Vollständige Version anzeigen : Probleme mit dem Hausarzt
Hallo,
Zu meiner Geschichte kurz: ich hatte bis 2010 Erwerbsunfh.-Rente bezogen, dann nach Gutachten aberkannt, bzw. habe ich Widerspruch eingelegt.
Gestern rief mich die Praxis meines Hausarztes an, ich möchte dahinkommen, Grund wäre ein Schreiben vom Sozialgericht.
Heute war ich nun da, es geht um einen Befundbericht.
9 Fragen insgesamt, da geht es zum Beispiel in Frage 1:
Wann haben sie den Kläger untersucht und behandelt? Wann zuerst, wann zuletzt, dann weiterere Fragen über die Beschwerden, gestellte Diagnosen und die letzte Frage lautet ob der Kläger, also ich, aus behandlungsärztlicher Sicht regelmäßig (5 Tage Woche) 6 Std. am Tag leichte, körperliche Arbeiten verrichten kann.
Soweit so gut. Nun sagt mein Hausarzt er könne/wolle es nicht ausfüllen.
Von seinen kurzen und etwas wirren Aussagen entnahm ich, das er nicht genug Schriftverkehr hätte, um die Fragen detailliert zu beantworten.
Es ist auch anzumerken, das mein Hausarzt, egal mit was für einem lapidaren Schriftverkehr er konfrontiert wird, sofort genervt und überfordert ist, um es klar auszudrücken, bocklos ist.
Warum ich dort immer all die Jahre hingegangen bin?
Nun weil die Praxis nur 500m von meiner Wohnung entfernt ist, ich nie lange Wartezeiten hatte und das Personal mich immer recht freundlich unterstützt hat, Krankschreibungen, BG Rezepte, lief immer alles schnell und unkompliziert ab.
Jetzt habe ich ein Problem, denn der Arzt gab mir das Schreiben einfach mit, ich solle damit zu einem Orthopäden oder Neurologen gehen, so heute geschehen.
Jemand Tips?
Hat der sowas wie eine Mitwirkungspflicht?
Ich freue mich das endlich Bewegung in meinen Fall kommt, nun bremst der das ganze Verfahren aus. Bin etwas verzweifelt,
MfG Jan G.
Hallo Jangun,
das Sozialgericht schickt ihm die "Befunderhebung" von Amtswegen - es erwartet die Antworten von ihm!
Sicherlich hat er seine Dokumentationspflichten nicht eingehalten und will (kann) es gar nicht ausfüllen. Normalerweise hat er die Fragen die er nicht beantworten kann mit "nicht festgestellt" zu beantworten. Wenn Dir das ein Orthopäde bzw. Neurologen ausfüllt, insofern er das könnte, kann er auch nur auf seine Dokumentation /Befunderhebung/Therapie beschränken! Es wird somit Dir und dem Sozialgerichts nichts bringen, da sie die Infos von Deinem Hausarzt benötigen und wollen!
Soviel ich weiß gibt es hierzu Abkommen mit der Kassenärztlichen Bundesvereinigung zum Ausfüllen des Formular! Um nähere Infos zu erhalten würde ich mal mit denen telefonieren, um mehr Info zu erhalten! Sei nicht so schüchtern!
http://www.kbv.de/
Anschrift:
Kassenärztliche Bundesvereinigung
Herbert-Lewin-Platz 2, 10623 Berlin
Postfach 12 02 64, 10592 Berlin
Fon: (0 30) 40 05 - 0
Fax: (0 30) 40 05 - 15 90
gruß
Hollis
PS: Dein Hausarzt scheint ein ASSI zu sein! Manche Krankenversicherung und der MDK bezeichnen einen solchen Arzt als "Schlange"; "Schlange" weil er sich überall versucht durch zu schlängeln. Hier und da steht etwas im weg, und ich geh aussen herum - falls Du verstehst was ich meine!
Nábend Hollis,
nun habe ich mich selbst hingesetzt und die Fragen nach meinen Ermessen auf einem Beiblatt beantwortet und in einem günstigen Augenblick, Praxis war gerade aufgemacht und noch keine anderen Patienten da, ihm persönlich gegeben. Ich sagte zu ihm, ich hätte da viel rumtelefoniert, er müste die Fragen beantworten und das ich es ihm auf dem Beiblatt alles aufgeschrieben habe, er versprach mir das so zu übernehmen. Schau´n wir mal.
