eingeschränkt Einfluss genommen werden, wenn nämlich die Kosten in keinem vertretbaren Verhältnis zur Qualität der gewählten Versorgung stehen….zu ersetzen ist der Mehrbedarf, der tatsächlich bei sinnvoller Disposition anfällt".

Jawohl! So sagte es!


05 Wie bitte?

Nur, wenn die Kosten "in keinem vertretbaren Verhältnis" zu Wunsch und Wunscherfüllung sitzt der Versicherer am längeren Hebel. Nur dann! Sonst nicht!

Das muss man sich auf der Zunge zergehen lassen, da macht man einen Totempfahl draus. Bedenke: Auch in der Kirche wird das Vaterunser mehr als nur einmal im Jahr gebetet. Das hat schon so seinen Sinn.


06 Schön und gut, aber....

...wo geht denn jetzt das "unvertretbar" los?

Darüber gibt's keine Regeln. Aber Urteile, die als Beispiele zeigen, was geht und was nicht:

Ein Leidensgenosse hatte vor dem Unfall ein Haus. Und eine Zweitwohnung in einem Schloss. Die Umbaukosten für's Haus waren gar nicht das Thema. Das Thema war: Er wollte auch die Umbaukosten für die Zweitwohnung, erinnerlich deutlich über 100.000,00 Euro, also: Kein billiger Spaß!

Bekommt er das? Ist das vertretbar oder unvertretbar?

Das ist vertretbar, fand der BGH, also kriegt er's. Steht in: NZV 05/620.

Schritt 2 - auch schon abgehakt.


07
Risikominimierung, gleich am Beispielsfall:

Sachverhalt:

Der A hat das Auto des B geschädigt. B geht zum Gutachter. Der schreibt: "So und so musst Du das reparieren". B lässt das so machen. A wird blass, als er die Rechnung sieht, und sagt: "Das wäre viiiiiel billiger gegangen. Den Kotflügel hätte man ausbeulen können, und....und ... und", zahlt die Hälfte und lässt sich verklagen, was den Rest betrifft.

Was kommt da raus?

Da wird ein kraftvolles Argument sein: "Der Geschädigte hat sich nicht schadenstreiberisch verhalten. Er hat sich extra fachkundigen Rat eingeholt. Auf den durfte er sich verlassen. Selbst, wenn der Rat falsch war, was kann der B dafür? So lange der B nicht erkennen musste, dass der Gutachter mehr unter die Kategorie "Schwachverständiger statt Sachverständiger" fällt, muss sich der Geschädigte das nicht anrechnen lassen.

Das schaut im Gericht aber schlecht aus für den A!

(Das Thema ist so beliebt, dass es einen eigenen Namen hat, das ist die Sache mit dem "Prognoserisiko". Das hat, einhellige Ansicht der Paragraphenritter, der Schädiger).


08 Was tun?
Ich setze meine Ansicht nicht an die Stelle anderer Ansichten. Jeder muss wissen, was ihm nutzt und frommt! Aber: Ich an Deiner Stelle würde jetzt langsam aufhören, mich durch Himmel, Mond und Sterne jagen zu lassen, "legen Sie vor...bringen Sie bei...teilen Sie mit", sondern würde erkennen lassen, dass langsam Schluss ist mit lustig:

"So, Cowboys von der Versicherungsranch, was vorliegt, das reicht zum Schätzen, und das reicht dann dem Gesetz auch, § 287 ZPO, sagt der Sheriff. Jetzt - "high noon": Akzeptiert das jetzt schriftlich, was wir umbauen wollen und was wir an Platz mehr brauchen.

Oder ich muss halt einige Gutachten, selbständige Beweisverfahren ect einholen. Die Kosten zahlt ihr dann, Schadensermittlungskosten gehören dazu. Möglich, dass dann inzwischen die Wohnung ein anderer gekauft hat, dann ist der ganze Aufwand umsonst, dann wird's nochmal teuerer, weil ich dann für die nächste Wohnung das nächste Gutachten brauche.

Ihr seid gewarnt, ich hab die Faxen jetzt mal dick, und eines sag ich auch gleich: Wenn ich etwas nicht vertrage, dann sind jammernde und nörgelnde Versicherungskonzerne, also, was ist jetzt?" Das kann man durchaus einmal in eine Direktionsbeschwerde einpacken, weil man es satt hat mit diesem Sachbearbeiter, der nicht vom Fleck kommt.

Dann funktioniert's hoffentlich mal!


09
Und wenn nicht?

Dann, lass krachen, dann funkts! Mach, was Du angedroht hast, und wenn einer das jammern anfängt, dann stopfe das sofort zurück, "ich hab's gesagt, Du hast nicht hören wollen, dann, Cowboy, rappelts halt mal im Karton. Setz Dich hin und lern die Lektion jetzt, sonst kommt die nächste Zündung!"

10
"Isländers Psychologie":

Wenn ein Pferd über ein Hindernis nicht drüberspringt, obwohl es das schon oft gemacht hat, liegt das in 9 von 10 Fällen am Reiter. Typischer Fall: Der Reiter hat dem Pferd nicht entschlossen gezeigt hat: "Da geht's jetzt drüber, und zwar deshalb, weil es so ist."

Also?

Prüfe den Gedanken:

"Traust Du Dir das zu?" -

"Aber ja! "Yes, we can!". Dem Sturm sehen wir mit grimmiger Festigkeit entgegen, wir sind nicht auf der Brennsuppn daher geschwommen!".


ISLÄNDER

emma1
18.07.2013, 22:48
Hallo Kasandra, hallo Isländer,

vielen Dank für den Link.
Den hatte ich irgendwann selbst auch schon mal gesehen, aber in den Weiten des "www" nicht mehr gefunden. Da hat man zumindest mal ein paar Zahlen in der Hand.

Und DANKE Isländer für Deine umfang- und hilfreiche Erläuterung zu dem Thema.
Das macht mir alles Mut und Du hast recht... irgendwann ist Schluss mit lustig!
Um's in Deinen Worten zu sagen: "Rauf auf's Pferd und los geht's!"

Liebe Grüße
Emma

Isländer
19.07.2013, 08:12
Grüß Dich, Emma1,


01 "Juhuu, Emma!"

Jetzt sitzt sie zu Pferde im Sattel! Und das ist gut so, verdammt nochmal und zugenäht! Schaut doch schon viel schöner aus, die Welt so von oben, hm

So jetzt richtest Du Dich schön gerade auf im Sattel und schaust recht keck und frech und tatendurstig aus der Wäsche, weil, jetzt wird! Jetzt wird regiert in dem Fall!

Da darfst, ja sollst Du auch sagen: "Hab ich super gemacht!" Hast Du ja auch, is doch wahr!


02 Isländers's Psychologie (Fortsetzung)

Es gibt ja eine miesepetrige europäische Benimmregel: "Eigenlob stinkt". Diese Regel ist (a) falsch und (b) verlogen. Bescheidenheit ist nicht schlecht, aber nicht so. Schiller sagt: "Der Tapfre rühmt die Tat! Nur Lumpe sind bescheiden!", und da ist auch was dran.

Jeder, der was geschafft hat, will dafür gelobt werden, und zwar deshalb, weil er's sich verdient hat. Und wenn's wegen des Streichens des Gartenzaunes war, das man schon 2 Jahre vor sich hergeschoben hat. Emma hat was geschafft, sie hat sich an die Spitze des Falles gesetzt.

Mit diesem (!) "Programm", auf Geleistetes stolz zu sein hat uns Gottvater geschaffen, und eben nicht mit der eine falschen, weil vorgespiegelten Bescheidenheit von der schleicherischen "Etikette"-"Etepete"-Tantenhaftigkeit der allzu Angepassten.

Also, Emma, sei nett zu Dir, such Dir jemanden, der heute mit Dir auf Dich anstößt!

Gute Güte! Wurde ja auch mal Zeit, dass da ein ganz anderer Wind weht!

(Liebe Freunde im Forum! Da nehmt Euch mal ein Beispiel an Emma! So geht das!)


03
Was machen wir also jetzt?

Emma, ich nehme an, Du hast inzwischen Kontakt mit Deinem Anwalt über das, was hier alles so empfohlen wird. Das Nächste ist ein kleiner, vernünftiger Plan:

(a) Was wird dem Versicherer nun begegnet?

(b) Wo fehlen noch welche Bausteine, wie bekommen wir die qualitativ ansprechend und so her, dass wir nicht wieder in die Schiene "legen Sie vor - reichen Sie herein -weisen Sie erst mal nach" reingeraten? Das gilt auch für Deinen Anwalt, wie gesagt, wenn der arme Hund sich schindet mit dem Haushaltsführungsschaden und Assistenzschaden, da kriegt er nix dafür (das ist so!), hat eine elende Arbeit, mit der er auf unsicheres Gelände gerät, und die Gefahrenquellen sind groß. Also gehört das mal ausgeredet: Welche Taktik, wo außergerichtliche Privatgutachten, wo gerichtliche Beweissicherung und Schadensermittlung? So einen Plan schreibt man mal auf und pappt ihn an die Küchentür.


04 Isländers Psychologie, nächster Teil:

Wozu ist das denn gut?

Damit man sich selbst klar wird: Was hab ich schon? Was krieg ich wie klein?

Die Sicht darauf, was man schon sauber abgehakt hat, vermittelt das zutreffende Gefühl, voranzukommen. Das ist wichtig. Denn das begründet dann die wichtige Zuversicht. Das Erledigte zeigt Dir: Ich kann's! Ich komm da durch! Das Geschaffte zeigt mir: Die kommenden Arbeiten sind in gemessener Zeit bewältigbar. Das sind alles machbare Sachen. Es zeigt aber auch: Diese Problem habe ich ausgelagert an einen anderen, so, jetzt muss ich mich nur noch kümmern, dass der im Zeitplan bleibt und muss mir ab und zu berichten lassen, wie weit er ist und wo er gerade hinbeisst (Neudeutsch: "Controling").

(Ich mach Dir mal ein Beispiel, wie wichtig das ist: Erinnere Dich daran was da war, Du hast, ja verflixt! Deine Autoschlüssel verlegt! Gestern warn sie doch noch da

Jetzt geht das wilde -planlose!- Suchen los. Stimmung? Hundsmiserabel. Wieso? Weil die ganze Zeit hoffst, sie gleich zu finden, dass sie unter dem Pullover sind, unter den Du gerade schaust, aber Enttäuschung, da sind sie nicht, oder auf der Ablage, die Dir gerade einfällt, Pfeiffendeckel ist, da sind sie auch nicht. Eine Kette an Enttäuschungen wird wahrgenommen, und dazu das Gefühl, dass der Zeitaufwand völlig unnütz ist, hätte man nicht so gedankenlos die Schlüssel, weiß Kuckuck wo, abgelegt hat, herrschaftseiten!

Das kann man aber besser haben. Bevor man rumrennt wie ein aufgeschrecktes Huhn, setzt man sich am besten mit Zettel und Stift hin und grenzt ein. Wann hatte ich sie sicher zuletzt. Was habe ich dann in den nächsten Minuten gemacht? War ich danach überhaupt noch außer Haus? Habe ich das Auto noch abgesperrt, oder sind sie vielleicht noch im Auto?
Die Wahrscheinlichkeit ist hoch, dass einem dann dämmert: Das wollen wir doch wissen. Da hatte ich die Milchtüte und das Katzenfutter und die 3 Salatköpfe und hab das alles, weil's eh schon alles runterfallen wollte, schnell in die Küche, die Salatköpfe in den Kühlschrank. Ergebnis? Vor lauter "Oh, jetzt fällt mir gleich das Katzenfutter runter" hast vielleicht Du den Schlüssel im Schloss stecken lassen, oder auf dem Beifahrersitz. Den Weg gehen wir jetzt mit Plan und Bedacht ab. Und? Das Auto ist abgesperrt. Aber vor lauter "Ja-nichts-fallen-lassen" ist Dir der Autoschlüssel davongerutscht, wie Du die drei Salatköpfe ins Kühlschrank- Gemüsefach getan hast, und da ist er ja! Gut gekühlt und frisch liegt traulich neben dem mittleren Salatkopf!

