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Vollständige Version anzeigen : Mit MdE- Klage gescheitert


raffel1
02.02.2011, 23:10
MdE- Klage abgewiesen

Wie in früheren Berichten den Mitstreitern in UO.de geschildert, hatte ein Gabelstaplerfahrer meiner Ehefrau, als diese auf dem Weg vom Betriebs- Hauseingang zu ihrem Arbeitsplatz war, aus großer Höhe eine Palette und weitere Sachen wie Drahtkörbe usw. auf den Kopf geworfen.

Allein die Gesundheitsfolgen waren und sind beträchtlich! Im Bruchteil von Sekunden wurde aus einer lebenslustigen Frau ein Wrack: Doppelter Schädelbasisbruch, Schädel von der Stirn rechts bis zur Nasenwurzel gerissen, Gehirnblutung, Schäden am Kopfgelenk (nach Volle), kognitive Störungen, HWS + LWS- Schäden, tagtägliche schwere Dauerkopfschmerzen mit mehrfachem Erbrechen usw. usw.

Die Berufsgenossenschaft hatte zuerst ein MdE von 50 % zugebilligt. Nach der Begutachtung durch Ihre BG- Gutachter in Bergmannsheil wurden aus den 50 % auf einmal 20 %.

Dagegen hatten wir 2005 beim Sozialgericht Köln Klage eingereicht. Im Dezember vergangenen Jahrees (2010), wurde am Sozialgericht in Köln über unsere Klage entschieden.

Eigentlich hätte gar keine Verhandlung mehr stattfinden müssen. Das Ergebnis stand u.E. für das Gericht bereits drei Wochen nach dem Einreichen der Klage fest:

Die Klage wurde abgewiesen!

Nach Ansicht des Gerichtes lägen keine schwerwiegenden Gesundheitsstörungen vor.

Neben unserer naiven Vorstellung in einem Rechtsstaat zu leben, hatte uns unser grenzenloses Vertrauen in die Ärzteschaft in DE den Rest gegeben.

Wir hatten von der Möglichkeit des § 109 SGG gebrauch gemacht und auf Empfehlung der Uni Köln eine Ärztin der Uni- Klinik Aachen als Gutachterin vorgeschlagen. Dummerweise hatten wir das Risiko nicht gestreut sondern die Gutachterin für die Fachgebiete Neurologie, Neurochirurgie und Endokrinologie vorgeschlagen – Dümmer gings halt von uns nicht!

Mit der Gutachterin, nennen wir diese einfach mal (synonym) Dr. Kreischende- Amsel (K-A) wurden zwei Gesprächstermine geführt. Bereits beim ersten Gespräch mußten wir uns Ihr Gejammer über den Berg Akten anhören. Schnell wurde klar, auf wessen Linie die Kreischende- Amsel lag. Hier war kein faires und objektives Gutachten sondern ein Gutachten ganz im Sinne der Berufsgenossenschaft, abgestützt auf die aktenkundigen Gutachten der BG, zu erwarten.

Die von uns eingeholten Gutachten und Arztberichte von Volle, Binz, Müller- Kortkamp, Kersebaum usw. wurden erst gar nicht berücksichtigt oder als nicht nachvollziehbar abgetan.
Unsere eigenen Stellungnahmen zu Fehlern und Widersprüchen in den BG- Gutachten waren anscheinend schneller in der Nullablage des Gerichtes als die Post sie hatte zustellen können.

In der Halbzeit des Verfahrens hatten wir, um besser dazustehen, noch kostenträchtig einen Anwalt gechartert. Da wir ohnehin nicht viel Geld hatten, tat dies schon weh!

Nun, dem Anwalt trugen wir unsere Sorgen und Befürchtungen über Dr. Kreischende-Amsel vor. Er meinte, wir sollen ruhig mal abwarten, wie das Gutachten ausfällt. Ggf. würde er bei Gericht einen Antrag stellen, das Gutachten nicht zu verwerten.

Es kam wie es kommen mußte. Die Kreischende- Amsel fertigte für das Gericht ein Gutachten, wie es u.E. einseitiger, boshaftiger und unfairer nicht sein konnte.

Jetzt warteten wir auf unseren Anwalt. Er hatte ja ggf. beim Gericht beantragen wollen, das Gutachten nicht zu verwenden.