Ich meine, er tut es ja noch nicht mal unentgeldlich, mit dem Schreiben vom SG war ein Vergütungshinweis anbei, das braucht er nur da einreichen und bekommt seine Zeit vergütet.
Das Problem ist, ich gehe schon seit ich Jugendlicher bin zu ihm.
Auf dieser eher lockeren Basis , mit duzen etc. lief es dann Jahrelang.
Wenn man dann als Erwachsener zu ihm kommt, mit einem ernsthaften Problem, ist man wohl in den Augen des Arztes immer noch der dumme Junge von damals.
Mein Hausarzt ist nicht wirklich ein Assi, ich möchte es mal anders formulieren: in den 1970er Jahren war er mal als Chirurg tätig in einem renomierten Krankenhaus und war wohl auch gut auf seinem Gebiet.
In den 80igern hat er sich dann als selbst. Landarzt mit eigener Praxis hier niedergelassen. Jetzt steht er kurz vor der Pensionierung mit über 60 Jahren und ich glaube das man, wenn man viele Veränderungen um sich wahrnimmt, man sich ein wenig "seine eigene Wahrheit" schafft, so etwas wie ein Grundgerüst oder ein Schema an dem man sich durch diese wahnsinnig vielen Ereignisse und Probleme von jedermann, sich irgendwie durchzuhängeln versucht.
Und das ist dann schon auch mal etwas "einzementiert" lässt wenig Raum für anderes, oder neues, oder Mehrarbeit, die nicht mehr in den normalen Arbeitsrythmus passt.
Fachlich, sicher kein schlechter Arzt Zeitlebens. Aber komplexe Aufgaben, Fragestellungen zu einzelnen Vorgängen usw. überfordern ihn dann völlig.
Ich hätte "eigentlich" schon lange wechseln sollen, aber durch Bequemlichkeit und siehe mein obiges Posting, tat ich es nicht.
Nun wird mir auch langsam klar, warum es bis zu 2 Jahren dauert, bevor es zu einer Verhandlung/Anhörung vor dem SG kommen kann, wenn irgendwo in der Kette-RA, Ärzte,Gericht, man selbst,- einen Bremser hat.
Zeitvorgaben für Fragebögen sind ja immer 1 Monat.
Ich selbst hatte ja auch schon einen Fragebogen bekommen, wo ich eben Angaben zu den Ärzten, Beschäftigungsverh. usw. machen sollte und diesen 2 Tage später bei meinem RA abgegeben.
Gruss J.G.
Sollero13
06.10.2011, 19:09
Hallo Jan,
Du kannst Dir auch von Deiner KK so einen Ausdruck holen. Die haben AU Zeiten und die Befund auf Grundlage der Abrechnungen auch gespechert.
LG sollero
bertel01
07.10.2011, 04:23
Hallo Jagun,
ich sehe das wie Hollis, der Hausarzt ist in der Pflicht. Ich wünsche dir, dass dein HA es auch so schreibt wie du es aufgesetzt hast.
Das Schreiben ist wie ein Dokument zu sehen von daher wäre ich da ein wenig vorsichtiger.
Ich wünsche dir viel Erfolg und das es für dich ein positives Ende nimmt.
LG Wolfgang
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Nun wird mir auch langsam klar, warum es bis zu 2 Jahren dauert, bevor es zu einer Verhandlung/Anhörung vor dem SG kommen kann, wenn irgendwo in der Kette-RA, Ärzte,Gericht, man selbst,- einen Bremser hat...
Hallo jangun,
da stimme ich Dir zu. Meine EM-Rente wurde bewilligt, allerdings bekam ich keine einzige Überweisung. Nach 3 Monaten rief ich die Rentenversicherung an, woran es läge, da bei mir die "Luft" ziemlich dünn wurde zum Atmen. Die SB teilte mir mit Sie hätten das Arbeitsamt angeschrieben mit der Anfrage, ob Sie noch Ansprüche an der Rente hätten (falls Sie Leistungen bezahlt hätten, die sich überschneiden!), und das Amt hat keine Rückantwort bis zu diesem Tag erteilt - nicht gerührt.
Ich teilte der SB mit, daß das AA (Arbeitsamt) keine Ansprüche mehr hätten und Sie sollten es doch anmahnen. Da bat Sie mich mit dem AA telefonieren. Wenig später bekam ich dann die Rente auch regelmäßig ausbezahlt.
Irgendwo sitzt anscheinend immer ein Ausbremser! Das es nicht reibungslos funktioniert ist ziemlich ärgerlich!
gruß
Hollis
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