Plan spart Zeit und Verdruss)

ISLÄNDER

De eine Einschätzung:
Das ist deswegen wichtig, weil ein Blick auf den Baufortschritt auch die wichtige Zuversicht erhält:; Bin schon ganz schön weit gekommen.

emma1
03.08.2013, 20:01
Hallo an alle Interessierten,

leider gibt es noch immer keine Ergebnisse im "Großprojekt Behindertengerechte Wohnung".

Es hat wieder einige Tage gedauert, bis alle von der Versicherung geforderten weiteren Unterlagen da waren und dann ging alles wieder über meinen Anwalt an die gegnerische Versicherung.
Die neue Frist läuft jetzt bis Freitag.
Mein Anwalt sicherte mir zu, dass er sich noch vor seinem Urlaub telefonisch erkundigen will, was Sache ist und ggf. wird er "intervenieren" müssen.
Na dann schauen wir mal...

Wenn es jetzt nix wird mit Zusicherung des Umbaus, ist die Wohnung dann futsch...
Was dann? Auswandern, in eine behindertengerechte Höhle ziehen und als staubbadender Emu meinen Lebensabend abwarten...

Grüße
Emma

Isländer
04.08.2013, 07:26
Grüß Dich, Emma1,

wenn die Wohnung weg ist, dann würde ich dem Sachbearbeiter der Versicherung alle Kosten, die nun für nix und wieder nix aufgewendet wurden auf den Tisch servieren, aber diesmal von oben: Per Vorstandsbeschwerde. Dort würde dann stehen:

"Aufgrund der zögerlichen Zaudertaktik Ihres Mitarbeiters ist nun eine Reihe an Kosten entstanden, die für nichts und wieder nichts aufgewandt wurden. Ihr Mitarbeiter hat die Aktionäre Ihrer Firma damit geschädigt. Die Versicherung hat gegen die Schadensminderungspflicht verstoßen. Bitte erklären Sie Ihrem Mitarbeiter, dass der Geschädigte nicht in unzureichenden Wohnverhältnissen leben muss und dort nicht festgehalten werden kann. Wann, Herr Generaldirektor, darf die Geschädigte bei Ihnen einziehen, wo sicher ausreichend Platz auch für den Rollstuhl ist? Oder müssen wir mal ganz andere Wege gehen?"

Und dann muss man ausholen. Das ganze lässt man per Fax an die Direktion gehen, am Tag darauf bringt man heraus: Wie heißen Gruppen- Abteilungs- Hauptabteilungsleiter und das zuständige Vorstandmitglied. Die ruft man alle nacheinander an und beschäftigt sie alle mit der Beschwerde, wenn einer nicht da ist, um so besser, wer macht die Vertretung? Man lässt sich dabei aber möglichst wenig wieder "in die Abteilung" verbinden und sagt, dass man sich ja gerade über die Abteilung beschweren muss, Du: Mit dieser vollen Entfaltung meines vollen Lästigkeitswertes komme ich nicht selten voran. Den muss man aber auch mal in Schwung setzen! Der Sachbearbeiter wird fluchen, das ist aber sein Problem.

ISLÄNDER

DieHard
04.08.2013, 13:29
wenn die Wohnung weg ist, dann würde ich dem Sachbearbeiter der Versicherung alle Kosten, die nun für nix und wieder nix aufgewendet wurden auf den Tisch servieren, aber diesmal von oben: Per Vorstandsbeschwerde. Dort würde dann stehen:





Hallo Isländer,
darf ich mal fragen wie viele Vorstandsbeschwerden du schon geschrieben hast? :rolleyes: Und wie oft du damit Erfolg hattest? ;)

Also ich habe dem Deutschlandvorsitzenden meiner Versicherung mal eine nette Mail geschrieben. Ich glaube er hat sie gelesen, jedenfalls habe ich darauf einen kurzen Brief von ihm mit echter Unterschrift bekommen. :cool:
Meine Versicherungsverträge haben alle nur eine aufgedruckte seines Vorgängers ;)

Leider hat er mir nur die Telefonnummer seines Kollegen aus der Leistungsverweigerungsabteilung mitgeteilt. Die hatte ich aber auch schon vorher.

Freunde von mir, die den vorher gelesen hatte fanden meinen Brief sehr gut. Weiter gebracht hat er mich trotzdem nicht, auch wenn der leitende Leistungsverweigerer meiner Versicherung den Brief sehr genau gelesen hat.

Übrigen bei diversen Behörden und Institutionen hat schon ein Brief von mir gereicht. Meist einfach per Mail und nix eingeschrieben.

Die GEZ z.B. hat sich mal sehr freundlich bei mir entschuldigt und mein Beitragskonto umgehend ausgeglichen und auf null gesetzt.
Viele Bekannte von mir und die Rechtsberaterin von meinem Sozialverband meinen die GEZ würde sich nie für Fehler entschuldigen! ;)


VG DH

Isländer
04.08.2013, 14:21
Grüß Dich, DieHard,

01
ich habe keine Strichliste gemacht, aber: Rechne ich jetzt nur mal die Zeit, in der ich mich schwerpunktmäßig mit Folgen schwerer und schwerster Personenschäden befasse, also die letzten gut 20 Jahre, dann werden es wohl so 50 Vorstandsbeschwerden gewesen sein. Auch bei mir ist das Resultat nicht eindeutig, aber ich finde schon, dass gefühlt 2 von 3 Vorstandsbeschwerden ein Erfolg sind.

02
Es ist natürlich eine Gemeinheit, wenn man den Spieß umgekehrt und ausgerechnet der Versicherung Verstöße gegen die Schadensminderungspflicht, dem Regulierer obendrein vorhält, er schädige die Aktionäre. Das ist schon eine tolles Stück, aber irgendwie muss ich Aufmerksamkeit wecken.

ISLÄNDER

DieHard
04.08.2013, 14:32
Grüß Dich, DieHard,

01
Auch bei mir ist das Resultat nicht eindeutig, aber ich finde schon, dass gefühlt 2 von 3 Vorstandsbeschwerden ein Erfolg sind.

ISLÄNDER



Hallo Isländer,
was kostet es mich wenn du eine Vorstandsbeschwerde für mich verfasst? ;):)
Oder noch besser zwei? Dann müssten wir ja statistisch gesehen mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit Erfolg damit haben :cool:

Schickst du mir eine Invitatio ad Offerendum mit den Kosten dafür? :)

VG DH

Isländer
04.08.2013, 17:22
Grüß Dich, DieHard,

01
Mach im gern. Aber ich müsste mir Deinen Fall einmal ansehen, damit ich möglichst einen Treffer landen kann. Soll ja klappen!

02
Lösen müssen wir ein kleines Problem. Wenn ich mich recht entsinne, bist Du von einem Anwalt vertreten. Das Gesetz sagt: Ohne weiteres darf ich nicht in seinen Fall eingreifen, es sei, er erlaubt es. Da müssen wir eine subtile Lösung basteln.

03
Könntest Du Dein Inkognito auf einer PN an meine Wenigkeit lüften?

ISLÄNDER

DieHard
04.08.2013, 20:07
Grüß Dich, DieHard,

Könntest Du Dein Inkognito auf einer PN an meine Wenigkeit lüften?





Hallo Isländer,
ist passiert ;) und danke für das Angebot ;) :)

VG DH

emma1
08.08.2013, 22:18
Hallo,

wir drehen uns im Kreis, nix geht vorwärts, ich ernte nur nicht zielführendes Blabla seitens der Versicherung.

Bevor kein Kaufvertrag über die Wohnung vorliegt, legt sich die Versicherung nicht fest, wie hoch die Kostenübernahme für den Umbau sein wird.
Ich kann die Wohnung nur kaufen, wenn sie umgebaut wird, sonst nützt die mir nix. Den Umbau kann ich, auch in Teilen, finanziell nicht stemmen.

Außerdem wird geprüft und geprüft. Kostenvoranschläge mit weiter eingereichten Begründungen werden geprüft (auf "Unterjubelung" etwaiger Sowiesokosten), die Badumplanung des Architekten wird geprüft (trotz fast in allen Bereichen erreichter DIN-Norm für Rollstuhlfahrer, bestehen Bedenken dass der Platz für Rolli nicht ausreicht, hä?) außerdem muss geprüft werden, ob sich nicht doch an meinem Gesundheitszustand noch wesentliches verändern könnte (na vielleicht morgen, wenn ich aufstehe, ist alles gut, der Albtraum vorbei, hurra, welch ein Glück).
Wie lange muss ich behindert sein und behindert bleiben, bis ich Anspruch auf barrierefreien Wohnraum habe? 27 Monate scheinen noch zu wenig. Wir wär's mit fünf Jahren, oder nehmen wir doch gleich zehn, warum nicht fünfzehn oder warten wir doch gleich bis der Anspruchssteller die "Gelberüben von unten anschaut".

Zwei Wochen noch, dann wird die Wohnung anderweitig vergeben. Dann die Urlaubszeit. Und meine Kraft, nochmal irgendeine Initiative zu ergreifen, ist futsch.
Aber immerhin: alle sind sich einig, dass ich aus meiner jetzigen Wohnsituation raus muss.
JA DANN TUT DOCH WAS DAFÜR!

Emma

Kasandra
08.08.2013, 22:51
Hallo Emma,

ich habe am Rande noch etwas bzgl. barrierefreies wohnen aufgeschnappt.

Barrierefreies Wohnen heißt so, wie ich es auf die Schnelle verarbeitet habe um es simpel auszudrücken "nur" "wohnen ohne Stolperstellen oder. Stufen".

Für Dich ist es wichtig ich nenne es mal "rollstuhlgerechtes Wohnen" zu haben und zu bekommen!

Diese Woche habe ich auch etwas aufgeschnappt, dass die DIN xy sich dem rollstuhlgerechten Wohnen unterzuordnen hat.

Irgendwie so war es, die Anforderungen eines Rollifahrers stehen über den DIN-Normen.

Wenn ich den Beitrag noch finde, werde ich Dir diesen zukommen lassen.

Leider habe ich jetzt im 1. Schritt keine Lösung für die Verzögerungstaktik der gegn. HPV und der Wohungsreservierung.

Evtl. kann Dein RA - der HPV weiteren Schadensersatz androhen, wenn diese sich weiteren Leistungen verwehrt und Dir schadet, wenn dadurch der Deal mit der Whg. platzt.
Sorry, leider keine 100`% Ahnung, nur Gedankengänge, welche Dein RA prüfen sollte.

Viel Erfolg weiterhin.
Kasandra

emma1
08.08.2013, 23:38
Hallo Kasandra,

Barrierefreies Wohnen heißt so, wie ich es auf die Schnelle verarbeitet habe um es simpel auszudrücken "nur" "wohnen ohne Stolperstellen oder. Stufen".

Das ist richtig. Sobald in einem Haus ein Aufzug vorhanden ist und nicht massive Stufen einem in die Quere kommen, wird es oft als "barrierefrei" bezeichnet.
Die DIN 18040-2 für barrierefreies Bauen unterscheidet immer zwischen "normaler" Gestaltung der Barrierefreiheit (Fußgänger mit Rollator o.ä.) und der für Rollstuhfahrer.
So wird z.B. die Duschfläche vor "Normalos" mit 1,20 auf 1,20m angegeben, für "Rollis" mit 1,50 auf 1,50m.

Evtl. kann Dein RA - der HPV weiteren Schadensersatz androhen, wenn diese sich weiteren Leistungen verwehrt und Dir schadet, wenn dadurch der Deal mit der Whg. platzt.
Laut meinem RA verhält sich die Versicherung juristisch korrekt.
Sie verwehrt mir ja die Leistungen nicht, sie sagt sie mir nur nicht konkret zu. Grundsätzlich zahlen sie ja den Umbau, aber über die Höhe sind sie sich (noch) nicht einig und auch nicht welche Einzelmaßnahmen sie für sinnvoll und notwendig erachten.

Also kann ich mit dem Satz, dass sie den Umbau zahlen, nix und wieder nix anfangen.
Das Risiko liegt bei mir, wenn ich die Wohnung kaufe, den Umbau vorfinanziere und am Schluß aber der Umbau nicht in voller Höhe übernommen wird.

Trotzdem danke für Deine Gedankengänge!

