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Vollständige Version anzeigen : Hundebiss 13 Operationen und kein Ende


Pfiffigunde
09.08.2010, 11:55
Hallo, bin ich froh die Seite gefunden zu haben.
Also ich wurde von einem Hund gebissen Sept. 08 in den linken Oberarm, lag fast ein Jahr im Krankenhaus mit kurzen Unterbrechungen, habe 13 Operationen in Vollnarkose und heftige Antibiosen hinter mit und bin nun pflegebedürftig, kann den Arm kaum noch benutzen, Pflegestufe 2, brauche Körperpflege seit einem Jahr (Pflegestufe wird vielleicht auf 1 reduziert aber erst in einem halben Jahr). Ich war Linkshänder und habe nun keine Kraft mehr im Arm und kein Gefühl und kann die Hand nur extrem eingeschränkt benutzen. Ich habe eigentlich ununterbrochen Schmerzen und die Nerven sind ganz geschädigt.
Muss ständig in Therapien für den Arm und trage einen Strumpf mit Handschuh am Arm. Der Arm ist sehr deformiert und vernarbt und weitere Operationen sind nicht ausgeschlossen. Ständig entzündet er sich, wegen der Bakterien des Hundemauls, Ich war vorher total kreativ, Malerei und Musikinstrumente, kann das nun alles nicht mehr machen. Ich bin schon berentet (schon vor dem Hundebiss), aber ich kann mir nichts mehr hinzuverdienen, was ich getan habe.
Nun fragt mein Anwalt was ich denn von der Versicherung fordern will.
Habt ihr eine Idee. Schmerzensgeld, Schmerzensrente, wo ist der Unterschied und in welcher Höhe, ich bin 40 Jahre.
Wo finde ich einen Anwalt der wirklich kompetent in dem Bereich ist? Würde mich sehr freuen ihr helft mir weiter, ich bin sehr verzweifelt komme auch psychisch kaum noch zurecht.
LG Pfiffigunde

Rudinchen
09.08.2010, 16:02
Hallo Pfiffigunde,

herzlich willkommen hier im Forum.

Kann ich gut verstehen, dass du nach solch einer Tortur fix und fertig bist! Da hast du ja einiges hinter dir.

Was du an Schmerzensgeld (sinnvoll wäre hier wahrscheinlich einen monatliche Rente) bekommst, kann ich dir nicht sagen, da ich mich da auch nicht auskenne. Wahrscheinlich bekommst du Schmerzensgeld von der Haftpflichtversicherung des Hundehalters?

Aber es gibt eine Möglichkeit, kostenlos eine zweite Anwaltsmeinung einzuholen: Es gibt einen Verein für Medizinrecht. Dort kannst du dir einen kostenlosen Beratungsschein ausstellen lassen und zu einem Anwalt für Medizinrecht in deiner Nähe gehen, der dich kostenlos berät. Dann hast du zumindest eine zweite Meinung und es kostet dich nichts. Funktioniert wirklich so! http://www.medizinrechts-beratungsnetz.de/

Kann ich dir nur empfehlen!

Wahrscheinlich hast du durch den Biss und die anschließende Behandlung ein Trauma erlitten und eine Psychotherapie bzw. eine Traumatherapie wäre auch nicht schlecht.

Ich wünsche dir gute Besserung,

Rudinchen

Pfiffigunde
09.08.2010, 17:07
Hallo, das ist schon mal ein sehr guter Hinweis, da werde ich mich mal drum bemühen. Eine kompetente Meinung hätte ich sehr gerne
Ja mit der Therapie das denke ich auch, ich kann den Arm auch gar nicht annehmen, er ist nun sehr hässlich und die Einschränkungen schwer auszuhalten.

Ja der Hund hatte glücklicherweise eine Versicherung. Der Hundehalter hatte erst seinen Namen verweigert und wurde von der Polizei nach 2 Wochen ermittelt. Da muss man die Polizei echt loben, die sind immer da Streife gefahren und haben ihn schließlich ansprechen können.

Freue mich über alle weiteren Hinweise.
Danke!

Kasandra
09.08.2010, 17:14
Hallo Pfiffigunde,

für das Schmerzensgeld gibt es Richtwerttabellen, diese sollte Dein RA kennen und mit Dir gemeinsam die Forderung besprechen.

Was Deinenen Nebenverdienst angeht, diesen würde ich ebenfalls über den RA einfordern lassen.

Hierzu musst Du sicherlich den Nachweis über die Höhe der Einkünfte erbringen.
Bitte bedenke, alle Kosten, welche Dir durch Deinen Unfall entstanden sind zu belegen und dann durch Deinen RA einfordern zu lassen (Fahrtkosten zum Arzt, Praxisgebühren, Rezeptgebühren etc.).

Viele Grüße
Kasandra

Ingeborg!
10.08.2010, 08:38
Hallo Pfiffigunde! Netter Name...