Wir warteten vergebens! Unser Anwalt klärte uns darüber auf, daß s.W. noch nie ein Gutachten aus ... Gründen von Gericht verworfen worden sei.

Damit war der Ausgang und Erfolg unserer Klage besiegelt.

Die Klage um ein höheres MdE wurde vom Sozialgericht Köln abgewiesen. Ganz nebenbei bekam die Berufsgenossenschaft vom Gericht noch bestätigt,, daß quasi keine größeren unfallbedingten Gesundheitsschäden bei meiner Frau vorlägen.

Wir waren auf der ganzen Linie gescheitert, mit unserer Klage, mit unserer Naivität usw. Aber dafür haben wir nunmehr u.E. ein schönes Unrechturteil in den Händen.

Erfolgreich dagegen war die Berufsgenoseenschaft, deren Aufgabe es u.a. sein sollte, in den Betrieben dafür zu sorgen, daß die Unfallverhütungsvorschriften eingehalten werden und solche Unfälle wie der meiner Ehefrau nicht passieren.

Jetzt kommt noch eine kleine Spitze: Es dauerte keine drei Wochen, da kam Post von der Berufsgenossenschaft. Sie wollte die Namen der Krankenversicherungen meiner Frau benannt bekommen, damit sie dort die Kosten der Unfallbehandlung zurückfordern könne, die Ihr zu Unrecht aufgebürdet worden waren. Nach dem Gerichtsurteil des Sozialgerichtes lägen ja so gut wie keine Unfallschäden vor.


raffel1

JuergenS
03.02.2011, 07:09
Hallo raffel1,

was man da liest, ist echt traurig und- ich denke jeder von uns kann verstehen, dass Du den Glauben an die Gerechtigkeit verlierst oder schon verloren hast.

Aber so ist es mittlerweile in unserem Rechtsstaat- wir Unfallopfer sind immer die Dummen, man hat kaum noch ne Chance bei Gericht sein Recht zu bekommen, die BGén haben Narrenfreiheit und die Gutachterlobby ist so Stark wie nie zuvor.

Aber und da bin ich mir absolut Sicher kommt alles zurück. Das ganze Gebilde muss irgendwann zusammenbrecht. Es war schon immer so, dass große Ungerechtigkeiten in der Gesichte immer ein jähes ende fanden. Die Zeit und der lauf der Geschichte wird auch vor den BGén und Ärzten nicht halt machen. Dieses ist zwar zugegebenermaßen nur ein kleiner Trost, aber mehr ist z. Zeit nicht drin.

Wie geht es nun weiter bei Dir - wirst Du weiter Klagen oder gibst Du auf ?

Gruß Jürgen

ironman13/08
03.02.2011, 07:36
Hallo raffel1,

ungnmmmpff - ich hab grad in die Tischkante gebisssen damit ich nicht laut schreie.:mad:

Ungerechter gehts ja kaum. War deine Frau vielleicht noch selber schuld das der Stapler bei ihr abgeladen hat?

Dümmer gings halt von uns nicht!
warum sucht ihr die Schuld bei euch? Hier müssen sich alle Gutachter, Gerichte, Rechtsanwälte und Sonstige die damit zu tun haben, den Vorwurf gefallen lassen nicht für die UO da zu sein sondern nur für den schnöden Mammon. Er möge ihnen im Halse stecken bleiben.

Ich wünsche jedem dieser "so Gerechten" an unserer Stelle mal stehen zu dürfen, viel Spass dabei.

nach dem Gerichtsurteil des Sozialgerichtes lägen ja so gut wie keine Unfallschäden vor.

Das geht ja wohl gar nicht, sie ist schließlich mit den entsprechenden Verletzungen ins KH eingeliefert worden und das ist ja nicht abzustreiten. Die OP-Berichte und Unterlagen dazu habt ihr? Die Kosten sind schließlich durch den Unfall entstanden und sind nicht von der Hand zu weisen.Ich hoffe du hast die KK nicht weitergegeben.

Lasst euch nicht unterkriegen, das kann schlie0lich nicht der Schlußstrich sein.

@an unsere Fachleute im Forum:

gibt es hier keine Möglichkeit gegen solch ein Urteil anzugehen?