LG
Emma

Aramis
08.08.2013, 23:56
Hallo Emma

Hallo,

wir drehen uns im Kreis, nix geht vorwärts, ich ernte nur nicht zielführendes Blabla seitens der Versicherung.

Bevor kein Kaufvertrag über die Wohnung vorliegt, legt sich die Versicherung nicht fest, wie hoch die Kostenübernahme für den Umbau sein wird.
Ich kann die Wohnung nur kaufen, wenn sie umgebaut wird, sonst nützt die mir nix.

Emma

Bei anderen Kostenträgern ( DRV, KK, KFW- Bank, usw. ) darf man erst nach Bestätigung der Kostenvoranschläge kaufen, sonst verliert man den Anspruch ( z.b. KFZ-Umbau). Wer soll da noch durchblicken?

Ja, wir leben ewig, haben endlos Zeit:mad:

Bitte halt schön durch!

LG
Aramis

Isländer
09.08.2013, 15:36
Grüß Dich, Emma,

Ich sehen schon Auswege aus dem Dilemma.

(a) Schon mal vorgeschlagen, die Versicherung solle sich eindeutig äußern, die konkret vorgelegten Umbaukosten zu übernehmen, für den Fall, dass Du die Wohnung kaufst?

(b) Deine jetzigen Verhältnisse sind, soweit ich sehe, unzumutbar. Schon gedroht, in ein behindertengerecht umgebautes Hotel zu ziehen? Drohe damit, dass ein hoher Schaden droht, wenn es nicht bald vorangeht.

(c)
Bekannt ist mir folgender Fall: Ein Versicherer zog den Geschädigten an der Nase hin und her, bis dieser seien Miete nicht mehr zahlen konnte, so dass ihm Kündigung drohte. Genau das wurde dem Versicherer mitgeteilt und: Alle Umzugskosten würden dann dem Versicherer als Verzugsschaden aufgehängt. Vor der Höhe dieses ungewöhnlichen Schadens wurde gewarnt. Das hat dann gefruchtet!
Wenn man in Deinem Fall darstellen kann, dass der Schaden eskaliert, dann sehe ich konkrete Aussichten.

04
Von "Aufgeben" kann noch gar keine Rede sein. Meines Erachtens ist jetzt Zeit, geschickt Druck aufzubauen. Vorstandsbeschwerde schon in Gang?

ISLÄNDER

(c) Ich habe immer noch den Eindruck, dass der Verischerung

emma1
17.09.2013, 18:36
Hallo an alle Interessierten,

mir kommt es bald so vor, als würde mein Fall gar nicht mehr bearbeitet werden. Okay, es war auch Urlaubszeit (und Vertretungen scheint es grundsätzlich nicht zu geben), aber jetzt sind alle wieder da und... ich höre nix.
Meine Bemühungen, bei der gegnerischen Versicherung nochmal Druck zu machen und Entscheidungen zu bekommen, scheiterten daran, dass mein Anwalt momentan für mich (warum auch immer) nicht zu sprechen ist.

Die Bank hat die Frist für die Entscheidung zum Wohnungskauf sogar noch etwas verlängert, aber jetzt ist auch Schluss. Und das schlimmste, der Winter naht in großen Schritten und meine jetzige Wohnsituation nochmal einen Winter durchzuhalten ist unmöglich.

Also was tun?
Meine Familie bietet mir großen Rückhalt, so dass ich mich nun entschieden habe, den Wohnungskauf mitsamt dem Umbau in Angriff zu nehmen. Die Termine (und das sind viele) laufen gerade alle.

So hoffe ich, dass der Satz der gegnerischen Versicherung, die "berechtigten, angemessenen Kosten für den behindertengerechten unfallbedingten Um-/Ausbau der Wohnung bei Erwerb zu erstatten", nicht nur ein "in die Luft geblasener" Standardsatz ist.
Denn über "berechtigt, angemessen, erforderlich" lässt sich in der Regel ja immer streiten.

Obwohl es nun nicht so gelaufen ist, wie ich mir das vorgestellt habe, bin ich doch froh, dass es mal in eine Richtung geht, die mich weiterbringt.
Ich weiß, es liegt noch ein weiter Weg vor mir, damit ich die Mehrkosten weitgehend ersetzt bekomme. Da heißt es wieder, die letzten Energiereserven zu bündeln... mal wieder.

Drückt mir die Daumen, dass alles gut ausgeht. Ich halte Euch auf dem Laufenden.

Liebe Grüße
Emma

Isländer
18.09.2013, 07:19
Grüß Dich, Emma,

01
ich finde, dass Dein Vorgang recht eindeutig ist. Du machst zu wenig Druck, Du wartest, bis die anderen das Heft des Handelns in die Hand nehmen. Du wirst nicht mehr ernst genommen, auf der Gegenseite ist der Eindruck eingezogen, "ooch, die spielt nur"!.

02
Du musst jetzt gezielt ein Donnerwetter erzeugen (lassen), aber so, dass Du Deinen vollen Lästigkeitswert ausspielst. Nur, wenn's richtig weh tut, hat man getroffen.

Das klingt fürchterlich, aber wir sehen ja, anders geht nichts: Man bringt raus:

Wie heissen sie, welche Durchwahlen haben sie:

Sachbearbeiter
Gruppenleiter
Abteilungsleiter
Hauptabteilungsleiter
Beschwerdemanager

Ich mach's dann so: Ich rufe einen nach den anderen an , und zwar von oben (!) nach unten, beschwere mich sachlich, aber beinhart beinhart. Die "höheren Würdenträger" wissen von dem Vorgang natürlich nichts und müssen sich die Akte ansehen, gut, dann macht man jeweils Termine aus, wann innerhalb der nächsten 8 Tage man die Sache zur Sache besprechen kann, häufig geht dann was, wenn nicht: Wozu gibt's eigentlich Gerichte

03
Wenn Du so weiter machst, trittst Du in einem Jahr immer noch auf der gleichen Stelle. "Des nix und nix übereinand' des is nix!" Hau halt mal drauf! Aber fest!

04
In der Bibel steht, dass selbst Gottvater ab und an seinem heiligen Zorn Lauf gelassen hat - siehe Sodom und Gomorra, also bitte, wieso sollst Du als sein Ebenbild das nicht auch dürfen

05 Radau ist eigentlich selten das richtige Mittel. Aber hier sehe ich es als das Mittel der Wahl.


ISLÄNDER

deel
18.09.2013, 14:47
Hallo Emma,

ich kann Isländer nur Recht geben, manchmal hilft es einfach nur noch so lästig wie eine Schmeißfliege bei den Gegenern zu sein, sonst wirst du vergessen.

Unser RA hat über diesen genau von Isländer beschriebenen Weg erreicht, dass wir dann endlich innerhalb von 2 Tagen die Zusage zum KfZ Kauf bekamen, davor haben die sich solange Zeit gelassen, dass das gewünschte Auto jedesmal weg war.

Komisch finde ich, warum dein RA nicht mit dir reden will.

Halt uns weiter auf dem Laufenden.

LG die Frau vom Deel

Aramis
18.09.2013, 15:53
Hallo Emma, Frau Deel und Isländer,

natürlich sind Isländer`s Tipps vom Feinsten, aber: Emma hat einen RA!

Viele RA´s sind perfekt, haben ihr eigenes Tempo, ihre eigene Vorgehensweise und wissen Alles.

An irgendeinem Punkt stellt der Mandant eine "falsche" Frage, oder der Anwalt ( bzw. SB) der Gegnerischen ist unkooperativ!

Klar, die Ansprechpartner der Versicherungen und die Vorstandsvorsitzende lassen sich im I-Net finden. Beschwerde an diese Stellen? Dann fühlt sich der dortige SB oder Anwalt übergangen , der eigene Anwalt wird sich weiter zurückziehen wegen "Vertrauensbruch", oder Beleidigung seines Ego`s:confused:

Isländer, du weißt wie lange ich den nötigen Anwaltswechsel hinausgezögert habe. Man erkennt Fehlverhalten nur schwer in dieser Materie:eek:

Trotzdem liebe Emma, schau, dass du deinem Anwalt und auch dem Rehaberater auf die Füße fährst!

LG
Aramis

Isländer
18.09.2013, 17:23
Grüß Dich, Aramis,


ich habe schon mit einkalkuliert, dass da auch ein Anwalt da sein könnte, deshalb habe ich davon geschrieben, sie solle ein Donnerwetter "erzeugen (lassen)".

Nun ist es wohl nicht jedermanns Sache, auch nicht jeden Anwaltes Methode, auch mal ein deutlich Kanzelwörtchen zu sprechen. Das heißt nicht, dass der Anwalt von Emma nichts taugt. Aber dann gibt es immer noch die nette Methode, für die allerdings der Anwalt von Emma mitspielen müsste: Man macht mal das "good cop -bad cop" Spiel. Der eine macht's Donnerwetter, der andere hält den Zürnenden (wie vorher abgesprochen) ein wenig in Schach und macht einen eleganteren Ton, und dann ist der Angegriffene aus der Versicherung froh, wenn ihn der "nette gegnerische" Anwalt sogar noch ein wenig in Schutz nimmt. Aber dass er ihm dann auch was rausrücken muss, ist dann schon klar...

kann funktionieren! Wenn das so recht nicht klappen will, dann halt rauf aufs Pferd aufs Pferd und auf ins Gericht!

Tatsächlich bin ich aber der Meinung: Wenn Emma nicht einen Befreiungsschlag bewirkt, dann wird sie ewig warten.


ISLÄNDER

Aramis
18.09.2013, 20:21
Hallo Isländer,

wir sprechen doch vom selben Problem( mit oder ohne Diplomatenakzent).

Nur Emma nutzt es nix, wenn ihr Anwalt grade eine schöpferische Pause einlegt, oder was auch immer er gerade treibt !

Habe ich auch erlebt, du kriegst keine Antwort - kein Anruf, kein Brief, schon garkeine e-mail wird beantwortet? Was dann?
Vermißtenanzeige:eek: oder zur Fahndung ausschreiben?

Hier beginnt eines der grundsätzlichen Probleme. Wie reagiert man?
Unsere Zeit geht verloren, die generische höhnt, dass sie ja nichts dafür können, dass Ansprüche nicht zeitnah eingereicht wurden!

Du, lieber Isländer, magst die berühmte Ausnahme sein, das hast du uns schon so oft bewiesen! Danke dafür! Leider lassen uns deine Kollegen immer mal im Stich.

LG
Aramis

Isländer
19.09.2013, 17:22
Grüß Dich, Aramis,

01
Bitte glaub nicht, dass ich ein Heiliger sei!

02
wahrscheinlich fürchtet sich der Mann vor dem Aktendeckel. Und zwar so, dass er lieber ganz schnell was Wichtigeres macht, nämlich - äh - was machen wir denn jetzt?- Ja genau, Abfalleimer ausleeren. Und dann noch schnell was anderes. Und .... dann...kommt der Tag, an dem man sagt: "Uiii, der Emma hab ich irgendwas versprochen, ich weiß schon gar nicht mehr, was es war...", das macht alles schlimmer: Dann besteht die Gefahr, dass der Mensch erst recht nicht mehr gern in die Akte schaut. Wenn er voooorsichtig mit der Bleistiftspitze am Eck des Aktendeckel etwas anhebt...oh, da scheint es ihm brandschwarz rauszuqualmen. Schnell wieder zugeklappt!

Das ist natürlich dumm! Aber der Mensch ist so. Und: Angst verdummt den Menschen.

Soweit die "Mechanik". Aber man muss irgendwie den Teufelskreis durchbrechen, sonst sitzt Emma noch länger da.

Vielleicht lässt sich Emma mal einen Termin geben. Sagt dem armen Hund, der sich vermutlich schon fürchtet "Jetzt gehen wir's mal durch. Wo hängts, wo nicht? Machen einen Plan: Was machen wir diese Woche. Und am nächsten Montag um 15:00 Uhr schaun wir uns das an, wie weit wir sind. Und so bekommen wir die Kuh vom Eis". Das klappt immerhin nicht selten.