Hierzu -Zitat-: ...Pflegestufe 2, brauche Körperpflege seit einem Jahr (Pflegestufe wird vielleicht auf 1 reduziert aber erst in einem halben Jahr...

hätte ich gerne mehr Informationen von Dir, damit ich ordentlich antworten kann!


Grüße von
Ingeborg!

Basti_80
13.08.2010, 15:46
Hallo Zusammen!
Habe soeben Deinen Beitrag gelesen, ich würde auch schwer von einem Rottweiler gebissen, vor knapp 3 Jahren. Ich kann mich gut in die Situation hineinversetzen

Bei mir sind es jetzt 6 op´s, die letzte vor 3 Wochen. Seit dem Unfall bin ich krankgeschrieben bzw. habe ich auch meine Arbeitsstelle verloren. Kämpfe seit fast 3 Jahren mit der Haftpflichtversicherung, ich kann Dir nur empfehlen einen guten Anwalt zu nehmen. Ansonsten hast Du verloren! Viel Erfolg und gute Besserung Sebastian :)

Pfiffigunde
24.08.2010, 19:12
Hallo Ingeborg,
schaue erst jetzt wieder hier ein, ich hoffe du siehst meinen Beitrag?
Was für Informationen meinst du.
ich bin 40 Jahre und durch den Hundebiss nun pflegebedürftig. Mir wurde im Mai letzten Jahres die Pflegestufe II bewilligt, also auch begutachtet. Gerade wurde sie verlängert, also bestätigt, jedoch befristet bis Mitte nächsten Jahres. Mit der Hoffnung auf Pflegestufe I runter gehen zu können, sprich, meine Selbsthilfemöglichkeiten besser werden. Ursache der Pflegebedürftigkeit ist unzweifelhaft der Hundebiss und dessen Folgen. Dazu kommen viele Schmerzen und Entzündungen. Möchtest du noch was wissen, ich weiß nicht welche Infos du brauchst. LG

Pfiffigunde
24.08.2010, 19:14
Hallo Basti,
das ist schlimm, ja ich gehe nächste Woche zu einem Fachanwalt für Medizinrecht und Versicherungsrecht, mal sehen...

Kasandra
24.08.2010, 20:41
Hallo Pfiffigunde,

ich bin wirklich erstaunt, dass Du mit den Beeinträchtigungen mit Deinem Arm in Pflegestufe 2 gekommen bist.
Ich möchte keineswegs Deine Schmerzen mindern, aber andere Menschen haben auch z. B. durch Sudeck nicht wirklich nutzbare Hände & Arme sowie unsägliche Schmerzen o. Menschen die ihre Hand und oder Arm & Hand verloren haben.

Auch kann ich aus eigener Erfahrung sagen, dass wenn Arm und Hand nicht nutzbar sind, man doch in der Lage ist, z. B. seine Körperpflege allein zu bewältigen. Mit einem Rucksack läßt sich dann einkaufen. Schon auf die Grundpflege entfallen ja in P-Stufe 2 tägl. 2 Stunden.

Bist Du sicher, dass Du NUR aufgrund Deines Armes diese Pflegestufe erhalten hast?

Wenn dem tatsächlich so ist, sind hier bestimmt viele Forumsteilnehmer auf Tipps von Dir sehr neugierig die ähnliche Probleme haben und keine Unterstützung erhalten.
Kannst Du hier helfen?

Danke und Grüße
Kasandra

Ingeborg!
24.08.2010, 21:10
Hallo Pfiffigunde!

Deswegen -Zitat neu-: ...Mit der Hoffnung auf Pflegestufe I runter gehen zu können, sprich, meine Selbsthilfemöglichkeiten besser werden...

frage ich jetzt nach und wegen Deiner vorhergehenden Information, daß Deine Pflegestufe vielleicht auf 1 reduziert würde, fragte ich Dich vor 2 Wochen.

Wenn ich Dich jetzt richtig verstehe, möchtest Du das sogar! *ratlosausderwäschegucke*

Ich hätte Dir sonst den einen oder anderen Rat zur Vermeidung der Herabstufung gegeben, denn wenn Du zusätzlich durch Schmerzen und Entzündungen (Bakterien?) an der Selbstversorgung gehindert wirst, kann Dir doch jede finanzielle Unterstützung, mit der Du Hilfe für Dich 'kaufen' könntest, recht sein...!

Oder - verstehe ich Dich evtl. falsch?

Grüße von
Ingeborg!

reini5555
25.08.2010, 06:34
ich bin wirklich erstaunt, dass Du mit den Beeinträchtigungen mit Deinem Arm in Pflegestufe 2 gekommen bist.

Schon seltsam, Pflegstufe 2 hat meine Mutte im Altenheim, und da haben wir immer wieder Streß, das sie die Pflegestufe2 behält. Nur die ist im Rolli, kann selbst sich nicht fortbewegen, braucht also immer jemanden, der sich im sie kümmert.