Liebe Grüße
eine kurz vorm Platzen Gitti - Ironman's Ehefrau

lizzy109
03.02.2011, 08:20
Hallo raffel1,ich bin entsetzt über das was ich da lesen mußIch habe auch immer geglaubt wenn man krank wird das einem geholfen wird aber auch ich wurde eines anderen belehrt!Wo bleibt da die GerechtigkeitIch hoffe das Ihr noch irgendwo eine Chance habt etwas positives zu erreichen!Wünsche Euch alles Gute und das die Gerechtigkeit siegt!LG lizzy

Bully1
03.02.2011, 08:42
Hallo
mit sowas muss man einfach mal an die Öffendlichkeit gehen ist ja eine absolute Frechheit ich würde mal an die Bildzeitung schreiben was da
passiert ist
Wenn die einen Bericht bringen lesen es tausende von Menschen und
sowas will die Bg bestimmt nicht
Die 20 % Mde sind bestimmt nur ein Tropfen auf dem heissen Stein von denen kann man bestimmt nicht leben


LG

Paro
03.02.2011, 09:36
Hallo Raffel 1,
die erste Instanz ist nicht aller Tage Abend. Wie ich früher schon schrieb, scheinen mir die Erstinstanzen die Weichen von den Harten zu sortieren.
Ich bin mit 2 negativen Gutachten von BG-Mitmäulern, Aktenlegastenikern in der 1. Instanz baden gegangen. Danach
1.Gutachten vom LSG-beauftragten Gutachter für mich positiv. Beratende Ärzte Lichtenecker und Prof. Thomas Brüning (schrieb dankbarerweis Gutachten über seine Äusserungen) negativ.
2. Gutachten vom LSG-beauftragten Gutachter für mich positiv.
Da wurde die BK als solche anerkannt, für die BG günstig, kein Urteil.
Nun lassen sie dafür bei der Berechnung der Rente bzw. MdE die Sau raus.
Aber 11 Jahre Kampf sollen nicht umsonst gewesen sein.
Also auf in die 2. Instanz, sie ist auch zur Amtsermittlung verpflichtet, also zurück auf los und alles von vorne.
Das 109'er habt Ihr ja verschlissen, aber das Gericht kann ganz viele 106'er in jeder Fachrichtung veranlassen, Ihr müsst nur die "K-A" mit Hilfe Eurer Ärzte blosstellen.
Viel Erfolg und nicht a u f g e b e n
Paro

kbi1989
03.02.2011, 14:47
Hallo Raffel1,

genauso wie Paro sehe ich die Sache auch. Sollte die Frist zur Einlegung der Berufung schon verstrichen sein, dann stellt einen Überprüfungsantrag nach § 44 SGB X und rollt das jetzt abgeschlossene Verfahren erneut auf.

Der RA der euch da vertreten hat, war ein Arsch. Der hat keine Ahnung vom Sozialrecht, sonst hätte er wissen müssen, dass jedes abgelieferte Gutachten angegriffen werden kann. Was macht denn die BG anderes? Also lasst euch von euren behandelnden Ärzten med. beraten - wie das Gutachten der Kreischende-Amsel angegriffen werden kann - d. h. inwiefern das Gutachten nicht der med. Lehrmeinung entspricht und insofern sie davon abgewichen ist.

In jedem Fall aber - egal ob jetzt die Berufung angegangen wird - oder aber ein Überprüfungsantrag nach § 44 SGB X gestellt wird, beantragt Akteneinsicht bei der BG und
dem Sozialgericht. Denn dies ist wichtig, um feststellen zu können, ob die Akte der BG gleich der ist, die an das Sozialgericht geschickt wurde ( identisch ist).

In jedem Fall aber jetzt nicht aufgeben, euer Fall stinkt gegen Himmel.


Gruss
kbi1989

Der Charly
03.02.2011, 20:04
Hallo raffel 1

Als erstes wünsch ich euch sehr viel Kraft und Ausdauer denn die werdet ihr im Kampf gegen die BG-Mafia brauchen.

Ich hab gleich mit zwei dieser Mafia-Organisationen zu kämpfen! Der erste Unfall liegt fast 17 Jahre zurück der zweite genau 5 Jahre zurück und die Vorgehensweise der BG-Mafia ist in jedem Fall die gleiche.