Manchmal sind die Kollegen auch im Urwald. Sie führen eine Akte, die führen sie genau so wie die kleine Zahlungsklage für eine Garagenmiete. So geht keine Unfallakte mit Erfolg, so was wird in Kurzer Zeit ein "Buchstabenverhau mit Zahlensalat", sogenannter "echter Datenfriedhof", arbeiten kann man damit nicht. Es ist nicht leicht, sich dann erst mal an's Sortieren zu machen. Ich habe auch so meine blutigen Erlebnisse hinter mir. Bis ich erst mal ein System hatte, das mir Zugriff zu den Daten geschaffen hat, das hat schon gedauert. Man lernt so was weder im Studium, noch in der nachfolgenden Referendarszeit, noch in einer Fachanwaltsausbildung.

Vielleicht schreibt mir Emma mal eine PN, damit ich sie anrufen kann.

ISLÄNDER

emma1
19.09.2013, 21:21
Hallo Aramis, Frau vom Deel und Isländer,

was da gerade mit meinem Anwalt los ist, kann ich auch nicht so richtig einordnen.

Die Vorschläge zum Vorgang sind gut, aber das sind doch eigentlich eben die Dinge, die mein Anwalt erledigen sollte. Wozu in Gottes Namen hat man so einen?
Ich kümmer mich eh schon um tausend Dinge und meine Energie und Ausdauer sind begrenzt.

Einen Termin bei meinem Anwalt habe ich mir bereits geben lassen, ist Ende nächster Woche.
Bis dahin müsste der Kaufvertrag für die Wohnung unterzeichnet sein.
Dann kann die Versicherung sich auch nicht mehr zurückziehen mit "wenn der Kaufvertrag vorliegt".
Mein Anwalt muss denen die Pistole auf die Brust setzen. Ich hoffe ich kann ihm dies klar und deutlich vermitteln.

@ Isländer:
Meine Telefonnummer hast Du eigentlich schon, ich schreib trotzdem noch 'ne PN.
_____________________

Noch was zum ganz praktischen Teil der Wohnungsgeschichte:

Hat jemand Erfahrung mit behindertengerechten Küchen?

Ich habe hauptsächlich das Problem, dass ich zwar viel im Sitzen vom Rolli aus mache, aber auch hinstehen kann und will (wenn ich mich an der Küchenfront anlehnen kann).
Ich möchte mir nicht die komplette Küche rollitauglich machen, denn dann habe ich im Stehen keine Chance mehr da ich sehr groß bin.

Also gibt es dazu Tipps aus eigenen Erfahrungen? Einige Internetseiten hab' ich auch schon durchforstet und ein paar gute Tipps bekommen.

Einen spezialisierten Küchenbauer gibt's sicherlich hier in der ländlichen Gegend nicht. Dafür umsomehr gute Schreiner, die aber meine Vorstellungen brauchen.

Einen schönen Abend noch und viele Grüße
Emma

Isländer
21.09.2013, 07:44
Grüß Dich, Emma,

ich ruf Dich an.

01 Küche:
Welches Problem genau willst Du lösen? Ich vermute: Die Tischhöhe und die Höhe der Schubladen ist ein Problem:

Willst Du im Sitzen arbeiten, müsste das alles etwa 25 cm tiefer sein als dann, wenn Du stehst. Vorausgesetzt, dass ich richtig geraten habe ("auch ein blindes Huhn...."):
Es gibt Systeme, die die Hängeschränke in der Küche rauf und runterfahren, elektrisch betätigt, damit sie dem sitzenden Rollifahrer entgegenkommen. Technisch sehe ich kein Problem, wieso nicht auch Tischplatten und darunter angebrachte Schubladen rauf und runterfahren können. Einziges Problem: In Unterschränken unter Tischplatten auf Schreibtischhöhen-Niveau ist weniger Platz als in üblichen Küchen-Unterschränken, es fehlt die Höhe! Da Du aber auch mit den Knien irgendwo hinmusst, wirst Du im Ganzen dann einige Quadratmeter mehr Küchenfläche benötigen.
Wenn ich falsch vermutet habe, wo das Problem steckt, melde Dich bitte.

02
Du Stöhnst: Du musst so viel organisieren. Wozu hat man einen Anwalt?

Vorsicht: Der wird dafür bezahlt, dass er den von Dir zu liefernden Sachverhalt juristisch verwurstet. Für's Organisieren bekommt er nichts. Damit entsteht eine Lücke, vor allem, wenn sich der Geschädigte schwer tut mit Organisation. Diese Lücke ist noch nicht überzeugend zu schließen, man bräuchte eigentlich einen Beruf dafür, einen Verletztungsmanager. Ansätze, wie man das macht, gibt es aber. Etwa dann, wenn ein Sachverständiger einen Zusatzauftrag dafür bekommt.

ISLÄNDER

Aramis
21.09.2013, 09:28
Hallo Emma, servus Isländer,

für die Küche habe ich mir folgendes überlegt: weniger Türen (die sind vom Rolli aus bescheuert zu öffen) besser sind Auszüge (Schubkästen in allen Größen, mit Gittern ) sie werden gern bei Hochschränken/ Vorratshaltung in Küchen eingesetzt.
Natürlich sollten auch Backofen, Mikiwelle, Kühl und Eisschrank auf Tischhöhe sein!
Es gibt kaum was schlimmeres als das Gemüsefach auf fußboden -Höhe , Geschirrspüler und Tiefkühler gehören auch auf Sichthöhe !

Sorry, aber es wundert mich echt, das mein Lebensgefährte noch nicht aus dem Rolli gekippt ist, während er den Kühlschrank nach Schlemmereien durchsucht hat;)
Unterschiedlich hohe Arbeitsflächen sind angebracht, ist aber ein Platzproblem!
Im Bad sieht es genauso aus: ein tieferes und ein höheres Waschbecken sind schon eingeplant.
Nur wer weiß, was angebracht oder sinnvoll ist? Wie reagiert die Gegnerisch auf solche Extrawünsche?

Bin recht ratlos
LG Aramis

emma1
21.09.2013, 10:38
Guten Morgen!


02
Du Stöhnst: Du musst so viel organisieren. Wozu hat man einen Anwalt?

Vorsicht: Der wird dafür bezahlt, dass er den von Dir zu liefernden Sachverhalt juristisch verwurstet. Für's Organisieren bekommt er nichts. Damit entsteht eine Lücke, vor allem, wenn sich der Geschädigte schwer tut mit Organisation. Diese Lücke ist noch nicht überzeugend zu schließen, man bräuchte eigentlich einen Beruf dafür, einen Verletztungsmanager. Ansätze, wie man das macht, gibt es aber. Etwa dann, wenn ein Sachverständiger einen Zusatzauftrag dafür bekommt.


Ich liefere ja! Und das sogar sehr organisiert (das sagte mir mein RA auch schon mehrmals). Meine Belege klebe ich sorgfältig ein, nummeriere Sie durch und führe parallel dazu eine Liste mit Begründungen. Jeder neue Sachverhalt wird auf dem PC formuliert, meinerseits begründet und ggf. Berechnungen gemacht. Etc., etc..
Ich bereite jeden Termin akribisch vor.

Das mit dem Sachverständigen habe dem RA vor drei Wochen vorgeschlagen. Es geht um den Haushaltsführungsschaden, den wir eigentlich schon im Juni durchgesprochen hatten und dessen Berechnung und Einforderung noch aussteht.
Da hatte ich eben auch einen Ansatz der möglichen Entlastung gesehen, nachdem ich diese Info's von hier aus dem Forum hatte.


Noch zur Küche:

Ihr habt das Problem soweit erfasst.

Irgendwo sollte ein Teil Arbeitsfläche unterfahrbar sein.
Ebenso wäre Spüle gut, wenn sie unterfahrbar wäre. Hier hatte ich auch schon an eine Höhenverstellung gedacht. Ich möchte mir immer die Option auflassen, dass ich auch mal an guten Tagen was im Stehen machen kann (nicht dass ich faul werde). Ausserdem spülen ja auch andere mal und das ist in Sitzhöhe ja dann für die echt extrem niedrig.

Das mit den Auszügen anstatt Türen ist auch gut. Macht man heutzutage ja eh sehr viel.
Apothekerschränke sind auch prima und sicherlich vom Rolli aus super zu bedienen.

Leider ist es definitiv so, dass mehr Platz benötigt wird, wenn unterfahrbare Teile mit drin sein sollen.
Irgendwo hab' ich auch gelesen, dass dieses Problem mit Rollcontainern etwas reduziert werden kann. Aber diese Dinger müssen ja dann hin und hergeschoben werden... das geht ja auch nicht wirklich gut...

Mikrowelle, Backofen, Spülmaschine, Kühlschrank und Gefriere... alles auf Sitzhöhe. Das ist gut, denke ich auch, aber ob da der Platz reicht?
Ja, da soll mal noch einer sagen, dass ein Rollifahrer nicht mehr Platzbedarf hat!

Immer her mit weiteren Ideen!

Danke und einen schönen Samstag an alle.

Viele Grüße
Emma

Isländer
21.09.2013, 19:05
Grüß Dich, Aramis,

danke für Deine prima Ideen! Auf das Türen-Problem war ich noch nicht gekommen. Aber es leuchtet mir sofort ein. Was macht man da?

Mit fällt spontan das Rolltor im Doppelparker einer Garage ein. Elektrisch betätigt, aus Lamellen bestehend, wickelt es sich oben auf. Entsprechend wieder runter. Ich sehe nicht, wieso so etwas nicht "in Klein" als Ersatz für die unpraktischen Klapptüren möglich sein sollte! Das sollte natürlich etwas schöner sein als ein Rollo. Aber das wird auch hinzubekommen sein.

Ich bin mir sicher: Sowas gibt's schon. Wozu leben wir im Lande der Dichter und Erfinder?
Wenn wir Glück haben, meldet sich jemand und kennt einen Hersteller, der ("dem Inschenör ist nichts zu schwör") das schon im Programm hat. "Produzenten aller Länder, meldet Euch!"

ISLÄNDER

Aramis
21.09.2013, 20:31
Hallo Isländer,

nix zu danken.

Das "Rolltorsystem" gibt es schon länger (denke die alten Aktenschränke).

In der Küchenausstattung gibt es die Rolltüren vorwiegend für Hängeschränke.
Mit einem elektrische Antrieb gibt es die sicher auch.
So wie es die Rollos mit Fernsteuerung und Sensoren gibt.

Bilder und Beschreibungen muß ich noch suchen.

LG
Aramis

emma1
21.09.2013, 20:50
Hallo,

ah ja, das mit dem "Rolltor"!

Tatsächlich, das gibt's und zwar auch in Küchen.
Hat meine Schwester sogar, dahinter hat sie u.a. die Kaffeemaschine, die sie auf einem Brett auf Rollen so rausziehen kann.
Super Idee, warum bin ich da nicht draufgekommen ("das Gute liegt so nah...")?

Das sind die Ideen die ich brauche!

Danke und liebe Grüße
Emma

Aramis
21.09.2013, 21:10
Hallo,

und hier gibt es die elektrische Lösung:

http://www.asal-baubeschlag.de/Portals/_asal/Documents/7f6dacf0-37d7-4b3e-80ed-0cdadf163bfb.pdf

LG
Aramis

Isländer
22.09.2013, 06:41
Grüß Die, Aramis, Grüß Dich auch, Emma!

01
Große Klasse, Aramis, vielen Dank für Deine Suche! Tatsächlich, Rolladen-System gibt's sogar mit funkbedienten Motor! Fernbedienung! Mit grimmiger Genugtuung sehen wir: Schrumpft sich schon ein, das Problem!

02
Nun könnte es sein, dass Emma so ein Rollo nicht gefällt, die ganze Küche gestreift wie ein Zebra. Und wie wär's damit? Du kennst Du die Tür an modernen Nahverkehrs-Bussen vorn, wo die Fahrgäste einsteigen. Diese Tür fährt an einer Schiene. Zum Öffnen fährt die Tür ein wenig dem Fahrgast entgegen, der an der Haltestelle wartet, und dann im Abstand von wenigen cm die Karosserie entlang. Ich wüsste jetzt nicht, wieso etwas Ähnliches für Schranktüren nicht gehen sollte, was beim VW-Bus "Schiebetür" heißt. Aramis wollen wir nicht plagen ("Finger gereicht, ganze Hand genommen...."), aber...ähem....vielleicht....weiß sie zufällig auch dafür Lieferanten?


