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Vollständige Version anzeigen : Patientenquittung


Marcela
07.09.2011, 10:36
Quelle: http://www.aerzteblatt.de/nachrichten/47219/AOK_testet_elektronische_Patientenquittung.htm

AOK testet elektronische Patientenquittung

Berlin – Eine Quittung über die von ihrem Arzt erbrachten Leistungen können Patienten bereits seit über sieben Jahren direkt in der Arztpraxis verlangen. Von dieser Regelung des GKV-Modernisierungsgesetzes haben Versicherte bislang jedoch nur sehr selten Gebrauch gemacht.

Auf der Internetseite www.aok-patientenquittung.de/ (http://www.aok-patientenquittung.de/) will die AOK ihren Versicherten nun auf elektronischem Wege Einsicht in ihre Patientenquittung anbieten. „Wir wollen den Widerspruch zwischen Sachleistungsprinzip und Transparenz auflösen“, sagte der Vorstandsvorsitzende der AOK NordWest, Martin Litsch, am Freitag vor Journalisten im brandenburgischen Hubertusstock.

„Die Versicherten können einen Code anfordern, mit dem sie sich auf einer gesicherten Website einloggen. Dort können sie die von ihnen gewünschten Datensätze anfordern, die ihnen dann von der AOK zugesandt werden“, so Litsch.

Dazu gehören sowohl Arzneimittelkosten als auch Ausgaben für die ambulante ärztliche Behandlung und für die Behandlung im Krankenhaus. Was die Versicherten zu sehen bekommen, deckt sich jedoch nur theoretisch mit den tatsächlichen Ausgaben der Kasse.

aerzteblatt.de

Krankenkassen befürworten Patientenquittungen (http://www.aerzteblatt.de/v4/news/news.asp?id=42372)
Patientenquittung: Verbraucherschützer dafür (http://www.aerzteblatt.de/v4/news/news.asp?id=42188)

Denn für die Kosten der ambulanten ärztlichen Behandlung wird der sogenannte Orientierungspunktwert herangezogen. Die Honorare der Ärzte können jedoch zum Beispiel aufgrund von Mengenabstaffelungen niedriger sein. Und die Kosten für die Arzneimittel richten sich nach den Listenpreisen der Medikamente – Rabatte zum Beispiel durch Rabattverträge für Generika werden nicht berücksichtigt.

Das System sei übersichtlich und ein großer Schritt in die richtige Richtung, kommentierte der Patientenbeauftragte der Bundesregierung, Wolfgang Zöller. Zudem führe es bei Doppeluntersuchungen zu mehr Transparenz.

Ein Problem sei jedoch, dass es Monate dauern könne, bis die Daten nach einer Anfrage dem Versicherten zur Verfügung gestellt würden. Dann sei die Information bereits nicht mehr so interessant, wie wenn der Versicherte sie sofort erhalte, so Zöller.

Die Reaktion der Ärzte in der Modellregion war Litsch zufolge gespalten: „Manche begrüßen es sehr, weil sie einen aufgeklärten Patienten wollen, der mit ihnen zusammen an der Krankheitsbekämpfung arbeitet. Manche hoffen auch, dass die Patienten nun in den Praxen keine Patientenquittungen mehr ausgedruckt haben wollen.“ Andere Ärzte hätten das Projekt jedoch auch kritisiert, weil sie darin ein Kontrollinstrument sähen.

Bislang haben sich etwa 6.000 Versicherte der AOK NordWest registriert, um Einsicht in ihre Patientenquittung zu erhalten. Die AOK ist damit zufrieden „Die Rückmeldungen aus dem Pilotprojekt der AOK NordWest waren so erfreulich, dass wir das System ab dem Jahr 2012 auch für die anderen AOKen zur Verfügung stellen“, sagte der designierte Vorstandsvorsitzende des AOK-Bundesverbandes, Jürgen Graalmann. © fos/aerzteblatt.de