Das wichtigste ist nicht Aufgeben!

Bei jeder Begutachtung vorher so viel wie möglich über den Gutachter in Erfahrung bringen dazu hier das Forum nutzen. Leider ist es gar nicht mehr so leicht einen Gutachter zu finden der nicht für die BG tätig ist.

Also dies bezüglich sehr vorsichtig von wem man begutachtet wird!

Mit der Hilfe der Forumsmitglieder habt ihr gute Chancen, denn gute Anwälte sind Mangelware und selbst wenn man einen guten findet ist es sehr wichtig ihn so gut wie möglich zu unterstützen.

Also nicht aufgeben auch wenn es Jahre dauert!

Wer kämpft kann verlieren, wer nicht kämpft hat schon verloren!

Grüssle

Pit13
03.02.2011, 21:37
Hallo Raffel1,

ich denke auch, dass darf es für Euch noch lange nicht gewesen sein und jetzt ist Zähne zeigen angesagt und kämpfen, damit diese Machenschaften nicht gewinnen.
Last Euch aufbauen und ermutigen von den Erfolgen vieler Betroffener hier im Forum, den man auch nicht ihren Rechtsanspruch gewähren lassen wollte und die sich dann erfolgreich zur Wehr gesetzt haben.
Wichtig ist, aus einer Niederlage gestärkt heraus zu kommen und nicht aufzugeben. Ihr habt jetzt einen Vorteil, denn Ihr wisst jetzt, wie und mit welchen Mitteln der Gegner agiert und handelt und könnt Euch jetzt besser darauf einstellen. Viele haben das Blatt in der nächsten Runde zur wende gebracht und die BG. hoffen nur, dass sich die Opfer geschlagen geben und sie nicht ihrer gesetzlichen Pflicht nachkommen müssen.

Gebt Euch nicht geschlagen, Ihr könnt nur noch gewinnen und dafür lohnt es sich weiter zu machen und gegen dieses Euch angetane Unrecht vorzugehen!

MfG.
Pit

röschen
16.02.2011, 21:29
Hallo Raffel,

das ist ja einfach menschenunwürdig, was Euch da passiert ist. Da bekommt man so eine Wut.

Aber Aufgeben solltet ihr auf gar keinen Fall. Das wichtigste ist aber, dass ihr euch einen wirklich kompetenten Anwalt sucht, dem ihr vertrauen könnt.
Versucht mal, ob ihr Prozesskostenhilfe bekommen könnt, falls ihr keine Rechtschutz habt.

Ich wünsche Dir und Deiner Frau alles Gute

Röschen

frido
17.02.2011, 07:30
Hallo Raffel, das ist ja der Hammer, was Du da mit Deiner Frau erlebst. Mir fehlen die Worte. Super Rechtsstaat, den wir hier haben.
Gibt nicht auf. Habt Ihr Euch schon einen neuen Anwalt gesucht?
Ich drücke Euch ganz doll die Daumen.
Liebe Grüße von frido

holger02
17.02.2011, 08:20
Raffel das tut mir so leid!
Wir also fast alle hier haben schon einiges durch aber so manches ist wirklich skandalös.
Bitte gib nicht auf sondern KÄMPFE!
Viel Glück
Holger02

stinababy
17.02.2011, 08:41
Hallo,
auch ich habe schon viel in der Richtung erlebt, aber da habe ich nun keine Worte mehr für.
das in einem Rechtsstaat so etwas passieren kann, ich weiß mittlerweile auch nicht mehr wo wir hier leben.
ich kann auch nur raten nicht aufzugeben und kämpfen und wenn es Jahre dauert.
So etwas kann und sollte man sich nicht gefallen lassen, das stinkt doch zum Himmel.
das unsere Gerichte sowas mittmachen, das ist der Hammer.
ich wünsche dir für dein weiteres Vorgehen auf jeden Fall Durchhaltevermögen und viel. viel Glück.
Nur bitte nicht aufgeben.
L.G. stinababy

Haxenbruch
18.02.2011, 05:51
Wende dich an den SoVD,die helfen Dir weiter!

mdf
Haxenbruch