03
Aramis, vergiß nicht, Provision mit dem Hersteller zu vereinbaren! Das ist nicht geldgierig, sondern: Du hast was geleistet, Von irgendwas muss auch Dein Schornstein rauchen!

03
Die Anmerkung von Dir, Emma, ist faszinierend: Wenn man über die Dinge redet, dann fällt einem auch selbst wieder etwas ein. Schauen wir mal drei gewiegten Bastlern zu - von denen unverständige Volk sagen würde, die Ratschen gerade:
Der eine hat ein Problem. Der andere einen Vorschlag. Der geht aber nicht, zeigt der der Dritte auf. Was den ersten auf die Idee bringt, dass es funktionieren müsste, wenn man die Konstruktion schlicht auf den Kopf stellt, also andersrum montiert. Inzwischen ist dem Zweiten eingefallen, dass das auch besser ist, weil dann keine Brösel reinfallen, hinauf fällt der Dreck selten, aber runter. Was dem Dritten die Idee zünden lässt, dass man das überhaupt abdichten könnte.....
Man sieht richtig, wie sich die drei wechselseitig die Bälle zuspielen: Meisterbesprechung! Da wird nicht geratscht, da werden handfeste Lösungen erzeugt! Das geht viel besser, als sich allein zu zergrübeln, wobei man immer wieder an der gleichen Kante hängen bleibt.

Sind wir drei nicht einfach umwerfend?

ISLÄNDER

Aramis
23.09.2013, 09:12
Hallo Isländer,

Falttüren sind seit Jahren im Möbelbau anerkannt!

http://www.delker-werkzeuge.de/Lager-%20und%20Betriebseinrichtungen/Betriebsausstattung/Schrank/Faltt%FCrenschrank%20H1000xB1200xT400mm%202%20B%F6 den%20bitte%20Farbe%20angeben--/go?r=1599&n1=category&n2=24076&l=3&c=EUR

War modern in den `90ern, leider sind im Moment nur Kleider-und Werzeugschränke damit ausgestattet?

Aber hier:

Jalousieschrank http://www.nolte-kuechen.de/de/Globale-Inhalte/STAUNraum

Ich habe 11 Jahre in einer Schreinerei / kleinen Möbelfabrik gearbeitet- machbar ist alles! Man braucht nur Ideen und etwas Engagement:cool:

LG Aramis

Aramis
24.09.2013, 08:53
Hallo Emma, servus Isländer,

Die Lösung für Alle :

http://nullbarriere.de/tzh-paternosterschrank.htm

Wenn ich den Link meinem Lebensgefährten zeige, will er sowas in allen Bereichen!
Dabei ist die Idee schon in vielen Filmen gezeigt worden! Dabei ging es zwar mehr um Schuhe:D

Ähnlich wie an Gepäckstationen am Fughafen das Gepäck an die vorbei rollt, gibt es auch Kleiderhängesysteme wo die Klamotten an einem vorbeigleiten.
Lösungen gibt es genug ( ihr müßt mich nur fragen);)
Und : Isländer muß uns verraten, wie man sowas bei der Versicherung durchsetzt!:)
LG
Aramis

P.S.: Bei Blade (Film mit Wesley Snipes und Kris Kristofferson) kam mir zum ersten mal die Idee, dass für Schatzi eine "Laufkatze" http://www.google.de/imgres?newwindow=1&sa=X&biw=1280&bih=907&tbm=isch&tbnid=8VcVonrR25dEsM:&imgrefurl=http://www.directindustry.de/prod/planeta-hebetechnik-gmbh/manuelle-laufkatzen-65649-616718.html&docid=DWixBdPp_OuSbM&imgurl=http://img.directindustry.de/images_di/photo-g/manuelle-laufkatze-65649-2329285.jpg&w=219&h=500&ei=jjRBUr-kF4fVtAa29YD4Cg&zoom=1&iact=hc&vpx=176&vpy=348&dur=5&hovh=339&hovw=148&tx=110&ty=211&page=2&tbnh=168&tbnw=73&start=34&ndsp=44&ved=1t:429,r:71,s:0,i:301an der Decke perfekt für seine Werkstatt wäre. So könnte er sich ungehinderter seinem Hobby widmen.

emma1
24.09.2013, 21:34
Hallo Aramis, hallo Isländer,

mir kommt jetzt bei all der Küchenplanung auch wieder die Kostenübernahmefrage in den Sinn...

Wie können die Mehrkosten einer behindertengerechten Küche gegenüber einer "normalen" Küche klar und deutlich herausgestellt werden?

Nehmen wir mal das Beispiel aus Aramis' supertollem Link (!):
http://www.nolte-kuechen.de/de/Globale-Inhalte/STAUNraum

Hier diese "Le Mans"-Eckschranklösung, wo die "Böden" komplett rausgezogen werden können, so dass man prima vom Sitzen aus an alles rankommt.
So ein Teil ist ja praktisch, aber ja für alle Menschen dieser Welt.
Praktische Dinge lassen sich ja meistens auch sehr teuer verkaufen und hier beginnt dann mein Problem.

Ich sage: das brauche ich behinderungsbedingt, da ich an die Töpfe im Eckschrank hinten sonst nicht rankomme.
Die Versicherung sagt: ja moment mal, das hat mein Nachbar xy auch in seiner Küche und der ist super zu Fuß und kerngesund.

Oder:
Ich sage: ich brauche diesen ozteuren Sockelschubkasten, weil mir durch die teilweise Unterfahrbarkeit der Küche Stauraum verloren geht.
Die Versicherung sagt: ja moment mal, da könnte ja jeder daher kommen. Eine Küche braucht ja jeder Mensch und Schubladen gehören zum ganz normalen Küchenglück.

Wie also vorgehen?


Ich habe ja jetzt viele gute Ideen bekommen. Der nächste Schritt ist, abzugrenzen, was Sinn macht und erforderlich ist, und was nicht.
Und ausmessen und tüfteln.


Noch zur "Laufkatze", Aramis:
P.S.: Bei Blade (Film mit Wesley Snipes und Kris Kristofferson) kam mir zum ersten mal die Idee, dass für Schatzi eine "Laufkatze" http://www.google.de/imgres?newwindo...71,s:0,i:301an (http://www.google.de/imgres?newwindow=1&sa=X&biw=1280&bih=907&tbm=isch&tbnid=8VcVonrR25dEsM:&imgrefurl=http://www.directindustry.de/prod/planeta-hebetechnik-gmbh/manuelle-laufkatzen-65649-616718.html&docid=DWixBdPp_OuSbM&imgurl=http://img.directindustry.de/images_di/photo-g/manuelle-laufkatze-65649-2329285.jpg&w=219&h=500&ei=jjRBUr-kF4fVtAa29YD4Cg&zoom=1&iact=hc&vpx=176&vpy=348&dur=5&hovh=339&hovw=148&tx=110&ty=211&page=2&tbnh=168&tbnw=73&start=34&ndsp=44&ved=1t:429,r:71,s:0,i:301an) der Decke perfekt für seine Werkstatt wäre. So könnte er sich ungehinderter seinem Hobby widmen.In der Reha hat man mich in so eine Laufkatze reingehängt und dort konnte ich dann die ersten Schritte mit Rollator "ganz ohne" Hilfe anderer machen.
Ein tolles Gefühl!

Aber möchtest Du Deinen Schatz "reinhängen" oder dass er "seine Schätze" reinhängen kann?
(Also ich meine mit "seine Schätze" jetzt nicht Dich, obwohl Du vermutlich einer bist..., sondern seine Werkstücke etc.) :)

Danke für Eure Ideen!

Liebe Grüße
Emma

Aramis
25.09.2013, 07:51
Liebe Emma,

ich mußte grad fürchterlich Lachen als ich das las:


Aber möchtest Du Deinen Schatz "reinhängen" oder dass er "seine Schätze" reinhängen kann?
(Also ich meine mit "seine Schätze" jetzt nicht Dich, obwohl Du vermutlich einer bist..., sondern seine Werkstücke etc.) :)

Danke für Eure Ideen!

Liebe Grüße
Emma

Sorry, aus der Nummer kommst du nicht mehr raus:D

Für die Schätze dachten wir an eine Hebebühne. Die Laufkatze wäre für ihn. Wenn er sich zu sehr auf ein Problem konzentriert, vergißt er die Prothese und stolpert, bzw. er könnte sich auch an den Tagen ohne Prothese freier Bewegen ! Alles noch Träume:confused:

Zur Küche stelle ich mir die gleiche Frage (jeep, diese Küchen sind super durchdacht!).
Zum Bad und zum KFZ auch!

Mal sehen was unsere Rechtsanwälte wissen, wo Isländer und die Profis hier im Forum nachhelfen müssen;)

LG
Aramis

Kasandra
25.09.2013, 20:45
Hallo Emma & Aramis,

dieses habe ich soeben durch Zufall gefunden.

http://www.online-wohn-beratung.de/pressalit-indivo-kueche.0.html


Viele Grüße

Kasandra

Isländer
26.09.2013, 17:27
Grüß Euch, Emma, Kassandra, und Aramis,

Ihr seid großartig! Seht ihr? Alles das, was einem Behinderten das Leben angemessen erleichtert, das gibt es an Technik! Man braucht nur zugreifen!

Die Frage ist aufgetaucht: Wie setzt man diese Kosten um? Das mache ich jetzt am Beispiel Emmas: Sie zieht ja wohl demnächst um, da ist am meisten Bewegung drin:

01
Ihr alle habt schon eine Küche. Eine, mit der ein Behinderter Tag für Tag gnadenlos vorgeführt bekommt, wie mühsam das Leben sein kann. Nun kann man ja sagen: "Geht aber auch so!". Das stimmt! Aber ist das mit dem Bild der Menschenwürde im Grundgesetz vereinbar? Das eben nicht! Und das Grundgesetz ist nun mal der Maßstab. Ein grober, der einen Rahmen bildet. Aber ein wichtiger.

02
(a)
Vor dem Unfall sind wir schnell und ohne Plage an die Pfanne drangekommen. Da der Schaden zu ersetzen oder auszugleichen ist (§ 249 BGB): Dann kommen wir hinterher auch an die Pfanne schnell und mühelos dran.

(b)
Vor dem Unfall haben wir selbst bestimmt, was angemessen in unserem Leben ist. Dieses Recht, wie wir den Schaden ausgleichen, haben wir im Rahmen dessen, was halbwegs vernünftig ist, auch nach dem Unfall.

Das OLG Bremen (VersR 99/1030 ff.) habe ich schon öfters im Forum zitiert (der BGH sagt es ganz ähnlich):

"Über den zu ersetzenden Aufwand darf auf die Wahl der Lebensgestaltung nur eingeschränkt Einfluss genommen werden, wenn nämlich die Kosten in keinem vertretbaren Verhältnis zur Qualität der gewählten Versorgung stehen….zu ersetzen ist der Mehrbedarf, der tatsächlich bei sinnvoller Disposition anfällt"

(c)
Jetzt müssen wir nur noch verknüpfen: Die Gestaltung der Küche muss eine Reaktion auf die Behinderung sein. Das lässt sich gut darstellen, z.B. wie oben gerade geschehen: Der Verletzte will einen Unfall vermeiden", oder: "Unterfahrbarkeit wichtig, sonst ist die Küchenarbeit nur in einer verdrehten Korkenzieher-Zwangshaltung möglich, die nach wenigen Minuten schmerzhaft ist".

(d)
Hat man nun auch noch mehrere Kostenvoranschläge, so sieht auch der Richter, dass hier nicht einfach Geld zum Fenster rausgeworfen wird, sondern die unfallbedingten Wünsche vernünftig umgesetzt werden.