Pfiffigunde
05.09.2010, 10:08
Hallo,
Kassandra ich finde deine Anmerkungen seltsam, meinst du wirklich ich würde von der Pflegekasse Pflegestufe II bekommen, wenn es nicht nötig wäre? Ich kann sehr gut verstehen, dass es wohl vielen so geht, dass sie ungerechtfertigt in einer Pflegestufe I sind und das man darüber unwahrscheinlich sauer ist und sich hilflos fühlt, doch dafür bin ich doch nicht der richtige Adressat! So empfinde ich deine Sätze fast als Vorwurf, aber vielleicht schreibst du auch nur einfach in dem Stil.
Nein, Ich kann z.B. durch den Unfall keinen Rucksack mehr tragen und ich kann auch nicht für alles den rechten Arm benutzen, die Einschränkungen durch den Hundebiss sind umfassend und betreffen nicht nur den linken Arm, auch wenn da der Biss war, zurückzuführen sind alle Beschwerden auf den Hundebiss. Bakterien, Ops usw tun und haben einiges dazu getan.
Ich kann an Tips in Bezug auf die Pflegestufe nur beitragen, dass ich ehrlich gesagt habe was geht und was nicht und warum nicht und diesbezüglich untersucht wurde. Ich habe nicht mehr dafür getan, meine Ärzte haben noch Berichte geschrieben ebenso die anderen Behandler, die habe ich ungefragt den Gutachtern vorgelegt und mich vorher selbst drum gekümmert. Es ist alles mit aufgenommen worden. Ich trage ein Korsett in dem mein ganzer Oberkörper steckt und der linke Arm mit Schulter und meine Pflegerin war da und hat das An- und Ablegen demonstriert als der Gutachter da war, ich kann es nicht alleine anlegen und ablegen, das ist aber jeweils 3x am Tag wegen unterschiedlichen Gründen nötig. Ich habe vorher aufgezeichnet wie lange ich für was Hilfe brauche. Sonst fällt mir nichts ein.
Die Diskussion, das viele Menschen eine zu geringe Pflegestufe bekommen ist sehr wichtig, doch vielleicht grade nicht am richtigen Platz. Ich weiß selbst, dass es schwer ist gerade für ältere Menschen die Pflegestufe durchzubekommen. Ich weiß auch, was dabei oft eine Rolle spielt, warum Gutachter das so falsch einordnen. Ich denke in meinem Fall betrachten alle das als hoffentlich sich verbessernd und sind daher eher bereit "zu investieren". Das das eine seltsame Haltung der Kostenträger ist, finde ich auch, nicht wie Sie bei mir handeln, sondern wie sie bei anderen NICHT handeln. Meine Pflegestufe verhindert neben anderem, dass ich den Arm inklusive Schultergelenk verliere, darum bin ich sehr froh.
An Ingeborg und Kassandra
In meinem Fall hatte ich bisher zwei Gutachter, die beide gleich beschieden haben. Ja, meine Pflegestufe ist auf MEINEN Wunsch befristet. Denn ich hoffe, dass sich meine gesundheitliche Situation stabilisiert und ich bestenfalls gar keine Pflegestufe mehr brauche, es ist mir nämlich äusserst unangenehm gepflegt zu werden, was ihr sicher versteht. Keine Pflegestufe heißt in meiner Erfahrung eben nicht, dass ich eine bräuchte und die nur nicht bekomme, sondern, dass ich keine mehr brauche, also wieder selbsthandelnd leben kann. Das liegt wohl auch daran, dass ich bisher vernünftige Gutachter hatte und daher gar nicht damit rechne, dass ich in Bezug auf die Pflege nicht das bekomme, was ich brauche.
Ich hoffe, dass man die Entzündungen in den Griff bekommt und ich den Arm anfangen darf zu trainieren, bzw es zu versuchen. Dann kann man hoffentlich mit Pflegestufe I auskommen und dann später gar keine mehr brauchen. Zumal man sicher lernt, wie man alles mit einer Behinderung bewältigt. Das ist mein Wunsch und meine Hoffnung. Ob das realistisch ist... ich weiß nicht. Ist das so ungewöhnlich?

Inzwischen habe ich den Tip hier an mich umgesetzt, HERZLICHEN DANK und mir einen Anwalt gesucht der Fachanwalt für Medizinrecht und für Versicherungsrecht ist. Ich finde ihn gut. Mal sehen was sich ergibt. Im Moment unterstellt die Versicherung ich hätte zwischenzeitlich die Wunde verschlimmert und absichtiglich Bakterien rein gebracht. Doch die Bakterien, die gefunden worden sprechen eine andere Sprache. So ist es hoffentlich nur ärgerlich.
Liebe Grüße

Marielin
22.09.2010, 13:05
Sehr geehrtes Mitglied,
ich bin Redakteurin für ARD und ZDF, und zwar in den beriechen recht und Psychologie. Ich finde Ihre Geschichte sehr schockierend und traurig. Gerne Würde ich zu Ihnen Kontakt aufnehmen. Wenn Sie das möchte, dann melden Sie sich doch bitte unter nicole.wuerth@die-filmschmiede.de, Viele Grüße, Nicole