03
Das "Beste", was die Versicherung dagegen einwenden kann, ist: "Toll. Vorher hattest Du eine Küche, 32 Jahre alt, verschrammt und mit durchgewetzter Resopalplatte. Da hättest Du bald eine Neue gebracht. Die hättest Du (ohne Unfall) selbst zahlen müssen. Jetzt kriegst Du eine neue Küche, und wir müssen's zahlen. Was Du Dir da ersparst - das ziehen wir ab, sogenannter "Abzug Neu für Alt"." Dieses Argument ist durchaus "gerichtsfest". Nur: Da ist der Versicherer beweisbelastet. Er muss den "Abwohngrad" der alten Küche belegen. Das wird ihm nach dem Umzug Emmas nur recht schlecht gelingen. Und: Man kann dem Versicherer entgegenhalten, dass er den Vorteil erst dann entgegenhalten kann, wenn er fällig wird. Etwa in 10 Jahren, wenn die vorhandene Küche fällig zur Erneuerung würde: Denn erst in 10 Jahren sparen wir uns etwas.
Wenn man sich das aber heute schon abziehen lassen will - dann muss die Versicherung Zinsen anbieten. Wetten, dass sie dann nicht die 4 - 5 % anbietet, die sie sonst immer bei Abfindungen den Geschädigten vorschlägt?

Gibt einen netten Kampf ums Recht!

ISLÄNDER

Aramis
26.09.2013, 19:16
Nur schnell den Gedanken aufgreifen:

Die "alte" Küche hätte an Ort und Stelle noch 20 Jahre gehalten! Ein Ab- oder Umbau verkraftet sie jedoch nicht mehr!

LG
Aramis

emma1
26.09.2013, 22:07
Hallo an alle,

danke Kasandra für den Link.
Ich habe mittlerweile beschlossen, dass Spüle, Herd und ein Teil Arbeitsfläche unterfahrbar und auch höhenverstellbar sein müssen.
So kann ich im Sitzen arbeiten, aber auch mal kurzzeitig im Stehen. Ausserdem können auch mal andere Menschen was in meiner Küche arbeiten, ohne dass sie sich das Kreuz brechen.


Nur: Da ist der Versicherer beweisbelastet. Er muss den "Abwohngrad" der alten Küche belegen. Das wird ihm nach dem Umzug Emmas nur recht schlecht gelingen. Und: Man kann dem Versicherer entgegenhalten, dass er den Vorteil erst dann entgegenhalten kann, wenn er fällig wird. Etwa in 10 Jahren, wenn die vorhandene Küche fällig zur Erneuerung würde: Denn erst in 10 Jahren sparen wir uns etwas.
Wenn man sich das aber heute schon abziehen lassen will - dann muss die Versicherung Zinsen anbieten. Wetten, dass sie dann nicht die 4 - 5 % anbietet, die sie sonst immer bei Abfindungen den Geschädigten vorschlägt?


Tut mir leid Isländer, da steig ich grad nicht voll durch...

Auch ist meine Frage noch nicht ganz beantwortet:
Ich kann ja von der gegnerischen Versicherung nicht die komplette neue Küche als Schadensersatz fordern.
Eine Küche braucht ja jeder. Gut, ich hätte jetzt nicht eine neue gebraucht, hätte ja auch nicht umziehen müssen.
Ich darf ja keinen Vorteil haben, auch keine Wertsteigerung etc.
Heisst für mich, dass ich im Kostenvoranschlag für die Küche differenzieren muss, was in der Küche "behinderungsbedingt erforderlich" und was "normale Küche" ist.
Wie geht das?

Klar, wenn ich z.B. so einen Lift für die Arbeitsplatte einbauen lasse, läuft dieses Teil unter "behinderungsbedingt erforderlich".
Der Kühlschrank hingegen ist ja "normale Küche".

Weiter viele Fragezeichen...

Aber: Der Kaufvertrag für die Wohnung ist jetzt unter Dach und Fach. Es kann nun losgehen!
Die Umbauarbeiten werden in die Wege geleitet. Und ich hoffe, dass alles passend für mich und dabei auch noch schön wird... und die Versicherung die geforderten Kosten übernimmt.

Liebe Grüße
Emma

Kasandra
26.09.2013, 22:14
Hallo Emma,

wünsche Dir viel Freude mit der neuen Whg. und wie Du bereits geschrieben hast, die Versicherung die Kosten auch übernimmt und dieses vollständig und auch nicht erst nach 8 Jahren Prozess.

Interessant ist das schon sehr, was muss die Versicherung übernehmen, Kühlschrank braucht jeder. Wie ist der aktuelle Wert der Küche, was oder wie viel wird angerechnet.

Klar, eine Küche ist schon eine große Investition. Ich denke es ist auch davon auszugehen, dass eine 20 Jahre alte Küche, welche gut in Schuss ist von einem Mitbürger mit wenig Monatsgehalt noch weitere zig Jahre benutzt wird.
Hat jemand mehr im Geldbeutel ist dieser sicherlich eher bereit eine 20 Jahre alte Küche zu erneuern.

Aber auch, betrachtet man Mietswohnungen. Hier gibt es ja die Unterschiede: Vermieter stellt eine Küche o. Mieter hat bzw. muss sich eine Küche kaufen.

Hast Du aktuell eine eigene Küche oder gehört diese bei Dir zum Mietgegenstand?

Viele Grüße

Kasandra

emma1
26.09.2013, 22:40
Hallo Kasandra,

danke für Deine guten Wünsche!


Hast Du aktuell eine eigene Küche oder gehört diese bei Dir zum Mietgegenstand?


In meiner momentanen Mietwohnung ist die Küche im Mietpreis integriert, ist also Mietgegenstand.

Liebe Grüße
Emma

emma1
11.10.2013, 16:17
Hallo an alle Interessierten,

diese Woche ging es jetzt endlich los, der Umbau in der Wohnung wurde gestartet.
Die erste Wand ist rausgerissen, die Türzargen entfernt.

Ich scheine gute Handwerker an der Hand zu haben, alles wird mit mir abgesprochen vor irgendetwas fest montiert wird.

Viele tausend Kleinigkeiten, die mir aber bei Nichtbeachtung das Leben unnötig schwer machen, sind jetzt zu beachten und zu durchdenken.

Wo genau muss die Armatur in der Badewanne/Dusche hin?
Wie hoch genau soll das Waschbecken montiert werden, die Vormauerung und der Spiegel (ich möchte mich endlich auch mal wieder gscheid im Spiegel anschauen können, hoffentlich gibt das kein böses Erwachen:))?
Wo stelle ich meine Pflegeutensilien ab, dass ich auch noch gut hinkomme?
Und so weiter und so fort.... der Meterstab, eine Rolle Klebeband zur Markierung sind gerade meine ständigen Begleiter.

Es ist anstrengend, aber es macht auch Spaß, alles nach meinen Wünschen und Erfordernissen zu gestalten.


Heute hat dann auch ein Ortstermin wegen der Küche stattgefunden. Viele Ideen hat der Schreiner schon mitgebracht, meine Ideen werden hinzugefügt und so erarbeiten wir die bestmögliche Lösung.

Ideen, welche im "Küchenplanungstopf" drin sind und auf Erfordernis, Praktikabilität und natürlich auch Finanzierung geprüft werden müssen (vielleicht können andere hier im Forum auch von diesen Ideen profitieren):


Das Kochfeld in die Arbeitsplatte einlassen, so dass kein störender Rand entsteht, so dass ich Töpfe einfach runterziehen kann.



Hierzu eine Granit-Arbeitsplatte, damit ich auch was heisses draufstellen kann.



Spüle, Herd und teilweise Arbeitsplatte unterfahrbar und höhenverstellbar.



Herd und Spüle nebeneinander (Nudelwasser ausschütten...), nur so viel Platz dazwischen, was als Abstellplatz für Schmutzgeschirr benötigt wird.



Gegenüber der Küchenzeile eine Art Theke mit Schubladen (um den verlorengegangenen Stauraum wegen der Unterfahrbarkeit zu kompensieren); raumsparend integriert an diese Theke der Esstisch.



Die Gerätschaften auf die für mich erforderliche Höhe gesetzt.



Anordnung der Gerätschaften so, dass ich immer gleich auch eine Ablagemöglichkeit habe.



Ein Auszug mit Brett (quasi eine Schublade mit Arbeitsplatte), so ist superpraktisch und einfach nochmal eine Arbeitsfläche auf Rollstuhlöhe dazugekommen.



Schubladen eher kleiner (nicht so wie die "modernen", breiten Großraumschubladen) damit ich mit dem Rollstuhl besser Platz bei geöffneter Lade habe.



Material nehmen, das auch länger verfügbar ist, sollte in der Küche etwas abgeändert werden müssen.

Ich bin jetzt mal gespannt, wie die zeichnerische Planung aussehen wird.

Hach, eine spannende und aufregende Zeit, aber endlich geht was voran.
Und es wird Zeit. Der Winter hat bei uns schon kurzfristig Einzug gehalten und mich haben die Erschwernisse in meiner jetzigen Wohnsituation heute morgen voll getroffen.

Euch allen ein schönes Wochenende.

Viele Grüße
Emma

Aramis
14.10.2013, 19:13
hallo Emma,

super, wenn es endlich voran geht!
Ein-und umsichtige Handwerker sind unbezahlbar:)

Diese Ablenkung tut dir sicher gut, grad wenn man mal einen Fortschritt sieht, nicht ständig in einer Warteschleife hängt!

Bitte berichte weiter;)

LG
Aramis

emma1
15.10.2013, 07:28
Hallo Aramis,

ja, da hast Du recht.

Hier sieht man jetzt endlich mal Ergebnisse, das baut auf.

Und es macht ja auch richtig Spaß, sich alles (so weit möglich) nach eigenen Wünschen zu gestalten.

Es geht ja nicht nur um "Haltegriff hier oder Haltegriff dort", sondern auch so schöne Dinge wie "welche Fliesen", "welche Farben" etc.
Einfach auch mal wieder um "die schönen Dinge des Lebens"!

Liebe Grüße
Emma

emma1
27.12.2013, 23:04
Hallo Miteinander,

so, das "Werk" ist vollbracht!

Endlich konnte ich meine neue Wohnung beziehen und schon gleich ist das Leben viel leichter geworden.
Ob es nun die ebenerdige Dusche, die schwellenlose Terrassentüre, die behindertengerechte Küche, die Tiefgarage mit Aufzug oder einfach "nur" das "Mehr" an Platz ist, endlich kann ich mich freier bewegen und stosse nicht permanent auf Hindernisse.

Die Hürden der nächsten Wochen werden nun die Kostenübernahme des Umbaus und behindertengerechter Details durch die gegnerische Versicherung sein.
Es bleibt spannend...

Vielen Dank für all Eure guten Ratschläge und aufmunternden Worte!

Liebe Grüße
Emma

Michi104
27.12.2013, 23:48
Hallo Emma,

ich wünsche dir in deiner neuen Wohnung viel vergügen.
Das es dir jetzt von Wohnverhältnis her besser geht, kann ich mir gut vorstellen.

Darf ich fragen wie große deine Wohnung nun ist?

Grüße Michi

Isländer
28.12.2013, 06:32
Grüß Dich, Emma1,

ich beglückwünsche Dich in der Neuen Wohnung, in der ich Dir viel Glück, viel Zufriedenheit und eine glückliche Katze wünsche!

Ich sehe es ganz deutlich: Das Jahr 2014 wird entschieden besser als 2013. Das hat das Forum so beschlossen.

ISLÄNDER

Isländer
28.12.2013, 06:47
Grüß Dich, Michi 104,

Wohnungen für Körperbehinderte müssen oft etwas größer sein als die, die sie vor em Unfall hatten.

01
Oft braucht der Rollstuhl einen "Parkplatz". In der Küche wird mehr Platz gebraucht, Rangierraum. Dafür gibt es sogar technische Normen. Die Möglichkeiten, einen Gegenstand weiter oben zu verstauen finden Grenzen: Es muss ja noch alles erreichbar bleiben! Vor allem Bad und Toilette brauchen beim Rollstuhlfahrer andere Dimensionen.

02
Nun neigen unsere Versicherer ein wenig dazu, dann zu argumentieren: "Nicht notwendig" oder gar: "Sie hatten vor dem Unfall 54 m²: Wir müssen den Zustand herstellen, der dem "vorher" möglichst nahe kommt. Das sind 54 m²".

Beides taugt nichts vor Gericht.

(a)
Dass nämlich der Schaden nur soweit ersetzt wird, als es gebraucht wird, um eine Not abzuwenden (= "notwendig"), das steht ganz einfach nicht im Gesetz. Das lässt sich auch nicht aus dem Paragraphen über die Schadensminderungspflicht herleiten. Der BGH hat bei einem Mann, der eine Zweitwohnung hatte und am Wochenende benutzte, den Schädiger zu den Kosten des Umbaus BEIDER Wohnungen verurteilt. Nun....braucht man eine Zweitwohnung? Daran sieht man: Das ist nicht der wesentliche Punkt.

(b)
Und mit 54 m² ist beim Rollstuhlfahrer eben nicht die Situation von vorher wieder hergestellt, weil er unfallbedingt mehr Platz braucht. Weshalb der Versicherer im Rahmen des halbwegs vernünftigen auch die ganze Heinzelmännchen zu bezahlen hat, wie z.B. einen Arbeitstisch (mit Spüle), der elektrisch seine Höhe verstellt.

(c)
Gerade die Beiträge mit Emma (erinnerlich so im Sommer 2013) zeigen, was es alles an Heinzelmännchen gibt.

ISLÄNDER

Michi104
28.12.2013, 11:08
Hallo Isländer,

ja das ist Richtig, auch ist für so eine überlegung die damals schon von mir verlinkt Seite http://nullbarriere.de/ sehr Interessant.
Es gibt verschiendens Infos zum Barrierfreien Bauen. u.a. ist dort eine Rechnung drin ist wie groß eine Wohnung
sein sollte für Menschen mit einem Rollstuhl. Aber das heist ja nicht das
man dann auch so eine Wohnun nimmt / bekommt.

z.b. kann es auch sein das jemand eine kleinere Wohung nimmt, da er die andere nicht Finanzieren kann - und es nicht klar ist wie weiter Finaziert wird.

Auch gibt es beim Amt möglichkeiten als 1 Person im Rollstuhl eine 2 Raumwohnung (auch vom m²) her zu gesprochen zu bekommen.

Daher würde mich interessieren, ob Emma´s Wohnung nun auch wirklich größer ist, oder ob Sie nur anders geschnitten ist.

Ach man darf nicht vergessen, das auch entweige andere Hilfsmittel einen Platz brauchen.

Grüße Michi

emma1
28.12.2013, 14:30
Hallo Isländer, hallo Michi,

danke für Eure Worte.
Ja, wohlfühlen tu ich mich jetzt schon. Mieze ist erst seit heute hier, nachdem sie fern des Umzugschaoses bei meinen Eltern einquartiert wurde. Hier wird der Wohlfühlfaktor wohl erst erreicht sein, wenn es wieder auf Mäusefang nach draußen gehen darf.

Michi, meine jetzige Wohnung hat sage und schreibe 85qm inklusive Terrasse.
Aber, wie Isländer und Du schreiben, es ist ja tatsächlich so, dass sehr viel Wohnfläche für Bewegungsflächen und Abstellflächen für Hilfsmittel draufgehen.
Ebenso ist für die Wohnung eigentlich nur eine Küchenzeile geplant. Aufgrund der Unterfahrbarkeit fehlen mir ja die Unterschränke, d.h. wir mussten doch eine L-Form planen. Auch müssen ja die Küchengeräte wie Backofen, Geschirrspüler, Mikrowelle, Kühlschrank alle auf ungefähr der gleichen Höhe sein, da geht einfach horizontal viel Fläche drauf.

Ich habe die Wohnung ja als Eigentumswohnung gekauft.
Und hier steckt nun das Problem drin, dass ich für den Mehrbedarf an Wohnfläche (vorher hatte ich 50qm) nichts finanziell unterstützt bekomme.
Den Umbau und den Aufpreis für die behindertengerechte Küche, das schon (hoffentlich).
Aber letztlich zahle ich alles was eh bei der Wohnung dabei ist, wie Aufzug, Tiefgarage (machen ja den Kaufpreis der Wohnung teurer), Hausmeisterservice (vorher musste die gegn. Vers. z.B. das Schneeschippen bezahlen) nun auf Heller und Pfennig selber.

Fragen tauchen auf wie:
Vorher hatte ich mangels Platz keine Spülmaschine. Meine Putzfrau hat ein mal die Woche gespült, ich habe meine Kaffeetasse die ganze Woche benutzt.
Jetzt, hurra, endlich eine Spülmaschine, mein Besuch muss nicht hinterher spülen, ich benutze Kaffeetassen ohne Ende. Aber: die Spülmaschine muss ich nun selber bezahlen...
Ärgerlich: hätte ich in meiner alten Wohnung Platz für eine Spülmaschine gehabt und ich sie mir wegen der Behinderung angeschafft, da hätte sie bezahlt werden müssen.

Nur eins von vielen kleinen ärgerlichen Details, die mich eine Stange Geld kosten, aber mir jetzt nicht die Freude an meiner neuen Wohnung und neuen Freiheit nehmen sollen.

Ja, 2014, das fängt gut an und kann nur gut weitergehen.

Viele Grüße
Emma

Aramis
28.12.2013, 18:13
Hallo Emma, Michi, Isländer

liebe Emma, wieder etwas geschafft!

Zum Platzproblem: die 15qm zusätzlich für den Rollstuhl sind schon knapp bemessen- noch dazu braucht man die Gehstützen griffbereit (bei uns steht noch eine Prothese herum).

Bei uns schätzte ein Architekt die Umbaukosten auf knapp 100000,-€ , aber nur, wenn es mit einem Treppenlift funktioniert (Platz und Statik), ansonsten kommen noch 50T€ für einen Aussenliftanbau dazu....
Der Anwalt zweifelt, ob wir diese Kosten voll ersetzt bekommen- wir zweifeln auch, aber ohne den Unfall...:mad:

Wir müssen auf unser Recht bestehen! Spülmaschine und Wäschetrockner werden sicher durch den Haushaltsführungsschaden amortiesiert?
Manche Leistungen der gegnerischen Versicherung kann man sicher verhandeln!
Kritischer sehe ich Katzenklo, Blumen- und Aquariumpflege, Tierarztbesuche, also individuelle Hilfe, evtl. auch akute Dienste ( Tierhalter wissen, was ich meine...) wie soll man diese Aufwendungen abrechnen, bzw. dem eigenen Anwalt erklären? Z.B der Schäfer-Huski meiner Freundin hat akuten Bandscheibenvorfall, ich trag den raus -kein Problem, aber wie will das ein Rollstuhlfahrer bewältigen?

Nachdenkliche Grüße
Aramis

Kasandra
28.12.2013, 18:41
Hallo Aramis,

eine Rollstuhlrampe für rein und raus ins Haus / Whg. sollte schon gegeben sein.

Außerdem solltet ihr - was man niemanden wünscht - dennoch die Problematik eines Hausbrandes nicht vergessen. Wie sieht es hier mit einem Fluchtweg aus?

Ein Lift / Treppenlift etc. funktioniert dann auch nicht mehr.

Ich wünsche Euch immer ein warmes Zuhause - nur zu heiß soll es nie werden.

Viele Grüße

Kasandra

Aramis
28.12.2013, 20:31
Hallo Kasandra,

ganz genau, damit hab ich den Ex-Anwalt eingebremst, der wollte uns partout in irgendwelche Seniorenhochhäuser stecken!
Öhm, weißt du , wie lange eine Rampe ( über nur 3 Stufen) sein muß, dass ein Rollifahrer sie alleine bewältigen kann, dann braucht es noch einen ebenen Standplatz um eine Tür zu öffnen- damit ist unsere ganze Terrasse weg:eek:

Zum Treppenlift: die lassen sich auch per Hand bedienen ( pumpen), aber hier lauert die nächste Kostenfalle- wir haben eine alte Holztreppe, es könnte mit der Statik und wegen der Brandgefahr zu einer Kostenexplosion kommen!

Ich weiß , wie sehr du uns helfen möchtest! Danke dafür! Wir können diese Argumente nur immerwieder anbringen ( die eigenen Anwälte kommen garnicht drauf)

Mir ist wichtig: weder Emma, noch wir, noch ein anderes Unfallopfer ( welcher Leistungsträger auch immer) sollte sich über diese Kosten Gedanken machen müssen!
Die Beiträge von Siegfried und Isländer sind eindeutig, mehr wollen wir nicht-oder gebt uns unser altes Leben zurück- so einfach kann es sein!

LG
Aramis

emma1
18.01.2014, 10:33
Hallo Isländer und alle anderen,

Ach ja.....wie geht's in Deiner neuen Wohnung voran? Was sagt die Hauptbewohnerschaft dazu, nämlich Deine Katze?Mein Kater fühlt sich gottseidank schon voll daheim.
Das schlimmste waren die ersten Tage, wo ich ihn nicht rausgelassen habe. Als Freigängerkatze mit großem Stolz ist ja die Benutzung eines Katzenclos unter seiner Würde. Nur unter Protest, mit großem Widerwillen und mit Frauchens Geduld (ja, die Nächte sind kurz, wenn man mit dem Kater eine halbe Stunde ans Katzenclo sitzen muss:) bis es denn mal läuft...) hat er es akzeptiert.
Bis auf den Tag, als er seinem Protest Luft, äh "Pipi" machte und er aufs Sofa gepinkelt hat.
Am nächsten Tag war mein Kater wieder eine Freigängerkatze.
Ohne Probleme, was bin ich froh!

Meinerseits bin ich in der Wohnung auch schon voll daheim.
Klar, es stehen noch etliche Dinge an (Lampen, Vorhänge, unausgepackte Kartons, Möbel), aber das geht halt nur Schritt für Schritt. Brauche ja für (fast) jeden Handgriff Hilfe und seit mein Urlaub rum ist geht das eigentlich nur am Wochenende.
Auch sind immer wieder noch Handwerker da. Es gibt noch ein paar "Nacharbeiten" zu erledigen.
Aber ich bin sehr glücklich und zufrieden und erlebe täglich die Erleichterungen einer für mich angepassten Wohnung!

Ein schönes Wochenende und viele Grüße
Emma

Isländer
18.01.2014, 13:23
Grüß Dich, Emma1,

ich wünsch Euch beiden alles Gute in Deinen neuen 4 Wänden und, dass sie Dir und Deinem Kater stets ein friedvolles, behagliches Zuhause sein mögen.

Dass Du jeden Handgriff, den Du Dir machen lässt, mitschreibst, mit Wer? Wann? Wann angefangen, wann fertig gewesen? - versteht sich bei Dir ja.

Für unsere Mitleser: Wie will man sonst den Umzugskostenaufwand fiktiv erfassen?

ISLÄNDER

Aramis
18.01.2014, 17:39
Hallo Emma, servus Isländer,

zunächst meinen Glückwunsch liebe Emma, nach den anfänglichen Schwierigkeiten hast du den Umbau und Umzug rasant durchgezogen:) Alle Achtung!

Isländer, du sprichst von >Umzugskostenaufwand fiktiv erfassen< , Emma kann doch jetzt >tatsächlich nachweisen< ?
Ich verstehe unter "fiktiv" verhandelbar, aber Emma hat ja Tatsachen geschaffen?

LG
Aramis

emma1
18.01.2014, 21:33
Hallo Aramis, hallo Isländer,

ja, rasant wars am Schluss wirklich.
Wenn dann mal 12 Handwerker auf einmal in einer knapp 80 Quadratmeterwohnung arbeiten, da geht "der Punk ab".
Aber nur so konnte der Umzugstermin gehalten werden.

Dass Du jeden Handgriff, den Du Dir machen lässt, mitschreibst, mit Wer? Wann? Wann angefangen, wann fertig gewesen? - versteht sich bei Dir ja.
Ja logisch, ich beherzige ja die mir entgegengebrachten Ratschläge:)!

Ich hoffe, dass da dann auch wirklich Geld fließt, denn ich würde gerne alle Helfer als Dankeschön zu einem "Helferfestle" einladen.
Und ohne diesen "Geldfluss" ist das momentan bei den ganzen Ausgaben definitiv nicht möglich. Leider.

Viele Grüße
Emma

Isländer
22.01.2014, 18:33
Grüß Dich, Aramis!

Das geht so:

01
Handwerkerkosten: Das ist klar, da hat sie die Rechnung.

02
Wer hat: aufgesperrt? Aufträge überwacht? Wundern wollte ich mich über alle Maßen, wenn Emma nicht Hilfe von Freunden und Bekannten hätte, vor allem, wenns dann ans Einpacken und Auspacken geht. So weit sie da keine Rechnungen hat: Jede Minute aufschreiben.

"Fiktiv" und "auf Rechnungsnachweis" kann man kombinieren.

Aber Du hast ja recht: Ich hätte mich gleich klarer ausdrücken dürfen.


ISLÄNDER

Aramis
11.02.2014, 09:03
Hallo Emma,

darf ich fragen welchen Bodenbelag du hast?
Wir brauchen einen rutschhemmenden Boden, der gute alte Belag (Fliesen / PVC) ist leider nicht tauglich. Teppiche nach kürzeste Zeit unbrauchbar...
Kommt die Versicherung dann auch wieder mit "sowieso Kosten" ?

Auch sind rutschemmende Böden schwerer zu reinigen (wegen der groben Oberfläche), hast du da schon Erfahrungswerte?

LG
Aramis

emma1
11.02.2014, 16:19
Hallo Aramis,

im Badbereich habe ich mich für die normalen Standardfliesen (R9) entschieden.
Ich hatte eine Probefliese zu Hause mit R10 oder 11 (höhere Rutschfestigkeit), aber die war schon sehr "rauh" und ich hatte eben auch Angst wegen der erhöhten Schmutzanfälligkeit.

In der Dusche habe ich nicht gefliest sondern eine ebenerdige Duschfläche (Bettefloor). Auf dieser Fläche ist eine Antirutschbeschichtung aufgebracht (punktuell, nicht über die ganze Fläche gezogen). Diese Antirutschkaros sind wirklich sehr schmutzanfällig und man (meine gute Fee) muss mit dem Schrubber drüber.

Im sonstigen Wohnungsbereich habe ich durchgehend Vinylbelag.
Ursprünglich wäre Parkett drin gewesen, aber den wollte ich gerade im Flurbereich (Rollstuhl von draußen...viel Dreck, Schnee mit Salz etc.) und im Küchenbereich (mir fällt doch öfters was runter und das muss da auch mal liegenbleiben können - wird dann meist festgefahren:)...) nicht haben.

Der Vinylbelag ist ganz normal, nicht besonders rutschhemmend.

Teppichboden hab' ich nirgends, hatte ich teilweise in der alten Wohnung und war zwar schön fusswarm aber der Rolli lässt sich da nicht wirklich geschmeidig fahren.

Wichtig bei der Auswahl des Bodenbelages ist auch die Höhe dessen!
Beinahe wäre bei mir etwas schiefgelaufen.
Der ausgesuchte Bodenbelag (Tarkett) war sehr niedrig und ich hätte an der Wohnungseingangstür wieder eine 1,5 cm Schwelle gehabt.
Also wieder umentschieden.

Bezüglich der Kostenübernahme... tja was soll ich da sagen?
Da ich keinen besonders rutschhemmenden Belag habe, hab' ich leider keine Erfahrungswerte.
Meiner Meinung nach müsste die Versicherung den Aufpreis zahlen, aber ob die das auch wissen oder meinen?:rolleyes:

Noch sind bei mir nicht alle Rechnungen eingetrudelt geschweige denn beglichen.
Momentan geht es hin und her wegen der Kostenübernahme des Mehrpreises für die behinderungsbedingten Kücheneinbauten.

Wenn noch Fragen sind: einfach weiterfragen!

Liebe Grüße und viel Erfolg.
Emma

Aramis
11.02.2014, 17:13
Hallo Emma,

ja, vom Teppichboden habe ich mich geistig schon verabschiedet.

Die Dicke der Fußbodenbeläge ist das nächste Problem, wie du schon bemerkt hast!

Die Liste der Fragen wird immer länger:eek: und der Architekt hat auch noch Ideen... teuer und sinnvoll?

Danke und liebe Grüße
Aramis

Kasandra
11.02.2014, 17:35
Hallo Aramis,

Du könntest Dich selber auch informieren und Dir Beratungsmeinungen mal in Fliesenfachgeschäften und in Geschäften für Bodenbeläge einholen. Mal
hingehen und nachfragen - wie sind diese belastbar und zu reinigen.

Auch wäre es möglich mal eine behindertengerechte Einrichtung zu besuchen, Dir die Bodenbeläge und Sanitärausstattungen zeigen lassen und von der Raumpflege die Vor- u. Nachteile aus deren Sicht bei der Reinigung und Pflege erklären zu lassen.

Somit hast Du Meinungen / Ansichten / Empfehlungen.

Ich kenne leider das Problem, nicht alles was schön ist, ist auch praktisch oder läßt sich gut pflegen. Gerade Architekten denken fast "nur an schön" - aber an die anschließende Quälerei (wie Emma schon bemerkt hat) der Reinigung oder div. Einpflegen, welche man von Zeit zu Zeit vornehmen muss, weil Beschichtungen sich auf Bodenbelägen ablaufen oder mit dem Rolli abfahren.

Viele Grüße

Kasandra

Aramis
11.02.2014, 18:24
Hallo Kasandra,

natürlich suche ich überall nach Infos, z.B. der Tierarzt hat neu gebaut , aber er weiß noch nicht, was er vom Boden halten soll.

Die Altenpfleger und Krankenschwestern in unserem Umfeld konnten uns sagen, was gut und schlecht ist, aber nichts über Hersteller und Preise.

Fachgeschäfte sind hier Mangelware,die wenigen die es gibt, haben nur wenige Hersteller zur Auswahl.
Sobald es um Rollstuhltauglichkeit geht steigt der Preis.

Ja, die Ideen des Architekten, tolle Muster, nachhaltige Materialien... bestimmt übernimmt die Versicherung die Kosten:rolleyes:

Danke dir!

LG
Aramis

emma1
16.03.2014, 20:23
Hallo Zusammen,

ich befinde mich nun mitten im Kampf mit der gegnerischen Versicherung um die Kostenübernahme des Wohnungsumbaus.

Es wurden bereits (frei verrechenbare) Vorschüsse geleistet, welche aber die Rechnungskosten längst noch nicht decken.

Wieder einmal muss ich in Vorleistung gehen (was mir nur mit "externer" finanzieller Unterstützung möglich ist).
Mein Anwalt setzt Fristen, welche die Versicherung nicht einhält oder nur einen Vorschuss hinwirft, mit dem ich mich dann erstmal zufrieden geben soll bis zum "Abschluss der weiteren Prüfung".
Auch auf eine neue Fristsetzung mit dem Hinweis auf anfallende Verzugszinsen passiert nichts - Sachbearbeiter krank, der Anwalt lässt's so stehen.

Mein Anwalt weist mich immer darauf hin, dass Rechnungen erst 30 Tage nach Rechnungseingang beglichen werden müssen.
Auf den meisten Rechnungen ist allerdings entweder angegeben "zahlbar innerhalb zwei Wochen" oder ein konkretes "zahlbar bis XX.XX.XXXX".

Bei den Handwerkerfirmen stehe ich in der Kreide, nicht die Versicherung. Die Firmen sind alle ortsansässig und ich möchte denen noch ins Gesicht schauen können bzw. diese auch sonst in meinem Leben mal wieder beauftragen.
Diese haben ihre Leistung erbracht, also müssen die auch ihr Geld bekommen. Kann ja nicht deren Problem sein, wenn ich ein Problem mit der Versicherung habe...

Wie kann man damit umgehen?
Laut meinen Internetrecherchen gilt diese 30-Tage-Zahlungsregelung nur dann, wenn kein konkretes (kalendarisches) Zahlungsdatum angegeben wurde.
Weiß jemand Bescheid?

Danke und Gruß
Emma

Michi104
16.03.2014, 21:48
Hallo Emma,

wenn die "Firma" kein Datum / Zeitraum angeben, in dem Bezahlt werden muss.
Dann kannst du es mit den 30 tagen versuchen.
Wenn aber ein Datum / Zeitrum angegeben wurde dann gilt dieses,
danach bist du im Verzug.

hast du mal versucht mit den Firmen zu Reden und ihnen deine Situation zu erklären?
So das du ggf. eine Raten Zahlung vereinbaren kannst, mit der Option den
Rest auf einmal zu begleichen sobald die Versicherung bezahlt hat?

Grüße Michi

emma1
17.03.2014, 19:30
Hallo Michi,

die entsprechende Firma ist mir schon zwei mal entgegengekommen, nachdem ich mit denen gesprochen habe. Zweimal habe ich sie vertröstet.

Es liegt nicht daran, dass mir die Firmen nicht entgegenkommen würden.

Die Firmen sind allesamt kleinere Betriebe, die nicht zeitnah bezahlte Rechnungen in den Ruin treiben könnten.
Die können noch weniger als ich dafür, dass die Versicherung nicht zahlt.

Mich ärgert einfach, dass Fristen gesetzt werden, die nicht eingehalten werden und dies keinerlei Konsequenzen hat.
Ausbaden muss ICH das Problem; anrufen bei den Firmen und vertrösten muss ICH; das schlechte Gewissen gegenüber den Firmen habe ICH.

Liebe Grüße
Emma

Lindgren
18.03.2014, 00:07
Hallo emma1,

vielen Dank für dein Verständnis für und dein Verhalten gegenüber Kleinunternehmen. Ich wünsche dir von Herzen, dass sich deine Probleme bald lösen.

LG
Lindgren

emma1
25.03.2014, 21:38
Hallo,

leider scheint es nicht so, als dass sich die Probleme bald lösen...

Die gegnerische Versicherung macht massive Probleme bei der Kostenübernahme des Mehrpreises für die behinderungsgerechte Küche.

Unter anderem wollen sie die höhenverstellbare Arbeitsplatte nicht übernehmen da dies für Rollstuhlfahrer nicht nötig ist (erst recht nicht elektrisch). Da ich aber auch kurz stehen kann (mit anlehnen) wollte ich mir diese Option nicht verbauen.

Der ausziehbare Ablagetisch wird nicht übernommen (toll, dann muss ich jeden einzelnen Teller, den ich aus der Spülmaschine ausräume, extra zum Schrank fahren...).

Die stossfesten Fronten werden nur für die unteren Schränke übernommen (sieht ja auch hübsch aus, wenn man unten andere hat als oben...).

Oberschränke sind grundsätzlich nicht rollstuhlgerecht. Da ich mit der Küche aufgrund mangelnder Unterschränke wegen Unterfahrbarkeit mehr in die Breite gehen musste, habe ich an Oberschränken ausgenutzt, was geht. Kann ja die wichtigen Sachen unten in die Oberschränke einräumen und zur Not hinstehen.

Und so gehts grad weiter.

Immer wieder wird darauf hingewiesen, dass die Küche ja schon "sehr hochwertig" ist und "optisch sehr geschmackvoll" eingerichtet ist.
Was soll dass denn nun?
Ich will ja nicht, dass die mir die ganze Küche zahlen, es geht nur um den behinderungsbedingten Aufpreis!

Ich versteh die Welt nicht mehr.
Hätte ich hochtechnisierte, absenkbare Oberschränke einbauen lassen, hätten sie dies vermutlich übernehmen müssen.
Meine Küchengeräte sind denen zu hochwertig. Da kostet halt der Aufpreis für die seitlich zu öffnende Backofentür etwas mehr, aber welcher "billige" Hersteller bietet Backöfen mit seitlich zu öffnender Tür?

Hätte ich die Küche so gebaut, dass ich vom Sitzen aus an alle erforderlichen Schränke komme plus Unterfahrbarkeit, dann, ja dann hätte meine Wohnung nochmal 10 qm mehr haben müssen. Davon wollen die ja aber auch nix wissen.

Wut, Zorn, Resignation.

Frustrierte Grüsse
Emma

Aramis
25.03.2014, 22:08
Hallo Emma,

immer diese Unverschähmtheiten, es sollte extra Schmerzensgeld für solche Antworten geben :mad:

Hoffentlich reagiert dein Anwalt deutlich!

Schön durchhalten

LG
Aramis

emma1
25.03.2014, 22:17
Hallo Aramis,

ja mal sehen, was mein Anwalt draus macht.

Durchhalten... manchmal will man nicht mehr.

Liebe Grüße
Emma